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Zur Erinnerung an den 100-jährigen Stiftungstag des Hannoversche Pionier-Bataillon 10 (21.April 1904)

  • Abarbeitet von Westphal, Oberleutnant im Hann. Pionier-Bataillon Nr. 10


    Im folgenden sollen aus dem o.g. Werk einige Auszüge zur Geschichte des Bataillons folgen.


    Einleitung


    Am 21.April feierte das o.g. Bataillon den Tag seines 100 jährigen Bestehens.

    Durch Allerhöchste Kabinetsordre (A.K.O) vom 24.1.1899 wurde dem Bataillon die Überlieferung/ Tradition der ersten Ingenieur-Offiziere der Königlich Deutschen Legion, die sich zur althannoverschen Stammtruppe zusammenschlossen, verliehen.

    Zugleich erfolgte die Verleihung des Helmbandes "Peninsula-Waterloo" an das Hann. Pionier-Bataillon Nr. 10


    Das Hannoversche Ingenieur-Korps vor dem Jahre 1803


    Die erste Verwendung hannoverscher Ingenieur-Offiziere ist schon in den Feldzügendes 17. Jahrhunderts verzeichnet. Ein eigenes -korps scheint jedoch erst später- 1732- gebildet worden zu sein.

    Erst im Jahre 1763 war ein bestimmter Etat des Ing.-Korps auf 22 Köpfe- 1 Chef, 17 Offiziere und 4 Kondukteure- festgesetzt. 1782 wurde in Hameln eine Mineur-Abteilung formiert, 1786 eine Mineur- und Sappeur-Kompanieebendort und eine Pionierkompanie in Hannover errichtet.

  • Die politische Stellung Hannovers zu England und der Untergang der hannoverschen Armee im Jahre 1803


    Zwischen dem Königreich Großbritannien und dem Kurfürstentum Hannover bestand die Personalunion. Der gleiche Fürst war in einer Person König von England und Kurfürst von Hannover. In Verfassung, Verwaltung und Interessen waren beide Länder voneinander getrennt.

    Hannover konnte als Mitglied des deutschen Staatenbundes mit Unterstützung rechnen, falls es zu einem Krieg zwischen Frankreich (Napoleon) und England käme.

    Im Mai 1803 erklärte England den Krieg an Frankreich und Napoleon ließ von Holland aus ein französisches Korps in das Kurfürstentum Hannover einmarschieren. Wirtschaftliche Rücksichten hatten im Vorfeld zur Verminderung der Armee und Vernachlässigung der Festungen geführt. Ein Teil der Armee befand sich auf Urlaub. Seitens Englands hatte man sich erfolglos um die Unterstützung Preußens bemüht. Die Lage Hannovers wurde durch das ununterbrochene Vorrücken des Gegners immer kritischer und zwang schließlich zu diplomatischen Schritten.

    Feldmarschall von Wallmoden unterzeichnete am 5. 7. 1803 auf der Elbe bei Artlenburg die Konvention, nach deren erstem Artikel die gesamte hannoversche Armee die Waffen niederlegen mußte.

  • Die Königlich Deutsche Legion


    Es folgte die Auflösung der hannoverschen Armee- das Tragen der Uniform war verboten - über den Unterhalt der ehemaligen Soldaten und Offiziere waren bei dem eiligen Abschluß der Konvention nur mündliche Vereinbarungen getroffen worden. Dies wurde von den Franzosen ausgenutzt und Zahlungen zurückgehalten.

    Der Kurfürst von Hannover, König Georg III. von England, hatte die sogen. Elbkonvention nicht genehmigt.

    Die britische Regierung beschloß noch im Jahre 1803, ein aus allen Waffengattungen ( Kavallerie, Infanterie, Artillerie und Ingenieure) bestehendes Korps durch Anwerbung entlassener hannoverscher Offiziere und Soldaten aufzustellen. Der Oberbefehl über diese "Deutsche Legion" wurde dem Sohn des Königs, dem Herzog von Cambgidge, übertragen.

