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Meine Volkssturm-Dokumente

  • "Kämpfe an der Oderfront"


    Heute möchte ich, wie schon vor einiger Zeit versprochen, meinen Teil zum Thema Volkssturm beitragen.


    Es handelt sich hier um den militärischen Nachlass des Volkssturm-Mannes Werner Post, von dem ich selbst leider nicht allzu viel weiß.


    Werner Post war Österreicher und scheint bis Ende 1944/Anfang1945 in Lambach/Oberdonau in der Nähe von Wels als Lackierer gearbeitet zu haben.
    Entweder für seine Arbeit als Lackierer oder aber für eine andere kriegswichtige Aktivität bekommt er am 30.Januar 1945 das Kriegsverdienstkreuz 2.Klasse verliehen.
    Es handelt sich um den Vordruck mit dem großen Adler, wie er allgemein in der Heimat Verwendung fand.

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    Urkunden/Besitzzeugnisse/Dokumente/Fotos: - zur rumänischen Erinnerungsmedaille "Kreuzzug gegen den Kommunismus" - zum Transportgeschwader 5 (vormals KG zbV 323 bzw. N) - zur Messerschmitt Me 321/323 „Gigant“ - zu den Messerschmittwerken Regensburg-Obertraubling u. Leipheim - zum Artillerieregiment 155 - zur schweren Panzerjägerabteilung 560 Nashorn(Hornisse)/Jagdpanther

  • Zum Zeitpunkt der KVK-Verleihung ist Werner Post jedoch schon eine Weile nicht mehr zu Hause.
    Als älterer Jahrgang bis dato scheinbar vom Wehrdienst befreit, wurde er nun doch noch zu den Waffen gerufen - zum letzten Aufgebot, dem Volkssturm - und zwar zum Volkssturmbataillon 22/1 Oberdonau.
    Eventuell war er im 1.Weltkrieg aktiver Soldat oder in der Zwischenkriegszeit beim österreichischen Heer, auf jeden Fall wird er beim VS als Gruppenführer in der 3.Kompanie des VS-Bat. 22/1 eingesetzt.


    Das Volkssturmbataillon 22/1 wird an der Ostfront im Raum Frankfurt/Oder eingesetzt. Es soll mit anderen VS-Einheiten und den hier eingesetzten Heeres- und SS-Verbänden eine Abwehrfront gegen die Sowjet-Armee bilden, um diese auf Ihrem Marsch nach Berlin aufzuhalten.


    Dazu zitiere ich aus dem Buch „Deutscher Volkssturm – Das letzte Aufgebot 1944/1945“ von Franz W. Seidler :



    Ich hab mal die Gaukarte der Ostmark mit angehängt; dort ist ersichtlich, aus welchen Kreisen die Männer zum Volkssturmbataillon 22/1 Oberdonau ausgehoben wurden.


    Ebenso zwei Fotos aus dem Bundesarchiv von Volkssturm-Männern im Einsatz an der Oderfront in der Nähe von Frankfurt/Oder.


    Foto 1:
    Scherl: Der Kampf gegen die Sowjets
    Überall wo es notwendig wurde, haben Männer des Volkssturms die Verteidigung des Heimatbodens mit übernommen. Eine MG-Stellung des Volkssturms am Ufer der Oder.
    PK-Kriegsberichter Pincornelly. 15.2.1945 [Aufnahmedatum]
    (Bundesarchiv, Bild 183-J28732 / Pincornelly / CC-BY-SA 3.0)


    Foto 2:
    Volkssturmmänner an der Oder, der Mann ganz links trägt ein Volkssturmgewehr.
    (Bundesarchiv, Bild 183-J28787 / CC-BY-SA 3.0)

  • Bei den beschriebenen Kämpfen gegen die angreifenden Sowjets wird Werner Post am 7.Februar 1945 verwundet.
    Die Verletzung muss so schwerwiegend gewesen sein, dass er von der Front weg kommt und zwar zurück in seine Heimat nach Österreich - ins Reservelazarett A nach Wels.
    Für seine Verwundung wird ihm dort am 27.Februar 1945 das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen.


