Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar

Nicht verfügbar Nicht verfügbar

Italien: März 1945 --> 3er Urkundengruppe eines Angehörigen der 114. Jäger-Division (Stabskompanie/Jäger-Regiment 721)

  • Hallo Zusammen,


    nach sehr langer Zeit finde ich heute endlich mal ein paar Minuten, um Euch eine kleine Gruppe aus meiner Sammlung vorstellen zu können.


    Es handelt sich um die kleine Urkundengruppe des späteren Obergefreiten Siegbert Damm.


    Dem Gefreiten Damm wurde am 28.10.1941, für seine am 10.09.1941 im Russlandfeldzug erlittene 1-malige Verwundung, das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen.
    Damm wurde diese Auszeichnung durch einen Oberstabsarztes des Reserve-Lazarett in Göttingen verliehen.
    Der Soldat kämpfte zu diesem Zeitpunkt in der 8. Kompanie des Infanterie-Regiments 459.


    Am 02.11.1941 wurde ihm dann das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber verliehen.
    Die Urkunde trägt die Unterschrift des Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments 459, Adolf Fischer.
    (Fischer wurde am 19.01.1942 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Es folgte das Ritterkreuz am 04.05.1944. Am 01.07.1944 wurde er zum Generalmajor befördert, hingerichtet am 23.10.1947 in Belgrad.)


    Der Obergefreite Damm wurde zwischenzeitlich in die Stabskompanie des Jäger-Regiments 721 versetzt.
    In dieser Einheit verdiente er sich in Italien am 21.03.1945 das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
    Diese Urkunde trägt die Unterschrift des Oberst und Führer der 114. Jäger-Division, Martin Strahammer.
    (Strahammer wurde am 30.01.1942 das Ritterkreuz und am 11.08.1944 das Eichenlaub verliehen. Am 01.04.1945 wurde er zum Generalmajor befördert, erschossen am 02.05.1945 in Parma.)

    In einigen Quellen des Internets liest man etwas über Kriegsverbrechen, welche Angehörige des Jäger-Regiments 721 im Jahr 1944 + 1945 in Italien verrichtet haben sollen.



    Der römische Staatsanwalt Antonio Intelisano soll wohl gegen deutsche Soldaten ermitteln, die Verbrechen im umbrischen Gubbio sowie dem Abruzzendorf Capistrello begangen haben sollen.


    In Gubbio hatte eine Einheit des Infanterie-Regiments 721 frühmorgens 40 an Händen und Füßen gefesselte Bewohner erschossen, in Capistrello wurden am 09.06.1944 insgesamt 31 Bauern
    und ein 13-jähriger Junge offenbar von deutschen Soldaten getötet...


    Das Jäger-Regiment 721 soll gerade in Italien zur Bandenbekämpfung eingesetzt worden sein.


    Leider findet man über diese Einheit nicht sehr viel über den Einsatz in Italien im Internet, evtl. hat hier im Forum noch jemand weitere Informationen?


    Manchmal ist mir wirklich schlecht und mir wird ganz mulmig, wenn man solche Tatsachen im Internet recherchiert und man stellt sich dann die Frage:
    "Habe ich da etwa Dokumente eines Mannes in der Hand, der sich innerhalb seiner Einheit mit an Kriegsverbrechen beteiligen musste?"


    Heute fällt es einem schwer das nachzuvollziehen, was damals alles geschehen ist.


    Über Eure Kommentare und Hilfe würde ich mich sehr freuen!


    Vielen Dank und beste Grüße sendet Euch


    Dave

  • Hallo Dave,
    eine schöne kleine Gruppe, die schön anzuschauen ist.
    Zum Thema Kriegsverbrechen ist es immer schwierig einen wirklichen Anhaltspunkt zum Beliehenen zu bekommen, da wäre ein SB mit dem entsprechenden Eintragungen hilfreicher.
    Ansonsten kann Dir "Pie" vielleicht helfen er ist ja auf dem Bereich Italien spezialisiert.
    Gruß Olli

    Suche:
    Urkunden der Sturmgeschütze und Panzereinheiten. Ausserdem Dokumente von Einheiten die 45 im Kampfraum Berlin und Oder kämpften, egal welcher Zustand!