    Die Franzosen gaben (durch die zunehmende Auswanderung der ehem. Soldaten beunruhigt) bekannt, daß jeder, der sich für die englische Armee anwerben lasse oder andere verleite, in englische Kriegsdienste einzutreten, kriegsgerichtlich zum Tode verurteilt werden würde.

    Noch vor Ablauf von 6 Monaten nach Auflösung der hann. Armee hatte sich eine ansehnliche Zahl ihrer Angehörigen in England wieder zusammengefunden.

    Diese bildeten den Stamm der "Königlich Deutschen Legion", die 11 Jahre (von 1805-15) an der Seite der Briten in vielen Gefechten und Schlachten gegen Napoleon kämpfen sollten, bis zur Entscheidungsschlacht von Waterloo.

  • Das Ingenieur-Korps der Königlich Deutschen Legion


    Das am 21.4.1804 mit der Legion neu gestiftete Ingenieur-Korps musste in seinen Formationen- Offizierkorps, Handwerker-Abteilung, Ingenieur-Kompanien- denselben stufenweisen Werdegang wie das Ing.-Korps vor 1803 durchmachen.

    Es bestand während der Zeit der Kgl. D. L. nur aus Offizieren, für welche es noch keinen festen Etat gab.

    Im britischen Ing.-Korps, dessen Einrichtungen für das Ing.-Korps der Legion maßgeblich sein mußten, traten bei allen Ingenieur-Arbeiten, wo man der Mannschaften bedurfte, sei es bei Belagerungen, Befestigungen, Wege- und Brückenbau oder Kanalisation, das Korps der " Military Artificiers" auf, welches also ebenso für Pionier- und Pontonierdienst, wie für Sappeur- und Mineurarbeiten zur Unterstützung der Ingenieur-Offiziere die Vorarbeiter stellte.

    Die Pioniere wurden der Infanterie (speziell die Zimmerleute) und wohl auch der Artillerie entnommen.

    Bei den leichten Infanterie-Bataillonen - erst 6, dann 8, und von 1812 ab 10 Kompanien stark- befand sich bei jeder Kompanie ein Pionier oder Zimmermann; diese wurden für die Arbeiten als Sektion unter einem der Korporale zusammen-gezogen. Problematisch dabei war das jeweils neue Anlernen für die betreffende Dienstleiszung.

    Die Pioniere (Zimmerleute) der Infanterie trugen an einem Riemen über einer Schulter jeder eine Schaufel, deren Blatt in einem braunen Futteral steckte; alle hatten ein Faschinenmesser am Leibkoppel, dazu den Karabiner am Riemen und jeder entweder eine Säge, eine Axt oder ein großes Beil.


    Uniformierung der Ingenieur-Offiziere


    Die Ing.-Offiziere der Legion trugen dunkelrote Uniformen mit schwarzem Kragen, schwarzen Aufschlägen und Umschlägen an den langen Schößen, 2 Reihen goldener Knöpfe, wie die Stäbe, ein goldenes Epaulet, eine rote Schärpe einen dreieckigen Hut mit hängendem rot-weißem Federbusche, schwarzer Kokarde, goldroter Schnur und gleichartigem Portepee, lange graue Hosen mit goldenen Streifen, Säbel mit Stahlscheide am schwarzen, zur Parade aber goldgestickten Schwungkoppel.

  • Am 28.3. 1804 erhielt der erste Ingenieur-Offizier Karl Ernst APPUHN seine Anstellung in der Königlich Deutschen Legion.

    Am 21.4. 1804 traten noch 4 Ing.-Offz. dazu: Julius HASSEBROICK (gestorben 19.1.1814 in London), August BERENSBACH, Victor PROTT, Karl WEDEKIND.

    Im ganzen traten in den Jahren 1804-15 in die Legion 13 Ing.-Offiziere ein. Die Sekond-Lieutenants SCHAEFER und KUNTZE gehörten dem Ing.-Korps nur kurze Zeit an.

    Kapitän SCHAEFER war 1813 als einer der ersten Offiziere wieder in Hamburg und machte sich dort um die Befestigungen sehr verdient. Er fiel im Gefecht unweit Dannenberg am 14.8.1813 als Kapitän im Ing.-Korps der 1813 neu formierten Hannoverschen Truppen.

