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FELDPOST: Etwas "Erhellendes" zum Thema

  • Moin,


    schon vor etlichen Jahre hatte ich im FdW etwas bzgl. Feldpost geschrieben. Siehe:

    GrundsĂ€tzliches ĂŒber die Feldpost - Forum der Wehrmacht
    Feldpostnummern und Kenn-Nummern Die Fp-Nummer war etwas ganz Neues. Offene Anschriften, die Aufschluß ĂŒber Truppenteile, StĂ€be, Einheiten und ĂŒber Gliederung

    www.forum-der-wehrmacht.de


    Einen/meinen etwas ausfĂŒhrlicheren Beitrag könnte ich noch aus den Forum Panzer-Archiv kopieren.

  • Über die deutsche Feldpost
    Zusammenstellung & Bearbeitung UHF51 ‱ Berlin
    Quellen & Literatur:
    Bruno Schmitt & Bodo Gericke,

    Die deutsche Feldpost im Osten und der Luftfeldpostdienst Osten im Zweiten Weltkrieg, Archiv fĂŒr deutsche Postgeschichte, 1969 ‱ Heft 1


    Bodo Gericke,

    Die deutsche Feldpost im Zweiten Weltkrieg, Archiv fĂŒr deutsche Postgeschichte, 1971 ‱ Heft 1


    Norbert Kannapin,

    Die deutsche Feldpost Organisation und Lokalisation 1939-1945, Biblio Verlag, OsnabrĂŒck 1979

    Norbert Kannapin,

    Die deutsche FeldpostĂŒbersicht 1939-1945
    VollstĂ€ndiges Verzeichnis der Feldpostnummern in numerischer Folge und deren AufschlĂŒsselung, Band I 1980, Band II 1981, Biblio Verlag OsnabrĂŒck


    Georg Tessin/Norbert Kannapin/BrĂŒn Meyer,

    Waffen-SS und Ordnungspolizei im Kriegseinsatz 1939-1945
    Ein Überblick anhand der FeldpostĂŒbersicht, Biblio Verlag, OsnabrĂŒck 2000

    Die AnfÀnge:
    Die Feldpost (Fp/FP) war ein Teil der zivilen Post, der zur ErfĂŒllung rein fachlicher Aufgaben in die militĂ€rische Organisation eingegliedert worden war. Sie hatte weder taktische noch sonstige militĂ€rischen Aufgaben. Aus militĂ€rischer Sicht wurde die FP zwar den Versorgungstruppen zugerechnet (wie z.B. auch die SanitĂ€tsdienste), ihre Aufgabe bestand einzig und allein in der Aufrechterhaltung der Kommunikation zwischen den Menschen und ÜberbrĂŒckung ihrer zwangsweisen Unterbrechung.
    In welchem Umfang die AnfĂ€nge der Feldpost des 2. Weltkrieges auf die Jahre vorher zurĂŒckgefĂŒhrt werden kann, ist bislang nicht eindeutig erwiesen.
    NatĂŒrlich hatte man in den militĂ€rischen Planungen fĂŒr den Kriegsfall auch die FP einbezogen. Als Feldpostfachmann hatte man dabei den Ministerialdirektor im RPM (Reichspostministerium), Ziegler, ausgesucht, da er im 1. Weltkrieg schon einmal eine FeldposttĂ€tigkeit ausgeĂŒbt hatte, so dass man ihm gewisse Erfahrungen unterstellte.
    Ziegler wurde im Jahre 1936 zu einer 14tĂ€gigen Übung der 10. ID (Regensburg) in der Oberpfalz hinzugezogen, bei der die Motorisierung einer ID erprobt werden sollte. Dabei wurden auch Fahrzeuge eingesetzt, die man sich fĂŒr ein FpA (Feldpostamt) vorstellte.
    1937 wurden in Mecklenburg und Pommern große Herbstmanöver abgehalten, wĂ€hrend derer auch die Postversorgung der beteiligten Truppen feldmĂ€ĂŸig durchgefĂŒhrt wurde. An die beteiligten Truppeneinheiten wurden vierstellige Manöver-Feldpostnummern ausgegeben. Die Soldaten erhielten Postkarten mit dem Aufdruck »Postkarte« und darunter »Wehrmachtmanöver 1937«. Als PostĂ€mter wurden den Truppeneinheiten insgesamt 26 Manöver-PÄ zugeteilt, die aus je einem fahrbaren Postamt (Kraftomnibus) als Arbeitswagen, 2 Lkw fĂŒr die Postbeförderung und einem Pkw bestanden. Die Beförderung der »Manöverpostkarten« war nur innerhalb Deutschlands zulĂ€ssig und gebĂŒhrenfrei. Sie wurden ĂŒber die dreistellige Kenn-Nummer (KNr.) auf die PostĂ€mter GĂŒstrow, Neustrelitz, Pasewalk und Treptow geleitet, welche die Funktionen von Leitstellen wahrzunehmen hatten.
    Inwieweit das Ergebnis Einfluss auf die Erstellung der spĂ€ter fĂŒr die Feldpost grundlegenden Fp-Vorschrift vom 27.07.1938 hatte, von der der HPM (Heerespostmeister) Ziegler spĂ€ter feststellte, dass sie - ohne seine Beteiligung als Entwurf gedruckt - ĂŒberstĂŒrzt aufgestellt worden sei.
    Es konnten auch keine Unterlagen darĂŒber ausfindig gemacht werden, inwieweit der Einsatz der den dt. Truppen zugeteilten FpÄ in den so genannten Blumenkriegen - Besetzung Österreichs im MĂ€rz 1938, des Sudetenlandes im Herbst 1938 und der Tschechoslowakei im FrĂŒhjahr 1939 - auf die Gestaltung der FP Einfluss ausgeĂŒbt hat. Offensichtlich ging dies alles mehr oder minder manövermĂ€ĂŸig und friedlich vor sich, denn eifrige Sammler haben aus BelegstĂŒcken, Stempeln usw. nachweisen können, dass der FP-Betrieb Ă€hnlich wie in den vorerwĂ€hnten Herbstmanövern vonstatten ging.
    Man darf hier mit Recht bezweifeln, dass diese EinsÀtze der FP erhebliche Erfahrungswerte brachten. Zumal im Gegensatz zu militÀrischen Aktionen sich der FP-Betriebsdienst nicht im Sandkastenspiel oder Manöver nachvollziehen lÀsst!
    Im Handwörterbuch des Postwesens (S. 206) wird die Feldpost folgendermaßen charakterisiert: "Feldpost war ein Zweig des Postwesens (sic!), der nur im Kriege eingerichtet wurde und bei dem letzten Einsatz im Kriege 1939-45 dazu diente, die Postversorgung der ganzen Kriegswehrmacht im Verkehr mit der Heimat und innerhalb der Kriegswehrmacht sicherzustellen. Die Aufgaben des Feldpostwesens teilten sich die DRP (Deutsche Reichspost) und die Feldpost, die eng miteinander zusammenarbeiteten. Die deutsche Feldpost war innerhalb des letzten Krieges uneingeschrĂ€nkt ein Teil der Wehrmacht, die frĂŒhere AbhĂ€ngigkeit in posttechnischen Fragen von der Reichspostverwaltung war weggefallen."

    (...)

  • GemĂ€ĂŸ Fp-Vorschrift (FpV) wurde die Feldpost (Einheiten und Dienststellen) von den Wehrmachtersatz-Dienststellen im Einvernehmen mit den AusrĂŒstungs-Reichspostdirektionen aufgestellt und gehörten zu den rĂŒckwĂ€rtigen Diensten des Feldheeres. Dabei wurden die FpÄ fĂŒr Kommandobehörden und StĂ€be bis zur Division einschließlich abwĂ€rts aufgestellt. FĂŒr die Kriegsmarine, die im Reichsgebiet stationierten Teile der Luftwaffe und die Ersatzwehrmacht galten Sonderreglungen, da sie durch die Deutsche Reichspost (DRP) zu versorgen waren. Ferner bestimmte die FpV eingangs an dieser Stelle, dass fĂŒr den Bereich jedes Wehrkreis-Kdos. eine Postsammelstelle (PSSt) der DRP die in der Heimat aufgelieferten Fp-Sendungen bearbeitet. Diese letzte Bestimmung hat sich wohl anfangs als Ă€ußerst unzweckmĂ€ĂŸig erwiesen und unheilvoll ausgewirkt.
    Der Heeresfeldpostmeister (HPM) als FĂŒhrungsspitze der FP wurde am 24.08.1939 nach Zossen einberufen. Zu dieser Zeit stand bereits seit Anfang August ein Teil der Truppen in Ostpreußen im "ÜbungsverhĂ€ltnis" und unterhielt dort nach der Manöverpostordnung einen Postverkehr mit einem 6-stelligen Nummernsystem. Da aber nach der Fp-Vorschrift 5-stellige Fp-Nummern vorgesehen waren, befĂŒrchtete der HPM, dass bei der Aufnahme des allgemeinen Postverkehrs ein nicht zu bewĂ€ltigendes Durcheinander entstehen wĂŒrde. Daher veranlasste er als erste Maßnahme, gegen die heftigst opponiert wurde, eine 9-tĂ€gige Feldpostsperre. Diese Sperre erwies sich jedoch noch zu kurz, um den dann tatsĂ€chlich eintretenden Störungen entgegenzuwirken. Nachdem innerhalb dieser Sperre die neuen 5-stelligen Fp-Nummern bei der Truppe bekanntgegeben worden waren, trugen nach ihrem Ablauf dennoch viele Fp-Sendungen die ungĂŒltige und unbrauchbare gewordenen 6-stelligen Nummern des Manöververkehrs. Es wurde zwar versucht, diese Fp-Sendungen auf die neuen Nummern umzuschreiben, aber der Versuch scheiterte an der Masse der falsch beschrifteten Sendungen, so dass nur die RĂŒckgabe an die Absender ĂŒbrig blieb.
    Mit dem 02. September 1939 nahm schließlich die FP allgemein ihren Dienst auf (FpAmtsblVfg Nr. 1/1939 vom 11.09.1939, S 1; und AmtsblVfg Nr. 414/1939 vom 11.09.1939, S. 414). »Der Feldpost«, so heißt es darin »liegt es ob, die Postversorgung der eingesetzten Truppen durchzufĂŒhren und damit die Verbindung zwischen Heimat und Truppe und der Truppenteile untereinander aufrechtzuerhalten.«
    Von Fp-Nummern und Kenn-Nummern:
    Die Fp-Nr. war etwas ganz Neues. Offene Anschriften, die Aufschluss ĂŒber die Truppenteile, StĂ€be, Einheiten und ĂŒber die Gliederung gaben, waren abwehrmĂ€ĂŸig unerwĂŒnscht. Mit solchen Anschriften hĂ€tte die Feldpost den gegnerischen Nachrichtendiensten ein dankbares BetĂ€tigungsfeld geboten. Es musste außerdem damit gerechnet werden - was auch spĂ€ter tatsĂ€chlich geschah -, dass Fp-Sendungen in nicht unerheblicher Anzahl in gegnerische HĂ€nde fielen. Das OKH hatte daher ein Nummernverfahren ausgearbeitet, das die Fp-Anschrift vollkommen tarnte. Es bestand aus einer 5-stelligen Nummer, so dass außer dem Namen und der neutral gehaltenen Dienstgradbezeichnung - aus dieser sollte keine Zugehörigkeit zu bestimmten Waffengattungen ablesbar sein - keinerlei weitere Angaben in der Anschrift enthalten waren.
    Die Fp-Nummern wurden nach keinem bestimmten System, sondern willkĂŒrlich zugeteilt, wodurch sie sich jeglichen EntschlĂŒsselungsversuchen und Kombinationen entzogen. Zugewiesen wurden sie den Einheiten von rein militĂ€rischer Stelle, nĂ€mlich der Dienststelle beim OKH/GenQu und blieben fĂŒr die Einheiten stets unverĂ€ndert, gleichgĂŒltig, wie deren UnterstellungsverhĂ€ltnisse und Einsatzgebiet wechselten.

