Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar

Nicht verfügbar Nicht verfügbar

Heute vor 81 Jahren, im Skagerrak .......

  • Heute vor 81 Jahren, der 1. Mai 1940....


    Der 1. Mai 1940 fiel auf einen Mittwoch, in Norwegen stand die 3.GebDiv bereits in schweren Kämpfen, gegen Norweger, Franzosen und dem Britischen Expeditionskorps, die Lage der Gruppe Narvik wurde immer prekärer. Um die Gruppe Narvik zu entlasten wurde Ende April 1940 die 2.GebDiv für den Einsatz in Norwegen alarmiert. Mit Eisenbahnverladung ging es quer durchs Reich bis an den Dänischen Hafen Frederikshavn.


    Am frühen Morgen des 1. Mai 1940, ein Mittwoch mit klaren und kühlen Wetter, läuft ein Geleitzug mit dem I. und II.Btl/GJR 136 und der Stabskompanie/136 aus. Diese Einheiten sind auf den beiden Frachtern "Bahia Castillo" und "Buenos Aires" eingeschifft.

    Bei den Gebirgsjägern herrscht gute Stimmung vor dem Einsatz, für viele ist es das erste mal, dass sie das Meer sehen. Doch um ca. 20:00 Uhr reißt eine Explosion auf der "Bahia Castillo" die idyllische Stimmung entzwei. Kurz darauf erzittert auch die "Buenos Aires" unter der Explosion eines Torpedos. Der Geleitzug wurde vom britischen U-Boot HMS Narwhal erkannt und die zwei größten Schiffe des Geleits bekämpft. Beide Schiffe sind schwer beschädigt und die eingeschifften Gebirgsjäger müssen von den als Geleitschutz dienenden Minensuchbooten aufgenommen werden. Die Evakuierung läuft ruhig und geordnet ab, welches später auch die Kommandanten der Minensuchboote loben. Die "Bahia Castillo" kann trotz schwerer Beschädigung über Wasser gehalten werden und wird zurück nach Frederikshavn geschleppt. Die "Buenos Aires" ist so schwer getroffen, dass sie noch im Skagerrak sinkt. Laut verschiedenen Quellen starben auf der "Buenos Aires" 20 Gebirgsjäger und 220 Tragtiere und auf der "Bahia Castillo" 32 Gebirgsjäger und 60 Tragtiere. Die Toten der "Bahia Castillo" wurden in Frederikshavn bestattet, die Gefallenen auf der "Buenos Aires" konnten nicht geborgen werden, und ruhen bis heute im Wrack der "Buenos Aires" am Grund des Skagerrak.


    Am jenem 1.Mai 1940 war auch der Onkel meines Großonkel an Bord der "Buenos Aires". Franz Ferdinand (Ferry) Nemec war Jäger in der Stabskompanie/ GJR 136. Auch er fand an diesem Tag den Tod in den Wellen der Nordsee und ruht seit 81 Jahren am Meeresgrund. Ebenfalls schicksalhaft, an jenem 1.Mai 1940 wurde in seiner Tiroler Heimat Landeck sein Neffe, mein Großonkel geboren. Seine Taufpatin wurde die Verlobte seines Onkels Ferry, welcher nicht mehr nach Hause zurückkam. Und so auch nie seine Tante wurde. Heute feiert mein Großonkel seinen 81. Geburtstag.


    Im Anhang stellvertretend vier Sterbebilder von Gebirgsjägern welche auf der "Buenos Aires" und der "Bahia Castillo" gefallen sind.


    Schöne Grüße aus Tirol


    Austria12

  • Guten Morgen Austria12,

    vielen, vielen Dank für diesen sehr interessanten Bericht und den Einblick in Deine Familiengeschichte. Dein Fachwissen zur 2. Gebirgsdivision ist unglaublich.... :OK_hand: Weiter so....


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Suche alles der 5. Infanterie- und Jäger-Division:
    Regiment 14, Regiment 56, und Regiment 75, Artillerie-Regiment 5, Aufklärungsabteilung 5, Panzer-JägerAbteilung 5, Pionier-Bataillon 5, Sanitätskompanie 5, Nachrichtenabteilung 5

  • Heute feiert mein Großonkel seinen 81. Geburtstag.

    Dann Deinem Großonkel, stellvertretend für alle ein :bouquet: Danke und zu seinem Wiegenfeste, die besten Glückwünsche :bottle_with_popping_cork::clinking_glasses: des Dokumentenforum.de

    An Dich danke für den hervorragenden Bericht.


    Beste Grüße


    Gustav

    SUCHE: Deutsche Kopfbedeckungen 1871-1960 Militär, Polizei, Feuerwehr usw. - Alles über Köln, Adressverzeichnisse, Fotos, Bücher usw. Bitte alles per Konversation mit mir anbieten.

  • Servus,


    danke für Euer Interesse an den schicksalhaften Ereignissen des 01.Mai 1940. Anbei die Auskunft der WASt, die ich zum Onkel meines Großonkels erhalten habe.