    Von den 13 Ing-Offz. hatten alle bis auf 2 vor Ihrem Eintritt in die Legion in der kurhannoverschen Armee gedient (4 im Ingenieur-Korpe, 2 bei der Infanterie, 2 bei der Artillerie, 3 bei der Kavallerie).

  • Beamish schreibt im Band II, S. 421 ff. seiner Geschichte der Deutschen Legion:


    Quote

    "Der Kapitän BERENSBACH war im Jahr 1813 als oberster Ingenieur auf den Ionischen Inseln angestellt und führte daselbst die Aufsicht über mehrere wichtige Zivil- und Militärbauten, die unter seiner Leitung begonnen wurden. Da indes erschütterte Gesundheitszustände diesen fähigen Offizier im März des darauffolgenden Jahres nötigten, nach England zurückzukehren, so fiel sein Kommando dem Lieutenant LUTTERMANN zu, unter dessen Leitung eine bedeutende Strecke einer Herrstraße auf der Insel Zante vollendet und der Bau einer Wasserleitung, eines Hafendammes und mehrerer anderer wichtiger Werke auf derselben Insel fortgeführt wurde."

  • Beamish gibt auch Informationen über weitere Ingenieur-Offiziere:


    Quote

    Kapitän PROTT (1807 Ernennung zum 2. Ing.-Offz. auf der Insel Jersey, Teilnahme an der belagerung von Kopenhagen, Begleitung der Expedition von Lord Cathcart nach Norddeuschland).

    Kapitän MEINEKE (1808 teilnahme am Feldzug in Spanien unter Sir John Moore, 1809 Belagerung von Vlissingen, 1810 Lissabon, später Schlacht von Waterloo).

    Kapitän APPUHN (bei der brit. Armee unter Sir John Murray und Lord Benting an den östl. Küsten von Spanien, 1814 oberster Ingenieur der Ionischen Inseln, 1815 dito zu Antwerpen).

    Kapitän SCHWEITZER (1813 in Norddeutschland unter General Lyon, später Untersuchung der Festungen a.d. Schelde, Mons)

    Lieutenant UNGER ( bis zur Übernahme ins Ing.-Korps bei Lissabon wo er unter Kapitän Meineke diente Artillerieoffizier in den Schlachten von Talavera, Busaco, Albuera; erste Belagerung von Badajoz; 1815 Anstellung bei der Belagerung von Ath, dann Adjutant beim Belagerungstrain des 2. preussischen Armeekorps).


    Überall also, wo auch Truppen der Legion kämpften- in Pommern, auf Rügen und Seeland, in Norddeutschland, den Niederlanden, in Spanien, Portugal, Italien, auf Sizilien und den griechischen (=ionioschen) Inseln sind auch Offiziere des Ingenieurkorps tätig gewesen.

  • 1813-1815


    Dem Aufruf "An mein Volk" des preußischen Königs am 17.3.1813 folgten viele preußische Landeskinder.

    Nachdem die Franzosen aus Hannover abgezogen waren fanden sich viele ältere Offiziere und jüngere Männer zusammen und waren bald imstande, neue Regimenter zu bilden.

    In der Schlacht von Leipzig war Napoleon entscheidend geschlagen worden und in der Folge dieser Niederlage nach Elba verbannt worden. Er hielt aber weiter Verbindung zu seinen alten Generalen.

    Nach seiner Landung am 1.3.1815 an der Südküste von Frankreich fand er schnell wieder Anschluß an seine ehemaligen Truppen. Von neuem schlossen sich die Verbündeten zusammen und nach 3,5 Monaten reichten sich nach dem blutigen Sieg von Waterloo die beiden Feldherren Wellington und Blücher die Hand.

    Seit 1816 schmückte die Kopfbedeckung der Ingenieuroffiziere das Motto: "PENINSULA - WATERLOO".

    NB.:

    Im Jahre 1852 wurde im Rahmen einer Änderung der Kopfbedeckung der seit dem Jahr 1833 bestehenden Ingenieurtruppe dieser von der Militärbekleidungs-Kommission das Recht, dieses Bandeau zu tragen, abgesprochen.

