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Posts by WARNACH

    Guten Tag Freunde.

    Seit einiger Zeit schreibe ich an einem lange geplanten Buch 眉ber den Berliner Volkssturm. Als junger Rentner habe ich (vorerst) mehr Zeit zum Schreiben und Zusammenstellen.

    Ziel ist es, alles so anschaulich wie m枚glich zu besprechen. Ich habe bereits eine Menge Dokumente und Fotos ... aber nie genug. Deshalb suche ich Forumsmitglieder, die bereit sind, ihre Volkssturm Berlin Dokumente, Soldb眉cher, Originalfotos usw ... digital verf眉gbar zu machen. Selbstverst盲ndlich wird die Quelle auf Wunsch genannt.

    Vielen Dank im Voraus

    Peter

    Hallo Pietro


    Hitlers Sekret盲rin Christa Schroeder gab in ihrem Buch "Er War Mein Chef" an, dass eine Maschine mit gr枚脽erer Schrift in den sp盲ten 1930er Jahren hergestellt wurde, mit der Idee, dass Hitler bei 枚ffentlichen Reden, ohne Brille, auf seine Notizen verweisen konnte.


    Sp盲ter wurden alle F眉hrerinformationen in diesen gro脽en Typen geschrieben, damit der kurzsichtige Hitler die Berichte ohne Brille lesen konnte.


    In der Reichskanzlei gab es also, neben "normale", verschiedene von diesen "F眉hrer(s) Schreibmaschinen".Und eine davon wurde augenscheinlich verwendet f眉r den "Burgdorf-Dokument"


    Aber auch z.B. das DNB (deutsches Nachrichten B眉ro), sogar Himmler und Goebbels hatten bekanntlich (mindestens) eine zur Verf眉gung.


    Im Anhang das Bild einer Auktion entnommen wo das gleiche (Reichskanzlei) Dokument erst "normal" geschrieben wurde und sp盲ter mit dieser "F眉hrer-Schreibmaschine".


    Gr眉sse


    Peter


    Edit: Bild entfernt.

    Hallo Freunde


    Man w眉rde es nicht vermuten, aber dieses einfache Dokument vom M盲rz 1945 k枚nnte einen Link haben mit dem F眉hrerhauptquartier "Neue Reichskanzlei", nicht nur weil der Chefadjutant der Wehrmacht General der Infanterie Wilhelm Burgdorf es paraphiert hat, sondern auch durch den Ort, an dem das m枚glich geschah: in den Bunkern unter der Neuen Reichskanzlei.


    Das "Burgdorf" Bild aus meiner Sammlung habe ich zusammen mit dem Dokument gescannt.

    Viele Gr眉脽e


    Peter


    PS:

    Als ich gestern das "Burgdorf - Dokument" in meinen Sammlungsschrank legte, fiel mir das "Adjutantur - Dokument" daneben auf, dieses hatte eine viel kleinere (und damit "normale") Schriftgr枚脽e. Ich vermute, dass das "Burgdorf - Dokument" mit einer sog. "F眉hrer Schreibmaschine" mit gro脽en Buchstaben geschrieben wurde.


    Suchbegriffe:

    Adjutantur des F眉hrers Berlin W 8 24.4.1945

    Leiter des RSD, Dienstelle 1 / 15

    F眉hrer des SS-Begleitkommandos

    Leiter des Kraftwagenparks

    Polizeirevier 8, Berlin W 9

    Ausweiskontrolle Lichtbildausweise Reichskanzlei Spione Kampfgruppe Mohnke

    Hallo Freunde


    Hier ein weiteres Beispiel

    Die Berliner Wochenzeitung "Das Reich" vom 4. Februar 1945.

    Ein langer Artikel widmet den modernen Panzerabwehrwaffen, der Panzerfaust und dem Panzerschreck, viel Raum.

    Besonders die letzte Zeile ist hier interessant:


    "Mit ihrer Kampfmoral und ihren Waffen ausger眉stet, kan auch der Deutsche Volkssturm zum wahren Schrecken einer feindlichen Panzer眉bermacht werden."


    Gr眉脽e


    Peter

    Guten Abend Freunde


    Auch die Zeitungen aus Berlin, die den Geist der letzten Monate widerspiegeln, faszinieren mich weiterhin.