  • Hallo an Alle,
    die 114. Jg-Division ist doch eine sehr interessante Einheit. Die Division kämpfte am Anfang im Raum Anzio-Nettuno. Im Falle einer Landung in Raum Rom hat OB-SW Fall "Richard" vorbereitet.
    Die AOK14 (Im nord Italien, anfang Januar) sollten OB-SW diese Einheiten zuführen: Teile der 362. ID, die 114. Jg.-Div., ein Regiment Gruppe der 356. und der 65. ID.
    Ich empfehle das Buch Anzio-Nettuno - Eine Schlacht der Führungsfehler, Jörg Staiger. Wenn du Photos brauchst, kannst du mir gerne schreiben.
    Im März / April wurde es in den zentralen Apennin verlegt, im August finden wir die Division im Raum San Sepolcro bei der Gruene-Linie. Als Ende August die britische Offensive im Sektor Rimini startete, befand sich die Division auf dem rechten Flügel des 10. Armee neben 305. ID. Während der auffallenden Phasen des Zusammenstoßes in der Nähe von San Marino. Ende Dezember war es bis zum Fluss Lamone (nördlich von Ravenna) abgelehnt worden.
    Sie wurde wahrscheinlich aus diesem Sektor entfernt und dem Kommando der 14. Armee unterstellt. Tatsächlich finden wir sie im März 1945 in der Region Montese.


    Andere Verbrechen (Bei Ravenna), 56 Unschuldige getötet.:
    http://www.straginazifasciste.it/?page_id=38&id_strage=4576



    Die Division wurde im Nürnberger Prozess als "notable offender" eingestuft.



    Wenn du für einen bestimmten Zeitraum mehr Informationen willst, wie gesagt einfach Fragen! :)
    Ich werde um einen Freund von mir fragen, er ist ein Expert dieser Einheit.


    Viele grüße aus Italien,
    Pietro

    viele Grüße aus Italien, Pietro


    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Dokumenten der 715. ID, 356. ID (August - September 1944) und deutscher Einheiten in der Toskana und im zentralen Sektors der Grüne-Linie (Bologna - Imola - Faenza).

  • Guten Abend Dave,


    ein kleines Interessantes Trio! Finde Jäger Divisionen fast genauso interessant wie Geb. Jäg. Div.! :D Und zu deiner Sorge zwecks begangener Kriegsverbrechen! Wir sollten uns alle immer vor Augen halten das der Krieg Schrecklich war und auf beiden Seiten Dinge getan wurden die sich heute keiner mehr vorstellen kann oder will. Ich selbst hatte in den letzten 4 Jahren (letzmalig im Sept. 2018) noch das Glück mit einem Veteranen vom Sonderverband 287 persönlich zu sprechen und mir seine Kriegserlebnisse schildern zu lassen. Einige male war es schon ganz schön heftig was er zu berichten hatte ;( . Ich habe soviel wie möglich aufgezeichnet und bin in der glücklichen Situation das ich seinen militärischen Nachlass in Ehren halten darf. Werde Ihn irgendwann hier im Forum mal vorstellen. Nun zurück zu Kriegsverbrechen. Wir müssen uns vor Augen halten das der einfache Landser Befehle zu befolgen hatte. ;y1; Und Offiziere mussten manchmal Entscheidungen treffen die sicherlich nicht immer einfach für diese gewesen sind den Sie kannten die Konsequenzen. waren aber für die Sicherheit Ihrer unterstellten Soldaten verantwortlich. Und meist waren diesen Gräueltaten an Zivilisten, Gräueltaten an deutschen Soldaten vornagegangen. Was in keinster Weise dieses handeln entschuldigen soll. Aber wir müssen diesen Krieg immer als ganzes Schreckliches betrachten und sollten froh sein das wir zur Zeit nicht in solche einem Wahnsinn leben müssen.
    Danke fürs zeigen dieses Geschichtsträchtigen Lots eines pflichtbewussten Landsers. **