    Post muss vor bzw. bei seiner Verwundung an einer Kampfhandlung teilgenommen haben, bei der er oder die Männer seiner Gruppe eine herausragende Tapferkeitstat vollbracht haben. Diese wurde mit der Verleihung des Eisernen Kreuz 2.Klasse gewürdigt. Ausgestellt wurde die Urkunde am 1.März 1945 durch die „Division Raegener“ und auch selbst von Generalleutnant Adolf Raegener unterschrieben, der Stempel ist allerdings vom Volks-Artillerie-Korps 406.
    Die Einheitsbezeichnung auf der VWA-Urkunde „1.Batterie 3.Kompanie Gau 22“ deutet auf eine Artillerieeinheit hin, so dass ich davon ausgehe, dass er als Artillerist eingesetzt war.


    Die Einheit schickt Werner Post das EK2 und die Urkunde nach Edt bei Lambach in Österreich, sicher seine Heimatadresse wo er nach seiner Entlassung aus dem Lazarett seine Verletzung scheinbar noch auskuriert.
    Das erhalten gebliebene Übersendungsschreiben wurde von einem Hauptmann Lichtenberger als Bataillonsführer unterzeichnet.

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  • Mit den 3 Urkunden kamen auch die jeweiligen Auszeichnungen mit, die ich Euch auch noch zeigen möchte.
    Diese sind nahezu ungetragen, da für Werner Post der Krieg scheinbar im März 1945 mit der EK-Verleihung zu Ende war.


    Ich hoffe, ich konnte damit etwas zum Thema Volkssturm beitragen.


    Anregungen oder Ergänzungen sind ausdrücklich erwünscht.


    Gruss, anhaltiner.

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  • Vielen Dank für Eure ** und die beiden Kommentare.


    Auch wenn das Thema Volkssturm nicht wirklich mein Sammelgebiet ist, wollte ich die Gruppe damals unbedingt haben und sie war für eine "Rarität" gar nicht mal so teuer.


    Gruss, anhaltiner.

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  • Heute gibt es einen Nachtrag zu meinem mittlerweile länger zurückliegenden Beitrag zum Thema Volkssturm.


    Die Oberdonau-Zeitung berichtet Ende März/Anfang April 1945 über die EK2-Verleihung an tapfere Volkssturmmänner des Volkssturmbataillon 22/1 Oberdonau.
    Neben Werner Post wurden noch 17 weitere Männer seines Bataillons mit dem Eisernen Kreuz 2.Klasse ausgezeichnet.
    Die Verleihung wurde im Divisionsbefehl vom 6.März 1945 verkündet.


    Anbei die betreffenden Zeitungsausschnitte aus der Oberdonau-Zeitung.
    Im ersten Ausschnitt wird über die Kämpfe an der Oderfront bei Frankfurt/Oder berichtet, die zur Verleihung führten.
    Im zweiten dann von der feierlichen Übergabe der Auszeichnung an 6 Volkssturmmänner durch den Kreisleiter Dr. Mayrhofer persönlich im Hof der Köstlingerschule in Wels vor einem Ehrenzug der Wehrmacht und des Volkssturm-Unterführerlehrgangs.


    Die im Zeitungsbericht erwähnten ausgezeichneten Volkssturmmänner waren:


    Karl Hofmüller, Ried i. Innkreis - Kompanieführer
    Eduard Lindner, Thalheim b. Wels - Kompanieführer
    Karl Kühberger, Ried i. Innkreis - Zugführer
    Fritz Weilhartner, Lamprechten - Gruppenführer
    Josef Bauböck, Braunau - Volkssturmmann
    Franz Schick, Edt b. Lambach - Volkssturmmann
    Wilhelm Burghart, Edt b. Lambach - Volkssturmmann
    Werner Post, Edt b. Lambach - Volkssturmmann
    Fritz Besemer, Edt b. Lambach - Volkssturmmann
    Adam Gerber, Edt b. Lambach - Volkssturmmann
    Otto Rastinger, Michelbach - Volkssturmmann
    Markus Steinhäusler, Spital a. Pyhrn - Volkssturmmann
    Matthias Lenzender, Laakirchen - Volkssturmmann
    Alois Lampelmaier, Vöcklamarkt - Volkssturmmann
    Eduard Hüthmayr, Gmunden - Volkssturmmann
    Max Höpfl, Grieskirchen - Volkssturmmann
    Max Fradl, Offenhausen - Volkssturmmann
    Nikolaus Zimmermann, St. Willibald - o. A.


