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Posts by WARNACH

    Hallo Freunde


    Hier ein weiteres Beispiel

    Die Berliner Wochenzeitung "Das Reich" vom 4. Februar 1945.

    Ein langer Artikel widmet den modernen Panzerabwehrwaffen, der Panzerfaust und dem Panzerschreck, viel Raum.

    Besonders die letzte Zeile ist hier interessant:


    "Mit ihrer Kampfmoral und ihren Waffen ausgerüstet, kan auch der Deutsche Volkssturm zum wahren Schrecken einer feindlichen Panzerübermacht werden."


    Grüße


    Peter

    Guten Abend Freunde


    Auch die Zeitungen aus Berlin, die den Geist der letzten Monate widerspiegeln, faszinieren mich weiterhin.

    Hier als Beispiel eine Ausgabe der Berliner Wochenzeitung "Das Reich" vom 18. März 1945.

    Es ist immer noch faszinierend zu lesen, wie sich Goebbels und sein Propagandaapparat verhedderten, um die Bevölkerung zur Unterstützung des Regimes zu motivieren.


    "... Die besatzung des festen Platzes würde sich in Kampffalle aus den Berliner Truppen und dem großen Reservoir des Volkssturms rekrutieren, verstärkt durch eingerasste Frontteile…"


    Alles, was hier weiter über die Uneinnehmbarkeit Berlins geschrieben wird, entpuppte sich 6 Wochen später als große Lüge.


    Grüße


    Peter


    Panzergräben um Berlin

    Hallo Freunde

    Jetzt, wo Corona mir mehr Zeit "geschenkt" hat, habe ich mir wieder ein Projekt vorgenommen.

    Ich habe meine neue Volkssturm-Datenbank verbessert und wollte sehen, was ich damit machen kann.

    Ein erster Schritt ist die Visualisierung der Daten auf einer Karte.


    Ich glaube, diese Karte ist die erste, die jemals in Bezug auf den Berliner Volkssturm gemacht wurde.


    Es ist beabsichtigt, weiter damit zu arbeiten, um die Einsatzzonen separat zu erforschen.


    Grüße

    Peter

    Guten Mittag Turtle


    Hallo,

    ist es möglich über die Adresse eines Gefallenen sein mutmaßliches Volkssturmbataillon zu bestimmen? Wenigstens mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit?

    Ist Konrad Prasse gefallen als Volkssturmmann ?


    Falls so, sollte er mit seiner Adresse in der Elbestraße einem Volkssturm Bataillon des NSDAP-Kreises X ( Neukölln-Treptow) angehören.


    Ich versuche diese Frage anhand meiner Datenbank zu beantworten.


    Zunächst habe ich nur die vermissten Volkssturmmänner ausgewählt, die mit dem Kreis "Neukölln-Treptow" verbunden waren. Daraus ergab sich eine Liste mit 225 Namen.


    Aus dieser Liste habe ich die Männer entfernt, die im Bezirk Treptow wohnten. Dadurch reduzierte sich die Liste von 225 Namen auf 91 vermisste Personen.


    Da Herr Prasse in Berlin gefallen ist, habe ich nur die Männer ausgewählt, die im April und Mai 1945 in Berlin ein letztes Lebenszeichen von sich gegeben haben. Daraus ergab sich eine endgültige Liste mit 87 Namen.


    76 dieser Männer können dem "Volkssturm Neukölln mit Bataillon 3/3" zugeordnet werden.


    Die 11 anderen Namen sind mit 11 anderen Einheiten verlinkt.


    Es ist also wahrscheinlich, dass Volkssturmmann X dem Neuköllner Volkssturmbataillon 3/3 angehörte.


    Dies ist natürlich die größte Wahrscheinlichkeit, aber gleichzeitig keine Gewissheit.


    Grüße


    Peter

    Hallo Turtle

    Zu den theoretisch aufzustellenden schweren Kompanien: Gibt es Dokumente, die eine Ausstattung des VS in Berlin mit Geschützen belegen?

    Die Unterlagen zu diesem Thema (berlinbezogen) sind sehr spärlich.


    Ich habe nur einen Hinweis auf ein dem Kampfabschnitt A zugeordnetes Volkssturmbataillon Krull gefunden.