    Oberst LUTTERMANN (damals der Kommandeur des Korps) führte daraufhin eine "Allerhöchste Entscheidung" herbei. Der König von Hannover sprach sich am 23.5. 1852 dahingehend aus, daß das Tragen des erwähnten Mottos den Offizieren des Ingenieurkorps streng genommen zustehe und es angemessen erscheine, auch die Mannschaften/ Unteroffiziere das Bandeau an den Helmen tragen zu lassen.

  • Neubildung der Ingenieurtruppe 1816 und Entwicklung bis zur tatsächlichen Formierung im Jahre 1833


    1816 wurde Hannover zum Königreich erhoben. Aus den Stämmen der Königlich Deuschen Legion und der 1813 sowie 1815 neu formierten hannoverschen Truppen wurde die "Königlich Hannoversche Armee" gebildet.

    Durch Generalordre vom 25.3.1816 wurde als Ingenieurkorps ein aus 20 Offizieren (4 Kapitäns, 4 Sekond-Kapitäns, 6 Premier- Lieutenants, 6 Sekond-Lieutnenants) bestehendes Offizierkorps gebildet. Dieses war dem Chef der Artillerie mitunterstellt, was auch bis 1835 so blieb. Der Grund dafür waren die Aufstiegschancen und so kamen auch Verseztungen von der einen zur anderen Waffe vor.


    Quote from Offizier-Rangliste des Ingenieur-Korps (18.2.1818)

    Oberst-Lieutenants SEWELOH und PROTT

    Majors: WEDEKIND und MEINEKE

    Kapitäns SCHWEITZER, MÜLLER und UNGER

    Stabs-Kapitäns LUTTERMANN und OPPERMANN

    Im Frieden gab es nur wenig Verwendung (z.B. der Festungsbau von Stade), aber Vermessungen und andere Ingenieurarbeiten sorgten dennoch für genug Arbeit.

    1820 zählte das Ingenieurkorps der Königlich Hannoverschen Armee ein Offizieretat von 1 Oberstlieutenant, 2 Majors, 4 Kapitäns, 4 Stabskapitäns, 4 Premierlieutenants und 4 Sekondlieutenants.

    Es wurde eine Ingenieur-Handwerker-Kompagnie errichtet, bestehend aus :

    2 Kadets, 2 Sergeanten (mit Rang und Titel eines Feldwebels), 2 Handwerksmeistern(später ebenfalls Feldwebel), 2 Korporalen (mit Rang und Titel von Sergeanten) und 36 Ingenieurhandwerkern.

    1823 wurde in Stade eine Handwerkerschule über die Wintermonate eingerichtet. 1834 wurde diese Schule aufgelöst und mit der Unteroffizierschule für das Artillerie- und Ingenieurkorps in Hannover vereinigt.

    Durch Generalordre vom 31.3.1831 wurde das halbe vom Königreich Hannover zu stellende Bundeskontingent in marschfertigen Zustand gestellt- dazu wurde eine Pionier- und eine Pontonier-Kompagnie bestimmt.

    Die beiden Kompagnien waren die Anfänge der Ingenieurtruppe.


  • Organisation des Ingenieur-Korps von 1833-1866


    Anfang der 1830-er Jahre erfolgte aus Kostengründen eine "Reorganisation" der Armee. Bei der allgemeinen Verminderung wurde auch das Offizierkorps des Ingenieur-Korps von 20 Köpfen um 8 vermindert.

    Oberst SEWELOH wurde am 1.7.1833 pensioniert. Oberstleutnant MEINEKE wurde Kommandeur, blieb aber Militäbevollmächtigter beim Deutschen Bund in Frankfurt. Der zum wirklichen Major beförderte Major SCHWEITZER wurde mit der Führung beauftragt.

  • Pioniere und Pontoniere 1. Klasse waren Freiwillige, die der 2. Klasse Militärpflichtige (die 6 Jahre dienten, aber nur im ersten Jahr dauernd bei der Truppe - sie wurden dann ohne Sold beurlaubt und jährlich 4 Wochen zu Übungen eingezogen).

