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Posts by Bolgorby

    Hallo Armin,


    vielen Dank für die Informationen rund um die Geschehnisse des 28. August 1943. Wie man erahnen kann, herrschte zu diesem Zeitpunkt beim Grenadier-Regiment 19 ein panikartiges Durcheinander und es ist nicht verwunderlich, dass die Schicksale einzelner Soldaten nicht mehr geklärt werden konnte. Was doch sehr verwundert - der Name von Ludwig Burger taucht auch in seinem Heimatort Bichl nirgends auf. ...... Hatte ich aber auch schon bei einem Soldaten aus meinem Heimatort - wurde dort schlichtweg vergessen.....


    Hallo Walter,


    vielen Dank für Information zur Unterschrift von Hauptmann Eugen Vögtle. Kennt einer von Euch noch das Schicksal von Eugen Vögtle?


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Hallo Forumsfreunde,


    heute will ich einmal in Armins Spezialgebiet etwas vorstellen - der Wehrpass des Gefreiten Ludwig Burger.


    Ludwig Burger wurde am 16. Februar 1922 im Ort Bichl im Kreis Bad Tölz geboren. Nach der Volksschule erlernte der Sohn des Gastwirts Ludwig Burger Senior das Handwerk des Metzgers und arbeitete wahrscheinlich bis zu seiner Einberufung in diesem Beruf. Am 2. Oktober 1941 begann für ihn die 6-monatige Grundausbildung beim Infanterie-Ersatz-Bataillon 19. Der Ort der Grundausbildung ist in der Wehrpass-Zweitschrift nicht eingetragen. Nach der Ausbildung wurde er zu seiner Feldeinheit der 14. Kompanie im Infanterie-Regiment 61 kommandiert, wo er bis zum 18.07.1942 kämpfte. Es schloss sich ein zweimonatiger Lazarettaufenthalt an - die Gründe sind im Wehrpass nicht vermerkt, aber wahrscheinlich erlitt er eine erste Verwundung, da er bis zum 17.06.1943 in mehreren Ersatzkompanien eingesetzt war.

    Doch im Juni 1943 ging es zurück an die Front zur 4.(M.G.) Kompanie des Grenadier-Regiment 19, wo Ludwig Burger seit dem 28. August 1943 als vermisst gilt.

    In der Datei des Volksbundes und in den Vermisstenbildlisten des Roten Kreuzes konnte ich ihn noch nicht finden. Vielleicht findet jemand noch mehr Informationen über ihn. Eventuell kann Armin noch aus der Divisionsgeschichte herausfinden seit welchen Kampfhandlungen Ludwig Burger als vermisst gilt.


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Die 5. Jäger-Division lag bis zum Herbst 1943 in den Stellungen der Ilmenseefront im Kampf um den Kessel von Demjansk. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Friedhof von Bol Gorby von den Angehörigen der Division liebevoll gepflegt und weitere Zubettungen fanden statt. Das Gräberfeld war bei allen Landsern der Division - DER Divisionsfriedhof der 5. Jäger-Division. Deutlich erkennbar war dies durch das Ulmer Münster auf den Eingangstoren und der Inschrift zur Friedhofshalle. Im Herbst 1943 wurde die Division in den Mittelabschnitt der Ostfront verlegt und der Abschied von so vielen gefallenen guten Kameraden fiel unendlich schwer. War es ein Abschied für immer? Zu diesem Zeitpunkt dachte niemand daran, dass irgendwann einmal ein Angehöriger der 5. Jäger-Division wieder einen Fuß auf den Friedhof setzen würde. Doch es kam ganz anders.......

    Bei den schweren Kämpfen um die Befreiung des Kessels von Demjansk fallen viele Soldaten der 5. Jäger-Division. Zuerst werden diese in zahlreichen kleinen Grablagen beerdigt, bevor man anfängt einen großen Divisionsfriedhof am Knüppeldamm bei Bol Gorby anzulegen. Dort werden schlussendlich über 1400 Soldaten beerdigt, hauptsächlich der 5. Jäger-Division, aber auch viele von anderen Einheiten. Dieser Friedhof war allen heimkehrenden Soldaten der Division in schrecklicher Erinnerung geblieben, da doch fast jeder von ihnen dort einen guten Kameraden zur letzten Ruhe gebettet hatte.


