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Meine Volkssturm-Dokumente

  • Hi Anhaltiner,


    habe diese Beiträge bis heute warum auch immer nicht beachtet. Asche auf mein Haupt! 8| Kann mich meinen Vorschreibern nur anschliessen! Zwei Top Nachlässen und wunderbar packend für den Betrachter vorgestellt. :thumbsup: Danke für das Teilhaben lassen.


    Sammlergruss
    Olli

    :!: Gesucht werden aktuell :!: Urkundengruppe mit Kubanschild & Demjanskschild :!:
    Achtung! Aus pers. Gründen dringend immer gesucht Dokumente, Wehrpässe, Soldbücher der 10.SS Panz. Div."Frundsberg" / 3. Inf. Div. (mot.) später 3.Panz. Gren. Div. / Panzer Grenadier Div. " Grossdeutschland" & Ihre Schwesterverbände sowie 8.Panz. Div. :!: Freue mich auf PNs von euch dazu ;tel;;KF;:!:


    Gruss
    Olli

  • Hallo Olli,


    danke für Deine Antwort.
    Dann freut es mich, das Du jetzt alles auf einen Schlag anschauen konntest.


    Gruss.

    Suche:
    Urkunden/Besitzzeugnisse/Dokumente/Fotos: - zur rumänischen Erinnerungsmedaille "Kreuzzug gegen den Kommunismus" - zum Transportgeschwader 5 (vormals KG zbV 323 bzw. N) - zur Messerschmitt
    Me 321/323 „Gigant“ - zu den Messerschmittwerken Regensburg-Obertraubling u. Leipheim - zum Artillerieregiment 155 - zur schweren Panzerjägerabteilung 560 Nashorn(Hornisse)/Jagdpanther

  • Hallo Sammlerfreunde,


    da ich grad Urlaub und etwas Zeit habe, möchte ich Euch wieder einen kleinen Volkssturm-Nachlass aus meiner Sammlung vorstellen.


    Es handelt sich um den Papiernachlass des Volkssturmmanns Günter Bernhardt.
    Das einzige Foto welches ich von ihm besitze ist ein Nachkriegsfoto aus dem Jahre 1955, welches der kleinen Gruppe aber zumindest ein Gesicht gibt.


    Günter B. wurde am 17.Februar 1921 in Forst (Lausitz) geboren, ist da auch aufgewachsen und wohnte im Jahre 1945 immer noch dort in der Kleinen Frankfurter Str. 3.
    Er erlernt den Beruf eines Mechanikers und stellte Ende 1944/Anfang 1945 einen Antrag an die Gauwirtschaftskammer, ihn über seine Fähigkeiten und Fachkenntnisse zu prüfen. Die Prüfung erfolgt am 17.Januar 1945 von Ing. Ihlenfeldt der Firma Rheinmetall-Borsig Aktiengesellschaft in Guben.
    Über das gute Ergebnis der Prüfung wird er, sicher kriegsbedingt, erst zwei Monate später am 7.März 1945 durch ein Schreiben der Gauwirtschaftskammer Mark Brandenburg, Kammerbezirk Niederlausitz mit Sitz in Cottbus informiert.
    Das Schreiben enthält den Stempel der Gauwirtschaftskammer und eine unleserliche Unterschrift.


    Als der Brief im Postkasten von Günter Bernhardt landet, ist dieser höchstwahrscheinlich schon nicht mehr zu Hause, da er zum Volkssturm einberufen wurde und zwar zur 2.Kompanie des Volkssturmbataillon Cottbus.
    Der Cottbuser Volkssturm war bereits am 12.November 1944 vereidigt worden und sollte, nachdem Cottbus im Februar 1945 zur Festung erklärt wurde, die Stadt mit Einheiten vom Heer, der Luftwaffe und der Waffen-SS verteidigen. Der Volkssturm bezog sein Quartier ab 17.Dezember 1944 im Cottbuser Theater.


    Zur Lage in der Lausitz und den Kämpfen um Cottbus einige gekürzte Auszüge aus der Broschüre:


    “Cottbus befreit. Täter, Opfer, Widerstand im III. Reich” (Autoren D.Häfner u. B.Müller)



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  • Günter Bernhardt muss aber schon vor dem eigentlichen Angriff der Sowjets auf Cottbus am 22.April 1945 mit dem Volkssturmbataillon Cottbus im Umkreis der Stadt gekämpft haben. Er hatte bis zum 18.April 1945 bereits an mindestens 3 Sturmangriffen teilgenommen, wofür ihm das Infanteriesturmabzeichen verliehen wurde. Das Volkssturmbataillon Cottbus war zu diesem Zeitpunkt oder später der Führer-Begleit-Brigade unterstellt. Diese stellt auch das Besitzzeugnis zum Infanteriesturmabzeichen aus, wobei in Ermangelung eines Vordrucks einer vom Panzerkampfabzeichen umgeändert wurde.


    Unterschrieben hat die Urkunde der Kommandeur der Führer-Begleit-Division Generalmajor Otto Ernst Remer, Stempel Feldpost-Nummer 32881 A (Stab Führer-Begleit-Brigade, aus der die Division hervorging).


