Guten Abend Freunde im Forum,
heute möchte ich Euch, anhand seines Wehrpasses, den militärischen Werdegang des ehemaligen Obergefreiten Ewald Hemeier vorstellen.
Dieser wurde am 18.10.1919 in Löhne, Kreis Herford-Minden, geboren. Er erlernte den Beruf des Schneiders und arbeitete als Schneidergeselle. Zum Zeitpunkt seiner Musterung war er ledig. Ewald Hemeier wurde am 7.7.1939 als Dienstpflichtiger beim Wehrbezirkskommando Herford gemustert. Der Entscheid lautete „tauglich – Ersatzreserve I“. An diesem Tag wurde auch sein Wehrpass ausgestellt. Eine Heranziehung zum Reichsarbeitsdienst ist in diesem Pass nicht eingetragen. Diese Entscheidung sollte als „Vorläufiger Entscheid“ durch gesonderte Aushändigung übermittelt werden. Ob dies erfolgte, geht aus dem Wehrpass nicht hervor. Herr Hemeier wurde vom WBK Herford am 14.6.1940 zum Infanterie-Ersatz-Bataillon 62 in Landshut ausgehoben.
Ewald Hemeier wurde am 21.6.1940 bei der 1. Schützen-Ersatz-Kompanie 62 in Landshut als Schütze eingezogen. Am Tag zuvor absolvierte er die Einstellungsuntersuchung, die er mit der Einstufung „kv“ (=kriegsverwendungsfähig) abschloss. Vom 21.6.1940 bis 11.10.1940 blieb er bei dieser Kompanie und es erfolgte die infanteristische Grundausbildung. Hierbei wurde er am Gewehr 98, sMG (=schweres Maschinengewehr) und lMG 34 (= leichtes Maschinengewehr) und Pistole 08 ausgebildet. Verwendet werden sollte er bei der Truppe als MG-Schütze.
Vom 12.10.1940 bis 30.8.1941 war er Angehöriger der 3. Komp./Infanterie-Regiment 62. Mit dieser Kompanie war er vom 12.10.1940 bis 12.4.1941 am Küstenschutz an der französischen und belgischen Kanalküste beteiligt. Vom 13.4.1041 bis 21.6.1941 war seine Kompanie im Verband der 7. Infanterie-Division als Besatzungstruppe im Ostraum (= Polen) eingesetzt. Dort fand in der Zeit vom 15.5.1941 bis 21.6.1941 die Bereitstellung für den Ostfeldzug statt.
Mit dem Infanterie-Regiment 62 nahm er im Rahmen der 7. Inf.-Div. am Vormarsch im Feldzug gegen die Sowjetunion teil (siehe Gefechtskalender auf Seite 32 des WP). Er wurde am 1.7.1941 zum Gefreiten befördert .Am 3.8.1941 wurde Ehmeier verwundet. Er erlitt einen Durchschuss des linken Oberarms und des rechten Unterschenkels. Für die Zeit der Behandlung und Ausheilung in den Lazaretten wurde er vom 1.9.1940 bis 8.4.1942 der 1. Genesenden-Kompanie des Infanterie-Ersatz-Bataillons 62 unterstellt. Für die Verwundung wurde er mit dem Verwundetenabzeichen in Schwarz ausgezeichnet. Zuvor erhielt er für seinen Einsatz als Infanterist das Infanteriesturmabzeichen in Silber. Nach einer zweitägigen Wartefrist bei der 1. Komp./Inf.-Ersatz.-Btl. 62 wurde er am 11.4.1942 der 3. Kompanie des Feld-Ersatz-Bataillons 7/3 zugeteilt. Dieses Bataillon brachte den Nachersatz für die 7. Infanterie-Division aus dem Wehrkreis VII zur Fronteinheit. Je nach Zusammensetzung des Bataillons erfolgte gelegentlich im rückwärtigen Raum auf dem Transport noch eine zusätzliche infanteristische Ausbildung. Ab dem 1.5.1942 wurde Ehmeier bei der 3.Komp./Inf.-Rgt. 62 eingesetzt. Dort wurde er am 1.7.1942 zum Obergefreiten befördert. Das Regiment wurde am 15.10.1942 wie alle anderen Infanterie-Regimenter der Wehrmacht in Grenadier-Regiment umbenannt. Die Nummer 62 blieb hierbei beim Regiment.
Der Obergefreite Ehmeier machte mit dem GR 62 1942 die Kämpfe von Moshaisk und Gshatsk mit. Weiter führte ihn sein Weg über die Kämpfe von Spass-Demjansk zu den Stellungskämpfen im Orelbogen. Im Wehrpass ist dazu auf Seite 33 nur „Feldzug gegen Russland“ genannt. (Diese Schreibweise erfolgte immer dann, wenn zum Abschluss eines Wehrpasses die genauen Gefechtsbezeichnungen noch nicht feststanden). Am 28.6.1942 wurde der Obergefreite Ehmeier bei den Kämpfen von Gshatsk durch Granatsplitter am rechten Arm verwundet. Er verblieb jedoch zur Ausheilung dieser Verwundung bei seiner Kompanie. Am 24.7.1942 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 2.10.1943 ist er durch Kopfschuss bei Galki gefallen (siehe Kopie des Verlustlisten-Eintrages). Die Eintragungen zu Dienststellen, Beförderungen, Einsätze und Verwundungen wurden durch Leutnant Hoffmann unterzeichnet. Dieser erhielt als Hauptmann beim Grenadier-Regiment 62 das Deutsche Kreuz in Gold.
Bei Doppelseiten, bei denen eine Seite ohne jegliche Eintragungen ist, habe ich diese Seite gekürt gescannt. Die Seite ist im Original nicht beschädigt. Bevor ich nun zu den Scans komme, kommt wie meistens bei meinen Ausweis-Präsentationen die Frage: es würde mich sehr freuen, wenn mir einer der Betrachter Hinweise auf den Verbleib der Verleihungsurkunden oder Fotos des Obergefreiten Ewald Ehmeier geben könnte. Und jetzt geht es los:
Es grüßt Euch – Armin.


