Wertes Forum,
ich darf euch heute wieder mal einen kleinen interessanten Nachlass eines Abwehrkämpfers zeigen.
Leider bei weitem nicht vollständig, aber immer wieder von hier und dort ein paar Teile zusammengetragen.
Anton Kührer
Feldwebel im Inf.Regt. Nr. 7 „Graf von Khevenhüller“
Anton KÜHRER wurde am 9. November 1891 in Schöngraben in Niederösterreich geboren. Nach Absolvierung der Schulpflicht erlernte KÜHRER den Beruf eines Musikers.
Im Jahre 1909 rückte er zum Infanterie Regiment 21 und in weiterer Folge zum Infanterie Regiment NR. 7 nach Graz ein, absolvierte hier die Ausbildung und die Chargenschule und zog am 18. August 1914 gegen Russland ins Feld.
Er machte die Schlacht bei Lemberg und Grodek, sowie den Rückzug über Przemysl bis Sekowa und die Kämpfe bei Nowe-Miasto mit und kam Ende Oktober 1914 an Ruhr erkrankt über ein Lazarett zum Kader nach Klagenfurt.
Kurz darauf ging er neuerlich an die russische Front ab und beteiligte sich hier an allen Kämpfen seines Regiments, bis er im Oktober 1915 an die italienische Front abgezogen wurde. Hier nahm er an den Stellungskämpfen am Mte. San Michele und ab Dezember an der Kärntnerfront im Raiblerabschnitt bis Mitte Oktober 1917 Anteil und kam zum zweiten Mal erkrankt ins Lazarett und in weiterer Folge zum Kader nach Klagenfurt.
Er leistete dann dort, als Dienstführender der Ersatzkompanie 1 zugeteilt, bis zum Umsturz wertvolle Dienste.
Bei den Kärntner Abwehrkämpfen stritt er im Volkswehrbataillon II und III im Abschnitt von Grafenstein, Völkermarkt und Prävali tapfer für die Freiheit seiner Heimat und erhielt unter anderem für die Erstürmung von Grafenstein am 12.12.1918 das Allgemeine Kärntner Kreuz für Tapferkeit verliehen.
Nach den Kärntner Abwehrkämpfen wurde er in das Österreichische Bundesheer – Österreichisches Alpenjäger Regiment Kärnten Nr. 11 – übernommen.
Hier übernahm er auch – seiner Leidenschaft folgend – die Alpenjägerkapelle und führte diese als Musikkapellmeister.
Nach der Übernahme in die deutsche Wehrmacht wurde er – wie fast alle Abwehrkämpfer – ehrenhalber zum Leutnant befördert.
Er starb am 9.3.1958 in Klagenfurt an einem Herzinfarkt.
Dienststellen:
21.9.1909 – 1.10.1912 Inf.Rgt. 21 Reg.Musik
1.10.1912 – Inf.Reg. 7 Reg.Musik
1.10.1918 – 31.1.1919 VWB II Klagenfurt Dienstführender
1.2.1919 – 1.9.1920 VBW III V.W. Musik
1.9.1920 – 4.10.1920 Verbindungszug Österr. Alpenjäger Regiment Kärnten Nr. 11
4.10.1920 - MG Kompanie Österr. Alpenjäger Regiment Kärnten Nr. 11
1.6.1924 Musikmeister und transferiert zum Regimentsstab
00.00.1938 I. Kavallerie-Schützen-Regiment 11
Beförderungen: so weit bekannt
Offiziersstellvertreter 21. September 1920
Musikmeister 1. Juni 1924
Musikunteroffizier 20. Februar 1930
Kapellmeisterstellvertreter 20. Februar 1930
Musik-Vizeleutnant 01. Jänner 1938
Oberfeldwebel 14. März 1938
Leutnant
Oberoffizial nach 1945
Orden und Ehrenzeichen:
Bronzene Tapferkeitsmedaille
Silbernes Verdienstkreuz mit der Krone
Karl Truppenkreuz
Österreichische Kriegserinnerungsmedaille 1914-1918
Ungarische Kriegserinnerungsmedaille 1914 -1918
Allgemeines Kärntner Kreuz für Tapferkeit lt. Tagesbefehl des Landesbefehlshabers für Kärnten Nr. 122 vom 5. Dezember 1919 (Legitimation Nr. 11029) für die Erstürmung von Grafenstein am 12.12.1918
Militärdienstzeichen 2. Klasse für Berufsunteroffiziere
Interessant ist der Umstand, dass Kührer auf zahlreichen Fotos mit dem Besonderen Kärntner Kreuz für Tapferkeit abgebildet ist. Es gibt jedoch keinerlei Aufzeichnungen oder Unterlagen über eine tatsächliche Verleihung desselben an Kührer.
Nachfolgend einige Fotos aus dem ca. 100 Fotos umfassenden Teilnachlass.