    Hier als Beispiel eine Ausgabe der Berliner Wochenzeitung "Das Reich" vom 18. M盲rz 1945.

    Es ist immer noch faszinierend zu lesen, wie sich Goebbels und sein Propagandaapparat verhedderten, um die Bev枚lkerung zur Unterst眉tzung des Regimes zu motivieren.


    "... Die besatzung des festen Platzes w眉rde sich in Kampffalle aus den Berliner Truppen und dem gro脽en Reservoir des Volkssturms rekrutieren, verst盲rkt durch eingerasste Frontteile鈥"


    Alles, was hier weiter 眉ber die Uneinnehmbarkeit Berlins geschrieben wird, entpuppte sich 6 Wochen sp盲ter als gro脽e L眉ge.


    Gr眉脽e


    Peter


    Panzergr盲ben um Berlin

    Hallo Freunde

    Jetzt, wo Corona mir mehr Zeit "geschenkt" hat, habe ich mir wieder ein Projekt vorgenommen.

    Ich habe meine neue Volkssturm-Datenbank verbessert und wollte sehen, was ich damit machen kann.

    Ein erster Schritt ist die Visualisierung der Daten auf einer Karte.


    Ich glaube, diese Karte ist die erste, die jemals in Bezug auf den Berliner Volkssturm gemacht wurde.


    Es ist beabsichtigt, weiter damit zu arbeiten, um die Einsatzzonen separat zu erforschen.


    Gr眉脽e

    Peter

    Guten Mittag Turtle


    Hallo,

    ist es m枚glich 眉ber die Adresse eines Gefallenen sein mutma脽liches Volkssturmbataillon zu bestimmen? Wenigstens mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit?

    Ist Konrad Prasse gefallen als Volkssturmmann ?


    Falls so, sollte er mit seiner Adresse in der Elbestra脽e einem Volkssturm Bataillon des NSDAP-Kreises X ( Neuk枚lln-Treptow) angeh枚ren.


    Ich versuche diese Frage anhand meiner Datenbank zu beantworten.


    Zun盲chst habe ich nur die vermissten Volkssturmm盲nner ausgew盲hlt, die mit dem Kreis "Neuk枚lln-Treptow" verbunden waren. Daraus ergab sich eine Liste mit 225 Namen.


    Aus dieser Liste habe ich die M盲nner entfernt, die im Bezirk Treptow wohnten. Dadurch reduzierte sich die Liste von 225 Namen auf 91 vermisste Personen.


    Da Herr Prasse in Berlin gefallen ist, habe ich nur die M盲nner ausgew盲hlt, die im April und Mai 1945 in Berlin ein letztes Lebenszeichen von sich gegeben haben. Daraus ergab sich eine endg眉ltige Liste mit 87 Namen.


    76 dieser M盲nner k枚nnen dem "Volkssturm Neuk枚lln mit Bataillon 3/3" zugeordnet werden.


    Die 11 anderen Namen sind mit 11 anderen Einheiten verlinkt.


    Es ist also wahrscheinlich, dass Volkssturmmann X dem Neuk枚llner Volkssturmbataillon 3/3 angeh枚rte.


    Dies ist nat眉rlich die gr枚脽te Wahrscheinlichkeit, aber gleichzeitig keine Gewissheit.


    Gr眉脽e


    Peter

    Hallo Turtle

    Zu den theoretisch aufzustellenden schweren Kompanien: Gibt es Dokumente, die eine Ausstattung des VS in Berlin mit Gesch眉tzen belegen?

    Die Unterlagen zu diesem Thema (berlinbezogen) sind sehr sp盲rlich.


    Ich habe nur einen Hinweis auf ein dem Kampfabschnitt A zugeordnetes Volkssturmbataillon Krull gefunden.


    Gr眉sse


    Peter


    Kampfgruppe 2 Major Funk

    Guten Morgen

    Verf眉gst du 眉ber Aufstellungen / Berichte, wie die VS Btl in Berlin ausger眉stet & bewaffnet waren?

    Gibt es da offizielle Aufstellungen oder St盲rkemeldungen der Btl?

