Servus,
heute darf ich Euch den Wehrpass eines Kärntners vorstellen, der bei der Aufklärungs-Abteilung 67 der 2.Gebirgs-Division und beim Gebirgsjäger-Regiment 144 der 3.Gebirgs-Division gedient hat vorstellen, den 1943 das harte Soldatenlos getroffen hat.
Johann Glantschnig wurde am 27.04.1911 in Maria Saal, einer geschichtsträchtige Marktgemeinde in Kärnten, geboren. In der Zwischenkriegszeit erlernt er den Beruf des Maurers und als Fremdsprache spricht er "Kärntner Slowenisch". Nach dem Ausbruch des 2.Weltkrieges, wird Johann Glantschnig am 12.11.1939 im WBK Klagenfurt als kv gemustert. Mit 03.12.1940 rückt Johann Glantschnig zur Radf.Ers.Kp. 67 nach Kufstein ein, hier erhält er seine Grundausbildung an den gängigen Infanteriewaffen. Mit 25.02.1941 wird er zum II./Geb.Jäg.Ers.Rgt.136 versetzt und mit 04.03.1941 zur Fronttruppe kommandiert, in seinem Fall kommt er zur 1./Radfahr-Bataillon 67 der 2.GebDiv nach Norwegen und wird hier als Besatzungssoldat und zum Küstenschutz eingesetzt. Am 22.06.1941, als an der gesamten Ostfront, deutsche Divisionen in die Sowjetunion einmarschierten, startete im hohen Norden, das Unternehmen Rentier. Das Gebirgskorps Norwegen besetzte das finnische Petsamogebiet, bei Boris Gleb überschritt die 2.GebDiv die norwegisch-finnische Grenze. Erst am 29.06.1941 trat die 2.GebDiv zum Sturm auf Murmansk an. Das Radfahr-Bataillon 67 griff, nachdem die Bunkerstellungen östlich von Petsamo durchbrochen war, den Hals der Fischerhalbinsel an. Nach anfänglichen Erfolgen, konnten im Juli 1941 die Flüsse Titowka und Liza erreicht werden. Teile des Radf.Btl. 67 gelang es zusammen mit dem GJR 137 das Russenlager an der Titowka zu erobern. Nachdem der Angriff durch den harten Widerstand der Sowjets liegengeblieben ist, kommt es immer mehr zum Stellungskrieg. Auch der Septemberangriff brachte nicht den gewünschten Erfolg. Mit Wirkung vom 01.10.1941 wird Johann Glantschnig zum Oberschützen befördert. Im Oktober 1941 wird die 2. und 3.GebDiv von der 6.GebDiv abgelöst und Oberschütze Glantschnig kommt in sein Winterquartier im Operationsgebiet. In der Nacht vom 27. auf den 28.04.1942 starteten die Sowjets eine Großoffensive an der Eismeerfront. Auch die 2.GebDiv wurde aus ihrem Winterquartier heraus alarmiert, das Radfahr-Bataillon 67 kommt in der Südflanke zum Einsatz und wird der 6.GebDiv unterstellt. Unter großer Anstrengung und auch großen Verlusten, konnte im Blutmai 1942, verhindert werden, dass die deutsche Eismeerfront zusammenbricht.
Die folgenden Jahre wurde die Eismeerfront zum Stellungskrieg, die 2. und 6.GebDiv wechselten sich jährlich mit dem Einsatz in der Liza-Brückenkopfstellung ab. Für seinen ersten Polarwinter in hohen Norden, wurde ihm am 30.10.1942 die Ostmedaille verliehen. Am 01.11.1942 wird Johann Glantschnig zum Gefreiten befördert. Am 24.03.1943 erfolgte die Umbenennung der Radf.Abt. 67 in Aufklärungs-Abteilung 67. Teile der Aufkl.Abt. 67 wurden auch zur Sicherung im Operationsgebiet sowie in den Kampfstützpunkten eingesetzt. Am 01.09.1943 wird er zum Obergefreiten befördert. Mit 07.09.1943 wird der Obergefreite Glantschnig zur 3./Marschbataillon Lappland 2011 versetzt. Nun machte er sich auf dem Weg vom äußersten Norden der Ostfront in den Südabschnitt der Ukraine. Am 06.10.1943 kommt er zur 13./GJR 144 der 3.GebDiv in den Brückenkopf von Nikopol. Die Heeresgruppe Süd ist hier im ständigen Abwehrkampf gegen weit überlegen sowjetische Kräfte. Am 21.11.1944 verlässt Johann Glantschnig sein Soldatenglück, er fällt 8km südlich von Dneprowka, einer Ortschaft ca. 35 km südöstlich von Nikopol. Seine Kameraden bestatten ihn am Sammelfriedhof Dneprowka im Grab mit der Nr. III/19.
Dies war die kurze Vorstellung des Schicksals von Johann Glantschnig. Sein Schicksal ist für mich beispielhaft für eine Erklärung die mir ein Veteran der Eismeerfront gegeben hat. Dadurch, dass die Eismeerfront ein Nebenkriegsschauplatz war, kam es dort größtenteils nur zu kleineren Gefechten und für die Landser gab es eine größere Überlebenschance als an der restlichen Ostfront. Johann Glantschnig verbrachte über 2 Jahre an der Eismeerfront unbeschadet, und fiel nach nicht mal zwei Monaten am Südabschnitt in der Ukraine.
Schöne Grüße
Eismeerfront


