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Hauptmann d.R. Anton Niederwanger, Geb.Pz.Jäg.Abt. 55 ; Von der Rentier-Division zur Adler-Division.

  • Servus,


    heute möchte ich Euch eine Neuerwerbung vorstellen. Dabei handelt es sich um das Soldbuch des Hauptmann d.R. Anton Niederwanger, der einen interessanten Werdegang hatte. Für mich von großem Interesse, ist natürlich seine Dienstzeit bei der Geb.Pz.Jäg.Abt.55, der 2.GebDiv.


    Anton Niederwanger wurde am 23.08.1906 in Innsbruck, Tirol geboren. Im Zivilberuf war er Finanz- und Steuerbeamter. Doch wahrscheinlich entschied er sich schon früh Berufssoldat zu werden. Er diente bereits im Bundesheer der 1.Republik und wurde nach dem Anschluss in die Wehrmacht übernommen. Von seiner Dienstzeit im Bundesheer, zeugt die Verleihung der Medaille des 5-jährigen Militärdienstzeichen. Nach dem Anschluss kam er zur 1./Geb.Pz.Abw.Abt.48, der 3.GebDiv, mit Friedensgarnison Graz. Hier hatte er bereits den Dienstgrad Feldwebel inne.

    Vom 14.08.-07.10.1939 nahm Feldwebel Niederwanger am 1.Offiziers-Anwärter-Lehrgang an der Panzertruppenschule Wünsdorf teil, somit blieb ihm ein Einsatz im Polenfeldzug erspart. In Wünsdorf, wurde auch am 07.10.1939, sein Soldbuch ausgestellt.

    Mit 01.02.1940 wurde Niederwanger zum Leutnant befördert. Ab April 1940 nahm er im Verband der 3.GebDiv, unter seinem Divisionskommandeur Generalleutnant Dietl, an der Besetzung Norwegens teil. Nachdem Verblieb er mit seiner Abteilung als Besatzungssoldat in Norwegen. Als für die 2.GebDiv, ebenfalls eine Pz.Jäg.Abt. aufgestellt wird, wird aus der 1./Geb.Pz.Jäg.Abt.48 der Stamm der Geb.Pz.Jäg.Abt.55 gebildet, somit war Lt. Niederwanger ein Mann der ersten Stunde in der Geb.Pz.Jäg.Abt. 55. In der Pz.Jäg.Abt. der Rentier-Division, diente er in der 1. Kompanie, 2.Kompanie und beim Stab-und Nachrichten-Zug.

    Nach dem ersten Polarwinter im hohen Norden, begann auch für Lt.Niederwanger am 29.06.1941 der Russlandfeldzug. In der wegelosen Tundra waren die Panzerjäger mit schweren Transportproblemen konfrontiert, so dass die PaK oft von den Bedienungen selbst in die Stellungen gezogen werden musste.


    Mitte Juli stellte die Abteilung einen Sicherungsverband für die Vormarschstraße der Division im Abschnitt "Wasserfall 5 km südöstlich Zapad Liza bis zum Südhang Herzberg". Im Gegensatz zur restlichen Ostfront stellte sich die verwendete 3,7cm PaK als ausreichend gegen die an der Eismeerfront eingesetzten, leichten sowjetischen Amphibienpanzer und Straßenpanzerwagen. Die kurze Schussweite der Waffe wurde bemängelt und schon kurz darauf setzte die Abteilung sowjetische Beute-PaK, zur Bekämpfung von Bunkern und Feindnestern ein. Während des Septemberangriff 1941 wurde eine aus der Geb.Pz.Jäg.Abt.55 gebildete Schützenkompanie am Brückenkopf ostwärts der Liza eingesetzt. Ein Zug der Abteilung lag zur selben Zeit, mit russischer Beute-Pak, auf der Kuppe 700m südwestlich des Lager Liza und bekämpfte Feindnester auf dem Westhang der Lagerhöhe. Nachdem im September 1941 der Vormarsch auf Murmansk nicht weiter möglich war, gingen die Deutschen in die Verteidigung über. Die schwer ausgedünnte 2.GebDiv wird von der 6.GebDiv abgelöst. Am 16.10.1941 erfolgte die Herauslösung der Geb.Pz.Jäg.Abt.55 aus dem Lizabrückenkopf. Mit dem 20.10.1941 trifft die Abteilung kompaniewiese im neuen Unterkunftsbereich bei Nyrud-Nautsi ein. Bereits am 12.10.1941 wurde ihm das EK2 verliehen.