    Der Friedhof wurde im Sumpfwald angelegt. Hierzu musste rund um den Friedhof ein Drainagegraben für die Trockenlegung angelegt werden. Im Zentrum des Friedhofs befand sich eine kleine Halle und ein großes Holzkreuz. Die Gräber wurden in langen Reihen angelegt, zuerst mit Kreuzen und später bekam jeder Soldat ein Birkenschild mit seinen Daten.

    Nach kurzer Auffrischung und Umgliederung in Frankreich wird die Division zu Beginn des Jahres 1942 im Eilmarsch an den russischen Ilmensee verlegt. Schwaderer ist inzwischen zum Gefreiten befördert worden und wird mit seiner 16. Kompanie aus den Transportzügen heraus sofort in die Kämpfe geworfen. Einfahrende Züge werden von den Russen schon am Bahnhof unter Feuer genommen und die Soldaten des Regiments 56 müssen sich mühsam im hohen Schnee vorkämpfen. Es ist höchste Eile geboten und Staraja-Russa darf als Versorgungsknoten nicht in feindliche Hände fallen, denn sonst läuft die Wehrmacht Gefahr, die eingeschlossenen Truppen im Kessel von Demjansk zu verlieren. Es gilt dieses eingeschlossene Armeekorps schnellstmöglich zu erreichen und aus der Umklammerung der Russen zu befreien.


    Doch am 20. April 1942 wird der Gefreite Schwaderer durch ein Infanterie-Geschoss an der Schulter verletzt und auf den Hauptverbandplatz von Bol Gorby gebracht. Dort ringen die Ärzte der Sanitätskompanie 5 um sein Leben und verlieren den Kampf. Schwaderer stirbt dort an den Folgen des Schulter- Steckschusses vom Vortag und wird 1,5 km vom Ort Bol Gorby beerdigt. Ihm wird noch am 21. April das Infanteriesturmabzeichen in Silber verliehen. Bedauerlicherweise ist diese Urkunde nicht in unserem Besitz.

    Nach einer vier Monate dauernden Ausbildung in Mährisch-Weisskirchen wird er zu seiner Fronteinheit, der 14. (Panzer-Jäger) Kompanie im Infanterie-Regiment 56 kommandiert. Am 13. Oktober 1940 ist der Frankreich Feldzug erfolgreich beendet und die Division liegt seit 12. Juli im Raum von Besançon. Das Infanterie-Regiment bezieht hier Quartiere nordwestlich Salins und versieht Wachdienst an der Demarkationslinie. Mit seiner 14. Kompanie nimmt Schwaderer dann auch am Vormarsch auf Russland teil, bevor die Division Ende 1941 auch wieder nach Frankreich zur Auffrischung transportiert wurde. Hier ändert sich dann auch die Kompanie-Bezeichnung in 16. Kompanie, als die Division in eine leichte Infanterie-Division, später Jäger-Division umgebaut wurde.

    So beginnt der junge Soldat seinen Wehrdienst am 10. Juni 1940 bei der Infanterie (Panzerjäger) Ersatz-Kompanie 205 in Mährisch-Weisskirchen. Auf der Seite 11 des Wehrpasses ist auch erklärt, dass Schwaderer auf Grund der Einstellungsuntersuchung vom Februar 1940 wieder zurück nach Schwenningen in Marsch gesetzt wurde. Das Ärztliche Urteil lautete B45. Kann das jemand erklären?

    So - heute bei diesem Wetter soll es mal etwas weiter gehen....


    Am 28. Februar 1940 bekommt Schwaderer vom Wehrmeldeamt Rottweil den Entscheid über die Aushebung zum aktiven Wehrdienst. Er soll zur Infanterie-Panzer-Abwehr-Ersatz Kompanie 78 einberufen werden. Doch durch einen Nachtrag vom 10.06.1940 wird dieser wieder abgeändert und Schwaderer wird nun aus der Wehrüberwachung zur Infanterie-Ersatz-Panzer-Jäger-Kompanie 205 ausgehoben.

