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Unteroffizier Attenberger, 4./Inf.Rgt. 61 u.a.

  • Guten Abend Freunde im Forum,


    heute möchte ich Euch das Dokumentenkonvolut des ehemaligen Unteroffiziers Josef Attenberger vorstellen. Dieser wurde am 22.11.1920 in München geboren und studierte zunächst Forstwissenschaft. Am 16.2.1938 wurde er als Freiwilliger für den Dienst beim Inf.Rgt. 61 angenommen. Vom 1.4.1939 bis 5.7.1939 absolvierte er seine Arbeitsdienst-Pflichtzeit. Er wurde als Arbeitsmann entlassen.


    Am 1.10.1939 trat er seinen Wehrdienst bei der 4./Inf.-Ers.-Btl. 61 an. Er wurde dort als sMG-Schütze am sMG 34 und standartmäßig am Karabiner 98 und der Pistole 08 ausgebildet. Zum 2.12.1940 wurde er zur 4. Komp./Inf.Rgt. 61 versetzt. Mit dieser Kompanie nahm er am Küstenschutz an der französischen und belgischen Kanalküste teil. Der Eintrag „Besatzungstruppe in Frankreich“ wurde auf Seite 32 des Wehrpasses gestrichen. In dieser Zeit konnte er den Wehrmacht-Führerschein der Klasse 3 erwerben und wurde am 1.4.1941 zum Gefreiten befördert. Die Ausbildung und Prüfung erfolgte bei der Panzer-Abw.-Abt. 7 (siehe Feldpostnummer) im Führerschein. Nach der Bereitstellung mit der Division im Ostraum nahm er mit dem Inf.Rgt. 61 vom 22.6.1941 bis 19.11.1941 am Feldzug gegen die Sowjetunion teil.


    Hierbei wurde er am 25.7.1941 bei der Schlacht um Mogilew durch Artillerie-Geschoß an der rechten Hand verwundet. Für diese Verwundung wurde ihm das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen. Die Verleihung ist in Soldbuch und Wehrpass eingetragen. Ein Besitzzeugnis ist nicht vorhanden. Die weiteren Eroberungskämpfe machte er im Verband der 4. Kompanie/IR 61 bis zu seiner nächsten Verwundung am 19.11.1941 mit. Die genauen Gefechtsbezeichnungen seht Ihr auf Seite 32 im Wehrpass. Am 19.11.1941 wurde er bei den Kämpfen westlich von Moskau durch Art.-Splitter am rechten Oberarm und ein Pistolengeschoß am linken Knie (Kniesteckschuß) verletzt. Dies führte zu einem längeren Lazarettaufenthalt, u.a. im Feldlazarett 611 und im Reserve-Lazarett Emsdetten/Rheine. „Papiermässig“ geführt wurde er in dieser Zeit bei der 3. Genesenden-Kompanie des Inf.-Ers.-Btl. 61. Für diese Verwundungen wurde er mit dem Verwundetenabzeichen in Silber beliehen. Der entsprechende Eintrag ist im Soldbuch vorhanden, im Wehrpass wurde die Verleihung des Abzeichens in Schwarz gestrichen und mit „Silber“ überschrieben. Das Besitzzeugnis ist erhalten geblieben. Am 15.1.1942 wurde dem Gefreiten Attenberger das Infanteriesturmabzeichen in Silber verliehen. Unterzeichnet wurde das Besitzzeugnis vom Bataillonsführer des I./IR 61, Major Fink (Träger des Dt. Kreuzes in Gold). Am 21.8.1942 wurde dem Gefreiten Attenberger die Ostmedaille 41/42 verliehen. Leider fehlt die Urkunde.


