Guten Abend Freunde im Forum,
heute möchte ich Euch den Wehrpass eines ehemaligen Angehörigen der Panzer-Abwehr-Abt. 7 vorstellen. Dieses Ausweisdokument, ein Wehrpass 2. Modell, erhielt ich 2024 von einem Mitglied hier aus dem Forum. Ich bin ihm dafür sehr dankbar, da Ausweise bzw. Urkunden für diese Einheit nicht sehr häufig sind (Zeitweise bestand diese Abteilung nur aus 2 Kompanien).
Die Panzer-Abwehr-Abt. 7 wurde am 12.10.1937 in Grafenwöhr für den Friedensstandort München, Wehrkreis VII, Zugehörig zur 7. Infanterie-Division, gebildet. Die Abteilung wurde am 16.3.1940 in Panzerjäger-Abteilung 7 umbenannt (diese Umbenennung wird im Wehrpass nicht dokumentiert).
Der Soldat, der dieser Wehrpass erhielt, hieß Balthasar Huber. Er wurde am 8.6.1917 in Großhartpenning, Landkreis Miesbach, geboren. Er übte den Beruf eines Landwirtes aus. Er wurde am 22.7.1937 beim Wehrbezirkskommando München IV gemustert. Die Entscheidung lautete „tauglich“ für die „Ersatzreserve I“. Diese Entscheidung wurde von Oberstleutnant Nüßlein unterzeichnet (den Wehrpass seines Sohnes, Leutnant beim Grenadier-Regiment 62 habe ich hier im Forum bereits vorgestellt). Anschließend wurde Herr Huber zur Ableistung der Arbeitsdienstpflicht am 1.11.1937 beim RAD eingezogen und am 9.11.1937 vereidigt. Er wurde am 28.3.1938 als Arbeitsmann entlassen.
Am 14.2.1938 meldete er sich als Freiwilliger zum Wehrdienst bei der Panzer-Abwehr-Abt. 7, München. Die Freiwilligenmeldung erfolgte beim Wehrbezirkskommando Passau. Am 14.11.1938 wurde Herr Huber bei der 2. Kompanie/Panzer-Abwehr-Abt. 7 eingezogen. Aus einem Eintrag auf Seite 12 ist ersichtlich, dass er vom 14.11.1938 bis 14.8.1942 ununterbrochen als Angehöriger der 2./Pz.-Abw.-Abt. 7 geführt war. In dieser Zeit war er Teilnehmer am Unterführerlehrgang 1.3.1942 bis 18.3.1942, sowie 22.3.1942 bis 30.3.1942 und dem Panzer-Zerstörer-Lehrgang vom 10.4.1942 bis 17.4.1942. Am Gasschutzlehrgang nahm er vom 24.7.1942 bis 28.7.1942 teil. Der Lehrgangsort ist für mich nicht lesbar. Vielleicht kann es einer von Euch entziffern?
Ausgebildet wurde Balthasar Huber an den Standartwaffen der deutschen Infanterie (Karabiner 98k, Pistole 08 usw., siehe Seite 20). Befördert wurde er am 1.10.1939 zum Oberschützen, am 1.2.1940 zum Gefreiten, am 1.10.1940 zum Obergefreiten und am 1.4.1942 nach bestandenem Unterführerlehrgang zum Unteroffizier. Der Unteroffizier Huber nahm von Kriegsbeginn an, beginnend mit dem Überfall auf Polen und dem anschließenden Feldzug gegen Frankreich mit der 2./Pz.-Abw.-Abt. 7 teil. Der ausführliche Gefechtskalender ist auf Seite 32/33 schön ersichtlich. Auch der darauf folgende Einsatz zum Küstenschutz an der französischen bzw. belgischen Kanalküste ist vom 20.7.1940 bis 13.4.1941 bestätigt. Vom 14.4.1941 bis 14.5.1941 erfolgte der Einsatz der Abteilung im Rahmen der 7. Infanterie-Division als Besatzungstruppe im Ostraum (Polen).
Der weitere Einsatz seiner Abteilung, zunächst Bereitstellung für den Ostfeldzug, vom 15.5.1941 bis 21.6.1941 wird auf Seite 47 bestätigt. Der darauf folgende Einsatz im Rahmen des Angriffskrieges auf die Sowjetunion wird auf Seite 47 vom 22.6.1941 bis zum 8.1.1942 durch ein eingeklebtes Einlegeblatt als Gefechtskalender dokumentiert. Vom 9.1.1942 bis 14.8.1942 nahm Balthasar Huber mit der 2./Pz.-Abw.-Abt. 7 am „Feldzug gegen Rußland“ teil. Mangels von der Feldeinheit übersandter Kriegsstammrollenauszüge wurden keine genaueren Gefechtsbezeichnungen eingetragen. Laut der „Chronik der 7. Infanteriedivision“, Verfasser Wilhelm Hertlein, befand sich die Einheit in dieser Zeit, Januar 1942 bis April 1942, im Rückzugskampf über Moshaisk nach Gshatsk. Dort befand sich die Division im Stellungskampf bis Januar 1943.
Der Unteroffizier Balthasar Huber ist am 14.8.1942 in Szemessowykoje gefallen, und wurde in Suschtschew beerdigt. Todesursache war laut der abgebildeten Karteikarte „A.G.R.“ - ich nehme an (= Artilleriegeschoß(-splitter?) im Rücken). Die Karte ist eine eingescannte Fotokopie, kein Original.
Der Unteroffizier Huber wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, dem Allg. Sturmabzeichen, der Medaille „Winterschlacht im Osten 1941/42“ und dem Verwundetenabzeichen in Schwarz ausgezeichnet. Wann und wo diese Verwundung erfolgte, ist im Wehrpass nicht eingetragen. Er verblieb aber offenbar bei der Truppe, da auch kein entsprechender Lazarettaufenthalt in diesem Wehrpass eingetragen ist.
Wie immer bei meinen Vorstellungen von Ausweisen habe ich Doppelseiten, bei denen eine Seite keine Einträge enthält, nicht komplett eingescannt. Sollten bei dem einen oder anderen Betrachter noch Fragen zu entstehen, bitte gerne melden.
Jetzt zu den Scans. Ich wünsche Allen einen angenehmen Jahresbeginn und grüße Euch
Armin.