    Grüsse


    Peter


    Kampfgruppe 2 Major Funk

    Guten Morgen

    Verfügst du über Aufstellungen / Berichte, wie die VS Btl in Berlin ausgerüstet & bewaffnet waren?

    Gibt es da offizielle Aufstellungen oder Stärkemeldungen der Btl?

    Die geplanten KStN für die Bataillone des ersten Aufgebots sind bekannt. Hier ein Beispiel für einen Bataillonsstab.


    116 - 40 - KStN des VS Bataillons 1 Aufgebot - 2.jpg


    Wirklich klare und vollständige Aufstellungsberichte der Berliner Bataillone habe ich bisher nicht finden können.


    Ich bin schon zufrieden, wenn ich rudimentäre Informationen in diesem Bereich finde. Hier sind einige Beispiele; diese gehen von der Ebene einer Kompanie bis zur Ebene des Bataillons.


    Allgemein - 0.jpg

    Allgemein - 1.jpg

    Allgemein - 2.jpg

    Allgemein - 3.jpg

    Zwischen den Zeilen kann man deutlich lesen, dass die Bewaffnung, aber sicherlich auch die Ausrüstung (Kleidung) im Allgemeinen sehr problematisch war.


    Auch die wenigen Soldbücher in meiner Sammlung zeugen von einer sehr beschränkten Ausstattung


    Hier ein Berliner Zugführer


    1 - d.jpg

    Volkssturmmann eingesetzt an der Oder

    (Keine Bewaffnung eingetragen!)


    SB Seite 4 - 50000.jpg

    Grüße


    Peter

    Guten Abend freunde


    diese corona-Zeiten bieten eine Menge Gelegenheit, etwas zu schreiben.


    Nun etwas zu den Vermisstenbildlisten und ihrer Verwendung als Quelle für die Erforschung des Einsatzes des Berliner Volkssturms.


    Grüße


    Peter

    Files

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    Guten Morgen Freunde


    Der Berliner Volkssturm wurde nicht nur dazu benutzt, Barrikaden zu errichten und für die erwartete Schlacht zu üben.

    Dieser Artikel aus dem Völkischen Beobachter vom 23. Januar 1945 belegt, dass die Berliner Volkssturmsoldaten auch als Personalreserve für andere Aufgaben, wie hier bei der Einholung des Volksopfers, eingesetzt wurden.


    Grüße


    Peter

    Hallo Freunde


    Als ich den Text über den Einsatz der Berliner Einheiten auf der Ostseite der Oder schrieb, erwähnte ich die Möglichkeit, dass die letzten 3 Bataillone 3/707, 3/709 und 3/715 waren.

    Obwohl ich mit der Nase darauf saß, sah ich nicht, dass sich ein Teil der Bestätigung in meiner eigenen Sammlung befand.


    In diesem Dokument geht es um die Aufstellung von 3/715 in der Heeres-Waffenmeisterschule in Treptow, die am Samstag, dem 20. Januar 1945, begann und wo das Bataillon spätestens am Mittwoch, dem 24. Januar, abgezogen werden sollte.


    Im Text ist noch von "weitere 2000 Mann" die Rede, was 4 Volkssturmbataillonen entspricht.


    Grüße


    Peter

    Files

    • 3-715 - 1.jpg

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    Und es geht noch etwas weiter :))


    Peter

    Hallo Freunde


    In diesen Corona-Zeiten hatte ich wieder den Drang, in die Feder zu kriechen und etwas über eine eher unbekannte Facette des Berliner Volkssturms zu schreiben: der Einsatz auf der Ostseite der Oder.


    Grüße


    Peter

    ok , sah eben komisch aus - gibt es mehr Infos zu Kurt Matschoß?


    Hallo Freunde


    Ich habe diesen Thread etwas spät gesehen …


    Major Kurt Matschoß war eingesetzt im Berliner Verteidigungsabschnitt A (Bärenfänger)

    Er war Kommandeur des Unterabschnitts 1 und hatte seine Befehlsstelle am Anfang im Polizeirevier 285

    (Weißensee, Berliner Allee 79)


    Abschnitt A.jpg


    Es gibt eine Stärkemeldung vom 12. März 1945


    Stärkemeldung vom 12 März 1945.jpg


    Nur wenige, von ihm März 1945 in Berlin unterzeichnete Dokumenten, sind in BAMA erhalten.