    Remer, Träger des Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, sollte hinlänglich bekannt sein durch seine Rolle bei der Niederschlagung des Aufstandes gegen Adolf Hitler am 20.Juli 1944 in Berlin.


    Entweder ist das Besitzzeugnis tatsächlich auf dem kurzen Dienstweg ausgestellt und übergeben worden oder Günter Bernhardt hat sich vor der Befreiung von Cottbus am 22.April 1945 noch mit Truppen der Führer-Begleit-Division aus der Stadt abgesetzt und es wurde ihm an einem anderen Ort ausgehändigt. Das lässt sich für mich heute nicht mehr klären. Die Division wurde Ende April 1945 im Kessel von Spremberg vernichtet.


    Hier noch ein Auszug zu den Kämpfen in der Stadt von:


    http://cottbusbefreit.blogsport.de/



    Quote from http://cottbusbefreit.blogsport.de/

    „Cottbus befreit“


    Die Stadt Cottbus war am 21. Februar 1945 zur Festung erklärt worden und sollte dritte Verteidigungslinie hinter der Neiße werden. Vor allem Hitlerjungen und Volkssturmmänner hatten wochenlang Barrikaden und Schützengräben gebaut. Waffen standen dem Volkssturm aber kaum zur Verfügung und so lehnte der „Festungskommandant“ Generalleutnant Ralf Sodan beim V. Armeekorps am 19.4. entschieden ab, die Stadt zu verteidigen. Doch zu diesem Zeitpunkt waren im Osten und Süden vor der Stadt schon teilweise heftige Kämpfe im Gange. Die Rote Armee wollte die Stadt als „Eckpfeiler der Verteidigung Berlins“ einnehmen und Truppenbewegungen über den Bahnhof verhindern.
    Es kam zu teils heftigen Gefechten mit deutschen Truppen, welche sich von der Neiße-Linie zurückzogen. Am 21. April bereiten Schlachtflieger und Artillerie den Einmarsch der Roten Armee vor. Der Festungskommandant Sodan gestattete seinen Offizieren den Rückzug bzw. die Flucht nach Westen in der Nacht zum 22. April. Er selbst erschoss sich zwei Tage später in Drachhausen. Flüchtlinge und Soldaten flohen über die Schmellwitzer Straße in Richtung Norden. Die letzten Panzer verließen die Stadt am 21.4. um 22.00 Uhr – und weite Teile des Volkssturms folgten. Der NS-Kreisleiter Willi Andro, der noch am Tag zuvor zum Endkampf aufgerufen hatte, wurde in der Gegend um Burg das letzte Mal gesehen.
    Die sowjetische Armee näherte sich der Innenstadt aus Sachsendorf und hatte die Stadt am 22. April vollständig eingenommen. Für Cottbus endete der II. Weltkrieg am 22. April. In Cottbus lebten zu diesem Zeitpunkt weniger als 10.000 Menschen: rund 3 bis 4.000 „Einheimische“ und 5.000 Zwangsarbeiter. Über 60% der Wohnungen und der Industrieanlagen waren beschädigt oder zerstört. Rund 2.500 Soldaten fielen bei den Kämpfen in und um Cottbus.

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  • Günter Bernhardt hatte auf jeden Fall das Glück, den Krieg zu überleben. Mitte der 50 Jahre wohnte er dann sogar in Cottbus.
    Das zeigt uns seine erhalten gebliebene Fahrerlaubnis vom 9.April 1955. Es handelt sich hierbei aber nicht um die reguläre Fahrerlaubnis, sondern um eine von der Gesellschaft für Sport und Technik (kurz GST, in der ich selbst bis 1989 Mitglied war). Damit durfte er nicht am normalen Straßenverkehr teilnehmen sondern nur zu Übungszwecken bei der GST fahren. Von diesem Dokument stammt auch das Foto von Günter B.


    Als letztes lag bei der kleinen Gruppe noch eine Mitgliedskarte der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) dabei. Sie gehörte vermutlich seiner Frau Lieselotte, die ebenfalls aus Forst stammte. Lieselotte trat am 7.Juni 1946 der Partei bei, hat sich aber bereits am 11.November 1947 wieder abgemeldet. Vielleicht hat sie ja bereits zu diesem Zeitpunkt erkannt, das die Entwicklung in eine falsche Richtung lief.



    So, das war der kleine Papiernachlass eines Cottbusers, der noch kurz vor Schluss mit der Waffe in der Hand für seine Heimat kämpfen musste.


    Gruss, anhaltiner.

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  • Guten Abend Freunde,


    da gebe ich dem peter absolut Recht - so eine Urkunde zum ISA für einen Volkssturmmann habe ich noch nicht gesehen. Respekt für die Gruppe!


    Es grüßt Dich - Armin.

    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

  • hi,


    also diese späte ISA Urkunde und dann noch für eine seltene Einheit von einer noch selteneren Einheit ausgestellt ist wirklichen augenschmaus ;alex;
    Danke fürs zeigen.


    sammlergruss
    Olli

    :!: Gesucht werden aktuell :!: Urkundengruppe mit Kubanschild & Demjanskschild :!:
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    Gruss
    Olli

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