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Militärpaß - Bitte um Hilfe

  • Am letzten Wochenende habe ich folgenden Militärpaß auf einem Flohmarkt gefunden.
    Beim ersten Durchsehen vor Ort fielen mir sofort einige schon bedeutende Worte des ersten Weltkrieges auf: Douaumont, Flandern, Cambrai, Siegfriedstellung usw.
    (Ein wenig enttäuscht war ich durch die fehlenden Orden&Ehrenzeichen, welche ein Teilnehmer bei solchen Kämpfen mehr als verdient gehabt hätte. ;) )


    Zu Hause beim genauen Durchsehen, taten sich aber doch einge "Fallstricke" bezüglich der Schrift auf (sehr klein geschrieben, Handschriftlich, dazu natürlich auch Sütterlin), die mich hindern den Militärpaß komplett zu "übersetzen".


    Ich würde mich also über eine rege Beteiligung beim "puzzeln" sehr freuen und nutze die Gelegenheit auch gleich, um einen sehr interessanten Militärpaß des "ersten, großen Weltenbrands" vorzustellen. Der Militärpaß hat es "in sich" und Ihr werdet es nicht bereuen hier ein wenig mitzuverfolgen ! ;KF;


    Gruß, Barmbeker

  • Zum "warmwerden" zeige ich zunächst die ersten 3 Bilder des Militärpasses.
    Seiten ohne Eintragungen werde ich überspringen, die abgebildeten Seiten sind aber in numerischer Reihenfolge.


    Also:
    Gleich auf dem Deckblatt finde ich ein handschriftliches Wort über "Militärpaß".
    Was steht dort ?
    Es ist vielleicht interessant zu erwähnen, daß dieses Wort später im Paß noch einmal auftaucht unter "Befähigungszeugnis".


    Das zwote Bild zeigt uns, daß der Vatert tot ist. Den Namen der Mutter und das der Soldaten M. zwischendurch geheiratet hat.
    Frage: Lese ich den Dienstgrad mit Ers.Res. (Ersatz-Reservist) korrekt ?


    Schon geht es weiter mit der "Nationale des Buchinhabers".
    M. war Fabrikarbeiter von Beruf und wurde am 19. Januar 1892 in Posen geboren.
    Diensteintritt: 17. August 1914 als Ersatz-Reservist beim 2. ???? Ers.Batl., Füs. Rgt. 35
    Frage: Wer kann den Anfang erfassen ?


    Gruß, Barmbeker

  • Hallo Tom, herrlich anzusehen ... ist ja mein Spezialgebiet der MP.


    Oben drüber steht "Duplikat", also eine Zweitschrift. Eine Drittschrift ist mir bisher nur einmal unter die Finger geraten, leider kann ich sie nicht mehr wieder finden! ;-) (kleiner Insider)


    Ersatz-Reservist ist korrekt!


    Agnes Makowiak geb. Kleinowski
    Berlin
    (die Straße ist mir zu klein zum Lesen!) 33


    tot
    Maria Makowiak geb. Tornowska
    Berlin
    Rettiner Straße 30 (?)


    Anton Makowiak
    19. Januar 1892
    Posen
    "
    Preußen
    Fabrikarbeiter
    katholisch
    ledig (gestrichen)
    verheiratet
    1 Kind
    17. August 1914 als Ersatz-Reservist
    2. Rekruten-Depot Ersatz-Bataillon Füsilier-Regiment 35


    Quote

    III. AK, 6. Div., 11. Inf. Brig.
    Füsilier-Regiment Prinz Heinrich von Preußen (Brandenburgisches) Nr. 35

  • "Duplikat" ;jeck; Ich HORNOCHSE ! :D - Danke.


    Gut, dann soll es jetzt mal etwas interessanter werden mit den ersten Eintragungen zu Versetzungen, mitgemachten Feldzügen und Verwundungen.
    Wenn noch größere Bilder von Vorteil sind, bitte melden. Da geht noch etwas, dauert ein klein wenig.


