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Rottwachtmeister Friedrich Fischer, Kärntner Abwehrkampf

  • Servus,


    heute möchte ich Euch einen recht unscheinbaren Polizei-Dienstpass vorstellen, der aber eine wichtige Facette der Geschichte Österreichs wiederspiegelt. Nämlich der Kärnter Abwehrkampf und die ungeteilte Zugehörigkeit Kärntens an Österreich.


    Friedrich Fischer wurde am 27.07.1898 in Klagenfurt, im Kronland Kärnten geboren. Während des großen Weltenbrandes diente Friedrich Fischer im k.u.k. Infanterieregiment "Graf von Khevenhüller" Nr.7. Vom 11.05.1916 bis zum 01.11.1918 verblieb er bei seinem Regiment und nahm an den Grenzkämpfen in den Karnischen und Julischen-Alpen sowie der 12. Isonzoschlacht und der Julischlacht 1918 teil. In den wirren des Zusammenbruchs der Doppelmonarchie zieht sich das Regiment von der Front zurück und kommt Mitte November 1918 wieder in Klagenfurt an, wo es demobilisiert wird.


    Bereits am 25.10.1918 erklärte der Kärntner Landesauschuss, Kärnten als unteilbar. Am 05.11.1918 marschierten Truppen des neu gegründeten SHS-Staates in Südostkärnten ein. In dieser schwierigen Lage wurde in Deutschösterreich mehrere Volkswehr-Bataillone aufgestellt, die eine erste Bewaffnete Macht für Deutschösterreich bildeten. Diese Volkswehr-Einheiten wurden größtenteils mit fronterfahrenen Soldaten der aufgelösten kuk Regimenter gebildet. Mit 01.11.1918 trat auch der Infanterist Fischer beim Volkswehr-Bataillon 3 ein. Mit diesem nahm er am Kärntner Abwehrkampf teil, um die in Kärnten eingefallenen Slawen hinter die alten Grenzen zurück zu drängen.

    Das Volkswehrbaon 3 zeichnete sich besonders bei den Kämpfen um Grafenstein, Lassein, Dullach und von St.Kanzian bis Kühnsdorf aus.


    Für seinen Einsatz wurde Friedrich Fischer mit dem Allgemeinen Kärnterkreuz für Tapferkeit und dem Besonderen Kärntnerkreuz für Tapferkeit ausgezeichnet.


    Durch den Abwehrerfolg der Kärntner konnte am 10.10.1920 eine Volksabstimmung abgehalten werden, und mit einer Mehrheit von 59,0% stimmte die Bevölkerung für die Zugehörigkeit Kärntens an Österreich. Seit jenem Tag ist Kärnten, frei und ungeteilt und der 10.Oktober ist der Landesfeiertag in Kärnten.


    Vom 02.05.1920 bis August 1923 diente Friedrich Fischer als Gefreiter im Alpenjäger-Regiment 8 des jungen Bundesheers. Im Anschluss dürfte er einer Beschäftigung als Hilfsarbeiter nachgegangen sein.


    Am 15.07.1942 tritt Friedrich Fischer in den Dienst der Polizei-Reserve in Linz ein, er wird als Rottwachtmeister übernommen. Zuerst erfolgte bis zum 01.09.1942 ein Ausbildungs-Lehrgang bei der Schutzpolizei. Daraufhin erfolg sein Einsatz vom 02.09.1942 bis zum 04.05.1943 beim 2.Polizei-Revier in Linz und vom 05.05.1943 bis vermutlich Kriegsende beim 8.Polizei-Revier in Linz.


    Wie der weitere Lebensweg von Friedrich Fischer aussah ergeht leider aus dem Dienstpass hervor.


    Auch wenn es auf den ersten Blick nur ein schlichter Polizei-Dienstpass ist, so ist die Geschichte dahinter weit interessanter und facettenreicher als gedacht.


    Schöne Grüße aus Tirol


    Austria12

  • Servus Austria,


    der Kärntner Freiheitskampf war/ist für mich absolutes Neuland. Interessant zu Lesen mit dem entsprechenden Dokument dazu. Danke für die Vorstellung.


    Schade, dass diese Polizei-Dienstpässe keine Fotos enthalten.


    Es grüßt Dich - Armin.

    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

  • Hallo Austria,

    ich schliesse mich Armin an. Auch für mich war diese Geschichte unbekannt.

    mfG

    viele Grüße aus Italien, Pietro


    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Dokumenten der 715. ID, 356. ID (August - September 1944) und deutscher Einheiten in der Toskana und im zentralen Sektors der Grüne-Linie (Bologna - Imola - Faenza).

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