    Er wurde am 09.12.1914 in Jajce in Bosnien-Herzegowina geboren. Sein Vater stammte ursprünglich aus Böhmen, wovon auch der Familienname zeugt. Nemec ist Tschechisch und bedeutet "Deutsche". Sein Vater arbeite als Werkmeister in verschiedenen Fabriken der Monarchie, ehe es ihn mit der Familie nach Tirol verschlug, zuerst in Innsbruck, ehe er bei der Continentale-Fabrik für Karbit in Landeck als Werkmeister bis zur Pension beschäftigt war.

    Und so kam es, dass der Sudetendeutsche und in Bosnien geborene Ferry Nemec zum Tiroler GJR 136 einrückte, und den Tot in den Wellen gefunden hat.


    Demnächst werde ich noch die Lebensdaten der vier Gebirgsjäger von den Sterbebildern hier noch vorstellen.


    Schöne Grüße aus Tirol


    Austria12

    Files

    Ich suche immer Dokumente der 2.GebDiv und deren Teileinheiten dem GJR 136, 137, GAR 111, GebPi.Btl.82 und den Divisionseinheiten 67. Ferner suche ich auch immer Fotos von deutschen Soldatenfriedhof Parkkina-Petsamo. Ich bin Experte für die Geschichte der 2.GebDiv und allgemein zur Eismeerfront. Und ich besitze einiges an Literatur, auch selten Zeitgenössische zu dem Thema. Wenn jemand Hilfe oder Informationen braucht stehe ich gerne zur Verfügung.

  • Servus,


    hier noch die Lebensdaten der Gebirgsjäger:


    Franz Bergmann, Unteroffizier

    geb.: 15.07.1913, Strassen, Osttirol

    gef.: 01.05.1940, Skagerrak


    Begraben in Frederikshavn Block 1 Grab 81


    Andreas Entleitner, Gefreiter

    geb.: 04.07.1917, Westendorf, Tirol

    gef.: 01.05.1940, Skagerrak


    Begraben in Frederikshavn Block 1 Grab 80


    Alfons Tannheimer, Gefreiter

    geb.: 02.11.1914, Schattwald, Tirol

    gef.: 01.05.1940, Skagerrak


    Begraben in Oslo-Alfaset Block A Reihe 2 Grab 28.


    Josef Fankhauser, Obergefreiter

    geb.: 06.12.1916, Finkenberg, Tirol

    gef.: 01.05.1940, Skagerrak


    Vermutlich Seegrab.


    Schöne Grüße aus Tirol


    Austria12

    Ich suche immer Dokumente der 2.GebDiv und deren Teileinheiten dem GJR 136, 137, GAR 111, GebPi.Btl.82 und den Divisionseinheiten 67. Ferner suche ich auch immer Fotos von deutschen Soldatenfriedhof Parkkina-Petsamo. Ich bin Experte für die Geschichte der 2.GebDiv und allgemein zur Eismeerfront. Und ich besitze einiges an Literatur, auch selten Zeitgenössische zu dem Thema. Wenn jemand Hilfe oder Informationen braucht stehe ich gerne zur Verfügung.

  • Hallo Kerschi,

    die Geschichte Deines Großvaters würde mich auch interessieren - kann man diese hier irgedwo nachlesen?


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Suche alles der 5. Infanterie- und Jäger-Division:
    Regiment 14, Regiment 56, und Regiment 75, Artillerie-Regiment 5, Aufklärungsabteilung 5, Panzer-JägerAbteilung 5, Pionier-Bataillon 5, Sanitätskompanie 5, Nachrichtenabteilung 5

  • Servus,


    laut meinen Quellen waren auf der "Bahia Castillo" und der "Buenos Aires" folgende Truppen eingeschifft: II./GJR 136, Regimentsstab und Stabskompanie GJR 136, 5.Batterie/GAR 111 und Teile des Divisionsstabes. Laut der Divisionschronik waren Teile des Geb.Pi.Btl.82 auf den beiden kleineren Dampfern "Wiegand" und "Kreta" eingeschifft, die zum selben Geleit gehörten. Aus meinem Wissenstand geht nicht hervor, dass die "Wiegand" oder die "Kreta" einen Torpedotreffer erhielten, sie waren auch die zwei kleinsten Transportschiffe des Geleitzuges.


    Schöne Grüße


    Austria12

    Ich suche immer Dokumente der 2.GebDiv und deren Teileinheiten dem GJR 136, 137, GAR 111, GebPi.Btl.82 und den Divisionseinheiten 67. Ferner suche ich auch immer Fotos von deutschen Soldatenfriedhof Parkkina-Petsamo. Ich bin Experte für die Geschichte der 2.GebDiv und allgemein zur Eismeerfront. Und ich besitze einiges an Literatur, auch selten Zeitgenössische zu dem Thema. Wenn jemand Hilfe oder Informationen braucht stehe ich gerne zur Verfügung.