    Sammlergruss
    Olli

    :!: Gesucht werden aktuell :!: Urkundengruppe mit Kubanschild & Demjanskschild :!:
    Achtung! Aus pers. Gründen dringend immer gesucht Dokumente, Wehrpässe, Soldbücher der 10.SS Panz. Div."Frundsberg" / 3. Inf. Div. (mot.) später 3.Panz. Gren. Div. / Panzer Grenadier Div. " Grossdeutschland" & Ihre Schwesterverbände sowie 8.Panz. Div. :!: Freue mich auf PNs von euch dazu ;tel;;KF;:!:


    Gruss
    Olli

  • Hallo Zusammen,


    habt vielen Dank für die vielen Infos, besonders Pie für deinen ausführlichen Bericht, wie immer Top!


    Olli, natürlich hast Du mit Deinen Ausführungen völlig Recht. Ob dieser Mann überhaupt irgendetwas gemacht hat, lässt sich nicht mehr feststellen und man soll auch nicht einfach etwas unterstellen.


    Ich war nur erschrocken als ich den Bericht über die Geiselerschießung durch das Jäger-Regiment 721 gelesen hatte.


    Wenn man länger drüber nachdenkt weiß man nicht wirklich, von wem man Dokumente in seiner Sammlung hat.


    Vielen Dank nochmals und beste Grüße sendet Euch


    Dave

  • Hallo. Können Sie mir bitte erklären, wie die Soldaten der 114.Geb.Div. 22. Januar 1945 sich in Ilawa (Deutsch-Eylau) befanden?


    Auszug aus dem Buch Elbing 1945:


    Eine Tasse Tee wärmte den durchgefrorenen Körper wunderbar.

    Das Personal hat das Zimmer in der Hütte gereinigt, in dem die

    32 Brigade-Hauptquartier. Sie gingen etwa zweihundert Meter in die

    der Stadt und drängten die Volkssturmisten zurück, bis sie auf entschlossenes Feuer aus vorbereiteten Riegelstellungen trafen und der Vormarsch gestoppt wurde. Durch das Fenster konnte man Soldaten sehen, die zwei Deutsche führten. In weißen Camouflage-Winterjacken sahen sie nicht besonders gefährlich aus. Nach einem Moment knarrte die Tür zur Kammer und der Adjutant meldete den Eintritt von Gefangenen.

    Der Oberst saß auf einem Stuhl hinter dem Tisch, neben dem Brigadeleiter

    Neben dem Brigadechef saß Hauptmann Utka, der gut Deutsch sprach. Die Kriegsgefangenen standen stramm, als sie die Offiziersabzeichen von Kolesnikow sahen. Auf ihren Mützen bemerkte der Brigadekommandeur charakteristische Zeichen in Form von Blumen - Gebirgsschützen?

    Utka stand auf und begann zu fragen. Der Unteroffizier nannte seinen Namen und seine Nummer und verstummte dann. Der jüngere Schütze war sehr verängstigt und der Hauptmann richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf ihn.

