Hallo,
ich stelle hier erneut ein Soldbuch vor, das ich bereits vor fast 10 Jahren besessen habe und das letzten Sommer den Weg zurück in meine Sammlung gefunden hat – diesmal ergänzt durch umfassendere Recherchen und bessere Scans.
Johann Wex wurde am 1. Juni 1921 in Heinrichshofen (Kr. Landsberg) als Sohn von Johann und Maria Wex geboren. Am 10. Februar 1941 wurde Johann zur Flak-Ersatz-Abteilung 1 (Ludwigsburg) einberufen, wo er seine Grundausbildung absolvierte. Am 30. April 1941 kam er zur leichten Reserve-Flak-Abteilung 751, die die Mauser-Werke in Oberndorf am Neckar verteidigte.
Die Abteilung nahm danach am Ostfeldzug teil. Mit dieser Einheit kam Johann am 29. Dezember 1941 im Raum Kaluga zum Erdeinsatz, wo er seine Uniform und Ausrüstung verlor. Während seines Dienstes in der Sowjetunion erhielt Johann mehrere Auszeichnungen. Am 7. Februar 1942 wurde ihm durch das Luftgaukommando Moskau das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Im Sommer folgten das Flak-Kampfabzeichen, die Ostmedaille sowie das Tätigkeitsabzeichen der Flakartillerie. Im Oktober erhielt er zudem das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe.
Zwischen dem 9. August 1942 und dem 30. August bekam Johann seinen ersten Erholungsurlaub und konnte sein Dorf und seine Familie besuchen.
Im November 1942 erfolgte seine Versetzung zu einer neuen Einheit: dem Artillerie-Regiment 14 (L) der neu aufgestellten 14. Luftwaffen-Felddivision. Die Einheit war in Norwegen (Moss) als Besatzungstruppe eingesetzt. Danach war Johann kurzzeitig beim Flak-Regiment 15 (mot.), wo er sich entschied, sich für die Fallschirmtruppe zu bewerben. Nach ein paar Wochen bei der Untersuchungsstelle des XI. Fliegerkorps kam er zum Fallschirm-Pionier-Bataillon 4 der 4. Fallschirmjäger-Division. Zuvor wurde er zur Fallschirmschule I (5. Schülerkompanie) kommandiert, um seine Ausbildung als Fallschirmjäger zu absolvieren. Das Porträt im Soldbuch trägt den Stempel der Fallschirmschule I.
Im April 1944 erhielt Johann 288 Francs von der Frontleitstelle Paris Nord und weitere 288 Francs vom Hauptverbindungsstab 588. Schließlich kehrte Johann am 29. Mai 1944 zum Fallschirm-Pionier-Bataillon 4 (2. Kompanie) zurück. Leutnant Otto Schäfer (Kompanieführer) bestätigte die Verleihung des Fallschirmschützenabzeichens (Stoffversion).
Im Juni lag der Großteil des Bataillons zur Ausbildung und Neuaufstellung bei Florenz; nur kleine Teile der Einheit waren an der Front eingesetzt. Ende Juni rückte das gesamte Bataillon wieder an die Front und zog sich später in Richtung Florenz zurück. Zwischen Ende Juli und Anfang August kam das Bataillon in Florenz zum Einsatz: Die 1. Kompanie hatte den Auftrag, die Brücken der Stadt zu zerstören. Die 2. Kompanie war im Stadtteil Rifredi eingesetzt.
Am 10. August 1944 verblieben nur noch Nachhuten der Division in der Stadt, und der Stab der Pioniere wurde nach San Piero a Sieve (nördlich Florenz) verlegt. Anfang September wurde die 2. Kompanie nach Santa Lucia (Futa-Pass) verlegt, vermutlich um dort Minenfelder anzulegen und die letzte Sprengung vorzubereiten.
Am 9. September bombardierten die Alliierten Santa Lucia und den Futa-Pass, da dies strategisch wichtige Orte der Grünen Linie waren. Hier befanden sich Tobruk-Bunker, Pak-Stellungen sowie ein Pantherturm. Johann fiel während dieser Bombardierung zwei Kilometer Straße südlich von Santa Lucia. Er wurde zunächst von seinen Kameraden in Monghidoro begraben; heute ruht er auf dem Soldatenfriedhof Futa-Pass.