    Quelle:
    Oberdonau-Zeitung Ausgabe 76 vom 31.März/1.April 1945
    Oberdonau-Zeitung Ausgabe 81 vom 7./8.April 1945


    Gruss, anhaltiner.

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  • Hallo Anhaltiner,


    ich finde die Zeitungsartikel superauthentische Ergänzungen zu dem Konvolut.


    Danke für die Vorstellung dieser interessanten Geschichte.



    Es grüßt Dich - Armin.

    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

  • Hallo Anhaltiner,


    ich kann mich meinen "Vorrednern" nur anschließen - eine sehr interessante Recherche und ein tolles Stück Zeitgeschichte.


    Beste Grüße
    Bolgorby

    Suche alles der 5. Infanterie- und Jäger-Division:
    Regiment 14, Regiment 56, und Regiment 75, Artillerie-Regiment 5, Aufklärungsabteilung 5, Panzer-JägerAbteilung 5, Pionier-Bataillon 5, Sanitätskompanie 5, Nachrichtenabteilung 5

  • Vielen Dank für die Kommentare.


    Jetzt habe ich ein bisschen „Blut geleckt“ was das Thema Volkssturm an der Ostfront angeht und gestern auch neues Material dazu bekommen.
    Werd mich bemühen, Euch das zeitnah vorzustellen.


    Gruss, anhaltiner.

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  • Hallo Anhaltiner
    Wir warten gespannt ;)
    Grüsse
    Peter

    Hallo Peter,


    ich hab bisher alles gescannt und muss nun dazu recherchieren. Wird noch ein kleines Weilchen dauern, aber dafür kommt dann auch etwas mehr noch.


    Gruss, anhaltiner.

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  • Guten Abend,


    wie bereits angekündigt kommt hier die erste Fortsetzung meiner Vorstellung von Ostfront-Volkssturm-Dokumenten.
    Diesmal nicht ganz so spektakulär wie weiter oben, aber für mich dennoch nicht ganz uninteressant.


    Alfred Rölle wurde am 6.September 1899 in Neustadt/Oberschlesien geboren.
    Als Beruf gibt er in einem Anmeldeformular "Technischer Angestellter im Elektrofach" an.
    Zum weiteren Vorkriegsleben von Alfred R. ist mir leider nichts weiter bekannt.


    Er wird am 25.August 1939 zum Wehrdienst einberufen und kommt zur 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 327.
    Das Regiment wurde am 26.August 1939 als Regiment der 3. Welle durch den Landwehrkommandeur Oppeln im WK VIII aufgestellt und der 239. Infanteriedivision unterstellt.
    Ich gehe davon aus, das Alfred mit diesem im Polenfeldzug gekämpft hat.


    Es freut mich, das ich Euch auch ein Gesicht von Alfred Rölle als Ergänzung zu seinen Dokumenten zeigen kann.

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  • 1)


    Das erste Dokument ist ein Personalausweis, welcher bescheinigt das Alfred R. ausschließlich im Sanitätsdienst als Sanitäts-Gefreiter verwendet wird.
    Gleichzeitig ist er berechtigt, das Genfer Abzeichen zu tragen - eine gestempelte weiße Armbinde mit rotem Kreuz - und unter dem Schutz des Genfer Abkommen von 1929 steht. Der Ausweis wurde von einem Unterarzt unterschrieben und trägt das Dienstsiegel des I.Btl/IR 327.
    Auf dem Personalausweis wurde außerdem oben das „Rotes Kreuz" mit Hand aufgemalt.



    2)


    Im April 1940 nimmt er an einem Sanitäts-Schul-Lehrgang beim Ortslazarett Sanok der Sanitäts-Kompanie 239, 1.Zug, teil.
    Die Stadt Sanok liegt heute im südlichen Polen in der Woiwodschaft Karpatenvorland.
    Dort besteht er am 10.April 1940 die Abschlussprüfung mit der Prüfungsnote gut.
    Der Prüfungsausschuss besteht aus einem Oberstabsarzt, zwei Unterärzten und einem Sanitätsfeldwebel.
    Alle vier unterzeichnen auf der ausgestellten Bescheinigung.