    Nach Ausheilung seiner Verwundung wurde er vom Reservelazarett Rheine zur Ersatztruppe entlassen. Eine ärztliche Benachrichtigung an den Truppenarzt des Inf.-Ers.-Btl. 61 ist erhalten geblieben. Aufgrund der Verletzung am Knie war für den Gefreiten Attenberger eine weitere Frontverwendung nicht mehr möglich. Sein Status war „g.v.h.“, heißt „garnisonsverwendungsfähig Heimat“. Vom 2.11.1942 bis 31.12.1942 wurde der Gefreite Attenberger bei der Verfügungskompanie des Standort-Bataillons z.b.V. München verwendet. (Dieses Bataillon war im Kaufhaus „Hertie“, gelegen zwischen Hauptbahnhof und Karlsplatz, untergebracht.) Zum 1.1.1943 wurde er zur Wehrmacht-Kommandantur München versetzt und zum Obergefreiten befördert. Bei dieser Einheit verblieb er bis zum 15.5.1944 und wurde mit Wirkung dieses Tages als „wehruntauglich“ entlassen. Grund sind die Spätfolgen der Knieverletzung sein. Dieser Befund ist auf der Rückseite des Schreibens des Reservelazaretts Rheine aufgeführt. Einen Scan habe ich nicht angefertigt. Bei der Wehrmacht-Kommandantur München wurde Josef Attenberger am 1.10.1943 zum Unteroffizier befördert.


    Nun kommt noch ein interessanter Aspekt dieses Dokumentenkonvolutes: Josef Attenberger hat sich während seines Aufenthaltes beim Reservelazarett Rheine offenbar um eine Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse bemüht. Dies wurde bei der Wehrmacht-Kommandantur München von Seiten der Einheit weiter verfolgt. Ein Teil des Schriftverkehres (Abschriften von der Abschrift) mit der Dienststelle Feldpost-Nr. 20587 (= Stab I. Btl./Inf.Rgt. 61) hat Josef Attenberger erhalten. Ich habe diese Schreiben ebenfalls eingescannt. Demzufolge wurde die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse an Josef Attenberger aus Verwaltungsgründen abgelehnt. Eine Verleihung durch die Kommandantur München wurde vom I./Inf.Rgt. 61 vorgeschlagen. Tatsächlich erfolgte die Beförderung des Josef Attenberger zum Unteroffizier mit Wirkung vom 1.10.1943. Am 30.1.1944 erfolgte die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes 2. Klasse mit Schwertern durch den Befehlshaber im Wehrkreis VII. Bei diesem Urkundenmodell ist der Name von General Kriebel bereits mit gedruckt. Die Urkunde enthält keine Unterschrift für die Ausstellung. Bei dieser Urkunde wurde der Vorname falsch eingetragen, berichtigt und mit Dienstsiegel beglaubigt. Leider ist die Urkunde an zwei Stellen beschädigt bzw. hat am rechten unteren Eck eine Fehlstelle.


    Herr Attenberger ließ sich am 14.10.1943 einen Jahresjagdschein ausstellen. Dieser war mit Verlängerungen bis nach Kriegsende gültig. Aus dem Quartierschein, den ich bei den zivilen Nachkriegsdokumenten eingestellt habe, ist ersichtlich, dass Josef Attenberger sein Studium der Forstwissenschaft wieder aufnahm.


    Jetzt erst einmal zu den Scans, ich wünsche Euch viel Interesse bei der Besichtigung…


    Es grüßt Euch

  • ...hier der Teil 2 der Dokumente von Josef Attenberger:

  • ...hier die Scans vom Wehrpass. Wie immer bei meinen Präsentationen habe ich bei Doppelseiten von Ausweisen, bei denen eine Seite ohne Einträge ist, diese Seite dann nicht komplett gescannt. Beschädigt sind diese Seiten nicht.

  • ... und zum Abschluss das Soldbuch des ehemaligen Unteroffiziers Attenberger. Da er ordnungsgemäß aus der Wehrmacht entlassen wurde, und dabei seinen Wehrpass erhielt, sollte er das Soldbuch eigentlich bei seinem letzten Truppenteil abgegeben haben. Vermutlich hat er es sich als Andenken aufgehoben und bei der Einheit als "verloren" angegeben.


    Als Abschluss habe ich noch einen Scan seiner Geburtsurkunde. Hier finde ich die Schreibweise seiner Geburtsstunde sehr interessant. Bei meiner eigenen Geburtsurkunde schaut das anders aus. Da wird die Zeit einfach als 06.30 Uhr genannt.


    Damit wäre ich mit der Vorstellung fertig und hoffe Euer Interesse gefunden zu haben. Wenn Ihr noch irgendwelche Fragen/Anregungen habt, freue ich mich auf entsprechende Nachrichten. Und natürlich auch zu Hinweisen auf die Unterschriften in den Dokumenten.


    Es grüßt Euch - Armin.

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