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Eisenbahn-Töchterhort Urkunde+Medaille

    • Eisenbahn-Töchterhort Urkunde+Medaille

      Hallo Sammlerfreunde,

      ich möchte Euch heute etwas vorstellen, was vor einigen Wochen den Weg in meine Sammlung gefunden hat. Es handelt sich dabei um eine Urkunde und eine Medaille zum Thema Eisenbahn bzw. dessen Umfeld, also etwas abseits des Sammler-Mainstreams.

      Konkret geht es um den "Eisenbahn-Töchterhort", eine 1908 eingerichtete gemeinnützige Stiftung der vereinigten Preußischen und Hessischen Staatseisenbahnen.

      Zunächst möchte ich Euch meine Urkunde und die Medaille zeigen, bevor ich das Thema ausführlich behandeln möchte.
      In der Anlage seht Ihr meine Exponate.
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      S P I E ß S C H R E I B E R
      Ich suche folgende Urkunden:
      - Besitzzeugnis für BdM- & JM-Leistungsabzeichen | - Grubenwehr-Ehrenzeichen 1938
      - SS-Dienstauszeichnungen 4 + 8 Jahre | - Landwehr-Dienstauszeichnung Baden vor 1913
      - Baden Felddienstauszeichnung mit Spange 1870-1871
      - Sachsen - Medaille Brandkatastrophe Weißwasser 1992

       

    • Der Eisenbahn-Töchterhort und das „Christianenheim“:

      Der Eisenbahn-Töchterhort war eine gemeinnützige Stiftung der vereinigten Preußischen und Hessischen Staatseisenbahnen die auf Erlass des Ministers für öffentliche Arbeiten, dem Finanzminister, dem Justizminister und dem Minister des Inneren am 25.Mai 1908 eingerichtet wurde. Ihr Sitz war in Berlin und ihr Zweck war es, unverheirateten Töchtern verstorbener Beamten und Arbeiter dieser Eisenbahnverwaltungen zu helfen und Ihnen Beihilfe zu gewähren. Man wollte die Hilfsfonds der Eisenbahnverwaltungen unterstützen und bei vorübergehenden Notlagen mit Geldunterstützungen helfen. Schwächliche oder kränkliche Kinder sandte man in Ferienkolonien und Bäder. Besonders sollten Waisenkinder eine gute Erziehung bekommen sowie die Möglichkeit haben einen Beruf zu erlernen.

      Besondere Unterstützung bekam die Idee einer Fürsorgeeinrichtung und die Einrichtung einer gemeinnützigen Stiftung von Staatsminister von Breitenbach, der 1896 Beauftragter des preußischen Ministers für öffentliche Arbeiten wurde und ein Jahr später Präsident der Königlich Preußischen und Großherzoglichen Hessischen Eisenbahndirektion wurde.
      Er befürwortete die Übernahme des Protektorats (Ehrenvorsitz) durch Ihre Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Viktoria im Februar 1908.

      Die bedeutendste Einnahmequelle war die regelmäßige Sammlung unter Beamten und Arbeitern der Bahnverwaltungen. Unterstützung leisteten auch die allgemeinen Eisenbahnvereine und die Fachvereine der Beamten.
      Dadurch wuchsen die Geldmittel der Stiftung stetig und es konnte der größte Wunsch, die Schaffung eines eigenen Heimes, verwirklicht werden. Es wurde ein Töchterheim in Erfurt gebaut, welches bereits im Frühjahr 1909 in Betrieb genommen wurde. Dieses wurde nach dem Vornamen der Frau von Staatsminister von Breitenbach „Christianenheim“ genannt
      In diesem Heim konnten 239 Waisen aufgenommen werden. Das Heim diente der Unterbringung von dauernd erwerbsunfähigen und erwerbsbeschränkten Waisen.
      Die Räume waren so angeordnet, dass jeweils ein Wohn- und Schlafbereich für fünf Personen eingerichtet war. Weiterhin gab es einen Speisesaal, Badeeinrichtungen, ein Musikzimmer, eine Turnhalle sowie einen Garten.