    Versetzungen:
    25._9.14 z. 4.Komp., I. Ers.Btl., Füs.Rgt.35
    11.11.14 z. 9.Komp., I.R.24
    17._4.15 z. 14.Komp. I.R.24
    24._3.16 z. .....................(und ab da geht nichts mehr)


    Kriegsstammrolle: 4675


    Feldzüge, Verwundungen:
    Feldzug gegen Frankreich u. Serbien 1915/17
    Vom 27.4.-10.5.15 in der zahnärztlichen Klinik in ........
    27.2.16 bei Fort Douaumont .... an der lk. Hand ... verwundet
    27-29.2 ................... nach Saarlouis
    29.2 - 8.3.16 Res.Laz. Saarlouis, Abtlg. Mettlach
    9.-22.3.16 in Res.Laz. I, Ansbach


    In den obigen Informationen verbirgt sich auch das erste "HIGHLIGHT" !
    -Zitat Anfang- Fort Douaumont vor Verdun erstürmt


    Großes Hauptquartier, 26. Februar.
    Die Panzerfeste Douaumont, der nordöstliche Eckpfeiler der permanenten Hauptbefestigungslinie der Festung Verdun, wurde gestern nachmittag durch das brandenburgische Infanterieregiment 24 erstürmt und ist fest in deutscher Hand.


    Oberste Heeresleitung. 1) -Zitat Ende-


    Dieser Musketier war "dabei" !

  • Hallo,
    Wehrpässe aufzuschlüsseln ist grundsätzlich interessant. Was jedoch sollte ein einfacher Soldat im preußischen Füsilier-Regiment 35 mit dem Friedensstandort Brandenburg an Auszeichnungen erlangen können? Mehr als das Eiserne Kreuz hatte das Königreich Preußen nicht zu bieten im Gegensatz zu den Soldaten anderer Bundesländer, die zusätzlich zum EK auch ihre eigenen Kreuze und Medaillen verliehen.
    hjl

  • 24.3.16 ___ 1. Ersatz-Bataillon Infanterie-Regiment 24


    20.4.16 zur 1. Kompanie ---"---


    2.5.16 zum Rekruten-Depot 3. Armee-Korps


    8.5.16 zur 6. Kompanie Infanterie-Regiment 24


    usw. usw. usw.



    Vom 27.4.-10.5.15 in der zahnärztlichen Klinik in Chauny ...


    27.2.16 bei Fort Douaumont durch Granat Splitter an der lk. Hand leicht verwundet


    27-29.2 Transport nach Saarlouis


    Deine Ergebnisse habe ich jetzt aber nicht kontrolliert! ;) Ich hoffe ich liege mit meinen Ergebnissen nicht ganz daneben!

  • "27.2.16 bei Fort Douaumont durch Granat Splitter an der lk. Hand leicht verwundet"
    Diese Verwundung hätte in zumindest zum Erhalt der Verwundetenabzeichens in Schwarz berechtigt.
    Ist auch beim Entlassungseintrag auf den hinteren, für Einträge der jeweiligen Truppenteile bestimmten, Seiten kein Eintrag über Orden?
    Ausserdem war es auch durchaus möglich, dass ein preußischer Soldat z.B. ein Bayrisches Militärverdienstkreuz erhält. Hatte mal einen Nachlass, da hat der Mann es für die Rettung eines Verwundeten einer bayrischen Einheit erhalten.

  • Quote

    Original von Turtle
    Diese Verwundung hätte in zumindest zum Erhalt der Verwundetenabzeichens in Schwarz berechtigt.


    Ja da hast Du Recht, ist aber nicht so selten, dass das im MP nicht eingetragen ist. Ich habe mehrere Konvolute gesehen in denen das VWA weit nach dem Krieg beantragt oder verliehen wurde, da ist das auch nie eingetragen worden.

  • Das stimmt natürlich, dass viele Verwudnetenabzeichen erst lange nach dem Krieg verliehen wurden.
    Es muss auch nicht heißen, dass der Inhaber des gezeigten Militärpaß nie ein EK2 bekommen hat. Ich habe den Nachlaß eines Artilleristen, der hat das EK2 1917 bekommen und es ist nie eingetragen worden, seine Beförderung zum Sergeanten im Feb. 1918 ist schon eingetragen.