    Dokument 3 März 1945.jpg


    Dokument 12März 1945.jpg


    Dokument 20 März 1945.jpg


    Sein RK (28.4.1945) ist wie von Seemen erwähnt "nicht im BA nachweisbar; verleihung aus dem raum Berlin (mitgeteilt von Marineoberstabsrichter a.D. Rotte)"

    Grüße


    Peter

    Und noch Bilder…



    Also


    Wenn das GAU-3 Dokument authentisch ist, dann scheint es erwiesen, dass dieser Wehrpass mit Stempeln und Einschreibungen zur Erhöhung des Volkssturmcharakters "aufgewertet" wurde, um seinen potentiellen Wert zu steigern.


    Wenn auch das GAU-3-Dokument nicht authentisch ist (und da gibt es doch einige Ungereimtheiten!), dann gibt es sogar keinen Beweis dafür, dass Otto FANDRICH dem Berliner Volkssturm angehört hat .....


    Hier einige Ungereimtheiten, die diskutiert werden können. :

    • Dokument vom Gau Berlin ohne Erwähnung des Bataillons 
    • Ein nicht-vorgedrücktes Dokument vom Gau-Ebene, falls es vom Gau-Ebene kam …
    • Die Adressformel "Herr" anstelle von "An den Volkssturmmann".

    Wo soll er sich melden? Welcher Einsatz? (Schanzen, Ausbildung, Fronteinsatz…)



    Was für die Authentizität spricht

    • Der Stempel: sehr vage kann doch das Wort „Volkssturm“ gelesen werden.


    Alles in allem ist es ziemlich klar, dass sicher viele Eintragungen im Wehrpass nicht authentisch sind.

    Sammler sollten immer auf der Hut sein und niemals alles einfach als selbstverständlich betrachten.


    Ein einfacher Wehrpass von 20€ kann so verarbeitet werden, dass der ahnungslose Käufer plötzlich 70 - 100€ dafür bezahlen muss.


    Grüße


    Peter


    PS: Vielen Dank an Division Ritterkreuz für seine Unterstützung



    Hier geht es weiter …

    Volkssturm-Einträge im Wehrpass – Sammler, Vorsicht!

    Als Sammler von "Volkssturm Berlin-Papier" hatte ich bereits in der Vergangenheit auf Militaria-Foren über Volkssturm-Notizen im Wehrpass gelesen. Bis jetzt hatte ich noch nie einen solchen Wehrpass gesehen, bis zu dieser Woche .....


    Jemand bot mir einen Wehrpass mit einem Begleitdokument an, geschrieben von Gau 3 für den Berliner Volkssturmmann Otto F A N D R I C H. Dieser Wehrpass enthält einige Volkssturm-bezogene Notizen.


    Ich beschloss, diesen Wehrpass gründlich zu untersuchen .


    Das Begleitdokument, das mein Interesse an diesem Konvolut geweckt hat


    9. Beorderung Gau 30000.jpg


    Dieses Dokument, am 23. Februar 1945 von einem Bataillonsführer unterschrieben, hatte die Absicht, "Herr" Otto FANDRICH, der in (Tiergarten) Alt-Moabit 35 wohnte, einzuberufen zu einem mehrwöchigen Volkssturm Einsatz .




    Der deutsche Wehrpass im Allgemeinen


    Der Wehrpass wurde ab 1.4.1936 bei der Musterung oder nach erfolgter Freiwilligenannahme angelegt und dem Inhaber ausgehändigt vom Wehrbezirkskommando (Wehrmeldeamt).


    Dem Wehrbezirkskommando und den unterstellten Wehrmeldeämter oblag die Wehrüberwachung der Wehrpflichtigen.


    Der Wehrpass war der urkundliche Ausweis des Wehrpflichtigen über sein Wehrdienstverhältnis während der gesamten Dauer der Wehrplicht und über die Vorausgegangene Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht. Er sollte über den vollständigen militärischen Werdegang, auch über Dienstzeiten im 1. Weltkrieg, Auskunft geben. …


    Im Kriege wurden die Wehrpässe der Soldaten bei den Feld- und Ersatzeinheiten verwahrt und entsprechend den Eintragungen der Kriegs- oder Truppenstammrolle weitergeführt.


    Wehrpässe von zur Entlassung kommenden Soldaten wurden nach Übertragung in die Wehrstammbücher endgültig ausgehändigt.