    Die geplanten KStN f眉r die Bataillone des ersten Aufgebots sind bekannt. Hier ein Beispiel f眉r einen Bataillonsstab.


    116 - 40 - KStN des VS Bataillons 1 Aufgebot - 2.jpg


    Wirklich klare und vollst盲ndige Aufstellungsberichte der Berliner Bataillone habe ich bisher nicht finden k枚nnen.


    Ich bin schon zufrieden, wenn ich rudiment盲re Informationen in diesem Bereich finde. Hier sind einige Beispiele; diese gehen von der Ebene einer Kompanie bis zur Ebene des Bataillons.


    Allgemein - 0.jpg

    Allgemein - 1.jpg

    Allgemein - 2.jpg

    Allgemein - 3.jpg

    Zwischen den Zeilen kann man deutlich lesen, dass die Bewaffnung, aber sicherlich auch die Ausr眉stung (Kleidung) im Allgemeinen sehr problematisch war.


    Auch die wenigen Soldb眉cher in meiner Sammlung zeugen von einer sehr beschr盲nkten Ausstattung


    Hier ein Berliner Zugf眉hrer


    1 - d.jpg

    Volkssturmmann eingesetzt an der Oder

    (Keine Bewaffnung eingetragen!)


    SB Seite 4 - 50000.jpg

    Gr眉脽e


    Peter

    Guten Abend freunde


    diese corona-Zeiten bieten eine Menge Gelegenheit, etwas zu schreiben.


    Nun etwas zu den Vermisstenbildlisten und ihrer Verwendung als Quelle f眉r die Erforschung des Einsatzes des Berliner Volkssturms.


    Gr眉脽e


    Peter

    Guten Morgen Freunde


    Der Berliner Volkssturm wurde nicht nur dazu benutzt, Barrikaden zu errichten und f眉r die erwartete Schlacht zu 眉ben.

    Dieser Artikel aus dem V枚lkischen Beobachter vom 23. Januar 1945 belegt, dass die Berliner Volkssturmsoldaten auch als Personalreserve f眉r andere Aufgaben, wie hier bei der Einholung des Volksopfers, eingesetzt wurden.


    Gr眉脽e


    Peter

    Hallo Freunde


    Als ich den Text 眉ber den Einsatz der Berliner Einheiten auf der Ostseite der Oder schrieb, erw盲hnte ich die M枚glichkeit, dass die letzten 3 Bataillone 3/707, 3/709 und 3/715 waren.

    Obwohl ich mit der Nase darauf sa脽, sah ich nicht, dass sich ein Teil der Best盲tigung in meiner eigenen Sammlung befand.


    In diesem Dokument geht es um die Aufstellung von 3/715 in der Heeres-Waffenmeisterschule in Treptow, die am Samstag, dem 20. Januar 1945, begann und wo das Bataillon sp盲testens am Mittwoch, dem 24. Januar, abgezogen werden sollte.


    Im Text ist noch von "weitere 2000 Mann" die Rede, was 4 Volkssturmbataillonen entspricht.


    Gr眉脽e


    Peter

    ok , sah eben komisch aus - gibt es mehr Infos zu Kurt Matscho脽?


    Hallo Freunde


    Ich habe diesen Thread etwas sp盲t gesehen 鈥


    Major Kurt Matscho脽 war eingesetzt im Berliner Verteidigungsabschnitt A (B盲renf盲nger)

    Er war Kommandeur des Unterabschnitts 1 und hatte seine Befehlsstelle am Anfang im Polizeirevier 285

    (Wei脽ensee, Berliner Allee 79)


    Abschnitt A.jpg


    Es gibt eine St盲rkemeldung vom 12. M盲rz 1945


    St盲rkemeldung vom 12 M盲rz 1945.jpg


    Nur wenige, von ihm M盲rz 1945 in Berlin unterzeichnete Dokumenten, sind in BAMA erhalten.


