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Zahlmeister - Leutnant und zurück Gren.Rgt. 19

  • Guten Abend Freunde im Forum,


    ich möchte mein letztes Thema „Zahlmeister“ mit der Vorstellung dieses Soldbuches vom Oberzahlmeister Häberlein ergänzen und abschließen. Bekommen habe ich es letztes Jahr vom Sohn mit ein paar Fotos, nachdem ich einige Anschriften aus der Mitgliederlisten des „Traditionsverbandes des ehem. Inf.Rgt. 19“ angeschrieben habe.


    Leider sind keine anderen Urkunden/Dokumente erhalten geblieben, so dass ich den militärischen Werdegang von Kurt Häberlein nur grob skizzieren kann. Dabei ist von meiner Seite natürlich auch einiges an Spekulation dabei. Vorstellen möchte ich das Soldbuch hier, da es einige interessante Aspekte hat, ich aber auch eine Frage an Euch habe.


    Herr Häberlein wurde 1908 geboren und begann seinen Dienst in der bayerischen Landespolizei. Das früheste Foto ist datiert mit „Polizeischule Ansbach 1927“. Eingestellt habe ich ein Portrait als Polizist, ohne Datierung etwa 1932. 1935 wurde die bayerische Landespolizei in die Wehrmacht übernommen. Das Münchener Polizeibataillon (Kaserne an der Rosenheimer Straße) wurde auf Inf.Rgt. 19 und Inf.Rgt. 61 (1935 neu aufgestellt) verteilt.


    Herr Häberlein kam zum Inf.Rgt. 19 und wurde hier Hauptfeldwebel. Dazu habe ich zwei Fotos eingestellt, beide rückseitig datiert 1936. Jetzt vermute ich: Herr Häberlein ist 1939 nach 12-jähriger Dienstzeit ausgeschieden und hat sich dann für die Beamtenlaufbahn der Wehrmacht entschieden. Dafür spricht, dass er noch sowohl die Österreich- als auch die Sudetenland-Erinnerungsmedaille erhalten hat. Anschließend hat er vermutlich die Verwaltungsschule München besucht. Das Soldbuch wurde am 3.1.1940 beim Pi.-Ers.-Btl. 7 ausgestellt.


    Und jetzt komme ich zu meiner Frage:


    als erster Feldtruppenteil ist das Sturm-Rgt. 215 eingetragen. Dieses wurde am 1.1.1943 aus dem Gren.Rgt. 215 aufgestellt. Über das Sturm-Rgt. 215 finde ich jedoch keinen anderen Stempel oder Eintrag in dem Soldbuch. Nachweislich war Herr Häberlein aber in den Jahren 1941-1943 bei der Wehrkreis-Reit- und Fahrschule VII in Dillingen als Zahlmeister tätig. Wann war er beim Rgt. 215?


    Laut Divisions-Chronik gab es im Frühjahr 1942 und 1943 einen enormen Mangel an Offizieren bei der 7. Inf.Div. (z.B. war Lt. Aman Bataillonsführer beim IR 19 Anfang 1942); das führte dazu, dass Heeresbeamte sich zur Reserveoffiziers-Laufbahn melden konnten. Mit dem Nachlass vom Oberleutnant Detterbeck habe ich Euch vor ein paar Jahren ein solches Beispiel vorgestellt.


    Nun wurde der Oberzahlmeister Häberlein im Frühjahr 1943 beim Gren.-Ers.-Btl. 19 zum Leutnant d. Res. ernannt. Bei der Schlacht im Orelbogen erwarb er sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse und erlitt einen Durchschuss des linken Unterarmes. Dafür erhielt er das Verwundetenabzeichen in Schwarz. Die darauffolgende Verleihung des Verwundetenabzeichens in Silber konnte mir der Sohn erklären: aufgrund einer Komplikation musste der linke Unterarm von Kurt Häberlein 1944 amputiert werden. Trotz dieser schweren Verwundung wurde Herr Häberlein nicht aus dem Wehrdienst entlassen, sondern wechselte wieder als Oberzahlmeister zur Wehrkreis-Reit- und Fahrschule VII. Dort verrichtete er Dienst bis Kriegsende.


    Interessant finde ich an diesem Soldbuch auch die Streichung des Dienstgrades/Amtsbezeichnung „Beamtenanwärter“. Offenbar von Herrn Häberlein nach dem Krieg aus welchen Gründen auch immer durchgeführt. Wäre die Streichung offiziell erfolgt, müsste sie abgestempelt sein. Auch den Ausdruck „Prothesenurlaub“ (Seite 24, unten) habe ich so noch nicht gesehen.
    Jetzt zu den Scans:

  • und hier der Rest der Aufnahmen dieses Soldbuches.