    Sie sind von der 114. Gebirgsdivision, sie kamen vor kurzem hierher und der Soldat weiß nicht mehr über das Abwehrsystem. Er bekam ein paar Schläge ins Gesicht und fing an zu weinen. Kind, er weiß wahrscheinlich tatsächlich nichts. Utka schaute den Oberst bedeutungsvoll an, der nickte. Sie führten beide Gefangenen auf den Hof, vor einige Zellen und der Hauptmann schoss dem Jüngeren mit Nagan in den Fuß. Der Junge fiel mit einem Stöhnen auf den Boden und der Unteroffizier wurde blass. Der Kapitän fragte ihn nach etwas, aber er schüttelte nur den Kopf. Die zweite Kugel schlug direkt neben dem liegenden Gefreiten ein und der Lauf des Revolvers war auf das Gesicht des erschrockenen Soldaten gerichtet. Der Unteroffizier begann mit den Händen zu fuchteln, anscheinend hatte er genug von "Überredung". Nachdem er in das Zimmer zurückgekommen war, zeigte er, sichtlich verängstigt, auf dem auf dem Tisch ausgebreiteten Plan der Stadt die Positionen, die er kannte. Er hob seinen Blick nicht zu den Anwesenden, da er sie nicht provozieren wollte. Als Belohnung bekam er eine Tasse Tee, die er ungläubig annahm. Er war ein wertvoller Fang - in der Korpszentrale würden sie mehr aus ihm herausholen.

    Die Kommunikation mit dem Korpskommandanten wurde hergestellt. Kolesnikow

    meldet seinen Fortschritt und erhält weitere Aufträge. Es ist bereits 9:30 Uhr. Sie werden etwas essen und trinken, bevor

    bevor sie wieder in die Schlacht ziehen.


    Grüße

  • Moin,


    es gab m.W.n. keine 114. Geb.Div., sondern nur eine 114. Jg.Div.


    Daher ist das Buch wohl auch keine Quelle, sondern nur eine romanhafte Erzählung!8)

    Moin,


    möchte daher auch noch 2 Dokumente anhängen.

    Quelle: NARA

  • Die 114. Jäger-Division war bis Kriegsende in Italien.

    Zwei Karte der digitalisierte Beständen des Bundesarchiv. (RH 2 Kart OKH / Generalstab des Heeres.- Lagekarten, OB-Südwest, Lage Italien)


    1) 15. Februar 1945, Raum Comacchio.


    2) 19. April 1945, Raum Pavullo nel Frignano.

  • Ach, ja ich habe vergessen ein Beleg-Dokument vergessen anzuhängen.

    Interessante Dokumente: der Angriff auf Montese war ein Teil der letzte Offensiv der Allierten in Italien. Hier kämpften die Einheiten der 1. Infanterie-Division (brasilianerin) gegen die 114. Jäger-Division, sowie Mittenwald-Bataillon.


    Gruß

    Pietro

    viele Grüße aus Italien, Pietro


    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Dokumenten der 715. ID, 356. ID (August - September 1944) und deutscher Einheiten in der Toskana und im zentralen Sektors der Grüne-Linie (Bologna - Imola - Faenza).

  • Hallo,


    das Grenadier Ersatz und Ausbildungs-Bataillon 493 befand sich im Januar 1945 auf dem Truppenübungsplatz Stablak bei Preuß. Eylau.


    Dieses Ersatz und Ausbildungsbataillon war Ersatz-Bataillon der Jäger-Rgter 721 und 741 der

    114. Jäger-Div. -


    Anzunehmen, daß altgediente bzw. genesende Soldaten der 114. Jäger-Div

    beim Ersatz-Bataillon weilten. ( Sei es nun vorübergehend als Ausbilder oder auch zur Erholung nach Verwundung/Erkrankung ) und hier dann gegen die Sowjets zum Einsatz kamen. - Natürlich fühlten sich diese Soldaten immer noch als Angehörige der 114. Jäger.Div. -

    Sicherlich wären sie auch wieder zur 114. zurückgekommen, aber die Begebenheiten im Osten verhinderten das.


    So meine Erklärung. - Wobei Anzumerken wäre Deutsch Eylau liegt ca 120km westlicher als Preuß.

    Eylau - Beim Absetzen müßten die Truppen allerdings dort vorbeigekommen sein.


    Gruß

    Suche: Urkunden und Besitzzeugnisse von Infanterie/Grenadier-Regiment 388 - Grenadier-Brigade 388, weiter Infanterie/Grenadier-Regiment 106, sowie 214. Infanteriedivision.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!