    3+4)


    Am 9.September 1940 wird Alfred aus der Wehrmacht nach Cosel O.S., Hafenstr. 27a, entlassen.
    Auf seinem Entlassungsschein wird ihm eine gute Führung bescheinigt.
    Ausgestellt wird dieser von der 1.Kp. des Infanterie-Ersatz-Bataillon 327 und von einem Leutnant unterzeichnet. Leider fehlt der untere Teil des Dokuments.
    Er bekommt noch für 14 Tage Verpflegungsgeld und meldet sich beim Wehrmeldeamt Cosel, beim Arbeitsamt Ratibor, Aussenstelle Cosel und beim Coseler Bürgermeister, Abt. Familienunterhalt an, was ihm auf der Rückseite des Entlassungsschein jeweils bescheinigt wird.

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  • Alfred Rölle bleibt in Cosel in Oberschlesien wohnen und geht wieder seinem Beruf nach.
    Die Front rückt ab Mitte 1944 immer näher, die Sowjetarmee betritt im Oktober 1944 erstmals reichsdeutschen Boden.
    Um der drohenden Niederlage entgegenzuwirken, wird mit Führererlass vom 25.September 1944 der Deutsche Volkssturm aufgestellt.



    5+6)


    Alfred bekommt Mitte Dezember 1944 einen kurzen, vorgedruckten Brief der NSDAP Kreisleitung Cosel. Lediglich sein Name und die Adresse wird mit Schreibmaschine aufgetragen.
    Das Schreiben ist mit dem 14.Dezember 1944 datiert.
    Es ist die Verpflichtung als Volkssturmsoldat, da er zu diesem Zeitpunkt schon über 45 Jahre alt ist.
    Er wird zur 8.Kompanie des II.Bataillon verpflichtet und ihm mitgeteilt, das sein Kompanieführer PG Richard Steinchen und der Hauptfeldwebel PG Leßmann ist.
    Die Einstufung in das 1. oder 2. Aufgebot blieb davon unberührt.
    Der Verpflichtungsschein wurde vom Obergemeinschaftsleiter Geil unterschrieben.



    7+8)


    Der Volkssturmsoldat Alfred Rölle wird im Januar 1945 in der Ruhe vor dem großen Sturm noch eine Ausbildung beim Volkssturm mitgemacht haben.
    Ende Januar überschreitet die Rote Armee die Grenze Oberschlesiens, am 8.Februar beginnt die Niederschlesische Operation.
    An diesem Tag bekommt der Sanitätsunteroffizier Alfred Rölle einen Marschbefehl.
    Er und weitere 29 Volkssturmsoldaten sollen sich von Cosel nach Oberglogau (etwas 25 km von Cosel entfernt) in Marsch setzen und sich dort bei der 100. Jägerdivision Abt. Ib melden. Zweck ist die Überweisung (Überstellung) zur Wehrmacht.
    Ausgestellt und unterschrieben wurde der Marschbefehl vom Bataillonsführer des Volkssturm-Bataillons 132, Gau 32.


    Auf der Rückseite sind handschriftlich „Mackensen Schule H.V.Pl.“ und die Namen von etlichen Soldaten vermerkt. Es handelt sich sicher um die durch den Marschbefehl betroffenen Soldaten, unter anderem SanUffz. Rölle, zwei Krankenträger und ein Apotheker.
    Das Dokument ist gerissen und zeitgenössisch mit Klebeband geflickt, dadurch ist nicht alles lesbar.


    Karte Oberglogau-Cosel

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  • Servus Anhaltiner,


    bin bei der Vorstellung praktisch "live" dabei. Tolle Geschichte eines späten Schicksals in diesem unsäglichen Krieg.
    Werde mir dann morgen den Rest dieser Vorstellung ansehen.
    Vielen Dank für die schöne Aufarbeitung der Geschichte des Volskssturmsoldaten Rölle.


    Es grüßt Dich - Armin.

    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

  • Ob Alfred Rölle mit „seinen“ Volkssturm-Männern in Oberglogau bei der 100.Jägerdivision ankommt und dort oder
    woanders noch zum aktiven Kampfeinsatz kam bzw.er als Sanitätssoldat verwendet wurde, ist mir nicht bekannt.