      Die feierliche Eröffnung erfolgte am 19. April 1910, Gäste waren u. a. Staatsminister von Breitenbach und seine Frau sowie zahlreiche Vertreter staatlicher, städtischer und kirchlicher Behörden.
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      - SS-Dienstauszeichnungen 4 + 8 Jahre | - Landwehr-Dienstauszeichnung Baden vor 1913
      - Baden Felddienstauszeichnung mit Spange 1870-1871
      - Sachsen - Medaille Brandkatastrophe Weißwasser 1992

       

    • Als Dank und Anerkennung für die Mitarbeit an Sammlungen für den „Eisenbahn-Töchterhort bzw. das „Christianenheim“ wurden zunächst Dankesurkunden der jeweiligen Bezirksausschüsse verliehen.
      Meine hier gezeigte Urkunde vom Dezember 1911 des Bezirksausschusses Altona ist großformatig mit 28 x 41 cm.
      Sie wurde verliehen an ein Fräulein Magda Koops in Kiel-Hassee. (siehe Anhang-Foto)


      Übrigens wurde auf Grund des hohen Bedarfs das Heim folgerichtig im Frühling 1914 erweitert.
      In diese Zeit fällt wohl auch die Stiftung einer “Paul von Breitenbach Medaille”. Sie zeigt vorderseitig einen nackten Mann als Fackelläufer. Der linke Arm hält nach vorn die Fackel. Der rechte Arm hält nach hinten ein Schwert. Hinter dem rechten Bein unten zeigt sich bis zum Knie ein geflügeltes (Eisenbahn-) Rad. Am rechten Rand ist mittig waagerecht die Jahreszahl 1914 zu sehen.
      Auf der Rückseite zeigt die Medaille das nach links sehende Porträt des Ministers Paul von Breitenbach. (siehe Foto der Vorder- und Rückseite)

      Vergeben wurden diese Medaillen in einer Pappschachtel mit der Abbildung des “Christianenheims” auf dem Deckel.
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      - Baden Felddienstauszeichnung mit Spange 1870-1871
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    • Es wurden später auch Medaillen in der Variante wie von mir (im Teil 1) vorgestellt ausgegeben. Statt des Porträts von Minister Paul von Breitenbach zeigt die Rückseite bei dieser Variante ein Zitat von Kaiser Wilhelm II. von 1916.
      Es gibt diese Medaille mit rückseitiger Broschierung oder mit Trageöse. Ob die broschierten Varianten privat angefertigt wurden oder so ausgegeben worden sind, ist leider derzeit nicht zu ermitteln. Die Medaillen mit Broschierung werden oft als 1. Klasse bezeichnet. (siehe Foto)

      Meiner Ansicht nach wurde diese Medaillenvariante später an alle Inhaber einer frühen Dankesurkunde aus der Zeit vor der offiziellen Stiftung der „Paul von Breitenbach Medaille“ (vor 1914) vergeben. Aber auch dazu habe ich leider noch keine belegbaren Quellen gefunden.

      Meine Frage dazu:
      Weiß jemand hier im Forum, mit welchem Band diese Medaillen original getragen wurden? Ich habe dazu nichts gefunden, weder eine Beschreibung geschweige denn ein zeitgenössisches Foto.
      Über Hinweise würde ich mich sehr freuen! ;hump;


      Im Jahre 1920 wurden die einzelnen Staatseisenbahnen zur Deutschen Reichsbahn vereinigt. Der Eisenbahn-Töchterhort wurde mit dem 1922 gegründeten Knabenhort vereint zum Reichsbahn–Waisenhort.

      Den zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude ohne größere Schäden. Nach der Trennung in zwei deutsche Staaten führte die Deutsche Reichsbahn in der DDR den Reichsbahn-Waisenhort weiter. Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde das „Christianenheim“ einer Stiftung mit dem Namen „Eisenbahn-Waisenhort“ rückübertragen.
      Am 1. Januar 1993 erwarb der DRK-Landesverband Thüringen e.V. diese Einrichtung von besagter Stiftung für ca. 17 Millionen DM und machte daraus das „Pflege- und Seniorenheim Christianenheim“.
      Ich füge zum jetzigen Zustand (2007) ebenfalls zwei Fotos als Anhang bei.