    Siegfried Fritz Schwaderer wird am 19. Januar 1910 in St. Georgen bei Villingen geboren. Nach Abschluss der Volksschule erlernt der junge Siegfried den Beruf des Metzgers und tritt nach der Gesellenprüfung in die Fußstapfen seines Vaters. Am 2. September 1938 wird er in Rottweil gemustert und als bedingt tauglich eingestuft.......


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Liebe Forumsfreunde,

    heute habe ich wieder einmal Zeit gefunden um Euch den Wehrpass eines Gefreiten der 16. Kompanie im Jäger-Regiment 56 vorzustellen. Auch dieser Wehrpass ist auf den ersten Blick nicht spektakulär und Siegfried Schwaderer teilte das selbe sinnlose Schicksal wie so viele junge Soldaten jener Zeit.


    Jedoch fand der Gefreite Schwaderer seine letzte Ruhestätte auf dem Divisionsfriedhof der 5. Infanterie- und Jäger-Division in Bol Gorby, in der Nähe von Staraja Russa. Dieser Umstand ist für mich und die Geschichte der Division jedoch aus mehreren Gründen sehr bedeutsam. Zum Einen fanden dort über 1400 Soldaten aus diesem Kampfraum und viele Kameraden der 5. Jäger-Division die letzte Ruhestätte. Zum Anderen wurde der Friedhof nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs im Sumpfwald von Bol Gorby wiederentdeckt und von den heimgekehrten Kameraden bis vor wenigen Jahren in Kooperation mit russischen Einwohnern hergerichtet und gepflegt. Dieser Umstand ist doch sehr einzigartig in der Nachkriegsgeschichte. Die Versöhnung über den Gräbern war dann auch hautnah bei meinem Besuch auf diesem Friedhof zu spüren......


    Soviel für heute.....


    Beste Grüße

    Zu diesem Zeitpunkt, im November 1944, herrschte am Frontabschnitt der 5. Jäger-Division eine trügerische Ruhe. Die Division befand sich hier im Raum Ostenburg und wartete auf den befürchteten Großangriff der Roten Armee. Dieser wurde auf Weihnachten 1944 oder Januar 1945 vorhergesagt....


    Georg Müller beendete am 27.11.1944 seinen Lehrgang laut Wehrpass. Dann am 28.11.1944 geschah das Unfassbare. Der Obergefreite Georg Müller wurde am 28.11.1944 mit einer Methylalkohol -Vergiftung zur 1. Kompanie der Sanitätsabteilung 5 gebracht und verstarb noch am selben Tag an deren Folgen. Was war hier nur geschehen? Hatte er mit seinen Lehrgangs- Kameraden die Beendigung des Lehrgangs gefeiert? Hatte er mit den Kameraden der 1. Kompanie im Jäger-Regiment 56 das Wiedersehen gefeiert? Wir können nur mutmaßen aber wissen tun wir es nicht.....


    Georg Müller starb in Oldaki und ruht heute auf dem Volksbundfriedhof in Mlawka.


    ENDE

    Georg Müller war nun fast dreieinhalb Jahre bei der Veterinär-Kompanie 5, als sich im März 1944 für ihn alles ändern sollte. Die Division befand sich seit geraumer Zeit im Mittelabschnitt der Ostfront und hatte die ersten schweren Kämpfe um Witebsk hinter sich gebracht, als sie Anfang März in einen Bereitstellungsraum westlich Orscha verlegt wurde.