    9)


    Er kam auf jeden Fall in russische Gefangenschaft, wo ihm am 10.Oktober 1945 ein Entlassungspapier ausgestellt wird.
    Nach welcher Stadt er entlassen wird, habe ich ein ganze Weile gerätselt und es nicht herausbekommen.




    10)


    Auf jeden Fall wird er in Frankfurt an der Oder entlassen, da ihm dort am 15.10.1945 ein Gesundheitspass ausgestellt und er entlaust wird.
    Sein Ziel wird auf diesem Pass mit Altenvoerde in Westfalen angegeben.
    Ausserdem befindet sich ein englischer Datumsstempel vom „16.Oct 1945“ auf dem Pass.

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  • 11)


    Am 24.Oktober 1945 meldet sich Rölle vorübergehend polizeilich in Altenvoerde an.
    Als Adresse gibt er eine Schlafstelle bei Familie Berns in der Bahnhofstraße 10 an, jedoch für unbestimmte Zeit.
    Als letzte Wohnung schreibt er zuerst seine Adresse in Cosel in Oberschlesien ein, streicht es dann wieder und ändert es in „englische Gefangenschaft“ um.
    Er muss also zwischen dem 15. und 23.Oktober kurz beim Engländer unter Arrest gestanden haben, das würde den englischen Stempel auf dem Gesundheitspass erklären.


    Da Alfred verheiratet ist, sich aber alleine anmeldet, lässt mich vermuten, das seine Frau entweder umgekommen ist oder beide in Cosel getrennt wurden und (noch) nicht wiedergefunden haben.
    Das wäre der Wermutstropfen bei dem glücklichen Umstand, dass er den Krieg und das halbe Jahr in russischer Gefangenschaft heile überstanden hat.



    12+13)


    Im April 1946 wird Alfred Rölle ein vorläufiger Personalausweis ausgestellt.
    Er wohnt zu diesem Zeitpunkt immer noch in Altenvoerde in der Bahnhofsstraße 10, seiner ersten Meldeadresse.
    Der Ausweis ist zweisprachig in Deutsch und Englisch ausgestellt und vom Bürgermeisterbüro in Voerde und der Militärregierung in Schwelm abgestempelt und unterschrieben worden.

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  • So, das wars was ich an Dokumenten vom Sanitäts-Uffz und Volkssturm-Mann Alfred Rölle besitze.
    Aber zumindest etwas kann man damit den Werdegang dieses Mannes in den Jahr von 1939 bis 1945 beleuchten.


    Es lagen noch ein paar Fotos mit dabei. Auf zwei Bildern ist m.M.n. Alfred Rölle als Soldat zu sehen, er hat ja einen ansatzweisen Irokesenschnitt auf dem Kopf.
    Ein weiteres Foto ist aus dem 1.WK, eins von einer Werks-Feuerwehr in Cosel und ein Foto von einem Chor o.ä. mit rückseitiger Beschriftung.
    Ob und in welchem Zusammenhang diese Fotos mit Alfred R. stehen, weiß ich leider nicht, hänge sie aber trotzdem einfach hier mit ran.


    Gruss, anhaltiner.




    PS: Bei der nächsten Vorstellung wird es wieder etwas "militärischer" ;)

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  • Servus Anhaltiner,


    bin bei der Vorstellung praktisch "live" dabei. Tolle Geschichte eines späten Schicksals in diesem unsäglichen Krieg.
    Werde mir dann morgen den Rest dieser Vorstellung ansehen.
    Vielen Dank für die schöne Aufarbeitung der Geschichte des Volskssturmsoldaten Rölle.


    Es grüßt Dich - Armin.


    Hallo Armin,


    vielen Dank für die Zwischen-"Lorbeeren", noch während ich am Einstellen bin.
    Das spornt zu neuen Taten an, hab da noch so einiges auf Lager, was ich in Zukunft mit Euch gern teilen würde.


    Gruss, anhaltiner.