    Die Pionier- und Pontonierkompanien, verstärkt durch das von Braunschweig aufzustellende Pionier-Detachement von 21 Köpfen, traten zur 1. Division des 10 Bundes- Armeekorps.

    1843 wurde die Dienstzeit auf 7 Jahre festgesetzt.


    Bewaffnung der Ingenieurtruppen:

    - gezogener, etwa 6 Pfund schwerer Pickel-Karabiner mit Infanteriemunition

    - Seitengewehr mit Lederscheide, das zugleich als Faschinenmesser und Handbeil diente

    - schwarzes Lederzeug, Patronentasche, Nageltasche

    - zusätzlich trug die Pionierkompanie Schanzzeug in ledernen Futteralen an Tragriemen

  • Offiziere des Ingenieurkorps erhielten ihre Vorbildung auf der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule in Hannover (3 Jahre).


    1853 schied das Ingenieurkorps aus dem Verband der Artillerie-Brigade aus.


    1855 ergab sich eine Etatsveränderung nach den neuen Bestimmungen der Kriegsverfassung des Deutschen Bundes.


    Es erfolgte ein Zuwachs von 9 Unteroffizieren und 26 Pionieren 1. Klasse

  • Mobilmachungen, Kriegsbereitschaften, Feldzüge


    Die erste Kriegsbereitschaft nach den Freiheitskriegen richtete sich im Jahre 1830 gegen Luxemburg. Das Großherzogtum Luxemburg hatte sich im Herbst 1830 der Erhebung der Provinz Belgien angeschlossen, die sich von den Niederlanden versuchte zu lösen. König Wilhelm der Niederlande nahm hiergegen den Schutz des Deutschen Bundes in Anspruch. Im März 1831 beschloß die Bundesversammlung, mit einem Unterstützungskorps die Ordnung in Luxemburg wiederherzustellen.

    Das 10. Bundeskorps und mit ihm eine Ingenieurtruppe, eine Pionier- und eine Pntonierkompagnie unter Major Schweitzer wurde bereit gestellt, ein Marschbefehl erfolgte nicht.

  • 1848 führten die Bestrebungen Dänemarks, die Herzogtümer Schleswig und Holstein zu dänisieren zum Krieg, in dem die beiden Herzogtümer die Unterstützung des Deutschen Bundes anriefen.

    Dieser trat für die deutsche Angelegenheit ein und befahl u.a. auch die Mobilmachung einer Division des 10. Bundesarmeekorps.

    Am 22.4.1848 marschierte die 1. (oder Pionier-)Kompanie des Hannoverschen Ingenieurkorps mit dieser Division nach Schleswig und fand dort im Sundewitt Verwendung (Wegebau, Schanzarbeiten, Brückenbau).

    Am 24. September kehrte die Kompanie nach Hannover zurück. Sie hatte keine Verluste.

    Anfang 1849 wurde dieselbe Kompanie nach Bremerhafen entsandt, um dort in dem wieder aufgenommenen Krieg mit Dänemark am Weserufer Befestigungen anzulegen. Hierzu wurden als Offiziere Kapitän Papen und Premierlieutenant Jüngst kommandiert.

    Am rechten Weserufer wurden zwei Werke gebaut- eine größere Batterie für 8 Vierundzwanzigpfünder und ein kleineres Werk für 3 Zwölfpfünder.

    Ein Angriff auf die armierten Werke erfolgte nicht.

    Mitte Januar 1849 kehrte die Kompanie nach Hannover zurück.

  • Im Jahre 1859, als der Krieg von Österreich gegen Sardinien und Frankreich nach der Schlacht von Magenta für Österreich eine ungünstige Wendung zu nehmen schien, faßten Preußen, England und Rußland den Entschluß, in die Ereignisse einzugreifen.

    Preußen stellte eigene Armeen am Rhein auf und beantragte beim Deutschen Bund, seine Korps zur Verfügung zu stellen.