    Hier erfahren die Soldaten über das anscheinend unaufhaltsame Vordringen der Russen bis tief in die Westukraine. So kommen bedrückende Gedanken auf. In den Aufzeichnungen eines Kommandeurs in der 5. Jäger-Division vom 8. März 1944 stehen folgende Sätze:


    Quote

    "..... Hier ist das weißruthenische Land, flachwellig, weiße Schneestreifen auf braunen Feldern, Wälder, Dörfer in dem altrussischen Holzstil, dichte Besiedlung, am Horizont Dorf an Dorf. Ist das der "leere Raum" für uns im Osten? Keineswegs..... Leider wird dieser Raum auch nicht mehr zu halten sein. Wir hatten uns übernommen: Eine Zwangsläufigkeit der politischen Bewegung: immer größer und immer mehr "Steigerungen", nie im Gleichgroßen bleiben und erhalten, sondern immer "kämpfen". Dann von der Größe des russischen Raumes verlockt, genarrt, überwältigt. War nicht zu halten, denn die Unermesslichkeit des russischen Raumes war im weiten Hintergrund auch mit einer Unermesslichkeit der Kräfte erfüllt. Was wird Stalin tun, wenn wir an der Grenze von 1941 stehen?....


    Wenn diese Worte in die falschen Hände gefallen wären, hätten diese den Offizier den Kopf kosten können.....


    Aber zurück zu Georg Müller.....


    Mitte März wird Georg Müller nach so langer Zeit von seiner Veterinär-Kompanie 5 abberufen und zur 10. Kompanie im Jäger-Regiment 56 versetzt. Die Infanterie-Regimenter sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Manche Kompanien sind auf wenige Mann zusammengeschmolzen und es wird dringend Ersatz gebraucht. Hierzu werden die Versorgungs- und Trosseinheiten durchkämmt und reduziert um die schwer angeschlagenen Jäger-Regimenter für die neuen Angriffe zu stärken. Diese Soldaten sind meist ältere Jahrgänge und nicht gerade fronterfahren.


    Die Lage im März 1944 stellt sich folgendermaßen dar:


    Durch das große "Wehrmachtsloch" am Südflügel der Heeresgruppe Mitte schiebt der Russe unaufhörlich neue Verbände vor. Er hat große operative Möglichkeiten gegen die Flanken und den Rücken der deutschen Fronten sowohl bei der Heeresgruppe Süd als auch der Heeresgruppe Mitte, zu der wir gehören. So ist begreiflich, dass russische Kräfte von Süden her, im Anmarsch auf Brest-Litowsk gemeldet werden. Sie haben Kowel eingeschlossen und den Pripjet in breiter Front nach Nordwesten überschritten. Das Ziel für die 5. Jäger-Division ist klar: Den feindlichen Kräften nach Südosten entgegenzumarschieren und diese zurückzuschlagen. Ein eingeschlossenes Sicherungsbataillon zu befreien und Kowel zu befreien.....


    In den folgenden Monaten wird Georg Müller in verschiedenen Kompanien des Jäger-Regiments 56 eingesetzt und nimmt vom 11.6.1944 bis zum 12.06.1944 sogar nochmals an einem Pferdeentgiftungslehrgang teil. Wahrscheinlich ist er auch in den Jäger-Regimentern noch als Schmied tätig.


    In seinem Wehrpass ist dann noch unter den Ausbildungen ein Eintrag vermerkt:


    1.9.44 bis zum 27.11.1944 Beschlagschmied


    Hier scheint er dann nochmals an einem Lehrgang der 1. Kompanie / Jäger-Regiment 56 teilgenommen zu haben.

    Im April 1941 befand sich die Division dann nach der Verlegung aus Frankreich, im südlichen Ostpreussen, im Lager Mlawa. Vor dort aus begann am 22. Juni 1941 auch für die Veterinär-Kompanie 5 des jungen Oberschützen Georg Müller der Ostfeldzug. Am 1. Juli 1941 zum Gefreiten befördert, verblieb Müller bis zum 16.03.1944 bei der Veterinär-Kompanie 5 als Schmied. Unterbrochen wurde diese lange Zeit bei seiner Einheit nur durch einen Beschlagschmiedlehrgang vom 1. März 1943 bis zum 30. April 1943 bei der Heereslehrschmiede Berlin I - sicherlich ein Höhepunkt seiner bisherigen Zeit bei der Wehrmacht. Nach seiner Rückkehr fand er wieder Verwendung in seiner alten Einheit und kümmerte sich dort um die vielen Pferde der Division. Die 5. Jäger-Division hatte die harten Kämpfe am Ilmensee überstanden und kämpfte im Jahr 1943 im Mittelabschnitt der Ostfront wieder an den Brennpunkten der Heeresgruppe Mitte. Neben den Soldaten hatten auch die Pferde in den vergangenen Monaten viel zu ertragen. Kälte, Verwundung und Krankheiten forderten viele Opfer auch unter den Vierbeinern. Die Veterinärkompanie 5 hatte alle Hände voll zu tun, die vielen kranken Pferde zu versorgen und gesund zu pflegen.


