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Oberfeldwebel Florian Seidl, 5./Inf.Rgt. 61 und 2./Gren.Rgt. 61 (DKiG)

  • Guten Abend Freunde im Forum,


    ich möchte Euch heute das Dokumenten-Konvolut des Oberfeldwebels Florian Seidl von der 5./Inf.-Rgt. bzw. 2./Gren.Rgt. 61 vorstellen.


    Dieser wurde am 13.6.1916 bei Waakirchen, Kreis Miesbach, geboren und war von Beruf Wagner. Am 25.2.1936 meldete er sich als Freiwilliger zum III. Btl./Gebirgsjäger-Rgt. 100. Anschließend leistete er seine Reichsarbeitsdienst-Pflicht vom 1.4.1936 bis 26.9.1936 als Arbeitsmann ab. Am 15.10.1936 wurde er zur 5. Kompanie des Inf.Rgt. 61 nach München einberufen und verrichtete dort nach der Grundausbildung Dienst bis zum 7.12.1939. Er nahm mit dieser Kompanie beim Einsatz in Österreich 1938, im Sudetenland und beim Polenfeldzug 1939 teil. Dabei wurde er am 18.9.1939 bei Janow verwundet. Für diese Verwundung erhielt er das Verwundetenabzeichen in Schwarz und wurde bei der 5. Kompanie zum Gefreiten und Unteroffizier befördert.


    Vom 8.12.1939 bis 7.3.1940 war er bei der 1. Komp./Inf.Ers.-Btl. 61 in München. Dort nahm er wahrscheinlich trotz der vorher erfolgten Beförderung am Unterführer-Lehrgang teil. Vom 8.3.1940 bis 15.11.1941 war er wieder bei der 5./Inf.Rgt. 61. Mit dieser Kompanie nahm er am Feldzug gegen Frankreich und den Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion teil. Die genauen Gefechtsbezeichnungen sind auf den Seiten 32, 33 und 35 schön ersichtlich. Für seine Leistungen wurde er am 1.9.1940 zum Feldwebel und am 1.9.1941 zum Oberfeldwebel befördert. Für den Einsatz im Feldzug gegen Frankreich wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse und im Herbst 1941 für den Einsatz in der Sowjetunion das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Am 21.10.1941 erlitt er eine erneute Verwundung, verblieb aber zunächst bei seinem Feldtruppenteil. Vom 16.11.1941 bis zum 3.3.1942 war er Angehöriger in der Genesenden-Komp. des Inf.-Ers.-Btl. 61 in München. In dieser Zeit erfolgte vermutlich sein Zugführer-Lehrgang. Am 15.1.1942 wurde ihm dort das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber verliehen.


    Nach einer einmonatigen Verwendung bei der 3. Komp./Feld-Ers.-Btl. VII, wurde er ab dem 7.4.1942 bei der 2. Komp./Inf.Rgt. 61, als Zugführer eingesetzt. Mit dieser Kompanie machte er die Abwehrkämpfe bis Juchnow/Gshask mit und ist bei der Schlacht von Orel am 8.7.1943 gefallen. Die genauen Gefechtsbezeichnungen waren bei der Rücksendung des Wehrpasses an die Familie (siehe Seite 35) damals noch nicht bekannt. Im Monat April 1943 erfolgte laut einem Eintrag auf Seite 26 die Verleihung des Dt. Kreuzes in Gold. Das genaue Datum ist aus der Verleihungsurkunde und der Literatur bekannt.


    Zu den Scans habe ich ein paar Anmerkungen:


    - die beiden Faltkarten sind öfters bei Konvoluten der 7. ID zu finden, wenn die Soldaten von Kriegsbeginn an Angehörige der Division waren und sie diese Blätter aufgehoben haben. Beide Faltkarten enthalten die Einsatzwege der Division im jeweiligen Feldzug und eine Kurzversion der Einsätze. Beide sind mehrfach aufklappbar und deswegen für mich zu aufwendig um sie zu scannen.


    - die Urkunde zum EK 2 hat Generalmajor von Gablenz unterschrieben (bei den Soldaten hatte er nach dem Krieg den Spitznamen „Bayern-Schlächter“, da ihm auf Divisionstreffen nachgesagt wurde, ohne Rücksicht auf Verluste vorzugehen).


    - die Urkunde zum EK 1 wurde von Generalmajor Jordan unterzeichnet. Beide Urkunden sind in einem hervorragendem Zustand. Bei der 7. Inf.Div.kam es im Herbst 1941 zu einem Engpass an Verleihungsurkunden für das Eiserne Kreuz der 1. und 2. Klasse. Deshalb haben die meisten Kompanien/Bataillone „Vorläufige Verleihungsurkunden/Besitzzeugnisse“ angefertigt. Diese vorläufigen Urkunden wurden im Herbst/Winter 1941 ausgehändigt und die Originalurkunden wurden im Frühjahr 1942 nachgereicht. Manchmal erfolgte aber auch nur ein Eintrag im Soldbuch. Deshalb der rückwirkende Text bei der Verleihungsurkunde zum EK 1.