    (...)

  • Allerdings wurde die rein postalische Verteilarbeit, v.a. bei den PSSt, schwieriger, je mehr Fp-Nummern es gab. Zur Verringerung ihrer Anzahl regte deshalb der HPM an, ein Nummern sparendes System einzufĂŒhren, das zunĂ€chst bei Infanterie- und Artillerie-Regimentern, spĂ€ter aber auch bei anderen Truppenteilen angewandt wurde. Es bestand darin, dass nicht mehr der kleinsten Einheit im Sinne der Fp-Nummer - der Kompanie/Batterie/Schwadron - eine eigene Fp-Nr. zu geben sei, wodurch diese Nummern ins uferlose anwuchsen.
    Vielmehr wurde der nachfolgend grĂ¶ĂŸeren Einheit - dem Bataillon/der Abteilung - eine Nummer zugeteilt, wobei der Stab und die einzelnen Kompanien durch Zusatzbuchstaben unterschieden wurden.
    Beispiel:
    Feldpost-Nummer:
    16 748 A = Stab des Bataillons X
    16 748 B = 1. Kompanie des Btl. X
    16 748 C = 2. Kompanie des Btl. X
    16 748 D = 3. Kompanie des Btl. X
    16 748 E = 4. Kompanie des Btl. X

    Bei der Verteilung der Post bei den PSSt brauchten diese Unterscheidungsbuchstaben nicht berĂŒcksichtigt zu werden.
    Mit FpAmtsblVfg Nr. 52/1939 v. 01.12.1939, S. 43, wurden daher die PSSt und FpPnSt (FeldpostpĂ€ckchenstellen) angewiesen, die Zusatzbuchstaben bei der Verteilung unberĂŒcksichtigt zu lassen. ZunĂ€chst waren 40 000 Fp-Nummern ausgegeben worden. Anfang 1942 sind es offenbar 48 000 gewesen, denn nach FpAmtsblVfg Nr. 13/1942 v. 23.01.1942, S. 6, waren etwa auftretende Fp-Nr. ĂŒber 48 000 falsch. Am 31.12.1942 waren es 56 000 (FpAmtsblVfg Nr. 120/1942 v. 23.12.1942, S. 71), die bis April 1943 auf 60 000 anwuchsen (FpAmtsblVfg Nr.45/1943, S. 19). GemĂ€ĂŸ FpAmtsblVfg Nr. 14/1944 v. 29.02.1944 reichten die Fp-Nummern bereits bis 64 000, außerdem waren solche von 80 000 bis 88 000 ausgegeben worden. Nach AmtsblVfg Nr. 141/1944 waren auch Fp-Nummern vom 71 000 bis 72 000 belegt worden, die jedoch nach Amtsbl.Vfg. Nr. 7/1945 v. 12.01.1945, S. 3, wieder an den Absender zurĂŒckgegeben waren.
    SIEHE ANLAGEN
    Da die Fp-Nummern ohne jegliche Ortsangabe nicht leitfĂ€hig gewesen wĂ€ren, musste man sie in irgendeiner Weise den FpÄ als den Empfangs-Postanstalten zugeordnet werden, deren Bereich im allgemeinem den Bereich einer Division umfasste. Bei den Korps-FpÄ und den FpÄ zbV war dies etwas anders.
    Diese Zuordnung geschah wieder getarnt, um die Klarbezeichnung der FpÄ und damit der Truppenteile nicht in Erscheinung treten zu lassen. Es wurden deshalb 3-stellige so genannte Kenn-Nummern (KNr./Kenn-Nr.)jedem FpA zugeteilt. Bei einem Wechsel des UnterstellungsverhĂ€ltnisses eines Feldpostamt und der von ihm betreuten Fp-Nummern, also Truppeneinheiten, Ă€nderte sich jeweils die Kenn-Nummer, d.h. die Fp-Nummern wurden von einer Kenn-Nr. auf eine andere »umgelegt«, wie man es derzeit nannte. Die Fp-Nummern blieben stets unverĂ€ndert. Die Kenn-Nr. waren also den Absendern in der Heimat nicht bekannt und sollten dies auch nicht sein. Sie waren auf den Sdg. nicht anzubringen, lediglich auf den nachzuweisenden Sendungen (z.B. Einschreiben) aus dem Felde in die Heimat oder bei der Heerespost traten sie in Erscheinung. Damit blieben sie aber im feldpostalischen oder truppendienstlichen Bereich, da solche nachzuweisenden Sdg. privater Art nicht zugelassen waren.
    Die Kenn-Nr. wiederum wurden den einzelnen Postleitpunkten (PLP) zugeordnet, so dass ohne jegliche Ortsangabe - bis auf die der PLP, die aber außer Beutelfahnen nirgends in Erscheinung traten - eine einwandfreie Leitung der Sdg. nach dem Felde gewĂ€hrleistet war, die auch schnell wechselnden VerhĂ€ltnissen angepasst werden konnte.
    Der SchlĂŒssel fĂŒr dieses System war Teil I der FeldpostĂŒbersicht, kurz FpÜ I genannt. Die FpÜ bestand aus einer ganzen Reihe von BĂ€nden und war in drei Teile gegliedert. Grundlage fĂŒr die Leitung der Sendungen war jedoch Teil I mit der »besonderen Anlage«. Teil II und III enthielten sĂ€mtliche StĂ€be und Einheiten der Wehrmacht in Klarbezeichnung. Sie waren ein Staatsgeheimnis, gesichert aufzubewahren und bei Gefahrenlagen sofort zu vernichten.
    Teil I enthielt die Fp-Nummern aller Truppeneinheiten, StĂ€be und Behörden der Kriegswehrmacht, deren Anschriften durch Zuteilung einer Fp-Nr. ersetzt worden waren, und die Kenn-Nr. der zustĂ€ndigen FpÄ. Aus der »Besonderen Anlage zur FpÜ I« waren schließlich die PLPs und FpLSt (Feldpostleitstellen) ersichtlich, auf die die Fp-Sendung fĂŒr die entsprechenden FpÄ zu leiten waren.

  • Dieses System musste natĂŒrlich stĂ€ndig auf dem Laufenden gehalten werden und erforderte einen ununterbrochenen Berichtigungsdienst. Dieser wurde fĂŒr die FpÜ I vom Fp-BĂŒro des RPM in Berlin, spĂ€ter von der Fp-Stelle des RPM in Frankfurt/Oder ausgefĂŒhrt, denen die Änderungen auf dem schnellsten Wege, entweder telegrafisch oder durch Kurierflugzeuge mitzuteilen waren. AntrĂ€ge auf Änderungen von Kenn-Nummern durften ausschließlich nur von den APM (Armeepostmeister) und den selbstĂ€ndigen FpÄ, d.h. solchen, die keinem APM unterstanden, unmittelbar an die PSSt gerichtet werden. Die Änderungen waren dann sofort zu berĂŒcksichtigen, auch wenn die Berichtigung der FpÜ I noch nicht erfolgt war (FpAmtsblVfg Nr. 25/1939 v. 17.10.1939, S. 17).

    Dies Ă€nderte sich vom 31.10.1939 an, nachdem dieses Verfahren nur unbefriedigend funktionierte: vom 01.11.1939 an waren die Fp-Sdg. ausschließlich nach der FpÜ I zu leiten (FpAmtsblVfg Nr. 30/1939 v. 31.10.1939, S. 25). Eine Neuerung tauchte vom 20.12.1939 an auf: Fp-Nummern fĂŒr Dienststellen und Angehörige bestimmter Luftwaffeneinheiten erhielten vor der Fp-Nummer ein L. Außerdem wurde ihnen unterhalb der Fp-Nr. die Angabe eines Luftgaupostamtes (Lg.PA) hinzugesetzt.

    Beispiel:

    An den Gefreiten

    Heinrich BlĂŒmel

    Fp-Nr. L 20 289

    Luftgaupostamt MĂŒnster i. Westf.

    (FpAmtsbl.Vfg Nr. 73/1939 v. 15.12.1939, S. 49).

    Kleine lateinische Buchstaben, die vom 12.07.1940 an hinter solchen L-Nummern erschienen (FpAmtsblVfg Nr. 75/1949 v. 12.07.1940, S. 49) hatten nur fĂŒr die Einheiten selbst Bedeutung.