    Daten aus: Rudolf Absolon, Wehrgesetz und Wehrdienst 1935-1945


    797px-Bundesarchiv_Bild_183-B00193,_Wehrmeldeamt,_Büroarbeit.jpg

    Dieses Bild vom BA zeigt einen Arbeitsplatz in einem Wehrbezirkskommando.




    Aufstellung des Volkssturms


    Um zu dokumentieren, daß es sich bei den aufzustellenden Verbänden um etwas anderes handelte als den nach dem Wehrpflichtgesetz möglichen Landsturm, der in diesem Fall von der Wehrmacht aufzustellen war, gebrauchte man Mitte September in der Parteikanzlei den Ausdruck „Volkswehr“, später „Volkssturm“ (Seidler, Deutscher Volkssturm, S. 37 u.38.)


    De Volkssturm war in der Tat eine politische Schöpfung der NSDAP


    Oprichting VS - politiek.jpg

    Artikel aus “Völkischer Beobachter”, Ausgabe Berlin vom 20.Oktober 1944


    Die Erfassung des Volkssturms


    IMG_5806.jpg

    Artikel aus “Völkischer Beobachter”, Ausgabe Berlin vom 20.Oktober 1944


    Erfassungslisten.jpg

    Auszug aus der Partei-Kanzlei Anordnung 318/44 vom 12. Oktober 1944


    Die in den Ortsgruppen organisierten Appelle dienten dazu, die Militärvorgeschichte und Tauglichkeit der Kandidaten zu überprüfen, um sie in die richtige Kategorie (Aufgebot) einzutragen.


    Die notwendigen Informationen stammten natürlich weitgehend aus dem Wehrpass, den jeder deutsche Mann hatte der nicht schon in der Wehrmacht diente..


    Erfassung Wehrpass.jpg

    Artikel aus “Völkischer Beobachter”, Ausgabe Berlin vom 19.10.1944


    Appell - WP.jpg



    Nach Übernahme der notwendigen Daten in der NSDAP-Ortsgruppe verblieb der Wehrpass weiter beim Volkssturmmann und wurde in der weiteren Verwaltung innerhalb des Volkssturms nicht mehr benötigt.


    Nach dem Appell in den Ortsgruppen wurde allen Männern eine Bescheinigung ausgehändigt, die sie mit ihrem Wehrpass mitzuführen hatten und die sie als "Volkssturmmann" oder als "vom Volkssturm zurückgestellt" auswies.


    Bescheinigung.jpg


    SB.jpg

    Auszug aus der Partei-Kanzlei Anordnung 318/44 vom 12. Oktober 1944



    Weitere Administration im Volkssturm


    Für jeden einzelnen wurde ein Stammblatt zur Erfassung der Personalien angefertigt. In jeder Kompanie gab es darüber hinaus eine Stammliste, die dreifach erstellt werden mußte und gleichzeitig Erkennungsmarken- und Soldbuchnummernverzeichnis darstellte. Beim Einsatz erhielt das zweite Exemplar die Gauleitung und das dritte Exemplar die Wehrmachtauskunftstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene in Saalfeld. Bei Versetzungen zu einer anderen Einheit wurde dieser das Stammblatt zugeschickt und der name in den Stammlisten der alten Einheit gelöscht. In der neuen Einheit bekam der Volkssturmmann eine neue Stammlistennummer. (Seidler, Seite 105)



    Synthese


    Das Obige zeigt, dass die Rekrutierungsketten für die Wehrmacht und den Volkssturm völlig unabhängig und parallel verliefen.

    • Die Wehrmachtseinberufungen wurden von der WBK/WMA an die Wehrpflichtigen gesandt. Die Wehrmacht organisierte eine eigene medizinische Untersuchung zur Feststellung der Tauglichkeit. Alle relevanten Daten wurden von den Dienststellen der Wehrmacht (u.a.) im Wehrpass registriert. 
    • Die Kandidaten für den Volkssturm wurden von den NSDAP-Ortsgruppen einberufen, und "eigene" Ärzte waren für alle medizinischen Untersuchungen zuständig. Außerhalb der Ortsgruppe fand die Verwaltung der Volkssturmmänner nur in der Volkssturmeinheit statt, in der die betreffende Person diente. Zu diesem Zweck diente das Stammblatt.