    - die Urkunde zum DK in Gold und die „Ansprache zum Gottesdienst“ sind ungelocht und ungefaltet. Da diese beiden Dokumente größer als DIN A4 sind, habe ich sie erst als Kopie verkleinert und dann gescannt, . Ich hoffe die Qualität ist noch in Ordnung. Das Sterbebild auf der „Ansprache…“ ist aufgeklebt.


    - das zweite Sterbebild (Format 7x10cm, aufklappbar) fand ich letztes Jahr in der elektronischen Bucht – was für ein Zufall !


    - auch das Ehrenblatt mit der DK-Verleihung fand ich (Jahre nachdem ich das Konvolut bekam) bei einem Händler. Es war nicht beim Nachlass dabei.


    - das Foto am Schluss der Vorstellung habe ich von dem Original vergrößert, das auf dem Glückwunschfernschreiben aufgeklebt ist. Bei diesem ist die Vorder- und Rückseite beschriftet. die Unterschrift vom späteren Eichenlaubträger und General Reinwald ist original.


    - beim Einband des Wehrpasses wurde das HK offensichtlich herausgekratzt und anschließend später wieder nachgemalt.


    - Größenangaben habe ich bei den Fotos in roter Druckschrift auf den Scans eingetragen. Im Original sind sie nicht zu sehen.


    Es grüßt Euch - Armin.


    Jetzt erst einmal zu den ersten Scans:

  • ....hier der zweite Teil der Scans mit den restlichen Dokumenten und den ersten Scans des Wehrpasses. Wie immer habe ich beim Wehrpass, wenn eine Seite eienr Doppelseite ohne Einträge ist, diese nicht gescannt. Die Seiten sind natürlich nicht beschädigt.


    Hier die Scans:

  • ...und hier der Teil 3 dieser Vorstellung.


    Im Wehrpass sind mehrere Unterschriften des Kompanieführers der 2. Gren.Rgt. 61 zu sehen. Es handelt sich dabei um den damaligen Oberleutnant Eisfeld, Träger der Ehrenblattspange. Weitere Details über ihn konnte ich leider nicht finden.


    Wie Ihr sicher gemerkt habt, fehlen einige der Urkunden, der im Wehrpass eingetragenen Auszeichnungen. Jetzt kommt wieder meine kleine Bitte: schaut doch mal in Euren Sammlungen, ob Ihr eventuell die fehlenden Urkunden zufällig herumliegen habt. Ich würde mich über entsprechende Nachrichten natürlich freuen. Der Bekannte, der mir dieses Konvolut zukommen liess, konnte damals keine Angaben zu den fehlenden Urkunden machen.


    Ich hoffe, das Konvolut war für Euch interessant und Meinungen/Kommentare sind immer gerne erbeten.


    Abschließend wünsche ich allen eine besinnliche, ruhige Vorweihnachtszeit und

    bleibt so gesund wie nur irgendwie möglich.


    Es grüßt Alle - Armin.


    PS: Der letzte Scan zeigt die Titelseite des 13. Kurzberichtes über den Einsatz der 7. ID (Zeitraum März bis Juni 1943). Er wurde von der Ic (=Feindlage)-Abt. der Division erstellt. Diese Berichte bildeten das Gerüst für die Divisionschronik von Wilhelm Hertlein. Es enthält auf acht hektographierten DIN A4-Seiten auch Angaben über den Einsatz des Gren.-Rgt. 61. Dieser Kurzbericht war nicht beim Konvolut, sondern stammt aus meiner Sammlung. Bei Interesse scanne ich die Seiten ein.

  • Hallo Armin,


    interessanter Nachlass eines hochdekorierten Frontkämpfers mit Urkunden, Wehrpass, Fotos und Beiwerk.

    So zusammengehörig immer seltener zu finden, da vieles auseinandergerissen wird/wurde.

    Leider hat er den Krieg nicht überlebt, aber Du hast hier an sein Schicksal erinnert.


    Danke für die gut ausgearbeitete Vorstellung.


    Gruss, anhaltiner.

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    Urkunden/Besitzzeugnisse/Dokumente/Fotos: - zur rumänischen Erinnerungsmedaille "Kreuzzug gegen den Kommunismus" - zum Transportgeschwader 5 (vormals KG zbV 323 bzw. N) - zur Messerschmitt Me 321/323 „Gigant“ - zu den Messerschmittwerken Regensburg-Obertraubling u. Leipheim - zum Artillerieregiment 155 - zur schweren Panzerjägerabteilung 560 Nashorn(Hornisse)/Jagdpanther

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