    Eine Ă€hnliche Regelung wurde am 01.12.1939 fĂŒr die Kriegsmarine eingefĂŒhrt: Fp-Sendungen an Dienststellen und Angehörige schwimmender StreitkrĂ€fte erhielten vor der Fp-Nr. ein »M«. Bei den Landmarineeinheiten war außer der Fp-Nr. auch das Abhol-Postamt anzugeben (FpAmtsblVfg Nr. 53/1939 v. 01.12.1939, S. 43). Letztere mussten vom Okt. 1941 an vor die Fp-Nr. die Buchstaben »Sch« setzen (FpAmtsblVfg Nr. 86/1941 v. 21.10.1941, S. 47). Diese Buchstaben fielen vom 01.07.1944 an wieder weg. Anstatt dessen war den Sdg. mit getarnter Anschrift an alle Dienststellen der Kriegsmarine und deren Angehörigen vor der Fp-Nr. ein »M« zu setzen und das zustĂ€ndige Marine-Postamt anzugeben (FpAmtsblVfg Nr. 51/1944 v. 20.06.1944, S. 29).

    GrundsÀtzlich waren alle Fp-Nummern, auch wenn sie mit L, Sch oder M versehen waren nur einmal ausgegeben worden. Verwechslungen durch Weglassen dieser Zusatzbuchstaben waren also nicht möglich. Diese ZusÀtze dienten lediglich dazu, ihre Leitung zu beschleunigen.

    Sonderbestimmungen:

    Die Fp-Versorgung der Heeres- und Armeetruppen war besonders schwierig, weil sich ihren UnterstellungsverhÀltnisse oft Ànderten, so dass sie oftmals keinem FpA fest zugeteilt werden konnten.

    Heerestruppen waren solche Truppen, die dem OKH unmittelbar unterstanden oder den Armeeoberkommandos (AOK) vorĂŒbergehend zugeteilte Einheiten und VerbĂ€nde. FĂŒr diese Einheiten enthielt die FpÜ I bei der Fp-Nr. nicht die Kenn-Nr. eines FpA, sondern eine besondere Kenn-Nr., die auf die nĂ€chste Wehrmachtbriefstelle verwies. Diese unterrichtete die PSSt (Postsammelstelle) laufend ĂŒber VerĂ€nderungen des fĂŒr diese Einheiten jeweils zustĂ€ndigen Postleitpunkt (PLP). Die dort die Post ĂŒbernehmende Feldpostleitstelle (FpLSt) leitete sie dann von dort zur zustĂ€ndigen Armeebriefstelle (ABSt), die entweder fĂŒr die Weiterleitung sorgte oder fĂŒr solche FĂ€lle selbst als Ausgabe- und Annahmestelle tĂ€tig wurde.

    Armeetruppen waren solche Truppen, die dem AOK unmittelbar unterstanden und ihm fĂŒr besondere Zwecke dienten, z.B. Einsatz an besonderen Brennpunkten oder Spezialeinheiten wie Artillerie, Pioniere o.Ă€. Auch bei ihnen Ă€nderten sich die UnterstellungsverhĂ€ltnisse zwischen Armeekorps (AK) oder Divisionen hĂ€ufig. Allerdings blieb diese auf den Raum des Armeeoberkommandos beschrĂ€nkt, so dass man hier zu einer verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig einfachen Maßnahme greifen konnte: in der FpÜ I erhielten die betreffenden Fp-Nummern nicht die Kenn-Nr. eines bestimmten FpA, sondern die der zustĂ€ndigen ABSt. Diese erhielt die VerĂ€nderungen jeweils vom Oberquartiermeister (OQu) der Armee ĂŒber den APM und konnte damit die Sendungen dem jeweils am gĂŒnstigsten gelegenen FpA zufĂŒhren.

  • Die Luftwaffe:
    Diese hatte zunĂ€chst keine besonderen Fp-Nummern. Sendungen fĂŒr die Luftwaffeneinheiten (Lw-Einheiten), die dem Feldheer unterstellt waren, wurden nach der FpV wie Sdg. an Heerestruppen behandelt. FĂŒr Sendungen, die an Lw-Einheiten zur VerfĂŒgung (z.V.) des OBdL (Oberbefehlshaber der Luftwaffe) gerichtet waren, war ein sehr umstĂ€ndliches Verfahren unter Einschaltung der Wehrmachtbriefstelle vorgesehen. BodenstĂ€ndige Truppen der Luftwaffe waren im Reichsluftschutzgebiet mit offener Anschrift auf dem gewöhnlichen Postweg zu befördern.
    Erst mit FpAmtsblVfg Nr. 73/1939 v. 15.12.1939, S. 49 wurde folgendes angeordnet:
    Feldpostsendungen an Dienststellen und Angehörige von bestimmten Lw-Einheiten erhalten vom 20. Dezember 1939 an in der Anschrift vor der Fp-Nr. ein »L« und unterhalb der Fp-Nr. die Angabe eines Lufgaupostamts. (LGPA/Lg.PA / siehe oben!) So bezeichnete Sendungen sind nicht mehr den PSSt oder FpPnSt, sondern den angegebene LuftgaupostĂ€mtern unmittelbar zuzufĂŒhren.
    Unter bestimmten Einheiten waren solche zu verstehen, die dem OBdL unmittelbar unterstellt waren.
    LuftgaupostĂ€mter / Eingerichtet bei / Luftgaukommando (Lg.Kdo.) / Änderungen
    Königsberg i. Pr. / Postsammelstelle / I
    Posen / Postamt / II
    Berlin / Postsammelstelle / III
    Dresden / Postamt A 24 / IV
    MĂŒnster / Postamt 2 / VI
    Unna / Postamt / VI
    MĂŒnchen / Postsammelstelle / VII
    Breslau / Postamt 2 / VIII
    Hamburg / Postamt 1 / IX
    Hannover / Postamt / am 02.03.1940 aufgehoben, dafĂŒr Lg.PA Hamburg
    Frankfurt a. Main / Postsammelstelle / XII
    NĂŒrnberg / Postamt 2 / XIII
    Wien / Postamt 12 /
    Amsterdam / - / A / am 10.08.1940 eingerichtet
    BrĂŒssel / - / B / am 20.08.1940 eingerichtet, am 12.01.1945 aufgehoben, dafĂŒr Lg.PA Unna
    Paris / - / C / am 20.08.1940 eingerichtet, am 08.09.1944 aufgehoben, dafĂŒr Lg.PA Wiesbaden
    Wiesbaden / - / - / am 08.09.1944 fĂŒr Lg.PA Paris
    Stuttgart / - / - / am 05.01.1945 eingerichtet

    Vom 12.07.1940 an (FPAmtsblVfg Nr. 75/1940) wurden Fp-Sdg. zugelassen, in deren Anschrift hinter der Fp-Nr. ein kleiner lateinischer Buchstabe erschien, z.B. L 29 814 a. Diese Bezeichnung hatte auf die Leitung der Sendungen bis zu dem in der Anschrift angegebenen Lg.PA keinen Einfluss. Mit diesem Buchstaben wurden lediglich die zu der Fp-Nr. gehörenden einzelnen Flak-Bttr.ZĂŒge, die zeitweise selbstĂ€ndig in zum Teil grĂ¶ĂŸeren Entfernungen von ihrer Batterie eingesetzt waren, besonders gekennzeichnet und dadurch die PostzufĂŒhrung fĂŒr sie erleichtert.
    Zu jedem Lg.Kdo. gehörte ein Lg.PA, das seine Unterlagen laufend vom Lg.Kdo. erhielt und die Sendungen fĂŒr die dem OBdL unterstehenden Lw-Einheiten im Heimatkriegsgebiet auf die vom Lg.Kdo. angegebenen Abhol-PÄ der Deutschen Reichspost (DRP) leitete, wo sie durch Beauftragte der Lw-Einheiten abgeholt wurden.
    Die Vermittlung der Postversorgung der dem OBdL unterstellten Einheiten im Operationsgebiet des Heeres außerhalb der Reichsgrenzen oblag den Generalkommandos der Flieger- und Flak-Korps fĂŒr die ihnen unterstellten Einheiten. Die Post fĂŒr solche Einheiten wurde nach einem bestimmten Verfahren zwischen den Gen.Kdos. der Flieger- und Flak-Korps an den zustĂ€ndigen Armeepostmeister (APM) auf entsprechende FpÄ oder ABSt geleitet, wobei letztere insoweit die Funktion eines FpA ĂŒbernahmen.
    In den besetzten Westgebieten wurden zum Teil besondere FpÄ zur Versorgung von Lw-Einheiten eingesetzt, z.T. wurden Lw-Einheiten auch solchen FpÄ zugeteilt, die so genannte bodenstĂ€ndige Einheiten versorgten und die von den Bewegungen der Truppe unberĂŒhrt blieben. Die Lg.PÄ Amsterdam, BrĂŒssel und Paris erhielten ihre Anweisungen von den fĂŒr sie zustĂ€ndigen Lg.Kdos. und leiteten die Post ĂŒber die ihnen bekannt gegebenen Fp-Verbindungen des Heeres zu den FpÄ oder ABSt, fĂŒr die AushĂ€ndigung an die Postabholer der Lw-Einheiten bestimmt wurden.