    Dokument 3 M盲rz 1945.jpg


    Dokument 12M盲rz 1945.jpg


    Dokument 20 M盲rz 1945.jpg


    Sein RK (28.4.1945) ist wie von Seemen erw盲hnt "nicht im BA nachweisbar; verleihung aus dem raum Berlin (mitgeteilt von Marineoberstabsrichter a.D. Rotte)"

    Gr眉脽e


    Peter

    Und noch Bilder鈥



    Also


    Wenn das GAU-3 Dokument authentisch ist, dann scheint es erwiesen, dass dieser Wehrpass mit Stempeln und Einschreibungen zur Erh枚hung des Volkssturmcharakters "aufgewertet" wurde, um seinen potentiellen Wert zu steigern.


    Wenn auch das GAU-3-Dokument nicht authentisch ist (und da gibt es doch einige Ungereimtheiten!), dann gibt es sogar keinen Beweis daf眉r, dass Otto FANDRICH dem Berliner Volkssturm angeh枚rt hat .....


    Hier einige Ungereimtheiten, die diskutiert werden k枚nnen. :

    • Dokument vom Gau Berlin ohne Erw盲hnung des Bataillons
    • Ein nicht-vorgedr眉cktes Dokument vom Gau-Ebene, falls es vom Gau-Ebene kam 鈥
    • Die Adressformel "Herr" anstelle von "An den Volkssturmmann".

    Wo soll er sich melden? Welcher Einsatz? (Schanzen, Ausbildung, Fronteinsatz鈥)



    Was f眉r die Authentizit盲t spricht

    • Der Stempel: sehr vage kann doch das Wort 鈥Volkssturm鈥 gelesen werden.


    Alles in allem ist es ziemlich klar, dass sicher viele Eintragungen im Wehrpass nicht authentisch sind.

    Sammler sollten immer auf der Hut sein und niemals alles einfach als selbstverst盲ndlich betrachten.


    Ein einfacher Wehrpass von 20鈧 kann so verarbeitet werden, dass der ahnungslose K盲ufer pl枚tzlich 70 - 100鈧 daf眉r bezahlen muss.


    Gr眉脽e


    Peter


    PS: Vielen Dank an Division Ritterkreuz f眉r seine Unterst眉tzung



    Volkssturm-Eintr盲ge im Wehrpass 鈥 Sammler, Vorsicht!

    Als Sammler von "Volkssturm Berlin-Papier" hatte ich bereits in der Vergangenheit auf Militaria-Foren 眉ber Volkssturm-Notizen im Wehrpass gelesen. Bis jetzt hatte ich noch nie einen solchen Wehrpass gesehen, bis zu dieser Woche .....


    Jemand bot mir einen Wehrpass mit einem Begleitdokument an, geschrieben von Gau 3 f眉r den Berliner Volkssturmmann Otto F A N D R I C H. Dieser Wehrpass enth盲lt einige Volkssturm-bezogene Notizen.


    Ich beschloss, diesen Wehrpass gr眉ndlich zu untersuchen .


    Das Begleitdokument, das mein Interesse an diesem Konvolut geweckt hat


    9. Beorderung Gau 30000.jpg


    Dieses Dokument, am 23. Februar 1945 von einem Bataillonsf眉hrer unterschrieben, hatte die Absicht, "Herr" Otto FANDRICH, der in (Tiergarten) Alt-Moabit 35 wohnte, einzuberufen zu einem mehrw枚chigen Volkssturm Einsatz .




    Der deutsche Wehrpass im Allgemeinen


    Der Wehrpass wurde ab 1.4.1936 bei der Musterung oder nach erfolgter Freiwilligenannahme angelegt und dem Inhaber ausgeh盲ndigt vom Wehrbezirkskommando (Wehrmeldeamt).


    Dem Wehrbezirkskommando und den unterstellten Wehrmelde盲mter oblag die Wehr眉berwachung der Wehrpflichtigen.


    Der Wehrpass war der urkundliche Ausweis des Wehrpflichtigen 眉ber sein Wehrdienstverh盲ltnis w盲hrend der gesamten Dauer der Wehrplicht und 眉ber die Vorausgegangene Erf眉llung der Arbeitsdienstpflicht. Er sollte 眉ber den vollst盲ndigen milit盲rischen Werdegang, auch 眉ber Dienstzeiten im 1. Weltkrieg, Auskunft geben. 鈥


    Im Kriege wurden die Wehrp盲sse der Soldaten bei den Feld- und Ersatzeinheiten verwahrt und entsprechend den Eintragungen der Kriegs- oder Truppenstammrolle weitergef眉hrt.