    Nach der für die 1. Division des 10. Bundes-Armeekorps gegebene Kriegsgliederung befand sich im Hauptquartier des 10. Armeekorps als Genie-Direktor der Generalmajor Dammert und bei der Division unter Führung des Oberstlieutenants Bornemann die 1. Pionierkompanie mit dem Braunschweigischen Pionier-Detache -ment zur Besetzung des Avavtgardebrückentrains und die 2. Pionierkompanie mit dem Hauptbrückentrain.

    Zum Stab des Oberstlieutenants Bornemann traten Hauptmann 2. Klasse Wagemann und als Adjutant und Rechnungsführer Premierlieutenant Fricke.

    Den Generalmajor Dammert begleiteten als Adjutanten Hauptmann Meyer und Premierlieutenant Andreae vom Ingenieurkorps.

    Die Bedingungen zur Ausführung von weiteren Maßnahmen machte der Frieden von Villafranca zwischen Österreich und Frankreich überflüssig.

  • Im Jahre 1864 folgte eine weitere Stufe zur deutschen Einheit.

    Schleswig hatte eine Sonderstellung in der dänischen Gesamtmonarchie, die 1852 durch das Londoner Protokoll bestätigt wurde. Am 30.3.1863 erschien ein königlicher Erlass, der für Holstein und Lauenburg das Ausscheiden aus dem dänischen Gesamtstaatsverband verfügte und damit das verbürgte Recht der Untrennbarkeit beider Herzogtümer verletzte. Preussen und Österreich setzten beim Deutschen Bund durch, dem dänischen König (Friedrich VII.) den Krieg für den Fall anzudrohen, wenn er seinen Märzerlass nicht zurücknehmen würde. Sein Nachfolger Christian IX. erhob den Beschluß über die Trennung der Herzogtümer zum Gesetz.

    Daraufhin beschloß der Deutsche Bund, eine starke Truppenmacht in Holstein einmarschieren zu lassen. Zur Ausführung dieses Beschlusses waren je eine Brigade von Sachsen und Hannover bestimmt, die unter den Befehl des sächsischen Generallieutenants von Hake traten. In seinem Stab befand sich der "Stabsoffizier vom Genie", der Major Oppermann vom Hannoverschen Ingenieurkorps.

    Zur Hannoverschen Brigade gehörte die 1.Pionierkompanie unter Führung des Hauptmanns Meyer.

    Die Sachsen marschierten auf Rendsburg, die Hannoveraner folgten als Reserve und besetzten die westlich Seite Holsteins. Im weiteren Verlauf der Ereignisse lösten die beiden Großmächte Österreich und Preussen sehr bald selbstständig die Ihnen gestellte Aufgabe. Die beiden Brigaden des Deutschen Bundes wurden immer mehr beiseite gedrängt- ihre einzige kriegerische Tätigkeit bestand darin, die Holsteinischen Küsten gegen etwaige Unternehmungen der Dänen zu schützen. Die Hannoversche Brigade hatte zu diesem Zweck die Westküste zugewiesen erhalten.

    Mitte November 1864 konnten die Bundestruppen dann nach Abschluß des Friedens in Ihre Heimat zurückkehren.

  • 1866 erfolgte die Entscheidung über die Vorherrschaft zwischen Österreich und Preussen.

    Bei Ausbruch eine Krieges würden sich Hannoversche Truppen mit der in Holstein stehenden österreichischen Brigade Kalik bei Stade vereinigen wollen (Befehl vom 15.6.1866, 10 Uhr). Der Gegenbefehl erfolgte jedoch bereits einige Stunden später.

    Zur Sicherung der (hannoverschen) Armee bei Göttingen gegen den von Minden drohenden Einmarsch der Preussen mußte in der Nacht zum 16.6. der Schienenstrang Minden - Wunstorf unterbrochen werden. Dazu wurden von jeder Kompanie je eine Abteilung nach dort entsandt: dies waren

    Lieutenant GROSCHUPF mit 1 Korporal und 16 Pionieren der 1. Kompanie, Premierliutenant TRAUMANN mit 1 Korporal und 10 Pionieren der 2. Kompanie.

    Auf 200 Schritt wurde die Strecke bei Haste an der hessischen Grenze durch Aufreissen und Entfernen der Schwellen zerstört.

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