  • Die Kriegsmarine:
    Auch sie hatte anfangs ebenso wenig wie die Lw. besondere Fp-Nummern. Vorgesehen war zunĂ€chst, dass die Fp-Nr. der schwimmenden Einheiten und VerbĂ€nde in der FpÜ I einen Verweis auf das MarinepostbĂŒro Berlin SW 11 (im PA SW 11 am Anhalter Bahnhof) erhielten, das seine Unterlagen wiederum stĂ€ndig vom OKM bekam und die Post auf das PA des jeweiligen Aufenthaltshafen leitete. FĂŒr alle ĂŒbrigen Einheiten der Kriegsmarine war das Verfahren Ă€hnlich wie bei der Luftwaffe unter Einschaltung der Wehrmachtbriefstellen.
    Dies wurde am 01.12.1939 mit folgender Regelung geÀndert (FpAmtsblVfg Nr. 53/1939):
    FĂŒr Landmarineeinheiten musste auf den Fp-Sendungen außer der Fp-Nr. das Abhol-PA angegeben werden.
    Beispiel:
    An den Matr.Artl. Benno MĂŒller
    Fp-Nr. 28 074 Cuxhaven
    Derartige Sdg. waren unmittelbar den angegebenen Bestimmungsorten zuzuleiten.
    FĂŒr schwimmende StreitkrĂ€fte wurde den Fp-Nummern ein »M« vorangesetzt. Derartige Sdg. aus den Bezirken der Reichspostdirektionen Hamburg, Hannover, Bremen, Oldenburg, MĂŒnster, Kiel und Schwerin waren dem neu eingerichteten MarinepostbĂŒro in Hamburg 1, Sendungen aus den ĂŒbrigen RPD-Bezirken dem MarinepostbĂŒro Berlin SW 11 unmittelbar zuzufĂŒhren. Die Angabe von Einheiten, Schiffsnamen usw. auf Sendungen war unzulĂ€ssig. Geschah dies dennoch, waren solche Sdg. an die Absender zurĂŒckzugeben.
    Vom Okt. 1941 an mussten die Angehörigen von Landmarineeinheiten des KĂŒstenschutzes, die halboffene Anschriften verwendeten, der Fp-Nr. die Buchstaben »Sch« voransetzen.
    Beispiel:
    An den Mar.Artl. Richard Meier
    Fp-Nr. Sch 04 610
    Kiel-Friedrichsort
    FĂŒr die Leitung solcher Sdg. war dies ohne Belang, sie waren von den EinlieferungsĂ€mtern den Bestimmungsorten direkt zuzufĂŒhren (FpAmtsblVfg Nr. 86/1941 v. 21.10.1941, S. 47).
    Im Oktober des gleichen Jahres erkannte das OKW den Besatzungen von Handelsschiffen, die im Dienste oder im Auftrag der Kriegsmarine fuhren, ohne jedoch von ihr gechartert zu sein, das Recht auf GebĂŒhrenvergĂŒnstigung der Feldpost zu. Die an die Besatzungsangehörigen gerichteten Sendungen mussten in der Anschrift außer dem Vermerk »Feldpost« den Namen und die Dienststellung des EmpfĂ€nger, den Namen des Handelsschiffs und die Angabe derjenigen K.M.D (Kriegsmarinedienststelle) tragen, in deren Betreuung sich das Schiff befand. Die K.M.D. im Heimatgebiet (einschließlich der K.M.D. Rotterdam) wurden in offener Anschrift angegeben, die K.M.D. in den besetzten Gebieten mit der Fp-Nr.
    Beispiel:
    An den Trimmer Egon MĂŒller
    Dampfer »Holtenau«
    ĂŒber Admiral K.M.D. Hamburg
    oder
    An den Leichtmatrosen Erwin Meier
    Motorschiff »Cairo«
    ĂŒber Dienststelle Fp-Nr. 08 088
    (FpAmtsblVfg Nr. 90/1941 v. 31.10.1941, S. 49).
    Diese Anordnung wurde mit FpAmtblVfg Nr. 61/1942 dahingehend ergĂ€nzt, dass in den Anschriften der Fp-Sdg. an die Besatzungen gewisser Handelsschiffe aus GrĂŒnden der Geheimhaltung der Name des Schiffes nicht mehr genannt werden durfte. DafĂŒr erschien in der Anschrift lediglich die Fp-Nummer der zustĂ€ndigen K.M.D. mit dem Zusatzbuchstaben »Z« und einer Ziffer, die das Schiff bezeichnete.
    Beispiel:
    An den I. Offizier Bruno Schmidt
    Fp-Nr. 08 088 Z 4
    Am 15.01.1943 wurde das MarinepostbĂŒro Berlin vom PA Berlin SW 11 nach der PSSt Berlin verlegt und nannte sich nunmehr nur »MarinepostbĂŒro Berlin« ohne jegliche ZusĂ€tze (FpAmtsblVfg Nr. 1/1943 v. 12.01.1943, S. 1).
    Vom 01.07.1944 an wurde die Postversorgung der Kriegsmarine vollkommen neu geregelt. Dazu wurden 6 MarinepostĂ€mter eingerichtet, und zwar in Berlin, Hamburg, Amsterdam, BrĂŒssel, Paris und Wien. Von diesem Zeitpunkt an musste bei den mit getarnter Anschrift eingelieferten Fp-Sendungen an alle Dienststellen und Angehörigen der Kriegsmarine vor die Fp-Nr. ein »M« gesetzt werden und außerdem das zustĂ€ndige Marinepostamt angegeben werden. Gleichzeitig fiel das »Sch« vor der Fp-Nummer weg.
    Die ZufĂŒhrung der Post zu den Marine-PÄ regelte sich wie zu den Lg.PÄ (FpAmtsblVfg Nr. 51/1944 v. 20.06.1944, S. 29).
    Die RĂŒckzugsbewegungen Ende 1944 fanden dabei ihren Ausdruck in folgender kurzer FpAmtsblVfg Nr. 113/1944 v. 20.10.1944, S. 52:
    "Sendungen fĂŒr das Marinepostamt BrĂŒssel und fĂŒr das Marinepostamt Koblenz (frĂŒher Paris) sind von sofort an auf das Marinepostamt Wiesbaden zu leiten."

    (...)

  • SS-Feldpost:

    Gab es nach der FpV nicht. FĂŒr die der Kriegswehrmacht zugeteilten Einheiten der SS-VT/Waffen-SS war eine solche Sondereinrichtung nicht notwendig, denn diesen Einheiten waren Fp-Nummern zugeteilt worden. Dem RFSSuChdDtPol war auf Grund besonderer Vereinbarungen mit dem RPM jedoch zugestanden, dass Sendungen von Dienststellen und Angehörigen der Waffen-SS, soweit sie nicht der Kriegswehrmacht zugeteilt waren, und der im Generalgouvernement (GG) fĂŒr die besetzten polnischen Gebiete eingesetzten Ordnungspolizei (OrPo) und der ihr zugeteilten Hilfspolizei und die an sie gerichteten Sdg. als SS-Feldpostsendungen befördert wurden. Die Sendungen mussten den Vermerk

    »SS-Feldpost«, die Bezeichnung der Einheit und den Standort der Einheit als Bestimmungsort tragen. Sie trugen demnach offene Anschriften und wurden unmittelbar den Bestimmungsorten zugeleitet. Ansonsten galten dafĂŒr die allgemeinen Bestimmungen fĂŒr die Zulassung und die GebĂŒhren fĂŒr Fp-Sendungen, jedoch mit der EinschrĂ€nkung, dass die Ein- und Auszahlungen auf dem Barzahlungswege zu geschehen hatten (FpAmtsblVfg Nr. 53/1940 v. 06.05.1940, S. 33).

    Im Laufe der Zeit wurden in diese Regelung immer mehr SS-Einheiten und auch solche der Polizei einbezogen. Alle von diesen Einheiten und ihren Angehörigen ausgehenden Sendungen mussten im Gegensatz zu den Fp-Sendungen der Wehrmachtsangehörigen - fĂŒr diese genĂŒgte ein Tagesstempelabdruck des FpA - den Briefstempel der Einheit tragen. Trugen sie ihn nicht, unterlagen sie den GebĂŒhren des normalen Postdienstes.


    Aufstellung aller an diesem Verfahren teilnehmenden Einheiten:

    AmtsblVfg Nr. 78/1940 v. 19.07.1940:


    1.) Die in den Niederlanden eingesetzten Einheiten der OrPo

    FpAmtsblVfg Nr. 82/1940 v. 09.08.1940:

    2.) Die im Elsaß und in Lothrigen eingesetzten Einheiten der OrPo

    FpAmtsb.Vfg Nr. 88/1940 v. 06.09.1940:

    3.) Die in Luxemburg eingesetzten Einheiten der OrPo

    FpAmtsblVfg Nr. 19/1941 v. 03.03.1941:

    4.) In Lothringen eingesetzte NSKK-Verkehrskompanie

    (2 bis 4 wurden mit AmtsblVfg Nr. 65/1941 v. 05.08.1941 aufgehoben)

    FpAmtsblVfg Nr. 60/1941 v. 08.07.1941:

    5.) In den untersteirischen Gebieten eingesetzte OrPo Alpenland

    FpAmtsblVfg Nr. 85/1941 v. 26.09.1941:

    6.) In KĂ€rnten und Krain eingesetzte Einheiten der OrPo

    FpAmtsblVfg Nr. 98/1941 v. 25.11.1941:

    7.) Die in den Bezirken Bialystok, Galizien, Ostland und Ukraine eingesetzten Einheiten der OrPo, TeNo und der NSKK-Kpn.

    FpAmtsblVfg Nr. 68/1941 v. 23.06.1942:

    8.) Stab des Befh. der OrPo Frankreich in Paris

    (aufgehoben mit AmtsblVfg Nr. 71/1942 v. 28.07.1942)

    FpAmtsblVfg Nr. 97/1942 v. 06.10.1942:

    9.) Ersatz-Kp. der Waffen-SS Zeesen und ihre in den besetzten Gebieten eingesetzten Einheiten

    FpAmtsblVfg Nr. 53/1943 v. 18.05.1943:

    10.) Zivilangestellte bei der Waffen-SS-Einheiten außerhalb des Reichsgebiets

    FpAmtsblVfg Nr. 77/1943 v. 09.07.1943:

    11.) Die durch ihren Einsatz von der Familie getrennten SS-Nachrichtenmaiden bei Waffen-SS-Einheiten innerhalb und außerhalb des Reichsgebiets

    FpAmtsblVfg Nr. 84/1944 v. 29.08.1944:

    12.) Die in den Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches KĂŒstenland eingesetzten Einheiten der OrPo

    FpAmtsblVfg Nr. 150/1944 v. 29.12.1944:

    13.) Chef der OrPo, Höh.SSuPF, Befh.d.OrPo, SS-Pol.Rgter, -Btle. und -Kpn.; Pol.Rgter, -Btle. und -Kpn.; Pol.Wach-Btle. und -Kpn., Pol.LdsSchtz.Btle. und -Kpn., Pol.Ausb.Btle. und -Kpn., Pol.Nachr.-(usw.)Abt., - Btle., - Kpn., -Schwadr. sowie -Staffeln, Pol.Lehrabt., -Btle. und -Kpn., Pol.Art.Abt. und -Bttrn., SS-Gend.Btle., -Kpn. und Gend.ZĂŒge (mot.), Gend.Ers.Abt., -Btle und -Kpn., Pol.San.-(usw.)Ers.Abt., -Btle., -Kpn., Schwadr. sowie -Staffeln, Pol.Nachschub-Kol. und -Stellen, Pol.Trsp.Kol., Pol.Einsatz-Leitstellen, Pol.Alarm-Flak-Bttrn., Feuerschutz-Pol.Abt. und -Kpn., Feuerschutz-Ers.Abt. und -Kpn., TeNo-Abt. und -Kpn., SS-Pol.Lazarette und SS-Pol.Kurlazarette, Pol.Versehrten-Abt. des Staatskrankenhauses der Polizei in der Pol.Schule f. LeibesĂŒbungen, Berlin-Spandau mit Zweigstellen in Erlenbruck b. Hinterzarten (Schwarzwald), KitzbĂŒhel, Sudelfeld b. Bayrischzell, Oberjoch (ĂŒ. Hindelang), Genesenden-Kpn., Pol.Schulen (einschließlich Gendarmerie-, Wasserschutz- Polizeischulen sowie Schulen der Feuerschutz-Polizei).

