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Posts by Pontifex

    Hallo Rossano,
    danke für Deine Antwort! Wenn die Stoßrichtung der Interessen auch sehr unterschiedlich ist, so kennen wir doch jetzt gegenseitig unsere Interessen und ich werde Dir gerne eine Nachricht zukommen lassen, sobald ich Neuigkeiten zum "Oberstleutnant C.W. von Prittwitz und Gaffron" finde. Es hat mich doch etwas irritiert, dass Du bei dieser gewaltigen, selbstgestellten Aufgabe die entsprechenden Quellen offensichtlich nicht dokumentierst ("Hatte eine Info (erinnere mich aber nicht mehr woher...) wonach er "wahrscheinlich 8.6.44 fiel", die also falsch ist....").
    Wenn Deine ganze mühselige und auch leidenschaftliche Arbeit jemals für die Geschichtsforschung von Interesse sein soll, so ist jede Information durch entsprechende Quellen zu belegen, und sei es der Hinweis auf ein nachträglich angefertigtes Gedächtnisprotokoll über das persönliche Gespräch mit einem alten Kriegsteilnehmer. So wie der Buchhalter keine Buchung ohne Beleg durchführt, dokumentiert der Historiker nichts ohne Quelle. Vielleicht denke ich hier aber auch in ganz anderen Dimensionen als Du...


    Gerne würde ich Deine Expertise und Datensammlung auch zukünftig bei Bedarf und nach höflicher Anfrage in Anspruch nehmen; aber auch ich will gerne hilfreich sein, wo ich einen sinnvollen Beitrag leisten kann.


    Viele Grüße, Pontifex

    Quote

    Original von Rossano
    (übrigens,wo liegt Dein Interesse? Mein in Stellenbes. d. ganzen dt. Heeres 8.39-5.45)


    Hallo Rossano, danke für Deine Frage. Meine Interessen sind recht breit gefächert. In diesem Fall möchte ich Hintergründe, Abläufe und auch Biographien wesentlicher Akteure finden, unter deren Befehl an verantwortlicher Stelle meine Vorfahren an Kriegen teilgenommen haben oder gar den Tod fanden. In diesem Fall hat mein Großvater, wie bereits erwähnt, unter dem Kommando von C.W. von Prittwitz zu Gaffron im 375. Sicherungs-Regiment gedient und gilt - wie viele seiner Kameraden - seit dem 22.07.1944 als vermisst.


    Da meine Vorfahren bei keinem größeren Krieg gefehlt haben (ein Befund aufgrund jahrzehntelanger Ahnenforschung) und teilweise sogar Kriegstagebücher hinterlassen haben, gibt es hier ein recht breites Betätigungsfeld für historische Forschungen, vor der eigenen familiären Haustür sozusagen. Das Interesse beschränkt sich daher nicht nicht nur - wie in diesem expliziten Fall - auf die Ostfront 1944, sondern beinhaltet z.B. auch:


    1. Weltkrieg (Westfront)
    deutsch/französischer Krieg 1870/71
    Deutscher Krieg 1866
    Befreiungskriege 1813-15


    Das sind dann vielleicht familiäre Aspekte, welche die gewonnen Erkenntnisse mit etwas mehr Herzblut erfüllen, als die auf ersten Blick sehr trockene Beschäftigung mit einem Thema, das einer Verwaltungsfachhochschule entsprungen sein könnte: "Stellenbes. d. ganzen dt. Heeres 8/39-5/45." Womit ich das Thema keineswegs unterbewerten will, im Gegenteil. Das ist mühselig, langwierig und erfordert ein großes Maß an Beharrlichkeit und Geduld. (Willst Du alles oberhalb der Mannschaftsdienstgrade abdecken(?); dann verarbeitest Du die Menge an Daten sicherlich in einer Datenbank?)


    Dann gibt es auch noch Sonderthemen, an denen ich schon sehr lange dran bin, wie z.B. U-Verlagerung, Rüstungsaltlasten oder auch Rohstoffversorgung und Wehrwirtschaft im 1. und 2. Weltkrieg, hier insbesondere die Beschaffung wehrwirtschaftlich äußerst wichtiger Indutriediamanten. Als Sonderthema z.B. Unregelmäßigkeiten und persönliche Bereicherung bei Beschlagnahmungen von Schmuck- und Industriediamanten in der Diamanten-Hauptstadt Antwerpen durch deutsche Akteure während der deutschen Besetzung oder die Konfiszierung in Vichy-Häfen "von Belgisch-Kongo-Diamanten an Bord von belgischen Schiffen in 1940. [Allein die letztgenannte] Beschlagnahmung ergab eine Menge von 290.000 Karat.“ Vielleicht waren es aber auch ca. 400.000 Karat, wie ein amerikanisches Diplomatentelegramm vermuten läßt und jemand hat sich mit der Differenz ganz ordentlich die Taschen voll gemacht. Der jährliche Bedarf an Indutriediamanten in der deutschen Industrie für den Zeitraum (1940/41) wird mit ca. 500.000 Karat angegeben. Manche der belgischen Kollaborateure und deutschen Akteure haben eine lange Papierspur an Dokumenten, Notizbüchern, persönlichen Aufzeichnungen, Schriftverkehr, Ausweisen, Wehrpässen, Zahlungsbelegen, Kalendern etc. während dieser kritischen Jahre hinterlassen, deren Vernichtung versäumt wurde, welche aber Jahrzehnte nach dem eigenen Ableben dann einem unbedarften Sammler als Konvolut aus einer Entrümpelung zufällig auf den Tisch fällt. Da hat man dann eine ganze Weile mit großen Augen zu staunen und zu forschen...


