Guten Abend Freunde im Forum,
heute möchte ich Euch den militärischen Werdegang des Alfons Blickenberger anhand der Daten seines Wehrpasses vorstellen:
Alfons Blickenberger wurde am 16.2.1918 in München geboren. Er war verheiratet und von Beruf kaufmännischer Angestellter. Er wurde am 27.10.1935 als Arbeitsmann beim Reichsarbeitsdienst eingestellt und der RAD-Abt. 3/303 zugeteilt. Hier wurde er am 1.4.1936 zum Vormann und am 1.7.1936 zum Obervormann im Reichsarbeitsdienst befördert. Am 26.9.1936 wurde er als Obervormann vom Reichsarbeitsdienst entlassen.
Seine Wehrersatzdienststelle war das Wehrmeldeamt München 1. Hier wurde am 7.9.1936 sein Wehrpass ausgestellt. Alfons Blickenberger wurde am 26.2.1936 als Freiwilliger bei der 14./Inf.Rgt. 19 gemustert und als „tauglich 2“ eingestuft. Der Annahmeschein als Freiwilliger in der Wehrmacht wurde ihm am 14.4.1936 ausgehändigt. Einstellungstag und zugleich Tag der Einstellungsuntersuchung bei der 14. (Pz.Abw.)Komp./Inf.Rgt. 19 war der 15.10.1936.
Alfons Blickenberger blieb bis zum 2.1.1941 Angehöriger dieser Kompanie. Mit der Waffe wurde er dort an der Pistole 08, dem Karabiner 98 K und der Panzerabwehrkanone (Standartwaffe der Infanterie-Panzerjägerkompanien war die PAK 3,7cm) ausgebildet. Weitere Ausbildungen erfolgten als Obergefreiter, Kanzleischreiber und Militärführerschein der Klasse 1. Am 1.10.1937 erfolgte seine Beförderung zum Gefreiten und am 1.10.1938 die Beförderung zum Unteroffizier (lt. Regimentstagesbefehl 66 Ziffer 1 vom 1.11.1938). Mit der 14. Kompanie nahm er am Einmarsch in Österreich und Sudetenland (1938) sowie am Feldzug gegen Polen und Frankreich teil. In dieser Zeit wurde ihm das Schützenabzeichen PAK 1937/1938, das Scharfschützenabzeichen PAK 1938/1939, die Erinnerungsmedaille für den Einmarsch in Österreich und Sudetenland verliehen. Die genauen Gefechtsbezeichnungen könnt ihr den Seiten 32 und 33 entnehmen.
Der Unteroffizier Blickenberger wurde am 3.1.1941 zum Stab III. Btl./Inf.Rgt. 19 versetzt. Dort wurde er am 1.3.1941 zum Feldwebel befördert und nach bestandener Hauptfeldwebel-Ausbildung am 1.11.1941 zum Hauptfeldwebel ernannt. Beim Stab des III. Bataillons/Inf.Rgt. 19 verblieb er bis zum 14.8.1942. Er nahm mit diesem Bataillon an allen Einsätzen des Inf.Rgt. 19 teil. Bis 8.1.1942 sind sie auf Seite 23 gelistet. Am 22.7.1941 erfolgte eine Kopfverwundung durch Granatsplitter. Für diese Verletzung wurde ihm das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen. Er verblieb aber zur Ausheilung der Verwundung bei seinem Bataillon. Der weitere Einsatz erfolgte im Stellungskampf im Bereich Moshaisk/Gshatsk bis zu seinem Soldatentod am 14.8.1942. An diesem Tag wurde er schwer verwundet und verstarb am selben Tag im Verbandsplatz Trochany. Hauptfeldwebel Blickenberger wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern und der Ostmedaille 1941/42 ausgezeichnet.
Alle Einträge in diesem Wehrpass wurden durch Leutnant Wiesinger (oder Wieninger?) unterzeichnet. Der Wehrpass ist in einem sehr schönen Zustand und mit einem Passbild in RAD-Uniform versehen. Leider konnte ich zu diesem Wehrpass keine Verleihungsurkunden oder sonstige Dokumente erhalten. Deswegen meine Frage an Euch: wer kann mir über den Verbleib weiterer Dokumente von Alfons Blickenberger Informationen zukommen lassen? Bei Rückfragen zu Einträgen im Wehrpass bitte kurze Nachricht an mich.
Jetzt zu den Scans – es grüßt Euch Armin.