    Bei der zuletzt unter 13. aufgefĂŒhrten Regelung kann man erkennnen, wie die "totale Mobilisierung" aussah; es wurde alles zusammengekratzt, was noch halbwegs brauchbar erschien, eine Waffe in die Hand nehmen zu können.

    Der Heeresfeldpostmeister (Ziegler) war fĂŒr das gesamte Fp-Wesen zustĂ€ndig, also nicht nur fĂŒr die postalische Versorgung des Heeres, sondern auch der beiden anderen Wehrmachtteile (Kriegsmarine, Luftwaffe) der Waffen-SS und der im Kriegseinsatz stehenden Einrichtungen ziviler Art (z.B. Polizei, Zollgrenzschutz, OT und RAD). Feldpostnummern wurden nur bei Einsatz außerhalb der Reichsgrenzen ausgegeben. Formationen und Dienststellen im Heimatkriegsgebiet, Protektorat Böhmen und MĂ€hren sowie im Generalgouvernement (Polen) waren in der Regel unter offener Anschrift zu erreichen. Sie erscheinen in der FpÜ nur dann, wenn sie - wie es hĂ€ufig gegen Kriegsende geschah - zu AlarmeinsĂ€tzen herangezogen wurden und dann ebenfalls Fp-Nummern erhielten, wie vorher schon die mobilen Truppenteile, KommandostĂ€be oder sonstige Dienststellen an der Front oder besetzten Gebieten. Vereinfachend lĂ€sst sich also sagen, dass in der FpÜ alle FeldverbĂ€nde der Deutschen Wehrmacht und des Wehrmachtgefolges im Zweiten Weltkrieg erfasst sind, Ersatztruppenteile und Heimatdienststellen hingegen nur in AusnahmefĂ€llen.

    Es fehlen aber auch Umbenennungen und Neuaufstellungen der letzten Kriegsmonate, bei denen es nicht mehr zu Berichtigungen und NeueintrĂ€gen in der FpÜ gekommen ist.

    Da es bis zur Neuvergabe/Streichung einer Fp-Nr. oftmals zu "Überschneidungen" kam, kann bzw. sollte man zu einer Fp-Nr. die zu diesem Zeitpunkt benannt wird, aber nicht stimmig erscheint, keine Fehlinterpretationen tĂ€tigen.

    (...)

  • Laufzeit und Umfang der Ausgaben der FpÜ Teil II:



    [U] = Urdruck: Mobilmachung - 01.01.1940 / Fp-Nr. 00 001 - 39 999

    [1] = 1. Neudruck: 02.01.1940 - 27.04.1940 / Fp-Nr. 00 001 - 39 999

    [2] = 2. Neudruck: 28.04.1940 - 14.09.1940 / Fp-Nr. 00 001 - 39 999

    [3] = 3. Neudruck, Band 1: 15.09.1940 - 31.01.1941 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [3] = 3. Neudruck, Band 2: 25.09.1940 - 15.02.1941 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [3] = 3. Neudruck, Band 3: 01.10.1940 - 27.02.1941 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000

    [4] = 4. Neudruck, Band 1: 01.02.1941 - 11.07.1941 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [4] = 4. Neudruck, Band 2: 16.02.1941 - 18.07.1941 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [4] = 4. Neudruck, Band 3: 28.02.1941 - 29.07.1941 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000

    [5] = 5. Neudruck, Band 1: 12.07.1941 - 26.01.1942 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [5] = 5. Neudruck, Band 2: 19.07.1941 - 14.02.1942 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [5] = 5. Neudruck, Band 3: 30.07.1941 - 28.02.1942 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000

    [6] = 6. Neudruck, Band 1: 27.01.1942 - 14.07.1942 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [6] = 6. Neudruck, Band 2: 15.02.1942 - 30.07.1942 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [6] = 6. Neudruck, Band 3: 01.03.1942 - 07.09.1942 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000

    [7] = 7. Neudruck, Band 1: 15.07.1942 - 24.01.1943 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [7] = 7. Neudruck, Band 2: 31.07.1942 - 09.02.1943 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [7] = 7. Neudruck, Band 3: 08.09.1942 - 11.03.1943 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000
    [7] = 7. Neudruck, Band 4: 20.10.1942 - 09.01.1943 / Fp-Nr. 48 001 - 56 000

    [8] = 8. Neudruck, Band 1: 25.01.1943 - 31.07.1943 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [8] = 8. Neudruck, Band 2: 10.02.1943 - 23.08.1943 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [8] = 8. Neudruck, Band 3: 12.03.1943 - 07.09.1943 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000
    [8] = 8. Neudruck, Band 4: 10.01.1943 - 26.09.1943 / Fp-Nr. 48 001 - 56 000

    [9] = 9. Neudruck, Band 1: 01.08.1943 - 23.03.1944 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [9] = 9. Neudruck, Band 2: 24.08.1943 - 05.04.1944 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [9] = 9. Neudruck, Band 3: 08.09.1943 - 22.04.1944 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000
    [9] = 9. Neudruck, Band 4: 27.09.1943 - 07.05.1944 / Fp-Nr. 48 001 - 60 000
    [9] = 9. Neudruck, Band 5: 15.02.1943 - 17.05.1944 / Fp-Nr. 60 001 - 64 000 und 80 001 - 88 000

    [10] = 10. Neudruck, Band 1: 24.03.1944 - 06.11.1944 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [10] = 10. Neudruck, Band 2: 06.04.1944 - 09.11.1944 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [10] = 10. Neudruck, Band 3: 23.04.1944 - 24.11.1944 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000
    [10] = 10. Neudruck, Band 4: 08.05.1944 - 05.12.1944 / Fp-Nr. 48 001 - 64 000
    [10] = 10. Neudruck, Bd. 4a: 20.09.1944 - 19.12.1944 / Fp-Nr. 64 001 - 68 000
    [10] = 10. Neudruck, Band 5: 18.05.1944 - 19.12.1944 / Fp-Nr. 80 001 - 88 000

    [11] = 11. Neudruck, Band 1: 07.11.1944 - 08.05.1945 / Fp-Nr. 00 001 - 16 000
    [11] = 11. Neudruck, Band 2: 10.11.1944 - 08.05.1945 / Fp-Nr. 16 001 - 32 000
    [11] = 11. Neudruck, Band 3: 25.11.1944 - 08.05.1945 / Fp-Nr. 32 001 - 48 000
    [11] = 11. Neudruck, Band 4: 06.12.1944 - 08.05.1945 / Fp-Nr. 48 001 - 64 000
    [11] = 11. Neudruck, Band 5: 20.12.1944 - 08.05.1945 / Fp-Nr. 64 001 - 68 100 und 80 001 - 88 000

    Es existierte auch noch ein 12. Neudruck, datiert vom 06.02.1945 - dieser enthielt die Berichtigungslisten Nr. 1 - 1844.
    Siehe: Tessin/Kannapin, Waffen-SS und Ordnungspolizei im Kriegseinsatz 1939-1945

    Sammel-Feldpostnummern waren in den besetzten Gebieten West- und Nordeuropas (Belgien, DĂ€nemark, Frankreich und Norwegen) in Verwendung, wenn eine große Anzahl ortsfester Dienststellen sowie Truppenteile stĂ€ndig vom gleichen FpA versorgt wurden. Jeder EmpfĂ€nger erhielt zur einheitlichen Fp-Nr. dann einen Großbuchstaben als Zusatz, wenn es nötig war auch derer zwei zugeteilt.
    Besonderer Hinweis fĂŒr drei bestimmte Kenn-Nummern
    K-299: Kenn-Nr. fĂŒr Truppen der Luftwaffe, welche zur VerfĂŒgung des OBdL stehen (FpV, Ziffer 89).
    K-666: Kenn-Nr. fĂŒr schwimmende Einheiten und VerbĂ€nde der Kriegsmarine (FpV, Ziffer 91). Es gab folgende angehĂ€ngte Großbuchstaben fĂŒr die einzelnen Marine-PostĂ€mter A = Amsterdam, B = Berlin, H = Hamburg, P = Wiesbaden und W = Wien.
    Die vorgenannten Kenn-Nummern können im Feldpost-Stempel nicht vorkommen!
    K-733: Kenn-Nr. fĂŒr Heerestruppen. Ab Anfang 1945 beim FpA 1002 z.b.V., tĂ€tig fĂŒr das XIII. (röm. 13.) Armeekorps. Ab MĂ€rz 1945 beim Feld-Postamt SS-29.

    (...)

  • Die Organisation der Feldpost innerhalb des Heeres:


    Die Feldpost gliederte sich in drei Instanzen:
    1. Heeresfeldpostmeister (HPM)
    2. Armeepostmeister (APM)
    3. Feldposteinheiten
    Der HPM hatte die Gesamtleitung der Feldpost. Seine Dienststelle, aus drei Referenten sowie einer entsprechenden Anzahl von Sachbearbeitern und HilfskrĂ€ften bestehend, bildete die Gruppe Feldpost beim Generalquartiermeister (GenQu) des OKH. Seine AusfĂŒhrenden Organe waren die APM, meist OberpostrĂ€te, die zum Stab des Oberquartiermeisters (OQu) bei den Armeeoberkommandos (AOK), in einzelnen FĂ€llen auch bei den Heeresgruppen (HGr.), gehörten. Jeder APM verfĂŒgte wiederum ĂŒber drei Referenten (FeldpostrĂ€te o. FeldpostoberrĂ€te) mit Sachbearbeitern und HilfskrĂ€ften. Den APM schließlich waren die Feldposteinheiten ihres Armeebereichs unterstellt.