    Wehrp盲sse von zur Entlassung kommenden Soldaten wurden nach 脺bertragung in die Wehrstammb眉cher endg眉ltig ausgeh盲ndigt.


    Daten aus: Rudolf Absolon, Wehrgesetz und Wehrdienst 1935-1945


    797px-Bundesarchiv_Bild_183-B00193,_Wehrmeldeamt,_B眉roarbeit.jpg

    Dieses Bild vom BA zeigt einen Arbeitsplatz in einem Wehrbezirkskommando.




    Aufstellung des Volkssturms


    Um zu dokumentieren, da脽 es sich bei den aufzustellenden Verb盲nden um etwas anderes handelte als den nach dem Wehrpflichtgesetz m枚glichen Landsturm, der in diesem Fall von der Wehrmacht aufzustellen war, gebrauchte man Mitte September in der Parteikanzlei den Ausdruck 鈥濾olkswehr鈥, sp盲ter 鈥濾olkssturm鈥 (Seidler, Deutscher Volkssturm, S. 37 u.38.)


    De Volkssturm war in der Tat eine politische Sch枚pfung der NSDAP


    Oprichting VS - politiek.jpg

    Artikel aus 鈥淰枚lkischer Beobachter鈥, Ausgabe Berlin vom 20.Oktober 1944


    Die Erfassung des Volkssturms


    IMG_5806.jpg

    Artikel aus 鈥淰枚lkischer Beobachter鈥, Ausgabe Berlin vom 20.Oktober 1944


    Erfassungslisten.jpg

    Auszug aus der Partei-Kanzlei Anordnung 318/44 vom 12. Oktober 1944


    Die in den Ortsgruppen organisierten Appelle dienten dazu, die Milit盲rvorgeschichte und Tauglichkeit der Kandidaten zu 眉berpr眉fen, um sie in die richtige Kategorie (Aufgebot) einzutragen.


    Die notwendigen Informationen stammten nat眉rlich weitgehend aus dem Wehrpass, den jeder deutsche Mann hatte der nicht schon in der Wehrmacht diente..


    Erfassung Wehrpass.jpg

    Artikel aus 鈥淰枚lkischer Beobachter鈥, Ausgabe Berlin vom 19.10.1944


    Appell - WP.jpg



    Nach 脺bernahme der notwendigen Daten in der NSDAP-Ortsgruppe verblieb der Wehrpass weiter beim Volkssturmmann und wurde in der weiteren Verwaltung innerhalb des Volkssturms nicht mehr ben枚tigt.


    Nach dem Appell in den Ortsgruppen wurde allen M盲nnern eine Bescheinigung ausgeh盲ndigt, die sie mit ihrem Wehrpass mitzuf眉hren hatten und die sie als "Volkssturmmann" oder als "vom Volkssturm zur眉ckgestellt" auswies.


    Bescheinigung.jpg


    SB.jpg

    Auszug aus der Partei-Kanzlei Anordnung 318/44 vom 12. Oktober 1944



    Weitere Administration im Volkssturm


    F眉r jeden einzelnen wurde ein Stammblatt zur Erfassung der Personalien angefertigt. In jeder Kompanie gab es dar眉ber hinaus eine Stammliste, die dreifach erstellt werden mu脽te und gleichzeitig Erkennungsmarken- und Soldbuchnummernverzeichnis darstellte. Beim Einsatz erhielt das zweite Exemplar die Gauleitung und das dritte Exemplar die Wehrmachtauskunftstelle f眉r Kriegsverluste und Kriegsgefangene in Saalfeld. Bei Versetzungen zu einer anderen Einheit wurde dieser das Stammblatt zugeschickt und der name in den Stammlisten der alten Einheit gel枚scht. In der neuen Einheit bekam der Volkssturmmann eine neue Stammlistennummer. (Seidler, Seite 105)



    Synthese


    Das Obige zeigt, dass die Rekrutierungsketten f眉r die Wehrmacht und den Volkssturm v枚llig unabh盲ngig und parallel verliefen.