      Ich hoffe, Euch mit diesem etwas unüblichen Thema nicht gelangweilt zu haben. Auch solche "Ausreißer" finde ich als Dokumentensammler immer wieder interessant.
      Vielleicht bekomme ich ja auch ein paar Hinweise zum Thema von anderen Forumsfreunden? Ich würde mich freuen und bedanke mich im Voraus! ;abt;


      Sammlergrüße!
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    • Servus Spießschreiber,

      was es nicht alles gibt und gab....

      Von dem Thema hatte ich bis vor ca. 30 Minuten überhaupt keine Ahnung. Das hat sich Dank Dir geändert. Nein - gelangweilt habe ich mich bei Deiner Präsentation überhaupt nicht. Und gerade wegen solcher Beiträge bin ich doch hier im Forum!!

      Leider kann ich Dir bei der Frage nach dem Band bzw. weiterführender Informationen zu diesem Thema nicht helfen.

      Aber vielen Dank für meine Weiterbildung.

      Herzliche Grüße - Armin.
       
      Nicht verfügbar Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. Polizei-Gebirgsjäger-Rgt. 18 und 3. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

       

    • Hallo Spießschreiber,

      eine interessante Urkunde.

      Anscheinend geht hier aber etwas durcheinander.

      Es gibt insgesamt, nach meinem Kenntnisstand, nur drei verschiedene Medaillen.

      - Die Medaille mit der Abbildung von Breitenbach in der Schatulle. Varianten in der Stärke und im Finish, matt und glänzend, Durchmesser 50,2mm.
      - Die Medaille mit dem Spruch von Wilhelm II mit Öse am Band, (in meiner Sammlung schwarz-weiß-rotes Quer-Band), Durchmesser 33,7mm.
      - Die Medaille mit dem Spruch von Wilhelm II mit Quer-Nadel, ebenfalls Durchmesser 33,7mm.

      Alle drei Medaillen sind aus Eisen (magnetisch), alle mit der gleichen allegorischen Darstellung des Fackelträgers. Bei den kleinen Medaillen ist eindeutig die Seite mit dem Fackelträger die Vorderseite, siehe die Abbildung mit der Nadel in Teil 4.
      Die drei Medaillen sind hier abgebildet.

      Uwe
      Nur der Geist, wenn er den Lehm behaucht, kann den Menschen erschaffen.
    • Hallo Uwe,

      danke für Deinen Hinweis.
      Du hast natürlich völlig recht, ich habe mich da bei der Variante mit Breitenbach-Abbildung vertan. Diese gab es tatsächlich nicht mit Querbroschierung.

      Der eingeschlichene Fehler wurde von mir in meiner Vorstellung bereits durch mich korrigiert, nun sollte alles passen. War ein Schusselfehler im Eifer des Gefechts... ;KF;

      Ich freue mich, nun offenbar jemanden gefunden zu haben, der etwas zum ursprünglichen Original-Band der "Spruch-Medaille" mit Öse sagen kann. Kann man bei Deinem Exemplar von einem erhalten gebliebenen authentischen Band ausgehen?
      Wäre es Dir möglich, gelegentlich ein Foto der Medaille mit dem Band hier zum Beitrag einzustellen?

      Nochmals Danke für Deine Richtigstellung und vielleicht klappt´s mit einem Foto?


      Sammlergrüße!
       
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    • Hallo Spießschreiber,

      bei meinen Nachforschungen habe ich die Medaille mit Öse bisher nur ohne Band gesehen, womöglich wurde sie sogar so ausgegeben.

      Das Band an der Medaille in meiner Sammlung sieht nicht professionell aus, auch das Annähen sieht nach häuslicher Handarbeit aus; aber so habe ich die Medaille nun mal bekommen.

      Uwe
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      Nur der Geist, wenn er den Lehm behaucht, kann den Menschen erschaffen.
    • Danke Uwe für das sehr interessante Foto. Sehr interessant auch Dein Gedanke, daß die Medaille möglicherweise früher stets ohne Ordensband verausgabt wurde. Es ist ja schon merkwürdig, dass man zu dieser Frage rein gar nichts finden kann.

      Danke Armin auch Dir für Deine netten Zeilen.


      Sammlergrüße!
       
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