Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar

Nicht verfügbar Nicht verfügbar

Obergefreiter Plentl, Melder in der 1. Komp./Inf.Rgt. 19

  • Guten Abend Freunde im Forum,


    heute möchte ich Euch den Wehrpass des ehemaligen Obergefreiten Xaver Plentl vorstellen. Herr Plentl wurde 28.1.1911 in Langbruck/Landkreis Regen (Niederbayern) geboren und war von Beruf landwirtschaftlicher Arbeiter.


    Der Wehrpass wurde am 10.10.1939 beim Wehrbezirkskommando Traunstein ausgestellt. Xaver Plentl wurde am 19.11.1939 beim Wehrbezirkskommando Traunstein als „k.V.“, also „Kriegsverwendungsfähig“ gemustert und der Ersatz-Reserve I zugewiesen. Eine Dienstzeit beim Reichsarbeitsdienst ist nicht eingetragen. Am 19.2.1940 wurde er bei der 3. Komp./Ersatz-Batl. des Inf.Rgt. 19 eingezogen. Bei dieser Kompanie erfolgte seine militärische Grundausbildung, die die Unterweisung am Gewehr 98 und MG 34 beinhaltete, sowie eine Ausbildung als Melder (Diese Eintragungen finden sich auf Seite20/21 des Ausweises. Da dort keine weiteren Einträge vorhanden sind, habe ich auf einen Scan verzichtet, um die Anzahl „10“ für die Scans nicht zu überschreiten). Am 3. Mai 1940 erfolgte seine Überstellung in die Reserve I und er wurde mit einem Bereitstellungsschein für eine zukünftige Einberufung aus dem Wehrdienst entlassen.


    Am 29.5.1940 wurde Xaver Plentl zur 3. Komp. des Inf.-Ers.-Btl. 19 in München eingezogen. Vom 12.6.1940 bis 3.8.1940 war er Angehöriger der Einheit 1./Z. 55. Mit dieser Einheit kann ich leider nichts anfangen. Ich fand weder etwas in der Literatur (z.B. Tessin oder Hertlein), noch im Netz. Auch die Seiten 32/33 des Wehrpasses enthalten keine Informationen, wo diese Einheit eingesetzt war. Meine Frage an Euch: Könnt Ihr mir diese Einheit erklären?


    Vom 4.8.1940 bis 8.12.1940 war Xaver Plentl Angehöriger der 1. Komp./Feld-Ersatz-Btl. 7. In dieser Zeit war das Bataillon eingesetzt als Besatzungstruppe in Frankreich und Xaver Plentl wurde am 1.12.1940 zum Oberschützen befördert. Mit dem 9.12.1940 wurde er zur 1. Komp./Inf.-Rgt. 19 versetzt. Die Einheit blieb bis 9.4.1941 zum Küstenschutz an der belg. bzw. franz. Kanalküste.


    Xaver Plentl blieb vom 9.12.1940 bis 17.8.1942 bei der 1. Komp./Inf.Rgt. 19. Diese Kompanie war im Rahmen der 7. Inf.-Division zunächst Besatzungstruppe im Ostraum, also Polen, und nahm dann am Einmarsch und Angriff in der Sowjetunion teil. Der Weg führte über Bialystok/Minsk, Smolensk, Roslawl bis Moskau und zur dortigen Abwehrschlacht Ende 1941. Weitere Gefechtsbezeichnungen sind auf den Seiten 32/33 des Wehrpasses nicht eingetragen. Xaver Plentl blieb Angehöriger bei der Kompanie bis zu seiner schweren Verwundung am 17.8.1942 (Schussbruch linker Unterarm). Das Regiment kämpfte 1942 im Bereich Moshhaisk und Gshatsk. Dort erfolgte auch diese Verwundung. Während seines Einsatzes bei der 1./IR 19 wurde Xaver Plentl am 1.4.1941 zum Gefreiten und am 1.4.1942 zum Obergefreiten befördert. Für seine Leistungen als Soldat wurde bekam er folgende Auszeichnungen:


    - 4.8.1941: Eisernes Kreuz 2. Klasse - 16.8.1941: Infanteriesturmabzeichen in Silber - 1.8.1942: Medaille Winterschlacht im Osten 41/42.


    Aufgrund seiner Verletzung wurde er vom 18.8.1942 bis 16.3.1943 in Lazaretten/Krankenhäusern behandelt. Die genauen Behandlungsorte gehen aus dem Wehrpass nicht hervor. Verwaltungstechnisch wurde er bei der 1. Genesenden-Komp./Gren.-Ers.-Btl. 19 geführt. Wie lange er dort tatsächlich Dienstanwesend war, zeigt der Wehrpass leider nicht. Vom 17.3.1943 bis 5.7.1943 war er Angehöriger der Heeresentlassungsstelle 3 des Wehrkreises VII. Dort wurde er als Obergefreiter am 5.7.1943 als „Dienstunfähig“ aus dem Wehrdienst entlassen und hat somit diesen Krieg überlebt.


    Bevor ich zu den Scans komme, noch zwei Anmerkungen:


    1. Den Eintrag auf Seite 32 (oben) bezüglich des Einsatzes als Besatzungstruppe in Frankreich unterschreibt Leutnant Gehring. Zwei seiner Verleihungsurkunden, die zum Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse befinden sich in meiner Sammlung und sind im Ordner „Urkundenvordrucke“ bei der Rubrik „Eisernes Kreuz“ abgebildet. Leutnant Kurt Gehring ist am 20.2.1942 gefallen.


    2. Auf Seite 38 ist eine Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz an Xaver Plentl am 12.9.1941 eingetragen. Für diese Zeit ist jedoch keine Verwundung im Wehrpass eingetragen. Da seine schwere Verwundung am 17.8.1942 erfolgte, vermute ich einen Schreibfehler beim Reservelazarett Tübingen. Es soll vermutlich 12.9.1942 heißen.


    Wie immer gilt: Wünsche, Anregungen und Kritik sind mir gerne willkommen und ehe ich es ganz vergesse: herzlichen Dank dem Moderator Austria12 dessen Hinweis ich verdanke, dass dieser Wehrpass einen Platz in meiner Sammlung gefunden hat.


    Es grüßt Euch – Armin.

  • Servus Armin,


    wieder mal eine sehr schöne und detaillierte Vorstellung vom Schicksal eines Soldaten der 7.Infanterie-Division.


    Es freut mich, dass ich Dir den Tipp geben konnte, damit Du diesen schönen Wehrpass in die Sammlung bekommst. Ich halte immer die Augen offen, falls ich mal etwas sehe, was einem anderen User hier im Forum in die Sammlung passt.


    Schöne Grüße aus Tirol


    Samuel

    Ich suche immer Dokumente der 2.GebDiv und deren Teileinheiten dem GJR 136, 137, GAR 111, GebPi.Btl.82 und den Divisionseinheiten 67. Ferner suche ich auch immer Fotos von deutschen Soldatenfriedhof Parkkina-Petsamo. Ich bin Experte für die Geschichte der 2.GebDiv und allgemein zur Eismeerfront. Und ich besitze einiges an Literatur, auch selten Zeitgenössische zu dem Thema. Wenn jemand Hilfe oder Informationen braucht stehe ich gerne zur Verfügung.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!