    Freue mich schon auf Eure Antwort hinsichtlich der Verwendung beim Sturm-Rgt. 215.
    Natürlich kommt die Gretchen-Frage: der Sohn von Kurt Häberlein wußte nichs über den
    Verbleib seiner Verleihungsurkunden. Vielleicht hat er sie vorher schon abgegeben?
    Auch da freue ich mich über jede Information.


    Es grüßt Euch - Armin.

  • Guten Abend Freunde im Forum,


    bei der damaligen Vorstellung des Soldbuches des ehemaligen Oberzahlmeisters Häberlein stand ich etwas unter Zeitdruck, weswegen ich nur drei seiner Fotos mit vorstellte.


    Da ich diesem Zeitdruck jetzt nicht mehr unterliege, möchte ich die damalige Vorstellung mit sechs weiteren Fotos aus seinem mir vorliegenden kleinem Nachlass ergänzen:


    Das erste und das sechste Foto sind im Kleinformast 6x9 cm, die vier anderen Bilder im Postkartenformat. Beschriftungen der Rückseite habe ich vorne unten mit roten Lettern ergänzt. Sind in den Originalbildern natürlich nicht vorhanden.


    Beim fünften Bild habe ich die Rückseite ebenfalls eingescannt. Ich kann die Aufschrift zwar lesen, aber nicht deuten. Ich vermute, dass es sich entweder um den Namen des Offiziers an der Spitze handelt, oder um den Namen desjenigen, dem gedacht wurde mit dem Umzug.


    Auf Bild Nummer vier sieht man mehrere Polizisten, die offensichtlich zu einer Polizeistation gehören. Außen stehen links und rechts zwei Hauptwachtmeister. Ich meine rechts Häberlein zu erkennen.

    Bei den Kopfbedeckungen bin ich leider nicht so bewandert - eigentlich gar nicht. Kann mir die jemand näher erläutern?


    Jetzt zu den Scans.


    Es grüßt Euch - Armin.

  • Bei den Kopfbedeckungen bin ich leider nicht so bewandert - eigentlich gar nicht. Kann mir die jemand näher erläutern?

    Hallo Armin,


    schöne Gruppe, danke fürs Zeigen!

    Zwei Tschakos in Mannschaftsausführung mit Einsteck-Kokarde, höchstwahrscheinlich Bayern.

    Die Pickelhauben der Polizei, hier höchstwahrscheinlich auch Kgl. Bayerische Polizei, waren in der Regel, in Preußen war das so, vereinheitlicht, das heißt, die Schuppenkette durften auch Dienstgrade gleich oder unter dem Wachtmeister tragen, der einem Sergeanten im Heer gleich gestellt war. Die Beschläge waren stets, wie auch bei der Schutzmannschaft Berlin bzw. den Kgl. Polizeiverwaltungen in den Provinzen, im Gegensatz zur Kommunalen Exekutivpolizei, die sie in Gold mit gekehlter Beamtenspitze (wie Zoll) trug, in Weiß (Silber) gehalten. Daher ist ein Dienstgrad an Polizei-Pickelhaube nicht automatisch erkennbar, auf den Schulterstücken meine ich aber Offiziere zu erkennen.


    In der Weimarer Republik wurden Pickelhauben im gesamten Reich von Beamten und anderen Sonderchargen zu besonderen Anlässen weiter getragen. Bestes Beispiel Hindenburg.


    Gerne würde ich das Foto in besserer Auflösung gescannt einmal sehen.


    Danke und Grüße


    Gustav

    SUCHE: Deutsche Kopfbedeckungen 1871-1960 Militär, Polizei, Feuerwehr usw. - Alles über Köln, Adressverzeichnisse, Fotos, Bücher usw. Bitte alles per Konversation mit mir anbieten.

  • Hallo Gustav,


    Danke für die Aufklärung, dass hat mir schon mal sehr geholfen. Bayern denke, ich, kommt hin, da der Häberlein ja die bayerische Polizeiuniform trägt. Und auf dem Gruppenfoto meine ich ihn als den rechten Wachtmeister zu erkennen.


    Ich habe das Foto noch einmal eingescannt und die Pixelzahl verdoppelt.

    Hilft Dir das mehr zu erkennen:


    Danke für die Antwort - Gruß Armin.

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