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Obergefreiter Scheerschmidt, Transport-Sicherungs-Bataillon 606

  • Hallo
    zusammen,

    ich stelle Euch das Soldbuch des Obergefreiter Scheerschmidt vor. Wilhelm Scheerschmidt wurde am 12 Dezember 1905 in Oberschönau (Steinbach-Hallenberg) geboren. Er war Postschaffner. Am 30 September 1939 füllte das Artillerie-Abteilung 749 das Soldbuch auf. Die Abteilung wurde dem Artillerie-Regiment 34 unterstellt. Im Februar 1940 wurde Wilhelm im Kiregs-Lazarett-Abteilung 615 wegen Rheuma eingeliefert. Am Ende des Sommer wurde er entlassen und schloß seinen Dienst mit dem Dienstgrad von Obergefreiter.


    Im 1943 wurde Wilhelm wieder zum Militärdienst einberufen und zur 1./Fahr Ausbildung-Schwadron Fahr.-Ersatz-Abteilung 9 versetzt. Im Dezember 1943 kam er zum Transport-Sicherungs-Bataillon 606: diese Einheiten war in Oberitalien und Südtirol eingesetzt: zwischen Bozen – Trient – Vicenza. Während dieses Zeit hatte Wilhelm zwischen Juni und Juli 1944 eine Urlaub, leider wegen ein Tragödie: der Tod des Sohnes. Im August 1944 hatte er ein zahnarztliches Untersuchung im Kriegslazarett (mot) 1/561 in Bozen.


    Am 25. März 1945 bekam der Obergefreiter Scherschmidt eine Sonderausweis für die «Übernahme eines Transportsicherungskommando» zwischen Brenner und Terlan. Interessant sind die Stempel der «Kommandantur der Wehrmacht RV. Brenner». Dies war wahrscheinlich sein letzter Dienst, da der Krieg am Ende war: am 6. April 1945 begann die letzte allierten Offensive in Italien, am 29. April unterzeichnete von Vietinghoff die Kapitulation den deutsche Truppen in Italien und am 2. Mai endeten die Kampfhandlungen.

    Am 5. Mai 1945 gestattete der Bürgermeister von Weer dem Wilhelm Scheerschmidt die Erlaubnis zur Heimreise. Er besaß «weder Waffen noch Munition» und auch sein Soldbuch wurde am Brenner abgenommen. Es scheint, dass Wilhelm einen Monat in Gefangenschaft verbracht und wurde er endlich am 6. Juni entlassen.

  • 2

  • 1) Sonderausweis

    2) Passierschein (3) - (4)

    3) Entlassungschein (Discharge)

  • Interessant - Mein älterer Opa ( Jahrgang 1904 ) war von 1940 - 1945 bei der 2./Landesschützen-Btl 606/umbenannt in Transport-Sicherungs-Btl 606.


    Bewachte zuerst 1940 Kriegsgefangene im Lager Bad Orb/Wegscheide, anschliessend Kgef.-Bewachung in Polen. Nach der Umgliederung zum Transportsicherungsbataillon Einsatz beim Transportsicherungs-Regiment Südukraine. - Ab September 1944 bis Kriegsende, dann in den von Dir bereits erwähnten Räumen in Norditalien.


    Gruß

    Suche: Urkunden und Besitzzeugnisse von Infanterie/Grenadier-Regiment 388 - Grenadier-Brigade 388, weiter Infanterie/Grenadier-Regiment 106, sowie 214. Infanteriedivision.

  • Interessant - Mein älterer Opa ( Jahrgang 1904 ) war von 1940 - 1945 bei der 2./Landesschützen-Btl 606/umbenannt in Transport-Sicherungs-Btl 606.


    Bewachte zuerst 1940 Kriegsgefangene im Lager Bad Orb/Wegscheide, anschliessend Kgef.-Bewachung in Polen. Nach der Umgliederung zum Transportsicherungsbataillon Einsatz beim Transportsicherungs-Regiment Südukraine. - Ab September 1944 bis Kriegsende, dann in den von Dir bereits erwähnten Räumen in Norditalien.


    Gruß

    Hallo Gebirgsgrenadier,
    danke für die Nachricht!
    Ich glaube, dass das Bataillon schon im September 1943 in Italien eingesetzt war.
    Ich habe verschiedene Karteien der WASt gefunden, wo die Einheit schon ab November 1943 in Italien ist. Zum Beispiel:

    1) Müll Karl, am 17.11.1943 in Meran verstorben. 1. Kompanie. (G-A 629/1017)
    2) Böcking Ludwig, am 29.11.1943 in Bozen verstorben. 3. Kompanie. (G-B 270/0602)

    3) Fernkorn Josef, am 17.5.1944 in Montebello-Vicentino verstorben. 3. Kompanie. (G-A 055/0092).


    Könnte es eventuell ein Fehler in Lexikon sein?


    mfG

    viele Grüße aus Italien, Pietro


    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Dokumenten der 715. ID, 356. ID (August - September 1944) und deutscher Einheiten in der Toskana und im zentralen Sektors der Grüne-Linie (Bologna - Imola - Faenza).