    Es gab also keine Verbindung zwischen diesen beiden Rekrutierungsketten, außer:


    Einberüfung zur Wehrmacht.jpg

    Auszug aus Partei-Kanzlei Anordnung 318/44 vom 12. Oktober 1944


    Kein Volkssturmmann im wehrpflichtigen Alter, gleich welchem Aufgebot er zugeteilt worden war und welche Funktion er wahrnahm, war vor dem Zugriff der Wehrmacht sicher. Die Drohung, einberufen zu werden, lag insbesondere über den uk-gestellten Männern. Wer den Einberufungssschein erhielt, hatte sich unverzüglich bei seinem Ausbildungs- bzw. ersatztruppenteil zu melden … und damit erlosch seine Zugehörigkeit zum deutschen Volkssturm. Deshalb bedeutete es eine erhebliche Beeinträchtigung für die Kampfkracht des Volkssturms, als im Dezember 1944 die letzten tauglichen Hitlerjungen des Jahrgangs 1928 zum Wehrdienst einberufen wurden. (Seidler S. 105-107)

    Hallo Freunde


    Der Volkssturm, der im Oktober 1944 gegründet wurde, war nicht der erste bewaffnete zivile Einsatz, den Deutschland kannte. Zuvor wurden der Werkschutz und die Land- en Stadtwacht gegründet.


    Die Berliner Stadtwacht wurde Ende 1942 als Hilfspolizei zur Bewachung von Kriegsgefangenen und zur Überwachung der ständig wachsenden Zahl von Zwangsarbeitern in der Stadt eingerichtet. Seine Mitglieder rekrutierten sich aus UK-Gestellten Arbeitnehmern, die nach ihrem Arbeitsalltag in den Unternehmen Wachaufgaben wahrnahmen. Sie trugen Zivilkleidung mit einem weißen Armband mit dem Aufdruck "STADTWACHT" und waren bewaffnet. Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben standen sie unter dem Kommando der örtlichen Schutzpolizei.


    Scan - 1.jpg


    Bei der Gründung des Volkssturms wurde dieses Potenzial der bereits bewaffneten Männer schnell erkannt: Die Stadtwacht sollte in den Volkssturm überführt werden, allerdings mit der Maßgabe, dass dies nur geschehen konnte, wenn ihre Aufgaben vom Volkssturm übernommen werden konnten. Zu diesem Zweck wurde das Aufgebot IV in Betracht gezogen.


    Mit viel Tinte wurde die Beziehung zwischen der Stadtwacht und dem Volkssturm erfasst.


    Scan - 2 - 4.jpg


    Scan - 4.jpg


    Scan - 5.jpg


    Schließlich wurde die Stadtwache aufgelöst. Die Mitglieder gingen, unter Beibehaltung ihrer Bewaffnung, zum Volkssturm über.


    Scan - 6.jpg


    Einer dieser Berliner Stadtwachen war der 54-jährige Fahrstuhlführer Willy Robrahn, der im Wehneltsteig 4 in Siemensstadt wohnte.


    Karte.jpg


    Im Gegensatz zu dem Bericht vom Januar 1945 über die Auflösung der Stadtwacht und deren Übernahme durch den Volkssturm war Willy Robrahn noch am 1. Februar 1945 in der Stadtwacht unter dem Schutzpolizei-Gruppenkommando West einbezogen, wie diese Bescheinigung, die sich in seinem Wehrpass befand, erwähnt.


    Bescheinigung Robrahn - Stadtwacht Berlin.JPG


    In Berlin scheint die Stadtwacht als "autonome" Einheit, neben dem Volkssturm, tatsächlich etwas länger existiert zu haben. Ein weiterer Beweis dafür ist neben dieser Bescheinigung die Liste der verfügbaren Kräfte im Kampfabschnitt A vom 3. Februar 1945. Auch hier wird eine Einheit "Stadtwacht" erwähnt.


    Stadtwacht in Abschnitt A.jpg


    Am Ende war dies nur eine zeitliche Verzögerung, und die Berliner Stadtwacht ging endgültig im Berliner Volkssturm auf. Und so auch, mit hoher Wahrscheinlichkeit, Willy Robrahn.


    In Willy Robrahn's Wehrpass gab es ein weiteres interessantes handgeschriebenes Dokument.


