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Adolf Bartels - Aus tiefster Seele (1902)

  • Adolf Bartels (* 15. November 1862 in Wesselburen; † 7. März 1945 in Weimar) war ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Journalist, Literaturhistoriker und Kulturpolitiker. Er war antisemitisch eingestellt und zählt zu den Wegbereitern der NS-Germanistik.


    Adolf Bartels wurde in Wesselburen als Sohn eines Schlossermeisters und ältestes von neun Kindern geboren. Von 1877 bis 1882 besuchte er gemeinsam mit Gustav Frenssen das Gymnasium in Meldorf, brach aber kurz vor dem Abitur unfreiwillig die Schule ab, da der Vater für das Schulgeld nicht mehr bezahlen konnte. Für seinen Lebensunterhalt gab er Nachhilfe, verfasste Gedichte, kurze Erzählungen und lokalhistorische Aufsätze, die sein Freund Julius Groth, Herausgeber und Schriftleiter des Dithmarscher Boten, in seinem Lokalblatt veröffentlichte. Das brachte Bartels auf die Idee, eine Reihe von Vorträgen über literarische und historische Themen zu halten, um sich mit dem damit eingenommenen Geld ein Universitätsstudium zu finanzieren.


    1885 begann er in Leipzig Staatswissenschaften zu studieren, um nebenbei hauptsächlich Vorlesungen über Literatur, Geschichte und Philosophie zu belegen. 1888 brach er nach zwei Semestern an der Universität Berlin sein Studium ab und wurde 1889 Redakteur der Didaskalia, der Unterhaltungsbeilage zum nationalliberalen Frankfurter Journal.


    1896 machte Bartels seinen Wunschtraum wahr, ging nach Weimar und wurde freier Schriftsteller. Er legte seinen ersten Roman, „Die Dithmarscher“, vor. Daneben entstanden literaturkritische Beiträge für renommierte Zeitschriften wie Die Grenzboten, Der Kunstwart etc. 1897 verfasste Bartels die erste selbständige Publikation über Gerhart Hauptmann, 1898 führte er den Terminus „Heimatkunst“ in die deutsche Literaturgeschichte ein.


    Um die Jahrhundertwende entstand sein Standardwerk, die „Geschichte der deutschen Literatur“, in das seine nunmehr offene antisemitische Haltung, die ihre Ursachen in seiner Frankfurter Redakteurszeit hatte, einfloss. Zwei Punkte kristallisierten sich heraus: der Kampf gegen das jüdische Literatentum in der deutschen Literatur mit einer "reinlichen Scheidung zwischen Deutschen und Juden" und der Kampf gegen die "Dekadenz-Literatur". 1909 gründete er in Weimar die Weimarer Nationalfestspiele für die deutsche Jugend.


    Bartels war Mitglied in Friedrich Langes "Deutschbund" und gründete 1907 zusammen mit Arthur Moeller van den Bruck, Houston Stewart Chamberlain, Henry Thode, Ludwig Schemann und Hermann Hendrich den völkischen Werdandi-Bund. 1913 organisierte Bartels den ersten "Deutschen Tag" in Eisenach, eine Heerschau völkischer Vereinigungen und Verbände. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Bartels zu den anerkannten und geachteten Persönlichkeiten der Völkischen Bewegung und engagierte sich zusätzlich für das Deutschchristentum. Dabei gab er sich weiterhin offen antisemitisch und rassistisch und wurde so zu einem der vielen Wegbereiter des Nationalsozialismus.


    In der Weimarer Republik neigte er zunächst der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) zu. Durch seinen Schüler und zeitweise persönlichen Sekretär Hans Severus Ziegler, nach 1933 stellvertretender NSDAP-Gauleiter von Thüringen, sowie seinen Landsmann Ernst Graf zu Reventlow wurde er allmählich zum Nationalsozialismus herangeführt. 1924 veröffentlichte er die mehrfach aufgelegte Broschüre „Der Nationalsozialismus Deutschlands Rettung“ und lernte 1926 erstmals auch Adolf Hitler kennen. Nach der Machtergreifung 1933 erhielt Bartels als "völkischer Vorkämpfer" zahlreiche Ehrungen (Ehrensold, Ehrenbürgerverleihungen, Partei-Auszeichnungen),war aber nie Mitglied der NSDAP. Zu seinen Verehrern zählten u.a. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, Reichsdramaturg Rainer Schlösser und Reichsjugendführer Baldur von Schirach.


    Zu den letzten Höhepunkten in seinem Leben zählten die großdeutschen Dichtertage in Weimar, wo er neben Goebbels zu 200 eingeladenen Dichtern und Schriftstellern sprach, sowie die Feiern zu seinem 75. und seinem 80. Geburtstag, an dem Hans Severus Ziegler, nunmehr Intendant des Nationaltheaters in Weimar, sein Jugenddrama „Catilina“ uraufführen ließ. Adolf Bartels starb am 7. März 1945 nach kurzer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Weimar.

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