  • Ich meine mich erinnern zu können, dass im Werk von Kräutler-Springenschmid-Es war ein Edelweiß-- in einem Nebensatz erwähnt wurde, dass Teile des Gebirgspionierbataillons 82 an Bord der Buenos Aires waren. Es ist mittlerweile leider schon drei Jahrzehnte her , als mein Opa erzählte, dass er am 1. Mai 1940 versenkt wurde. Er berichtete auch von über 200 Pferden, die beim Untergang ertranken. Ich kann mich aber auch täuschen-jedenfalls vielen Dank für deine (wie immer) sehr interessante Aufarbeitung der Geschichte der 2. GD! **:clapping_hands:

  • Mein Großvater rückte 1935 zum Pionierbatallion Nr. 7 in Villach ein. Dort wurde er 1938 von der Deutschen Wehrmacht übernommen und nach Schwaz (Gebirgspionierbatallion 82-2.Gebirgsdivision) überstellt. Im Oktober 1938 erfolgte der erste Einsatz der Gebirgspioniere beim Einmarsch ins Sudetenland. Am 1. September begann auch für die 2. GD der Zweite Weltkrieg. Vom Bereitstellungraum der Hohen Tatra in der Slowakei erfolgte der Vormarsch über Jaslo bis Lemberg. Nach Beendigung des Feldzuges wurde die Division im Raum Koblenz stationiert. Ende April 1940 wurde die Gebirgsdivision in Alarmbereitschaft versetzt. Der Einsatz erfolgte aber nicht im Westen, sondern in Norwegen. Am 1. Mai wurde mein Opa mit Teilen des Gebirgsjägerregiments 136 auf die Buenos Aires verladen. Einige Stunden nach dem Auslaufen erhielt das Schiff Torpedotreffer durch ein englisches U-Boot. Einige Zeit später sank das Schiff. Mein Opa überlebte und wurde kurz darauf ohne Zwischenfälle nach Norwegen verschifft. Danach ging es zu Fuß von Drontheim nach Narvik, um das Gebirgsjägerregiment 139 unter General Dielt zu unterstützen. Am 23. Mai 1940 befahl der Oberbefehlshaber der 2. GD-General Valentin Feurstein, die "Kampfgruppe Büffel" aufzustellen. Zu Fuß gelangten die Gebirgsjäger von Mo in Lana über den Gicce Gocca Gletscher in den Raum Narvik. In der ersten Juniwoche wurde das Unternehmen beendet, da das Ende des Frankreichfeldzuges bevorstand und die Allierten aus Narvik abzogen. Am 22. September 1940 verlegte die Einheit meines Opas nach Kirkenes in Nordnorwegen. Nach einer Besatzungszeit bis zum 29. Juni 1940 ( Beginn des Russlandfeldzuges) ging es im Rahmen des Unternehmens Platinfuchs in Richtung Murmansk. Nach anfänglichem raschem Vorstoß bis zur Liza ( 45 km nordwestlich von Murmansk) kam der Angriff zum Erliegen. Nach einer Zeit von ungefähr 2,5 Jahren (bis Anfang 1945) blieb die Division im Hohen Norden. (Im Oktober 1944 begann die Großoffensive der Russen gegen Finnland). Danach ging es an die Westfront (Colmar, Trier, Staßburg, Germersheim) Am 17.April 1945 kam mein Opa in amerikanische Gefangenschaft. Die Aufenthalte in den berüchtigten Rheinwiesenlagern gehörten sicher zu den schwersten Stunden im Leben meines Großvaters. Im September 1945 wurde er nach mehrmaligen Ausbrüchen aus den Lagern und anschließend wieder erfolgten Aufgriffen aus der Gefangenschaft der Amerikaner entlassen. Anfang September traf er in seinem kleinem Heimatdorf in Flattach-Mölltal -Kärnten -Österreich ein. Auch seine Brüder (auch alle Eismeerfrontkämpfer) überlebten alle den Krieg.

  • Hallo Kerschi,

    vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht - sehr informativ und interessant. Dein Avatar ist das Bild Deines Großvaters?


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Suche alles der 5. Infanterie- und Jäger-Division:
    Regiment 14, Regiment 56, und Regiment 75, Artillerie-Regiment 5, Aufklärungsabteilung 5, Panzer-JägerAbteilung 5, Pionier-Bataillon 5, Sanitätskompanie 5, Nachrichtenabteilung 5

  • Ich denke, der Kollege Austria12 wird Dir sicher eins in guter Auflösung zur Verfügung stellen und dich diesbezüglich über die Funktion "Konversation" kontaktieren.


    Schön, dass wir helfen konnten!


    Beste Grüße


    Gustav

    SUCHE: Deutsche Kopfbedeckungen 1871-1960 Militär, Polizei, Feuerwehr usw. - Alles über Köln, Adressverzeichnisse, Fotos, Bücher usw. Bitte alles per Konversation mit mir anbieten.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!