Servus,
heute darf ich Euch das Soldbuch und damit den Werdegang, des Obergefreiten Rudolf Spornberger, welcher zwar auch im Radfahr-Bataillon 67, und dem GJR 136 diente, aber die meiste Zeit im Feldheer bei der Bäckerei-Kompanie 67 eingesetzt war, vorstellen.
Rudolf Spornberger wurde am 21.03.1920 in der Tiroler Silberstadt Schwaz geboren. Von Zivilberuf war er Bäcker. Am 03.10.1940 wurde ihm von der Radf.Ers.Komp. 402 in Innsbruck sein Soldbuch ausgestellt. In seiner Tiroler Heimat sollte er auch seine Grundausbildung in der Wehrmacht erhalten. Nach der abgeschlossenen Grundausbildung geht es für Rudolf Spornberger im Frühjahr 1941 zur Fronttruppe, in seinem Fall kommt er zur 1./Radfahr-Bataillon 67, der 2.GebDiv. Die Division befindet sich zu diesem Zeitpunkt als Küstenschutz und Besatzungstruppe in Nordnorwegen. Doch die ruhige Zeit als Besatzungssoldat ist für den Schützen Spornberger nur von kurzer dauer. Mit 29.06.1941 begann auch für ihn der Überfall auf die Sowjetunion, das Radfahr-Bataillon 67 griff, den Hals der Fischerhalbinsel am nödlichsten Abschnitt der Eismeerfront an. Nach anfänglichen Erfolgen, konnten im Juli 1941 die Flüsse Titowka und Liza erreicht werden. Teile des Radf.Btl. 67 gelang es zusammen mit dem GJR 137 das Russenlager an der Titowka zu erobern. Nachdem der Angriff durch den harten Widerstand der Sowjets liegengeblieben ist, kommt es immer mehr zum Stellungskrieg. Im Oktober 1941 wird die 2.GebDiv von der 6.GebDiv abgelöst. Wohl in dieser Zeit wird Rudolf Spornberger aus der fechtenden Truppe herausgelöst und er wird zur Bäckerei-Kompanie 67 versetzt, hier kann er seinen erlernten Beruf in den Dienst der Wehrmacht stellen.
Die Bäckerei-Kompanie 67 liegt in den Jahren des Stellungskrieges an der Eismeerfront im rückwärtigen Operationsgebiet, teils mal in Norwegen, teils in Finnland. Mit 01.03.1942 wird Rudolf Spornberger zum Gefreiten befördert. Im Sommer 1942 liegt die Bäckerei-Kompanie 67 in Vadsö, aus einem Bericht geht hervor, dass im Zeitraum vom 01.06.-25.08.1942 von der Kompanie 1.390.000 Stk. Schwarzbrote a 1200g und 15.000 Weißbrote gebacken wurden. Durch die hervorragende Arbeit der Feldbäcker konnte die gesamte 2.GebDiv und auch die Divisonsgruppe Rossi mit frischem Brot versorgt werden. Am 01.04.1943 wird Rudolf Spornberger zum Obergefreiten befördert.
Am 06.05.1943 feiert die Bäckerei-Kompanie 67 einen besonderen Meilenstein, an diesem Tag bäckt die Kompanie ihr 13 millionstes Brot seit Kriegsbeginn. Dieses Ereignis nimmt auch der Divisions-Kommandeur zum Anlass, der Bäckerei-Kompanie 67 seine volle Anerkennung auszusprechen, und verfügt eine Sonderzuweisung von einer Büchse Konservenfleisch pro Mann.
Wie sich auch die 2. und 6. GebDiv jährlich an der Front abwechselten so wurden auch die Bäckerei-Kompanien ausgetauscht, so lag die Bäckerei-Kompanie 67 im Sommer 1943 im Raum um km 19 (E) und später an km 512 (E), das (E) steht für Eismeerstraße. Zum Jahreswechsel 1943/44 liegt die Bäckerei in Nordmo.
Wohl kurz nach Jahresbeginn 1944 muss der Obergefreite Spornberger seine Bäckerei-Kompanie verlassen und er kommt zur kämpfenden Truppe zurück. In seinem Fall soll er bis Kriegsende bei der 3./GJR 136 eingesetzt werden. Mit seinem Bataillon war Obergefreiter Spornberger in den Feldwachenstellungen an der Südflanke eingesetzt, hier erhielt er auch einiges an neuer Ausrüstung, wie einen Nahkampfdolch als auch ein Gewehr-Granat-Gerät. Wie ich von einem Veteranen des GJR 136 erzählt bekommen habe handelte es sich bei dem Nahkampfdolch meist um das bei den Landsern beliebte Finnenmesser Puukko. Nach der sowjetischen Großoffensive im Oktober 1944 nahm Rudolf Spornberger an den schweren Rückzugskämpfen an der Eismeerfront teil. Zur Jahreswende 1944/45 findet sich Rudolf Spornberger in Nordnorwegen wieder, hierhin wurde die 2.GebDiv, nach den verlustreichen Abwehrkämpfen zurückgenommen. Vom 25.11. -18.12.1944 wird er in der Krankensammelstelle Narvik wegen einem Abszess am linken Unterarm behandelt.
Anfang 1945 wird die 2.GebDiv über Dänemark, in das Reich verlegt. Von hier aus ging es direkt in das Elsass, wo starke amerikanische und französische Verbände nach Osten vorrücken. Die nach und nach eintreffenden Einheiten werden gegen Ende Jänner 1945 direkt in die Front geworfen, vom ersten Augenblick an steigen die Verluste der Division. Bis Kriegsende zog sich die Division über die Saarpfalz, Bayern bis nach Tirol hin zurück. Wann und wie Rudolf Spornberger das Kriegsende erlebte, ergeht aus seinem Soldbuch nicht hervor.
Rudolf Spornberger kehrte nach Kriegsende in seine Tiroler Heimat zurück, wo er am 19.04.2000, im 81. Lebensjahr verstarb.