    • Die Wehrmachtseinberufungen wurden von der WBK/WMA an die Wehrpflichtigen gesandt. Die Wehrmacht organisierte eine eigene medizinische Untersuchung zur Feststellung der Tauglichkeit. Alle relevanten Daten wurden von den Dienststellen der Wehrmacht (u.a.) im Wehrpass registriert.
    • Die Kandidaten f眉r den Volkssturm wurden von den NSDAP-Ortsgruppen einberufen, und "eigene" 脛rzte waren f眉r alle medizinischen Untersuchungen zust盲ndig. Au脽erhalb der Ortsgruppe fand die Verwaltung der Volkssturmm盲nner nur in der Volkssturmeinheit statt, in der die betreffende Person diente. Zu diesem Zweck diente das Stammblatt.


    Es gab also keine Verbindung zwischen diesen beiden Rekrutierungsketten, au脽er:


    Einber眉fung zur Wehrmacht.jpg

    Auszug aus Partei-Kanzlei Anordnung 318/44 vom 12. Oktober 1944


    Kein Volkssturmmann im wehrpflichtigen Alter, gleich welchem Aufgebot er zugeteilt worden war und welche Funktion er wahrnahm, war vor dem Zugriff der Wehrmacht sicher. Die Drohung, einberufen zu werden, lag insbesondere 眉ber den uk-gestellten M盲nnern. Wer den Einberufungssschein erhielt, hatte sich unverz眉glich bei seinem Ausbildungs- bzw. ersatztruppenteil zu melden 鈥 und damit erlosch seine Zugeh枚rigkeit zum deutschen Volkssturm. Deshalb bedeutete es eine erhebliche Beeintr盲chtigung f眉r die Kampfkracht des Volkssturms, als im Dezember 1944 die letzten tauglichen Hitlerjungen des Jahrgangs 1928 zum Wehrdienst einberufen wurden. (Seidler S. 105-107)

    Hallo Freunde


    Der Volkssturm, der im Oktober 1944 gegr眉ndet wurde, war nicht der erste bewaffnete zivile Einsatz, den Deutschland kannte. Zuvor wurden der Werkschutz und die Land- en Stadtwacht gegr眉ndet.


    Die Berliner Stadtwacht wurde Ende 1942 als Hilfspolizei zur Bewachung von Kriegsgefangenen und zur 脺berwachung der st盲ndig wachsenden Zahl von Zwangsarbeitern in der Stadt eingerichtet. Seine Mitglieder rekrutierten sich aus UK-Gestellten Arbeitnehmern, die nach ihrem Arbeitsalltag in den Unternehmen Wachaufgaben wahrnahmen. Sie trugen Zivilkleidung mit einem wei脽en Armband mit dem Aufdruck "STADTWACHT" und waren bewaffnet. Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben standen sie unter dem Kommando der 枚rtlichen Schutzpolizei.


    Scan - 1.jpg


    Bei der Gr眉ndung des Volkssturms wurde dieses Potenzial der bereits bewaffneten M盲nner schnell erkannt: Die Stadtwacht sollte in den Volkssturm 眉berf眉hrt werden, allerdings mit der Ma脽gabe, dass dies nur geschehen konnte, wenn ihre Aufgaben vom Volkssturm 眉bernommen werden konnten. Zu diesem Zweck wurde das Aufgebot IV in Betracht gezogen.


    Mit viel Tinte wurde die Beziehung zwischen der Stadtwacht und dem Volkssturm erfasst.


    Scan - 2 - 4.jpg


    Scan - 4.jpg


    Scan - 5.jpg


    Schlie脽lich wurde die Stadtwache aufgel枚st. Die Mitglieder gingen, unter Beibehaltung ihrer Bewaffnung, zum Volkssturm 眉ber.


    Scan - 6.jpg


    Einer dieser Berliner Stadtwachen war der 54-j盲hrige Fahrstuhlf眉hrer Willy Robrahn, der im Wehneltsteig 4 in Siemensstadt wohnte.


    Karte.jpg


    Im Gegensatz zu dem Bericht vom Januar 1945 眉ber die Aufl枚sung der Stadtwacht und deren 脺bernahme durch den Volkssturm war Willy Robrahn noch am 1. Februar 1945 in der Stadtwacht unter dem Schutzpolizei-Gruppenkommando West einbezogen, wie diese Bescheinigung, die sich in seinem Wehrpass befand, erw盲hnt.