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  • Nachtrag zum Nachlass des Soldaten und späteren Volkssturmmann Alfred Rölle:


    Man kann es sich im Leben leicht machen oder wie ich, auch etwas schwerer.
    Nachdem ich versucht habe, den Werdegang von R. anhand der mir vorliegenden Dokumente so gut es ging nachzuzeichnen und hier vorgestellt habe, fiel mir beim Aufräumen unerwartet sein Wehrpaß in die Hände. Ich hatte diesen, warum auch immer, von den Dokumenten getrennt aufbewahrt und diesen Umstand dann schlichtweg vergessen.
    Somit kann ich nun noch etwas Nachschlag zum militärischen Werdegang von Alfred Rölle geben.



    Wehrpaß von Alfred Rölle


    Ausgestellt am 27.August 1937 vom Wehrmeldeamt Cosel O/S


    Erlernter Beruf: Buchdrucker


    Ausgeübter Beruf: Lager-Verwalter




    Einsatz im 1.Weltkrieg


    Einheiten:

    22.11.1917 – 31.12.1920 bei insgesamt 11 unterschiedlichen Einheiten (siehe Seite 12 des WP)


    mitgemachte Kämpfe:

    06.08.1918 – 11.11.1918 entsprechend Gefechtskalender (siehe Seite 32 des WP)




    Einsatz im 2.Weltkrieg


    Einheiten:


    02.05.1938 – 17.05.1938 Wehrübung 1.Übungskompanie A.L.(Ausbildungsleiter?) Cosel
    03.06.1939 – 26.06.1939 Wehrübung 1.Übungskompanie A.L.(Ausbildungsleiter?) Cosel


    25.08.1939 – 09.07.1940 1.Komp./Infanterieregiment 327
    10.07.1940 – 08.09.1940 Stabskomp./ Infanterieregiment 322



    mitgemachte Kämpfe:

    entsprechend Gefechtskalender (siehe Seite 32,33 und 35 des WP)


    02.09.1939 – 07.10.1939 Teilnahme am Polenfeldzug
    08.10.1939 – 29.04.1940 Besatzungstruppe (Sicherung des Generalgouvernements)
    30.04.1940 – 30.05.1940 Verwendung im Heimatkriegsgebiet
    01.06.1940 – 02.07.1940 Westfeldzug
    03.07.1940 – 08.09.1940 Verwendung im Heimatkriegsgebiet


    ab 09.09.1940 UK-Stellung und Überführung in das Wehrdienstverhältnis zur Landwehr


    Teilnahme am Sanitätslehrgang in Sanok vom 19.02.1940 – 22.04.1940 (siehe Seite 21 des WP)



    Beförderungen:


    31.12.1920 Gefreiter
    01.05.1940 Unteroffizier


    Auszeichnungen:


    22.10.1919 Schlesischer Adler I. und II.Stufe
    16.10.1934 Ehrenkreuz für Frontkämpfer



    So, nun sollte ich alles haben.


    Gruss, anhaltiner.



    PS: Ich habe aber nur die Seiten des WP abgelichtet, die Eintragungen enthalten.

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  • Die restlichen Seiten des WP.

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    Urkunden/Besitzzeugnisse/Dokumente/Fotos: - zur rumänischen Erinnerungsmedaille "Kreuzzug gegen den Kommunismus" - zum Transportgeschwader 5 (vormals KG zbV 323 bzw. N) - zur Messerschmitt Me 321/323 „Gigant“ - zu den Messerschmittwerken Regensburg-Obertraubling u. Leipheim - zum Artillerieregiment 155 - zur schweren Panzerjägerabteilung 560 Nashorn(Hornisse)/Jagdpanther

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    Danke!


    "....Ich hatte diesen, warum auch immer, von den Dokumenten getrennt aufbewahrt und diesen Umstand dann schlichtweg vergessen...."


    Das bedeutet meistens das der Sammler eine Unmenge an Material besitzt ;)

    Ich suche immer originales (1944/45) "Berliner Volkssturm" und "Schlacht um Berlin" Papier:
    Flugblätter, Zeitungen, Soldbücher, Bilder ...

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    "....Ich hatte diesen, warum auch immer, von den Dokumenten getrennt aufbewahrt und diesen Umstand dann schlichtweg vergessen...."


    Das bedeutet meistens das der Sammler eine Unmenge an Material besitzt ;)


    Also zum Thema Volkssturm an der Ostfront hab ich tatsächlich noch 2 schöne Urkundennachlässe, die ich an dieser Stelle auch vorstellen werde.


    Versprochen ;)

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