    Genug für heute aus dem Nähkästchen geplaudert,


    Gruß Pontifex

    Quote

    Original von Rossano
    Wenn v.Prittwitz weder gef. noch Kgf. war, ist seine spätere Dienstlaufbahn bekannt ?


    Hallo, das ist eine gute Frage, nach deren Beantwortung ich bereits eine ganze Weile suche. In einem Manuskript (hochrangige, kriegsgefangene Wehrmachtsangehörige (meist Generäle) wurden zur Mitwirkung an militärhistorischen Studien und Aufsätzen zu bestimmten Themen bewegt), entstanden unter der Federführung des "Foreign Military Studies Program of the Historical Division, United States Army, Europe" in Garmisch (1947) erwähnt Generalleutnant Wolfgang Lange den v. Prittwitz nicht:


    D-300: The Second Encirclement of Brody (Jul 1944). By Generalleutnant Wolfgang Lange; 22 pp, 1 illus; 1947. Encirclement and breakout of Korpsgruppe C. A brief, dramatic report of this little known engagement.
    (http://www.ibiblio.org/hyperwar/Germany/FMS/FMS-1.html)


    Es ist müßig zu spekulieren, ob v. Prittwitz nach Brody nicht mehr aktiv im Dienst war (es wird ja bei Lange erwähnt, dass er bei dem Ausbruch verwundet wurde) oder vielleicht - nach den existentiellen Erfahrungen in Brody - lieber in irgendeinem Stab die restlichen zehn Monate des Dritten Reiches verbracht hat (für einen solch hoch dekorierten Offizier wäre das sicherlich möglich gewesen): Ich habe (bisher) keinerlei Hinweise für seine Anschlußverwendung gefunden. Wir wissen nur, dass er nach Brody nicht weiter aufgestiegen ist (Oberstleutnant) und auch sonst nirgends einen bei seinen Kampferfahrungen und Ehrendekorationen zu erwartenden "footprint" in der Folgezeit hinterlassen hat.

    Hallo Rossano,


    die "alte" Schreibweise mit "C" wurde zu der Zeit gerne zum "K" modernisiert, das ist in der Genealogie vielfach belegt und betraf teilweise sogar Ortsnamen. Wenn man nach dem Taufnamen ginge, müsste man den Namen wohl mit "C" schreiben, geht man z.B. nach der Heiratsurkunde, so schriebe man den Namen dann vielleicht mit "K"?


    Hier aus dem Werk des hochdekorierten Generalleutnants der Wehrmacht, Wolfgang Lange. Als Befehlshaber der Korps-Abteilung C gelang ihm der Ausbruch aus dem Brody-Kessel und die Flucht zu den deutschen Linien:
    Lange, Wolfgang (1961): Korpsabteilung C; vom Dnjeper bis nach Polen; (November 1943 bis Juli 1944); Kampf einer Infanterie-Division auf breiter Front gegen große Übermacht; Kampf im Kessel und Ausbruch, Die Wehrmacht im Kampf, Bd.28, Kurt Vowinckel Verlag, Neckargemünd


    auf Seite 9:
    "Mein Dank für größere Beiträge gebührt dem früheren Kommandeur des Sich.Regts.375 der 454. Sich.Div., Oberstleutnant C.W. von Prittwitz und Gaffron (...)"


    Im Anhang habe ich einen Ausschnitt aus dem o.a. Buch beigefügt welches belegt, dass von Prittwitz und Gaffron gemeinsam mit Lange im Juli 1944 der Ausbruch aus dem "Brody-Kessel" gelungen ist. Eine Gefangennahme im Juni 1944 ist daher auszuschließen. Meinem eigenen Großvater, im I.Battl. des 375.Sich.Rgts., wurde dieses Glück nicht zuteil. Er hat den Kessel nicht überlebt.

    Ich habe hier einen alten Reispass/Visabüchlein mit vorne eingeklebtem Dokument:


    Consulado do Imperia da Allemanha na Bahia 1873, Passaporte


    Diverse Eintragungen, Visa etc. auf 28 handpaginierten Doppelseiten,
    ausgestellt zwischen 1800 und 1905.
    Einige der Seiten habe ich hier eingescannt.

    Hallo, ich bin neu hier.


    Obwohl ich schon sehr lange danach suche, habe ich nirgendwo Hinweise auf diese Bronzemedaille gefunden. Auf die Schnelle habe ich das in den Scanner gelegt, die Bildqualität ist daher nur mäßig.


    Inschrift Vorderseite:
    VINCERE!


    Inschrift Rückseite:
    21·22·23·24
    GIVGNO·A·XVIII
    BATTAGLIA DEL
    FRONTE ALPINO
    OCCIDENTALE


    Durchmesser: 32 mm


    Kann jemand Informationen zu dieser Medaille geben?
    Aufgrund der Provenienz gehe ich von einem Original aus.

    Quote

    Original von Rossano
    Dr. Wagener u. Prittw. u. Gaffr.(ok. K.W., gef. ca. 6.44)


    Hallo Rossano!


    Ich weiß nicht, ob hier vielleicht eine Namensverwechslung vorliegt?
    Oberstleutnant Carl-Wilhelm von Prittwitz und Gaffron, letzter Kommandeur des Sich.-Regts. 375 der 454. Sich.Div. hat meines Wissens den Krieg überlebt (siehe auch Vorwort von Wolfgang Lange im Buch "Korpsabteilung C"). Die mir bekannten Daten lauten:


    Carl-Wilhelm von Prittwitz und Gaffron
    * Breslau, 06.05.1899 † 04.11.1972


    siehe auch:
    http://geneall.net/de/name/178…on-prittwitz-und-gaffron/
    http://en.ww2awards.com/person/16098