    Bescheinigung Robrahn - Stadtwacht Berlin.JPG


    In Berlin scheint die Stadtwacht als "autonome" Einheit, neben dem Volkssturm, tats盲chlich etwas l盲nger existiert zu haben. Ein weiterer Beweis daf眉r ist neben dieser Bescheinigung die Liste der verf眉gbaren Kr盲fte im Kampfabschnitt A vom 3. Februar 1945. Auch hier wird eine Einheit "Stadtwacht" erw盲hnt.


    Stadtwacht in Abschnitt A.jpg


    Am Ende war dies nur eine zeitliche Verz枚gerung, und die Berliner Stadtwacht ging endg眉ltig im Berliner Volkssturm auf. Und so auch, mit hoher Wahrscheinlichkeit, Willy Robrahn.


    In Willy Robrahn's Wehrpass gab es ein weiteres interessantes handgeschriebenes Dokument.


    Zettel Kriegslazarett 18494.jpg


    鈥 鈥 Nachforschung


    Ausgegeben f眉r Robrahn Willi Deutscher in Gefangenschaft zum Auskurieren im Feldlazarett No. 18494 D am 19. Mai 1945. Schlechtes Bewegen des linken Schulterblattes und Oberarmes in die Heimat entlassen.


    Der Vorsteher/ 18494 鈥︹




    Jede einzelne Suche nach diesem Lazarett lief gegen eine Mauer. Dieses Lazarett 18494 D schien nie zu existieren. Die typischen Stempel fehlen.


    Ich bef眉rchtete, die Geschichte w眉rde hier enden... bis ich auf die Idee kam, die Handschrift dieses "Dokuments" mit der Handschrift von Robrahn in seinem Wehrpass zu vergleichen.


    Link handtekeningen.jpg


    Vermutlich zeigte Willy Robrahn "Initiative" und schrieb sich selbst eine improvisierte (amateurhafte) Entlassungsnotiz. Ob es tats盲chlich funktioniert hat, wissen wir leider nicht...


    Gr眉脽e


    Peter

    Guten Morgen Freunde


    Ein seltener Fund...


    Nach der Gr眉ndung des Volkssturms im Oktober 1944 gab es ein Dokument, das nicht nur enorme Auswirkungen auf die sofort verf眉gbaren Volkssturmkr盲fte, sondern auch auf Leben und Tod des einzelnen Volkssturmmann hatte als die Zuteilungskarte.
    Dieses Dokument ist nat眉rlich in der Literatur ausf眉hrlich beschrieben, aber im Gegensatz zu anderen Dokumenten ist die Zuteilungskarte nicht auffindbar.


    Ich arbeite seit Jahren intensiv an meiner Sammlung mit dem Schwerpunkt "Berliner Volkssturm Papier", habe aber noch nie eine Zuteilungskarte gesehen.



    Aber fangen wir mit der Geschichte an


    Vermutlich Ende Oktober oder im November 1944 wurde Walter M眉ller, wohnhaft in der Fontanestra脽e 18, in seiner Ortsgruppe "Lichterfelde-West" in, in den Volkssturm eingegliedert.
    Im Alter von 36 Jahren wurde er im Aufgebot I aufgenommen.


    Das Staatliches Materialpr眉fungsamt, bei dem M眉ller f眉r die Wartung der elektrischen Anlage zust盲ndig war, leitete das Verfahren zur Umstufung von M眉ller auf Aufgebot II ein, um ihn zur Verf眉gung behalten zu k枚nnen.


    Karte MatPr眉Amt - Kreis - Ortsgruppe - M眉ller - light.jpg


    Das Personal von Aufgebot I konnte im Gegensatz zu Aufgebot II schnell in den ersten Volkssturm Einsatz Einheiten eingegliedert werden.
    Dar眉ber hinaus konnten diese Einheiten von Aufgebot I bis an die Gaugrenzen eingesetzt werden, was nat眉rlich bedeutete, dass die Volkssturmm盲nner nicht jeden Tag nach Hause zur眉ckkehren konnten wie ihre Kollegen von Aufgebot II.
    Aufgebot II wurde erst aufgerufen, als der Feind fast vor den Toren der Stadt stand.