    Während seines zweiten Polarwinters wird Anton Niederwanger, am 01.03.1942 zum Oberleutnant befördert. Doch der schwere Maieinsatz 1942 steht kurz bevor. Nach der Landung einer sowjetischen Marinebrigade im Nordraum und dem Angriff einer Rentierbrigade an der Südflanke, steht das Gebirgskorps Norwegen vor der Einkesselung. Die Geb.Pz.Jäg.Abt.55 wird der 6.GebDiv unterstellt und wird zum teil im infanteristischen Kampf eingesetzt. Nachdem die sowjetischen Angriffe zurückgeschlagen waren, betrug die Kampfstärke der Geb.Pz.Jäg.Abt.55 nur mehr 45 Mann!


    Bis Mitte/Ende 1943 verblieb Olt. Niederwanger bei der Geb.Pz.Jäg.Abt.55 an der Eismeerfront. Dort erhielt er am 16.02.1943 die Ostmedaille verliehen und am 17.09.1943 das KVK 2.Klasse mit Schwertern. Im feucht-kalten Klima der Eismeerfront dürfte sich Olt. Niederwanger mit einer Pilzinfektion der Haut angesteckt haben. Diese wurde vom 26.07.-27.08.1943 im Ortslazarett Sandnes behandelt. Im Anschluss darauf wurde er wohl zum Ersatztruppenteil in die Heimat versetzt, in seinem Fall die Pz.Jäg.Ers.u.Ausb.Abt.48 in Cilli, hier wurde er auch am 01.09.1943 zum Hauptmann d.R. befördert.


    Dadurch, dass sich sein Hautleiden nicht besserte, wurde er vom 02.10.-10.11.1943 im Reservelazarett IV Graz, erneut behandelt. Anschließend erhielt er eine Kurbehandlung im Reserve-Kurlazarett Badgastein, vom 15.11.-12.12..1943.

    Im Jänner 1944 wurde Hptm. Niederwanger erneut zur Front kommandiert, dieses mal zur 21. Luftwaffen-Felddivision. Er kommt zur 1./Pz.Jäg.Abt.21 (L) und später dann noch zur Stabskompanie des Jägerregiment 41 (L). Im Raum von Staraja Russa, kämpft er nun im Ramen der Adler-Division. Bereits am 05.02.1944 wurde ihm das EK1 verliehen und am 07.02.1944 das Sturmabzeichen. Er nahm an den Rückzugskämpfen am Nordabschnitt der Ostfront, bis Lettland teil. Doch sein Hautleiden flammte erneut auf und so musste er vom 01.08.1944 bis zum 20.08.1944 im Feldlazarett 21 erneut behandelt werden.


    Es erfolgt nun seine Versetzung zur Führerreserve des OKH für Gebirgstruppen im Wehrkreis XVIII. 1945, kurz vor Kriegsende dürfte er erneut an der Südgrenze des Reiches eingesetzt worden sein, wo er in alliierte Gefangenschaft geriet. Vom Mai 1945 ist eine Eintragung aus dem Auffanglager Bozen erhalten. Er wurde wohl mit anderen Gefangenen weiter nach Süden gebracht, wo er mindestens bis zum 15.06.1945 im Lager Nr.15 in Cervia verblieb.


    Ich hoffe Euch gefällt dieses interessante Soldbuch genauso wie mir. Gerade der Werdegang von der 3.GebDiv über die 2.GebDiv zur 21. Lw-Feld-Division und dem Kriegsende in Italien, finde ich höchst interessant.


    Noch eine Frage an die Experten. Kann man aufgrund der Eintragungen, z.B. Urlaube, die vom Abteilungs-Kdr, Abteilungs-Adj., Stellv.Abt.Kdr., unterzeichnet wurden darauf schließen, dass Olt. Niederwanger der jeweilige Kp-Chef in der Geb.Pz.Jäg.Abt.55 war? Im KTB konnte ich leider nichts von ihm finden.


    Vielen Dank!


    Schöne Grüße aus Tirol


    Austria12

  • Hier noch die restlichen Seiten des Soldbuches.

  • Servus Austria,


    sehr interessantes Soldbuch, nur Schade, dass nie ein Foto eingebracht war.

    Für das Soldbuch eines Offiziers eher ungewöhnlich, aber leider nicht zu ändern.


    Danke für die Vorstellung - es grüßt Dich


    Armin.

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  • Hallo Samuel,

    danke für diese Vorstellung! Der Einsatz bei der 21. Felddivision (L) finde ich auch interessant.


    mfG

    viele Grüße aus Italien, Pietro


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