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Kleiner Kaiserschützen-Nachlass

  • Servus,


    heute möchte ich Euch einen kleinen Nachlass aus meiner Heimatgemeinde vorstellen. Für mich ist es ein kleines Highlight in der Sammlung, da ich eine Familiengeschichte damit verbinden kann, und auch die Stücke vom Sohn des Mannes erhalten habe.


    Das Konvolut umfasst nicht viel, eine Legitimation, einigen Fotos und Kennkarte und Arbeitsbuch aus der Zeit des 3.Reiches. Sowie zwei Porzellanpfeifen aus seiner Zeit bei der k.u.k. Armee.


    Der Nachlass gehörte des Kaiserschützen Marth Josef, aus Serfaus in Tirol.


    Josef Marth wurde am 06.11.1888 in Serfaus als Sohn eines Bergbauern geboren. Um die Jahrhundertwende verdiente er sich als Tagelöhner etwas dazu. 1909 diente er beim K.k. Landesschützen-Regiment "Trient" Nr.I. Hier gehörte er dem I.Zug der 2.Kompanie an.


    1914 wurde er erneut zu den Waffen gerufen und kam mit seinem Landesschützen-Regiment an die Ostfront, nach Galizien. Hier kommt eine Geschichte aus meiner Familie dazu. Mein Urgroßvater Valentin, ein Kaiserjäger, stand auch in Galizien im Einsatz, bei einem Angriff erhielt er einen Durchschuss der Hand und wurde in ein Lazarett eingeliefert. Und wen trift er da? Den Marth Seppl aus seinem Dorf! Marth Josef hat es aber weit schwerer getroffen als meinen Urgroßvater. Josef Marth hatte einen Lungenschuss und man musste ihm einen Lungenflügel entfernen. Wie genau der weitere Weg des Josef Marth ging, konnte ich nicht sagen. Von Ihm ist ein Foto im k.u.k. Militär-Marodenhaus Nr. 1 in Vela erhalten und die Legitimation zur silbernen Tapferkeitsmedaille 2.Klasse erhalten, diese erhielt er am 20.06.1917 verliehen.


    Nach dem 1.Weltkrieg kehrte er in seine Tiroler Heimat zurück, wo er den elterlichen Bauernhof übernahm. Gezeichnet von den Kriegsstrapazen und der schweren Verwundung starb er am 03.03.1944 im Spital Zams. Er hinterließ seine Witwe und seinen 3 jährigen Sohn.


    Anbei nun die Scans seines kleinen militärischen Nachlasses. Auf dem Foto des Militär-Marodenhaus ist Josef Marth in der zweiten Reihe der zweite von rechts. Die anderen Fotos stammen aus seinem Nachlass, ist aber wohl nicht darauf abgelichtet.


    Wenn von Euch gewünscht kann ich noch zusätzlich seine Ausweise und Dokumente aus der Zeit des 3.Reiches vorstellen, sowie die personalisierten und schön bemahlten Porzellanpfeifen aus seiner Dienstzeit in der k.u.k. Armee.


    Schöne Grüße aus Tirol


    Austria12

  • Hallo Austria12,


    sehr interessant, vielen Dank für diese Präsentation.


    Interessant auch die Helme! Ich muss mal nachschlagen, welche Variante denn jene ohne Stirnpanzer-Bolzen war!


    Beste Grüße


    Gustav

    SUCHE: Deutsche Kopfbedeckungen 1871-1960 Militär, Polizei, Feuerwehr usw. - Alles über Köln, Adressverzeichnisse, Fotos, Bücher usw. Bitte alles per Konversation mit mir anbieten.

  • Servus,


    Turtle Ja, grundsätzlich schon. Eventuell kamen aber bei ihm die späten Stiftungen Dezember 1916 und August 1917 dazwischen. Ich weiß nicht ob es auch rückwirkende Verleihungen bei diesen Auszeichnungen gab. Gerade bei der Verwundetenmedaille kenne ich einige Fälle, wo sie nicht nachträglich verliehen wurde. Dafür beantragten einige Veteranen, nach dem Anschluss, das deutsche Verwundetenabzeichen, was ihnen auch zugestanden wurde.


    Ich konnte auch in den k.u.k. Verlustlisten des 1.WK zwei Eintragungen zu Josef Marth finden. Einmal vom 04.11.1914 und vom 12.05.1915. Wie genau das bei den Verlustlisten gehandhabt wurde kann ich nicht sagen, ob es sich bei beiden Einträgen um die selbe Verwundung handelt oder zwei verschiedene. Eventuell weiß ja jemand von Euch mehr zu den k.u.k. Verlustlisten?


    Hier wird der Feldtruppenteil von Josef Marth als 12. Kompanie des Tiroler Landesschützenregiment Nr.1 angegeben.


    Dazu habe ich auch die Eintragung zu der Verwundung meines Urgroßvater Valentin gefunden, sie stammt vom 10.02.1915.


    Gustav Ja, das Foto von der Sturmtruppe ist schon was sehr schönes, von Österreichern findet man recht selten Stahlhelm-Fotos. Auf dem Foto sind auch schön die Bergführer mit dem Bergführer-Ärmelabzeichen zu erkennen.


    Schöne Grüße


    Austria12

  • Interessant auch die Helme! Ich muss mal nachschlagen, welche Variante denn jene ohne Stirnpanzer-Bolzen war!

    Ich habe nun mal "nachgeschlagen"!


    Es handelt sich zweifelsfrei um den eher seltenen k.u.k. Berndorfer Stahlhelm, den auf dem Foto einige der Soldaten tragen. Die Berndorfer Metallwarenfabrik war ein Unternehmen in Berndorf in Niederösterreich, das in historischer Verbindung zur deutschen Unternehmerfamilie Krupp steht.

    Mehr Informationen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Berndorfer_Metallwarenfabrik

    https://www.blankwaffenforum.d…page=Thread&threadID=4858


    Grüße


    Gustav

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