    Die Fp-Einheiten bestanden aus:
    1. FeldpostĂ€mter (FpÄ)
    2. FeldpostĂ€mter zur besonderen Verwendung (FpÄ z.b.V.)
    3. Armeebriefstellen (ABSt)
    4. Armeefeldpostleitstellen (AFpLSt)
    Die FpÄ mit einer SollstĂ€rke von 18 Mann waren als Annahme- und AusgabeĂ€mter jeder HGr., jeder Armee, jedem Armee-Korps (AK) und jeder Division zugeteilt. Sie waren motorisiert und hatten je 4 Kraftfahrzeuge, darunter ein Kraftomnibus mit eingebauter BĂŒroeinrichtung, Vermittlungsstelle und einem Schalter. Leiter eines FpA war ein Feldpostmeister.
    Die FpÄ z.b.V. wurden zu Sonderaufgaben eingesetzt, z.B. im Transport-, Begleit- und Umschlagdienst.
    Jeder Armee war fĂŒr ihren Bereich eine ABSt zugeteilt. Diese hatte, ebenfalls motorisiert, eine SollstĂ€rke von 59 Mann. Ihre Aufgabe bestand in der Bearbeitung der Heerespost, d.h. der Post, die innerhalb der Armee oder zwischen den einzelnen Armeen auszutauschen war. Außerdem war sie Sammelstelle fĂŒr Post an die Einheiten, die nicht zu einem Korps- oder Divisionsverband gehörten.
    Jede Armee besaß ferner eine AFpLSt. Auch sie war motorisiert und hatte eine SollstĂ€rke von 54 Mann. Die AFpLSt ĂŒbernahm und ĂŒbergab an dem zustĂ€ndigen Postleitpunkt (PLP) die nach dem Felde bestimmte und von dort kommende Feldpost und stellte Feldtransport benötigten Begleiter sowie Fahrzeuge, richtete Umschlagstellen fĂŒr ihren Armeebereich ein, kurz, sie war fĂŒr die ZufĂŒhrung der fĂŒr die Armee bestimmten Post und fĂŒr die Ableitung der Heimatpost verantwortlich.
    Jeder APM hatte fĂŒr seinen Armeebereich einen PLP, einen anfangs nah der deutschen Reichgrenze gelegene Ort, an dem der ZustĂ€ndigkeitsbereich der DRP endete und auf den die fĂŒr den Bereich des APM bestimmte Post aus der Heimat und die aus seinem Bereich aus dem Felde kommende Post zu leiten war.

    BILD 1
    BILD 2
    Die Stellung der Feldpostbeamten:
    Die Fp-Beamten waren Wehrmachtsbeamte auf Kriegsdauer, da die Feldpost nur im Krieg aufgestellt wurde. Sie trugen die Uniform der Wehrmachtsbeamten mit entsprechenden Rangabzeichen und den Buchstaben FP (s.o.) auf den SchulterstĂŒcken. Die Fp-Beamten des einfachen Dienstes standen im allgemeinen Range von Unteroffizieren, die des mittleren, gehobenen und höheren Dienstes im allgem. Range von Offizieren, der HPM im Generalsrang. Die GesamtpersonalstĂ€rke der Feldpost belief sich wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges auf allen KriegsschauplĂ€tzen auf etwas mehr als 12.000 Mann. Die Verluste betrugen mehrere tausend Mann. Genauere Zahlenangaben sind mangels ausreichender Unterlagen nicht möglich. Es ist nur hier und da erkennbar, dass man als Folge der Verluste und der weitrĂ€umigen Aufgaben der Feldpost immer mehr auf die Ă€lteren JahrgĂ€nge zurĂŒckgreifen musste, wie z.B. an einer noch vorhandenen VerfĂŒgung einer Reichspostdirektion (v. 27.03.1943) ersichtlich. Danach musste nach Ausschöpfung der jĂŒngeren JahrgĂ€nge auf die JahrgĂ€nge 1894 bis 1900 zurĂŒckgegriffen werden.

    (...)

  • Sicherung von Feldposttransporte:

    Die besonderen Transportschwierigkeiten im Osten bestanden in den enormen Entfernungen und der starken GefĂ€hrdung der Transporte durch die rege PartisanentĂ€tigkeit in den weitlĂ€ufigen rĂŒckwĂ€rtigen Heeresgebieten. Unter diesen UmstĂ€nden war ohne besondere Sicherung der Fp-Transporte nicht auszukommen.

    WĂ€hrend fĂŒr die Begleitung der nicht so zahlreichen Sw (GĂŒterwagen mit Feldpost, kurz: Sw = Sackwagen) mit Nachrichtenpost Fp-Beamte eingesetzt werden konnten, standen fĂŒr die Sicherung der nach Aufhebung der PĂ€ckchensperre (Pn-Sperre) im Oktober 1941 verkehrende Feldpostsonderzug (FpSz) keine FachkrĂ€fte mehr zur VerfĂŒgung. HierfĂŒr waren, da es sich stets um grĂ¶ĂŸere Transporte handelte, stĂ€rkere Kommandos erforderlich. Solche waren aus dem Personal der FpLSt und FpÄ z.b.V. nicht mehr zu gewinnen, da deren KrĂ€fte ohnehin durch den Begleitdienst fĂŒr die Nachrichtenpost auf den langen Strecken und durch den Umschlagdienst bei den FpUSt stark in Anspruch genommen waren. FĂŒr den Begeit- und Sicherungsdienst auf den Strecken von den PLP an bis zu den AFpLSt bzw. FpUSt und umgekehrt und fĂŒr Bewachungszwecke wurde deshalb der Feldpost im Osten am 15.10.1941 das Wach-Bataillon 604 mit 3 Kompanien zugewiesen. Es unterstand truppendienstlich seinem Kommandeur, wĂ€hrend den fachlichen Einsatz der APM Ost in Auftrage des HPM regelte und beaufsichtigte.

    Der Einsatz dieses Bataillons richtete sich nach der Menge der fĂŒr die einzelnen Bereiche anfallenden Post und der LĂ€nge der Transportstrecken. Im Einvernehmen mit den beteiligten Front-APM wurden zunĂ€chst im Bereich der HGr. Mitte zwei Kpn. und im Bereich der HGr. SĂŒd eine um einen Zug verstĂ€rkte Kp. eingesetzt.

    Die Befehlsstelle des Wach-Btl. 604 und der 1. Kp. lagen in Brest Litowsk, die der 2. Kp. in Smolensk und der 3. Kp. in Lemberg bzw. nach Verlegung des PLP in Berditschew. Die Verteilung der bei den FpLSt und FpUSt eingesetzten Kommandos richtete sich nach den wechselnden Postversorgungsaufgaben in dem fĂŒr den Einsatz des Bataillons vorgesehenen weiten Raum.

    WĂ€hrend die Aufgabe der Begleitmannschaften ursprĂŒnglich nur in der Sicherung der Fp-Transporte bestand, wurden diese spĂ€ter - vor allem auf den Strecken des Frontbereichs - auch zur Begleitung und zur Übergabe/Übernahme der nachzuweisenden Fp-Sendungen ohne jegliche UnterstĂŒtzung durch Fp-Beamte herangezogen. Damit wurden die ohnehin sehr knappen Fp-FachkrĂ€fte fĂŒr andere Aufgaben frei.

    Die Umstellung der Postversorgung in den bereichen der HGr. Mitte und SĂŒd im August 1942 brachte auch einen Änderung des eingesetzten Wach-Btl. 604 mit sich. Die AFpLSt waren mit ihren Kdos. in die Armeegebiete nachgezogen worden. Die Postverbindungen von den PLP zur Front verlĂ€ngerten sich im SĂŒden immer mehr Richtung Osten. Dadurch erhöhten sich selbstverstĂ€ndlich auch die vom PLP Berditschew aus durchzufĂŒhrenden Begleiterleistungen, die zudem durch das Hinzukommen zweier neuer Nachschubstrecken (Kiew - Woroshba - Charkow fĂŒr die 6. Armee und Woroshba - Kursk fĂŒr die 2. Armee) betrĂ€chtlich anwuchsen. Daher wurde nach Aufgabe der Strecken Minsk - Gomel und Gomel - Orel die 1. Kp. aus dem Bereich der HGr. Mitte herausgezogen und nach Jassinowataja verlegt.

    Da die Begleiterleistungen von Berditschew aus im besonderen Maße angestiegen waren, wurde außerdem die 3. Kp. in Beditschew entsprechend verstĂ€rkt. Der Sicherungsdienst im Bereich der HGr. Mitte wurde seitdem ausschließlich von der 2. Kp. wahrgenommen.

    Die Aufgaben des Bataillons, dessen Kommandos zunĂ€chst nur bei und von den PLP an in Richtung Front verwendet werden sollten, mussten bereits bei Beginn seines Einsatzes erweitert werden. Mit RĂŒcksicht auf die unsicheren BeförderungsverhĂ€ltnisse auf der Strecke Warschau - Brest Litowsk, wo fast tĂ€glich ÜberfĂ€lle auf die Fp-Transporte versucht wurden, musste dem Btl. zusĂ€tzlich die Begleitung der Fp-Wagen von Warschau ab ĂŒbertragen werden. Aus dem gleichen Grunde wurde auch die Sicherung des FpSz De 5099 von Lemberg an auch nach Verlegung des PLP nach Berditschew beibehalten.

    Die zunehmende Beraubung von Fp-Wagen wĂ€hrend der Beförderung in den besetzten Gebieten machten es schließlich notwendig, die ZĂŒge auch auf den Strecken zwischen Krakau und Lemberg bzw. Kutno und Brest Litowsk durch Soldaten zu sichern. Die Begleitung ĂŒbernahm ein Kdo. der 3. Kp. in Berditschew und das verst. Kdo. in Brest Litowsk.

    Auf lĂ€ngere Sicht war aber diese zusĂ€tzliche Belastung des Wach-Btl. 604 nicht tragbar. Am 25.04.1942 wurde deshalb die Begleitung der FpSz zwischen Kutno und Brest Litowsk sowie Krakau und Berditschew dem Transportbegleit-Regiment 702 in Warschau und dem LandesschĂŒtzen-Bataillon 595 in Lemberg ĂŒbertragen. Das Trsp.Begl.Rgt. 702 ĂŒbernahm außerdem die Sicherung der Fp-Wagen zwischen Warschau und Brest Litowsk. Das Ldschtz.Btl. 595 zusĂ€tzlich die Begleitung der Fp-Wagen fĂŒr Kiew. Zwischen Posen und Kutno wurde der FpSz De 5139 von Begleitern des Luftgaukommandos II (LgKdo. II) gesichert. An Stelle des Trsp.Begl.Rgt. 702 trat im September 1942 das LandesschĂŒtzen-Bataillon 862, das nach der Änderung der StreckenfĂŒhrung den FpSz vom 10.10.1942 an bis Bialystok begleitete. Die Sicherung auf der Strecke Bialystok - Smolensk ĂŒbernahm das Begleit-Bataillon 612 in Bialystok.