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Nach seiner Grundausbildung bei der Infanterie-Panzerjäger-Ersatzkompanie 78, wo er neben dem Gewehr 98, der Pistole 08 auch an der 3,7cm PAK ausgebildet wurde, wird Müller zur 4. Kompanie, des Infanterie-Ersatz-Bataillons 238 kommandiert. Hier findet in den nächsten vier Wochen der Lehrgang als Beschlagsschmied statt. Nach Beendigung am 13. Oktober 1940 wird der junge Soldat dann zu seiner Feldeinheit, der Veterinär-Kompanie 5, der 5. Infanterie-Division versetzt. Diese befindet sich zu diesem Zeitpunkt an der Schweizerischen - Französischen Grenze, im Gexer Zipfel, und versieht Wachdienst an der Demarkationslinie.


    Es ist in diesem Augenblick sicherlich ein unbeschwertes und relativ schönes Leben. Der Frankreichfeldzug wurde erfolgreich beendet und die Anzahl der Gefallenen Soldaten und Pferde der Division hielt sich in Grenzen - keiner dachte an weitere Kriegshandlungen im Osten. Viele der guten Pferde der Division waren noch aus der Friedenszeit der Regimenter und Batterien vorhanden und die Verbindung von Mensch und Tier war sehr eng.


    Ein ehemaliger Soldat hatte mir einmal erzählt: "Bevor die Pferde nicht versorgt waren, war für uns kein Feierabend in Sicht. Hier wurde von den Vorgesetzten sehr darauf geachtet... Zuerst kam das Pferd und dann der Mensch....."


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Hier noch die Seiten mit den Einträgen zu seiner Schulbildung, seiner Zeit beim RAD und seiner Einstellung bei der Panzer-Jäger-Ersatz-Kompanie 78.


    Was mir erst heute noch aufgefallen ist - ein kleiner Satz auf der Seite 6 im Wehrpass:


    Entscheid bei der Aushebung zum aktiven Wehrdienst vom 17.07.1939:


    "Kavallerie-Regiment 18 / Reiter in Stuttgart"


    Aus dem Kavallerie-Regiment 18 aus Stuttgart / Bad Cannstatt bildeten sich in der Wehrmacht einige Aufklärung-Abteilungen. Darunter auch die Aufklärung-Abteilung 5, der 5. Infanterie- und Jäger-Division. Georg Müller wurde dort jedoch dann doch nicht eingezogen und kam zur Panzer-Jäger-Ersatz-Abteilung 78.


    Hier könnt Ihr die Geschichte bei meinem Freund Jürgen nachlesen:


    https://www.kavallerie-regiment18.de


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Hallo Zusammen,


    vor nicht all zu langer Zeit konnte ich diesen Wehrpass für unser Archiv erwerben. Es handelt sich auf den ersten Blick um einen Standard-Wehrpass der 5. Jäger-Division mit den üblichen Eintragungen. Auf den zweiten Blick offenbart er doch das sehr tragische und ungewöhnliche Schicksal dieses jungen Soldaten.


    Georg Müller wurde am 2. März 1918 in Baldenhofen, im Kreis Wangen geboren und wuchs bei seinem Pflegevater, dem Schmiedemeister Josef Müller auf. Nach der Volksschule erlernte er wie sein Pflegevater den Beruf des Schmieds, legte die Prüfung ab und wurde im Anschluss sogleich 1938 zum Reichsarbeitsdienst herangezogen. Nach der Entlassung aus dem RAD arbeitete er bis zum 7. April 1940 weiter in seinem Beruf als Schmied, bevor er zur Infanterie-Panzer-Jäger Ersatz Kompanie 78 nach Friedeck im Protektorat zur Wehrmacht dienstverpflichtet wurde. Nach mehrmonatiger infanteristischer Grundausbildung bildete man ihn zum Beschlagschmied weiter aus, um eine berufsnahe Weiterverwendung zu ermöglichen. Große Teile der Deutschen Divisionen waren nicht motorisiert und Pferde spielten eine wichtige Rolle in den folgenden Feldzügen.