    Zettel Kriegslazarett 18494.jpg


    „ … Nachforschung


    Ausgegeben für Robrahn Willi Deutscher in Gefangenschaft zum Auskurieren im Feldlazarett No. 18494 D am 19. Mai 1945. Schlechtes Bewegen des linken Schulterblattes und Oberarmes in die Heimat entlassen.


    Der Vorsteher/ 18494 …“




    Jede einzelne Suche nach diesem Lazarett lief gegen eine Mauer. Dieses Lazarett 18494 D schien nie zu existieren. Die typischen Stempel fehlen.


    Ich befürchtete, die Geschichte würde hier enden... bis ich auf die Idee kam, die Handschrift dieses "Dokuments" mit der Handschrift von Robrahn in seinem Wehrpass zu vergleichen.


    Link handtekeningen.jpg


    Vermutlich zeigte Willy Robrahn "Initiative" und schrieb sich selbst eine improvisierte (amateurhafte) Entlassungsnotiz. Ob es tatsächlich funktioniert hat, wissen wir leider nicht...


    Grüße


    Peter

    Guten Morgen Freunde


    Ein seltener Fund...


    Nach der Gründung des Volkssturms im Oktober 1944 gab es ein Dokument, das nicht nur enorme Auswirkungen auf die sofort verfügbaren Volkssturmkräfte, sondern auch auf Leben und Tod des einzelnen Volkssturmmann hatte als die Zuteilungskarte.
    Dieses Dokument ist natürlich in der Literatur ausführlich beschrieben, aber im Gegensatz zu anderen Dokumenten ist die Zuteilungskarte nicht auffindbar.


    Ich arbeite seit Jahren intensiv an meiner Sammlung mit dem Schwerpunkt "Berliner Volkssturm Papier", habe aber noch nie eine Zuteilungskarte gesehen.



    Aber fangen wir mit der Geschichte an


    Vermutlich Ende Oktober oder im November 1944 wurde Walter Müller, wohnhaft in der Fontanestraße 18, in seiner Ortsgruppe "Lichterfelde-West" in, in den Volkssturm eingegliedert.
    Im Alter von 36 Jahren wurde er im Aufgebot I aufgenommen.


    Das Staatliches Materialprüfungsamt, bei dem Müller für die Wartung der elektrischen Anlage zuständig war, leitete das Verfahren zur Umstufung von Müller auf Aufgebot II ein, um ihn zur Verfügung behalten zu können.


    Karte MatPrüAmt - Kreis - Ortsgruppe - Müller - light.jpg


    Das Personal von Aufgebot I konnte im Gegensatz zu Aufgebot II schnell in den ersten Volkssturm Einsatz Einheiten eingegliedert werden.
    Darüber hinaus konnten diese Einheiten von Aufgebot I bis an die Gaugrenzen eingesetzt werden, was natürlich bedeutete, dass die Volkssturmmänner nicht jeden Tag nach Hause zurückkehren konnten wie ihre Kollegen von Aufgebot II.
    Aufgebot II wurde erst aufgerufen, als der Feind fast vor den Toren der Stadt stand.


    Bormann synthese 1.jpg


    Die vorgeschriebene Zuteilungskarte, auch Z-Karte genannt, wurde mit dem Grund ausgefüllt, warum Müller für das Prüfungsamt unentbehrlich war.


    102 - a light.jpg


    Die Z-Karte wurde dann dem Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung übergeben, Adresse Unter den Linden 69.


    Karte Mitte Ministerium - Gau Berlin.jpg


    Als Aufsichtsbehörde des Staatliches Prüfungsamtes bestätigte dieses Reichsministerium die Notwendigkeit, Müller an seinem Arbeitsort zu belassen.


    102 - b light.jpg


    Das vom Leiter der Präsidialkanzlei, Martin Bormann, ausgearbeitete Verfahren sah vor, dass die Z-Karte nach Bestätigung durch die Behörden an die Kreiskommission des NSDAP-Kreises, in dem der Betroffene wohnte, weitergeleitet werden sollte.
    Dies war der Kreis III, 'Steglitz-Tempelhof', der seine Adresse in der Breite Straße 40.41. in Steglitz hatte.


    Bormann 3.jpg



    Das Reichsministerium beschloss aus unbekannten Gründen, dieses Verfahren nicht zu befolgen, sondern die Z-Karte an die Gau (Berlin)-Kommission zu übersenden, die ihre Adresse in der Hermann-Göring-Straße 14 in der Nähe der Reichskanzlei hatte.