    AnlĂ€sslich der Neuabgrenzung der ZustĂ€ndigkeitsbereiche der WTL (Wehrmachtstransportleitung) Weichsel und Dnjepropetrowsk wurde auch die Begleitung des FpSz De 5099/5100 neu geregelt. Den Sicherungsdienst auf der Strecke Myslowitz - Radziwillow ĂŒbernahm das Sicherungs-Bataillon 615, auf der Strecke Radziwillow - Berditschew das Sicherungs-Bataillon 325.

    Die StĂ€rken der Begleitkommandos (s.u. Bild 2: Begl.Kdo. f. FpSz De 5100) richtete sich nach der Zahl der zu sichernden Wagen und der GefĂ€hrdung der Strecke. Durch die Gebiete, in denen ÜberfĂ€lle besonders hĂ€ufig versucht wurden, waren in der Regel Kdos. in der StĂ€rke von 5, auf den Frontstrecken bis zu den Endpunkten der Fp-ZĂŒge solche in StĂ€rke von 4 Mann eingesetzt.

    BILD 1

    BILD 2
    Der HPM Ziegler in seinen Erinnerungen:

    ..."Bis November 1944 hatte ich die Verlustziffern aufgrund monatlicher Meldungen der APM persönlich zusammengestellt. Damals ĂŒberschritt die Zahl der an Krankheit - ĂŒberwiegend an Fleckfieber - Verstorbenen, Gefallene und Vermisste schon erheblich das zweite Tausend. Wenn in den Jahren 1939 und 1940 nur verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige in AusĂŒbung ihres Dienstes ihr Leben haben lassen mĂŒssen, in erster Linie Kraftfahrer und Begleitmannschaften durch Minensprengungen auf Dienstfahrten und mehrere MĂ€nner eines Vorkommandos auf einem vor Oslo gesunkenen Kreuzer, so erhöhte sich ihre Zahl im Russlandfeldzug durch seine tausendfachen Beschwerden und ZwischenfĂ€lle in steiler Kurve. Unsere MĂ€nner waren bei ihrer ArbeitsausĂŒbung in FrontnĂ€he - manches Feldpostamt lag wenig geschĂŒtzt nur einen Kilometer hinter der Frontlinie - in der stĂ€rksten Gefahrenzone, denn Fliegerangriffe, Artilleriefeuer, ÜberfĂ€lle auf dem Marsche und in den UnterkĂŒnften durch Partisanen und regulĂ€re Sowjettruppen bedrohten unausgesetzt ihr Leben. Ganze FeldpostĂ€mter sind auf dem Marsche oder im Quartier vom Feinde ausgehoben worden, ohne dass eine spĂ€tere AufklĂ€rung ĂŒber ihren Verbleib je gelungen wĂ€re. In einem Fall ĂŒberbrachte ein allein in Sicherheit gekommener verwundeter Feldpostschaffner die Kunde von dem feindlichen Überfall auf seine weiteren 17 Kameraden.

    Wenn ich noch erwĂ€hne, dass auch die Zahl der Schwer- und Leichtverwundeten unter den Feldpostlern betrĂ€chtlich gewesen ist, so bedarf es keines weiteren Wortes ĂŒber die GrĂ¶ĂŸe des Unheils."...

    Die RĂŒckzĂŒge am Schluss des Krieges, z.B. auf dem Land- und Seewege aus Ostpreußen nach der Danziger Bucht und dem Odergebiet, haben die Verluste noch wesentlich erhöht und werden sich kaum jemals vollstĂ€ndig feststellen und aufklĂ€ren lassen.

    BILD 3
    BILD 4

  • Fp-Verkehr der im Heeresgefolge eingesetzten ehem. russ. Kriegsgefangenen und russ. Landesbewohner:
    Dieser wurde im SpĂ€tsommer 1942 eingerichtet (FpAmtsblVfg Nr. 85/1942 v. 01.09.1942). TatsĂ€chlich traten viele Russen in den Dienst der dt. Wehrmacht, sei es ArbeitskrĂ€fte, sei es als Soldaten. Um ihnen mit ihren Angehörigen, soweit sie in den besetzten Ostgebieten beheimatet waren, eine Verbindung zu ermöglichen, wurde ein entsprechender beschrĂ€nkter Fp-Verkehr zugelassen. Er war zunĂ€chst auf den Austausch von monatlich 2 Fp-Karten mit (RĂŒck-)Antwort beschrĂ€nkt, fĂŒr die ein besonderes Formblatt mit zweisprachigem Vordruck (deutsch/russisch) hergestellt wurde. Die Karten, die den ehem. russ. Kriegsgefangenen von ihrer Wehrmachteinheit oder Wehrmachtdienststelle geliefert wurden, wurden gebĂŒhrenfrei als Fp-Sdg. befördert. Sie wurden bei den Wehrmachtsdienststellen abwehrmĂ€ĂŸig geprĂŒft. In einem aus dieser Zeit vorliegenden Bericht einer Fp-Dienststelle (APM) heißt es dazu:
    Der am 20.8.1942 eröffnete gebĂŒhrenfreie Postverkehr fĂŒr ehemalige russischen Kriegsgefangene, die in das Heer oder Wehrmachtgefolge eingegliedert waren, lief nur langsam an. Er nahm auch nach Überwindung der Anfangsschwierigkeiten - verzögerte Belieferung mit PostkartenformblĂ€ttern, Fehlen der fĂŒr die abwehrmĂ€ĂŸige PrĂŒfung notwendigen KrĂ€fte, nicht rechtzeitige oder unzulĂ€ngliche Unterrichtung der EinheitsfĂŒhrer u.a. - nicht den erwarteten Umfang an. Die Ursache dĂŒrfte neben der großen Zahl von Analphabeten unter den Gefangenen in einer gewissen Scheu und Abneigung gegenĂŒber jeden Schriftverkehr zu suchen sein. Die Bearbeitung dieser Sendungen wurde einer besonderen Verteilstelle bei der ABSt ĂŒbertragen. (...) FĂŒr die Abwicklung des Postverkehrs zwischen den im Reich eingesetzten russischen Arbeitern und ihren Angehörigen fiel dagegen eine große Zahl von Sendungen an.
    Wenn es in dem Bericht nicht klar ausgesprochen wurde, so war es doch offenbar so, dass die freiwillig in den Dienst der dt. Wehrmacht eingetretenen ehem. russ. Kriegsgefangenen die Kommunikation aus Furcht vor spÀteren Repressalien scheuten. Die unter Zwang in das Reich verbrachten ArbeitskrÀfte brauchten dies nicht.
    (Anmerkung UHF51: Obwohl uns die Geschichte spÀter eines Besseren belehrte!)
    Die Bestimmungen ĂŒber diesen Fp-Verkehr wurden mit FpAmtsblVfg Nr. 12/1943, S. 5 und Nr. 10/1944, S. 5, noch erweitert, dennoch hat dieser Verkehr keinen nenneswerten Umfang angenommen, so dass hier die ErwĂ€hnung genĂŒgt. Die in die Wlassow-Armee gesetzten Hoffnungen verflĂŒchtigten sich doch ziemlich schnell wieder.


    Fp-Verkehr Alpenvorland:
    Nach der italienischen Kapitulation am 03.09.1943 und der KriegserklĂ€rung der Bodaglio-Regierung an Deutschland Ă€nderte sich die Situation in Italien grĂŒndlich. Italien war im sĂŒdlichen Teil zum Kriegsgebiet, im nördlichen Teil zum besetzten Gebiet geworden. Im Alpenvorland - von SĂŒden aus gesehen - zu dem die Provinzen Bozen, Trient und Belluno rechneten, wurde die Deutsche Dienstpost Alpenvorland eingerichtet.
    Um den als deutsche Soldaten in der Wehrmacht stehenden 'Volksdeutschen' aus diesem Raume die Verbindung mit ihren Angehörigen in der Heimat zu ermöglichen, wurden sie zum Fp-Verkehr zugelassen. Dieser Verkehr wurde ĂŒber die "Deutsche Dienstpost Alpenvorland" abgewickelt, und zwar zu denselben Bestimmungen wie im ĂŒbrigen Fp-Verkehr. Die Fp-Sendungen in Richtung Alpenvorland mussten in der Anschrift den Vermerk "Feldpost nach Alpenvorland" und in Richtung aus dem Alpenvorland den Vermerk "Feldpost aus Alpenvorland" tragen (FpAmtsblVfg Nr. 5/1944 v. 28.01.1944, S. 3).


    Fp-Verkehr der in der dt. Wehrmacht eingesetzten italienischen Soldaten und Hilfswilligen:
    Die erwĂ€hnten politischen VerhĂ€ltnisse in Italien hatten aber auch noch andere Auswirkungen. Ein Teil der italienischen Soldaten kĂ€mpften nĂ€mlich deutscher Seite weiter, nachdem sie in die dt. Wehrmacht eingegliedert worden waren. Die Zulassung der in der deutschen Wehrmacht eingesetzten italienischen Soldaten und Hilfswilligen, sowie der italienischen Dienststellen zum deutschen Fp-Verkehr wurde mit FpAmtsblVfg Nr. 16/1944 v. 29.02.1944, S. 8, bekanntgegeben. Die von ihnen ausgehenden oder an sie gerichteten Fp-Sdg. wurden ebenso wie die dt. Fp-Sendungen behandelt, unterlagen jedoch der abwehrmĂ€ĂŸigen PrĂŒfung. Sdg. von italienischen Soldaten an EmpfĂ€nger im deutsch besetzten Italien waren auf die zustĂ€ndige AuslandsbriefprĂŒfstelle zu leiten. Soweit jedoch die italienischen VerbĂ€nde und Einheiten in Italien selbst eingesetzt waren, wurden die Sendungen von der Fp-PrĂŒfstelle ihrer Armee geprĂŒft.