  • Zum Freitag-Abend nun etwas weiter.


    Ihr werdet sehen, daß sich noch einige Fragen erledigen.


    Hier nun:
    Standartausbildung am Gewehr Modell 98


    Frage: Was für ein Geld wurde am 16.9.1914 gezahlt ?


    Dann noch die Information, daß diese Zweitschrift "Duplikat" am 9.Februar 1917 in Neuruppin ausgefertigt wurde.


    Der nächste Scan wird etwas ausführlicher, deshalb hier jetzt kein zweites Bild.

  • Nun geht es endlich etwas weiter und Ihr könntet mir fleissig bei der "Übersetzung" helfen.
    Ich kann leider immer wieder nur Teile lesen.
    Zum Beispiel, das sich hier klärt, daß doch tatsächlich das EK2 am 27.6.1917 verliehen worden ist und Stichworte wie "Siegfriedfront", "Siegfriedstellung", "Flandern", "Angriffsschlacht bei Cambrai" und "Große Schlacht in Frankreich".


    Gruß, Barmbeker

  • Frage: Was für ein Geld wurde am 16.9.1914 gezahlt ?
    Antwort: Putzzeuggeld.


    Hier noch ein paar Einträge der Seite:


    Am 12.01.1917: zu nebenstehender Kompanie versetzt
    vom 22.9. - 3.10.17: wegen (?) am Gemächt ins Ers. Laz. 15
    vom 15.12 - 22.12.17: (?) krank bei der San. Komp. 246


    am 21.3.18 bei Helmbrand verschüttet durch A.G.
    am 26.3.18 ins Res-Laz- (?) Bielefeld

  • Quote

    Original von Barmbeker
    Standartausbildung am Gewehr Modell 98
    Frage: Was für ein Geld wurde am 16.9.1914 gezahlt ?
    Dann noch die Information, daß diese Zweitschrift "Duplikat" am 9.Februar 1917 in Neuruppin ausgefertigt wurde.


    Unterschrieben hat


    Hauptmann und Kompanie-Führer _ _ _ (Kann den Regimentsstempel nicht lesen)

  • Quote

    Original von Turtle
    Am 12.01.1917: zu nebenstehender Kompanie versetzt
    vom 22.9. - 3.10.17: wegen (?) am Gemächt ins Ers. Laz. 15
    vom 15.12 - 22.12.17: (?) krank bei der San. Komp. 246
    am 21.3.18 bei Helmbrand verschüttet durch A.G.
    am 26.3.18 ins Res-Laz- (?) Bielefeld


    Er hatte ein Geschwür am Gemächt. ;krx;
    Er war gaskrank. Könnte also eine Kampfgasvergiftung sein?
    Er war verschüttet durch eine Artillerie-Granate ... meine Vermutung!
    Er war im Reserve-Lazarett Bethel/Bielefeld. >>> http://www.bethel.de/bethel_de/

  • Oha ! Super ergänzende Angaben von Euch. Klasse !
    Hier noch mein Input:
    - Der Ortsname ist HENDECOURT
    Es handelt sich um einen Ort im französischen Artois.
    - "gaskrank" kenne ich als gängigen Begriff einer Kampfgasvergiftung
    - A.G. = Artillerie-Granate (es gibt eine offizielle Abkürzungsliste ?)
    - "Geschwür am Gemächt" ist jetzt mal gar nicht so lachhaft, sondern durchaus eine Erkrankung, die durch ständige Kälte/Unterkühlung des Unterleibes (nasse Hosen) hervorgerufen werden kann


    Gaskrank, Verschüttet, Verwundet, Krank.... ;grusel;
    Hat wenig ausgelassen der Mann.
    Sagte ja, dieser Wehrpass ist wirklich interessant.


    Gruß, Barmbeker

  • anhaltiner

    Changed the title of the thread from “Bitte um Hilfe bei Militärpaß” to “Militärpaß - Bitte um Hilfe”.

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