    Die Gau-Kommission bestätigte die Notwendigkeit, Müller in den Aufgebot II einzuordnen.


    Für die endgültige Abwicklung des Verfahrens musste die Karte der zuständigen Ortsgruppe "Lichterfelde-West" übergeben werden. Logischerweise müsste dies über die Kreisleitung "Steglitz-Tempelhof" erfolgen.
    Am Ende war es dann an der Ortsgruppe, Müller einer Aufgebot-II-Einheit zuzuordnen.



    Diese Z-Karten wurden dann in der Ortsgruppe aufbewahrt.
    Diese "Archive" der vielen Berliner Ortsgruppen gingen im April und Mai 1945 (fast?) alle verloren, absichtlich oder nicht zerstört.


    Diese Z-Karte ist also die erste, die ich je gesehen (und gekauft) habe.
    Daher betrachte ich diese einfache und nicht sehr wertvolle Karte, von der damals viele Tausende verwendet wurden, (bis heute) als das seltenste Stück meiner Sammlung.


    Wie diese eine Karte auf dem Trödelmarkt auf der Straße des 17. Juni gelandet ist, ist ein Rätsel.


    Grüße


    Peter

    Sehr interessant gebracht!
    Danke!


    "....Ich hatte diesen, warum auch immer, von den Dokumenten getrennt aufbewahrt und diesen Umstand dann schlichtweg vergessen...."


    Das bedeutet meistens das der Sammler eine Unmenge an Material besitzt ;)

    Guten Abend


    Ein kleiner Nachtrag …


    "... Am 2.5. 5Uhr waren General Weidling und die Generale a.D. Weytasch und Schmidt-Dankwarth, die in den letzten Tagen zu uns gestoßen waren, von Russen abgeholt und in das Hauptquartier Tschuikows gebracht worden. Von 6 Uhr an quollen aus allen Häusern, Kellern und Unterschlupfen die Menschen heraus …"


    Quelle: Mein Berliner Tagebuch 1945, Oberst i.G. Hans Refior


    130 - a.jpg


    "... photographed on May 2-nd at 6 p.m. …"


    Dieses Radiofoto, von sehr schlechter Qualität, muss eines der ersten Bilder sein, das der Welt die deutsche Kapitulation in Berlin zeigte.


    Grüße


    Peter

    Guten Morgen Freunde



    Die Geschichte über die Schwierigkeiten des Bataillons 3/715 in der Heeres-Waffenmeisterschule in Treptow hat gestern eine Fortsetzung bekommen. (Beitrag 201)


    Gestern erhielt ich ein Soldbuch, das dem Berliner Volkssturmmann Ernst Thörmer gehörte.
    Er wohnte in der Friedrichsberger Straße Nr. 10 in Horst Wessel.


    Karte Wohnung Thörmer.jpg


    Interessant ist für mich, dass er im Bataillon 3/715 eingezogen wurde. Das Bataillon des Treptower Dokuments.


    SB.jpg


    Vermutlich hat er nicht an den Kämpfen in der Stadt teilgenommen.
    Damit war er wahrscheinlich ein Glückspilz.


    Hoffentlich war er auch so, als es um die Zerstörung seines Hauses ging. Die Karte mit dem Stand von 1945 zeigt, dass Thörmers Haus nicht (oder vielleicht gerade doch) zerstört wurde.


    Schäden - Karte.jpg


    Schönes Wochenende


    Peter

    Hallo Freunde


    Bei den von mir gesammelten Dokumenten des Volkssturm Berlin muss es nicht immer um die Bataillone oder um Einzelpersonen gehen.
    Solange sie mit dem Volkssturm und bestätigt mit Berlin zu tun haben, passen diese Dokumenten in meiner Sammlung.
    Deshalb habe ich heute ein für mich interessantes Foto gekauft.


    Foto.jpg


    Dank der Ärmelband "NSDAP Frauenschaft Berlin" war mir die Berliner Verbindung wieder sicher.


    Auf der Rückseite


    27 - b.jpg


    Als zusätzliche Illustration ein bereits gezeigter Artikel aus der Berliner Ausgabe des Volkischen Beobachters vom 3. März 1945.


    Zeitung Frauen Mädel.jpg


    Grüße


    Peter