  • Servus Pietro,


    vielen Dank für das Vorstellen dieses sehr interessanten Nachlasses. Gerade die Brenner-Bahnlinie war eine der Hauptschlagadern für den Nachschub nach Italien. Interessant finde ich die Sicherungsmaßnahmen, beim Transport durch die eigentlich sicheren Täler Nord-und Südtirols, die Operationsgebiete der Partisanen begannen ja eigentlich weiter im Süden.

    Viele ältere Jahrgänge aus Tirol wurden auch bei Grenzwacht-Kompanien eingesetzt, die größtenteils in Südtirol und Oberitalien ähnliche Aufgaben hatten, z.B. den Objekt- und Bahnschutz. Einer meiner Urgroßonkel (Jg. 1898) war auch bei einer solchen Kompanie.


    Auf jeden Fall hast Du da ein sehr schönes Konvolut und wegen dem Tirolbezug gefällt es mir sehr.


    Schöne Grüße aus Tirol


    Samuel

    Ich suche immer Dokumente der 2.GebDiv und deren Teileinheiten dem GJR 136, 137, GAR 111, GebPi.Btl.82 und den Divisionseinheiten 67. Ferner suche ich auch immer Fotos von deutschen Soldatenfriedhof Parkkina-Petsamo. Ich bin Experte für die Geschichte der 2.GebDiv und allgemein zur Eismeerfront. Und ich besitze einiges an Literatur, auch selten Zeitgenössische zu dem Thema. Wenn jemand Hilfe oder Informationen braucht stehe ich gerne zur Verfügung.

  • Hallo,


    durchaus möglich, daß sie schon früher in Italien waren - LdW ist nicht immer ganz zuverlässig - Sein WP ist nicht vorhanden, kann diesbezüglich dazu weiter nichts

    sagen.

    Aus Erzählungen ( Lange her - Verstorben 1990 ) liefen die Einsätze sowohl in der

    Ukraine als auch in Italien so ab, daß die Soldaten des Bataillons meißt als Sicherung

    der aus dem Reichsgebiet kommenden Eisenbahnzüge die mit Waffen, Munition, Lebensmittel usw. beladen waren eingesetzt wurden. Man stieg, ausgerüstet mit sMGs den Zügen an den Standorten zu und begleitete sie quasi durch die Partisanengebiete bis kurz hinter die Front und umgekehrt ging es zurück mit Urlaubern, Verwundeten usw. Das Bataillon begleitete nicht nur Eisenbahntransporte in Italien, wohl ging es von dort aus auch nach Slowenien/Kroatien. Opa sprach immer von Tito und Titopartisanen.


    Gruß

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  • Hallo Pietro,


    ein interessantes Soldbuch mit einer gut recherchierten Vorstellung, Danke Dir.


    Nur einen Punkt verstehe ich nicht:

    Das Soldbuch wurde ihm am Brenner bei der Gefangenschaft abgenommen. laut "Passierschein" hat er bei der Entlassung keines mehr gehabt. Wie kommt dann das Soldbuch wieder zu dem Entlassungsschein aus der Kriegsgefangenschaft und dem Passierschein? Oder war es gängige Praxis am norditalienischen Kriegsschauplatz, dass das Soldbuch den Soldaten bei der Entlassung aus der Gefangenschaft wieder ausgehändigt wurde?


    So ein Beispiel habe ich bei einem ehemaligen Angehörigen der 7. ID der 1944 bei einer anderen Division am westlichen Kriegsschauplatz in britische Gefangenschaft kam und dann bei der Entlassung sein Soldbuch wieder bekam. Darin war allerdings vermerkt, dass er POW (mit Gefangenennummer) war. Einen solchen Eintrag habe ich ihm Soldbuch Scheerschmidt allerdings nicht gesehen. Weißt Du näheres?


    Grüße nach Italien - Armin.

    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

  • Hallo Samuel,
    danke!
    Wenn ich mich gut erinnere, in Südtirol waren nur kleine Gruppen der italienische Widerstandsbewegung und sie waren aktiver in April 1945. Aber stimmt, das Gebiet war sicherer als den Appennin.

    mfG


    Pietro

    viele Grüße aus Italien, Pietro


    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Dokumenten der 715. ID, 356. ID (August - September 1944) und deutscher Einheiten in der Toskana und im zentralen Sektors der Grüne-Linie (Bologna - Imola - Faenza).

  • Hallo,

    ich danke Dir für diese interessante Zeugnis deiner Familie!

    Leider habe ich bis jeztzt keinen Wehrpaß dieser Einheit gesehen.


    mfG

    Pietro

    viele Grüße aus Italien, Pietro


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  • Hallo Armin,

    leider habe ich kein Informationen. In Italien behielten die deustche Kriegsgefangenen immer ihre Soldbücher.
    Vermutlich wurde das Soldbuch den deutsche Militärbehörden am Brenner-Pass abgegeben, so könnte der Soldat als "Zivil" nach Hause zurückkehren.

    Das 81st FA (Field Artillery) BN P.W Enclosure war in Steinbach-Hallenberg, wo der Soldat wohnte: es kann sein dass, als er Heim zurück kehrte, wurde er in Gefangenschaft genommen und dann sofort entlassen. Dann nach dem Krieg wurde das Soldbuch ihm zugesandt.


    Das ist natürlich nur meine Vermutung, ich würde gerne andere Meinungen lesen.


    mfG

    Pietro

    viele Grüße aus Italien, Pietro


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