Ich stelle euch das Soldbuch des Soldaten Horst Timm vor. Die Kriegsmarine ist zwar nicht unbedingt mein Sammlungsgebiet, aber die Dokumenten mit Bezug mit italienischen Städten oder die Küstenartillerie-Batterien gefallen mir gut!
1921 wurde Horst in Hamburg geboren und dort er als Verkäufer arbeitete. Im Juli 1941 wurde er in die Kriegsmarine eingezogen. Die Einheit, die sein Soldbuch ausstellte, war die Hafenüberwachungsstelle Gravelines in Frankreich. Im Januar 1942 kam er dann zur 5. Flottille Stammabteilung. Im Oktober 1942 folgte eine neue Versetzung, diesmal zur Ausbildungs-Abteilung Amsterdam, gefolgt von weiteren Einsätzen in verschiedenen Einheiten in den Niederlanden. Im Sommer 1944 wurde Horst schließlich nach Italien zur 6. Transportflottille verlegt, die in der Adria operierte. Zum Zeitpunkt der Versetzung hatte er den Rang eines Bootsmaates erreicht.
Sie wurde zu Transporteinsätzen von Pola, Fiume (Rijeka), Zara , Sibenik, Split, Makarska, Dubrovnik und Cattaro aus eingesetzt und unterstand dabei den Seetransportstellen in den jeweiligen Häfen. Ab November 1944 war er weiterhin zwischen Venedig, Grado, Triest und Fiume (Rijeka) im Einsatz, mit der wichtigen Aufgabe, Bauxit aus dem Kvarner Buch nach Triest zu transportieren. In Italien war Horst mit einem italienischen Gewehr und 60 Schuss Munition ausgerüstet.
Als Beleg für seine ständigen Wege zwischen Triest und Venedig gibt es zwei recht seltene Ausweise: einen zum Betreten und Verbleiben in Venedig, ausgestellt von der dortigen Platzkommandantur, und einen Hafenausweis, ausgestellt von der Hafenüberwachungsstelle Triest. Beide Dokumente waren bis April 1945 gültig.
Ein weiteres interessantes Dokument ist der Begleitschein vom Oktober 1944. Wir wissen, dass Horst auf dem T.P. „Kermen“ im Einsatz war, über das ich aber leider keinerlei Informationen finden konnte. Während dieses Dienstes führte er eine Pistole P. 35 mit sich, die ihm von der 22. Marine-Bordflak-Abteilung ausgehändigt worden war. Im April 1945 kapitulierte die Einheit vor den britischen Truppen, und die verbliebenen Boote wurden zerstört.
Falls jemand mehr Informationen über das T.P. „Kermen“ hat, wäre ich sehr dankbar. Leider habe ich absolut nichts über dieses Schiff finden können. Vermutlich handelte es sich um ein italienisches Schiff, das von der Kriegsmarine beschlagnahmt und weitergenutzt wurde.