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    E N D E

  • Nachtrag:


    Die Postzensur


    WĂ€hrend man im Ersten Weltkrieg kein Geheimnis aus dem Standort von
    Gefangenenlagern machte, wurde im Zweiten Weltkrieg alle Lager nur
    unter Nummern gefĂŒhrt, aus denen die geographische Lage nicht
    hervorgehen sollte. Daher durften laut Vorschrift fĂŒr solche
    Sendungen von der Post nur stumme Stempel, d.h. ohne Ortsnamen,
    verwendet werden. Trotzdem findet man mitunter klare Ortsstempel auf
    Gefangenenbriefen: Briefe ohne Poststempel sind in Sammelsendungen
    oder durch Kurier befördert worden. Insgesamt sind in den Jahren
    1939 bis 1945 deutscherseits etwa 1,5 Milliarden Gefangenensendungen
    behandelt worden.

    Jedes Lager besaß eine eigene PostprĂŒfstelle,
    ohne deren Stempel keine Sendung das Lager verließ. Die
    Stempelformem sind völlig uneinheitlich, selbst innerhalb eines
    Lagers gibt es abweichende, teils recht eigentĂŒmliche AusfĂŒhrungen.
    Stets enthalten sie jedoch die Kennnummer des Lagers, die aus den
    römischen Zahlen I bis XXI mit einem zusÀtzlichen Versal A bis K
    bestand. Außer dieser Lagernummer bezeichnete gewöhnlich eine
    zweite Zahl die Nummer des betreffenden Zensors.

    Man unterschied
    Stammlager fĂŒr Mannschaftsdienstgrade (Stalag), Offizierslager
    (Oflag), Marine-, -internierten- und Durchgangslager (Marlag, Milag,
    Dulag), Straflager (Stralag), Arbeitslager (Arlag), Interniertenlager
    (Ilag), Arbeitsbataillone (Arbat), Hilfsunterlager (Hulag) und
    Heimkehrerlager (Heilag).


    Die Stammlager (Stalag) dienten der Unterbringung von Kriegsgefangenen
    der Mannschaftsdienstgrade.


    In der folgenden Tabelle sind alle Lager enthalten, die 1943 auf
    damals deutschen Boden bestanden und mit denen ein Postverkehr
    möglich war. Einige von ihnen wurden infolge des Kriegsverlaufs
    bereits 1944 aufgelöst. Von sÀmtlichen existieren Zensurbelege,
    wobei die Lager V E, XII E und alle Nummern ab XVII A selten sind.


    Stammlager (Stalag Mannschaften)

    Lager-Nr. = Standort

    I A = Stablak

    I B = Hohenstein

    I C = Heidekrug

    I E = Prostken


    II A = Neubrandenburg

    II B = Hammerstein

    II C = Greifswald

    II D = Stargard

    II E = Schwerin


    III A = Luckenwalde

    III B = FĂŒrstenberg

    III C = Alt-Drewitz

    III D = Lichterfelde-SĂŒd

    III E = Kirchhain/Niederlausitz


    IV A = Hoenstein

    IV B = MĂŒhlberg

    IV C = Wistritz

    IV D = Torgau

    IV E = Altenburg

    IV F = Hartmannsdorf/Chemnitz

    IV G = Oschatz


    V A = Ludwigsburg

    V B = Villingen

    V C = Offenburg

    V D = Straßburg

    V E = MĂŒlhausen/Elsaß


    VI A = Hemer

    VI B = Neu-Versen

    VI C = Bathorn

    VI D = Dortmund

    VI F = Bocholt

    VI G = Bonn

    VI H = Arnoldsweiler

    VI J = Krefeld-Fichtenhain

    VI K = Paderborn


    VIII A = Görlitz

    VIII B = Teschen

    VIII C = Sagan


    IX A = Ziegenhain

    IX B = Wegschede

    IX C = Bad Sulza


    X A = Schleswig

    X B = Sandborstel

    X C = Nimburg/Böhmen


    XI A = Altengrabow

    XI B = Fallingborstel


    XII A = Limburg

    XII B = Frankenthal

    XII C = Wiebelsheim

    XII D = Trier

    XII E = Metz

    XII F = Forbach


    XIII A = Bad Sulzbach

    XIII B = Weiden

    XIII C = Hammelburg

    XIII D = NĂŒrnberg-Langwasser


    XVII A = Kaisersteinbruch

    XVII B = Gneixendorf (Krems)


    XVIII A = Wolfsberg/KĂ€rnten

    XVIII AZ = Spittal

    XVIII B = Oberdrauburg

    XVIII C = Markt-Pongau

    XVIII D = Marburg/Drau


    XX A = Thorn

    XX B = Marienburg


    XXI A = Schildberg

    XXI B = Schubin

    XXI CH = Wollstein

    XXI CZ = GrÀtz

    XXI D = Posen


    Die Offizierslager (Oflag)

    Die folgende Tabelle gibt den Stand der Offizierslager von 1943 wieder.
    Auch hier fanden laufend Verlegungen statt. 24 von ihnen bestanden
    1944 nicht mehr, 5 wurden zu Internierungslagern umgewandelt. Das
    Oflag IV B (Königstein/Sachsen) diente als Unterkunft von Offizieren
    im Generalsrang. Die Oflag Tost/Oppeln (6) und Hohensalza (10)
    fĂŒhrten als einzige keine römischen Ziffern in der Lagernummer.


    Lager-Nr. = Standort (Oflag)

    II A = Prenzlau

    II B = Arnswalde

    II C = Woldenberg

    II D = Großborn

    II E = Neubrandenburg


    III B = FĂŒrstenberg

    III C = LĂŒbben


    IV A = Hohnstein

    IV B = Königstein

    IV C = Leipzig-Colditz

    IV D = Elsterhorst


    V A = Weinsberg

    V B = Biberach

    V C = Wurzach (dann Ilag)


    6 = Tost/Oppeln


    VI A = Soest

    VI B = Dossel-Warburg

    VI C = OsnabrĂŒck

    VI D = MĂŒnster

    VI E = Dorsten


    VII = Laufen (dann Ilag)

    VII A = Murnau

    VII B = EichstÀtt

    VII C, CH = Laufen

    VII C/Z = Tittmoning (dann Ilag)


    VIII A = Oppeln (dann Ilag)

    VIII B = Silberberg

    VIII C = Juliusburg

    VIII D = Hoyerswerda

    VIII E = Johannisbrunn

    VIII F = MĂ€hrisch-TrĂŒbau

    VIII G = Feiwaldau

    VIII H/H = Oberlangendorf

    VIII H/Z = Kreuzburg (dann Ilag)


    IX A/H = Burg Spangenberg

    IX A/Z = Rosenburg/Fulda

    IX B = Weilburg


    10 = Hohensalza


    X A = Tuchel, spÀter Itzehoe

    X B = Nienburg

    X C = LĂŒbeck

    X D = ?


    XI A = Osterode, spÀter VIII B


    XII B = Mainz


    XIII A = Hammelburg

    XIII B = NĂŒrnberg


    XVII A = Edalbach


    XVIII A = Lienz

    XVIII B = Wolfsberg

    XVIII C = Spittal


    XXI A = GrĂŒne/Lissa

    XXI B = (Posen) Schubin

    XXI C = Schokken


    Standorte weiterer Lagerformationen

    Wie schon aus den Bezeichnungen Marlag, Milag und Luft hervorgeht,
    dienten diese Lager der Unterbringung von Gefangenen der
    verschiedenen Formationen der Marine, Luftwaffe und
    Marineinternierten. Je ein "Marlag & Milag Nord"
    bestanden in Barmstedt-Bremen und in Wilhelmshaven, an letzteren Ort
    auch das "Dulag Nord". Das "Dulag Luft" lag in
    Oberursel, als Durchgangslager fĂŒr gefangene Flieger, die in den
    Lagern Luft 2 in Bad Vogelsang, 3 in Sagan und 6 in Heydekrug
    untergebracht wurden. Über Standorte der anderen Luftlager ist noch
    wenig bekannt. Ein Heimkehrerlager (Heilag V A) befand sich in
    Konstanz. Es wurde im Juli 1942 nach Compiegne verlegt.


    Die Frontstalags dienten im Juni und Juli 1940 in Frankreich als
    Auffanglager fĂŒr die beim Vormarsch Gefangenen. Von den ursprĂŒnglich
    errichteten 53 Lagern, fĂŒr die kein Postverkehr eingerichtet werden
    konnte, bestanden nach 1943 noch 25. In ihnen wurden vor allem
    Angehörige von Truppenkontingenten aus Übersee untergebracht.
    Obwohl fĂŒr diese nunmehr die Möglichkeit des Postverkehrs gegeben
    war, sind Belege selten. Als Lagerbezeichnung dienten dreistellige
    Nummern ab 100.

    Die Straflager (Stralag) beherbergten Gefangene,
    die gemeutert oder einen Fluchtversuch unternommen hatten. Nur von
    wenigen Stralag konnte bisher der Standort ermittelt werden; die
    Lagernummer war stets eine Zahl in den Dreihunderten.

    Man kennt:

    Markt Pongau = Nr. 317

    Rava Ruska = Nr. 325

    Forellenkrug bei Paderborn = Nr. 326

    Triest = Nr. 339

    Lamsdorf = Nr. 344

    Kobierzyn/Krakau = Nr. 369

    Stanislaw = Nr. 371

    Hohenfels = Nr. 383

    Altenburg = Nr. 384

    Kaisersteinbruch = Nr. 398

    Teschen = Nr. ?


    Hieraus wird ersichtlich, dass einige dieser Straflager als Nebenlager von
    Stammlagern errichtet waren.

    Aus arbeitswilligen Kriegsgefangenen
    wurden Arbeitsbataillone zusammengestellt und fĂŒr RĂ€umungszwecke in
    den durch Luftangriffe zerstörten deutschen StÀdten eingesetzt. Man
    erkennt ihre Postbelege an den vielfÀltigen Stempeln mit den
    Bezeichnungen "Bau", "Dachdecker" oder "Glaser".
    Sie waren in gesonderten Arbeitslagern untergebracht, ebenso wie ab
    1943 jene italienischen Soldaten, die unter Mussolini nicht
    weiterkÀmpfen wollten und der deutschen Wirtschaft als ArbeitskrÀfte
    zugefĂŒhrt wurden.


    Quelle:
    Archiv fĂŒr deutsche Postgeschichte 1970 Heft 1, S. 29-52, Beitrag von Dipl.-Ing. Karl Kurt Wolter, MĂŒnchen.


    Zusammenstellung und Bearbeitung:
    UHF51 (14. August 2007)


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