    Bormann synthese 1.jpg


    Die vorgeschriebene Zuteilungskarte, auch Z-Karte genannt, wurde mit dem Grund ausgef眉llt, warum M眉ller f眉r das Pr眉fungsamt unentbehrlich war.


    102 - a light.jpg


    Die Z-Karte wurde dann dem Reichsministerium f眉r Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung 眉bergeben, Adresse Unter den Linden 69.


    Karte Mitte Ministerium - Gau Berlin.jpg


    Als Aufsichtsbeh枚rde des Staatliches Pr眉fungsamtes best盲tigte dieses Reichsministerium die Notwendigkeit, M眉ller an seinem Arbeitsort zu belassen.


    102 - b light.jpg


    Das vom Leiter der Pr盲sidialkanzlei, Martin Bormann, ausgearbeitete Verfahren sah vor, dass die Z-Karte nach Best盲tigung durch die Beh枚rden an die Kreiskommission des NSDAP-Kreises, in dem der Betroffene wohnte, weitergeleitet werden sollte.
    Dies war der Kreis III, 'Steglitz-Tempelhof', der seine Adresse in der Breite Stra脽e 40.41. in Steglitz hatte.


    Bormann 3.jpg



    Das Reichsministerium beschloss aus unbekannten Gr眉nden, dieses Verfahren nicht zu befolgen, sondern die Z-Karte an die Gau (Berlin)-Kommission zu 眉bersenden, die ihre Adresse in der Hermann-G枚ring-Stra脽e 14 in der N盲he der Reichskanzlei hatte.


    Die Gau-Kommission best盲tigte die Notwendigkeit, M眉ller in den Aufgebot II einzuordnen.


    F眉r die endg眉ltige Abwicklung des Verfahrens musste die Karte der zust盲ndigen Ortsgruppe "Lichterfelde-West" 眉bergeben werden. Logischerweise m眉sste dies 眉ber die Kreisleitung "Steglitz-Tempelhof" erfolgen.
    Am Ende war es dann an der Ortsgruppe, M眉ller einer Aufgebot-II-Einheit zuzuordnen.



    Diese Z-Karten wurden dann in der Ortsgruppe aufbewahrt.
    Diese "Archive" der vielen Berliner Ortsgruppen gingen im April und Mai 1945 (fast?) alle verloren, absichtlich oder nicht zerst枚rt.


    Diese Z-Karte ist also die erste, die ich je gesehen (und gekauft) habe.
    Daher betrachte ich diese einfache und nicht sehr wertvolle Karte, von der damals viele Tausende verwendet wurden, (bis heute) als das seltenste St眉ck meiner Sammlung.


    Wie diese eine Karte auf dem Tr枚delmarkt auf der Stra脽e des 17. Juni gelandet ist, ist ein R盲tsel.


    Gr眉脽e


    Peter

    Sehr interessant gebracht!
    Danke!


    "....Ich hatte diesen, warum auch immer, von den Dokumenten getrennt aufbewahrt und diesen Umstand dann schlichtweg vergessen...."


    Das bedeutet meistens das der Sammler eine Unmenge an Material besitzt ;)

    Guten Abend


    Ein kleiner Nachtrag 鈥


    "... Am 2.5. 5Uhr waren General Weidling und die Generale a.D. Weytasch und Schmidt-Dankwarth, die in den letzten Tagen zu uns gesto脽en waren, von Russen abgeholt und in das Hauptquartier Tschuikows gebracht worden. Von 6 Uhr an quollen aus allen H盲usern, Kellern und Unterschlupfen die Menschen heraus 鈥"


    Quelle: Mein Berliner Tagebuch 1945, Oberst i.G. Hans Refior


    130 - a.jpg


    "... photographed on May 2-nd at 6 p.m. 鈥"


    Dieses Radiofoto, von sehr schlechter Qualit盲t, muss eines der ersten Bilder sein, das der Welt die deutsche Kapitulation in Berlin zeigte.


    Gr眉脽e


    Peter