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Hallo Bolgorby,


    "In diesem Fall ist es obwohl der schweren Beinverletzung für Deinen Großvater gut ausgegangen. Niemand weiß, was alles noch hätte passieren können, wenn er dem Kampf durch seine Verwundung nicht entrissen worden wäre."

    Hallo Gustav,


    vielen Dank für die Reaktion und es freut mich, dass Euch dieser Bericht gefallen hat.


    Es war tatsächlich so, dass ich Ihn als Kind sehr bedauert habe. Aber als er gestorben war und ich seinen Wehrpass und die paar Bilder hatte, wurde mir immer mehr bewusst, welch unverschämtes Glück er doch hatte. Viele seiner Kameraden sind gar nicht mehr zurückgekommen. Die Verweildauer in den Infanterie-Regimentern der Division war durchschnittlich 6 Wochen. Danach waren die Soldaten verwundet, vermisst oder gefallen. Das sollte man sich immer vor Augen führen, wenn man Lebenslinien der damaligen Soldaten skizziert. Was haben wir doch für ein Glück....


    Bezüglich der Rubrik "Lebenskonvolut" melde ich mich vielleicht später mal. Dazu gehört auch sein Vater Otto, welcher im Ersten Weltkrieg gefallen ist, sein Bruder Ernst (gefallen zu Beginn des Frankreichfeldzuges) und noch einige andere tragischen Geschichten aus dieser schlimmen Zeit. Das braucht viel Zeit.....


    Vielen Dank auch den anderen Kollegen.


    Bis bald und bleibt gesund.


    Bolgorby

    Mitte Februar 1942 wird er dann aus dem Lazarett in Frankreich entlassen und mit seiner 4. Batterie des Artillerie-Regiment 5 in Marsch gesetzt - Ziel ist Staraja Russa am russischen Ilmensee.


    In der Divisionsgeschichte ist zu lesen: "Mitte Februar 1942 treffen endlich Einheiten des Jäger-Regiments 75 und einige Batterien des Artillerie-Regiment 5 ein. Mehrere Transporte werden bis zur Endstation Staraja Russa unter gefechtsmäßigen Bedingungen vorgefahren und ausgeladen.


    Hier kämpft sich die Division in den nächsten Monaten in zähem Ringen an den Kessel von Demjansk heran. Am 8. Juli 1942 passiert es dann. Karl Böhler ist der Führer eines Pferdefuhrwerks und hat unvorschriftsmäßig die Leinen seiner Kutsche am Körper befestigt. In diesem Augenblick brausen russische Jäger im Tiefflug heran. Die Pferde erschrecken sich so sehr, dass sie durchgehen und mein Großvater von der Kutsche geworfen wird. Durch die am Körper befestigten Leinen wird er neben dem Fahrzeug hergezogen und erleidet schwere Verletzungen am Knie, aber kommt Gott sei Dank mit dem Leben davon. Er wird sofort ins Feldlazarett 5 gebracht und bis zum 23. Juli erstversorgt. Anschließend wird er mit dem Lazarettzug in das Armee - Feldlazarett 504 transportiert und am 31. Juli von der Krankensammelstelle Kauen in das Reservelazarett Tilsit verlegt. Sein linkes Knie ist dermaßen verletzt, dass es versteift werden muss und er einen Stützapparat aus Leder angepasst bekommt. An eine Weiterverwendung in der Wehrmacht ist nicht mehr zu denken und am 23. Juli 1943 wird der frisch beförderte Unteroffizier, als arbeitsverwendungsfähig, aus dem Reservelazarett Lörrach entlassen. Nun kämpft sich mein Großvater trotz körperlicher Behinderung wieder in sein Leben - er beginnt in einem nahen Industriebetrieb als Mechaniker und arbeitet bis zu seiner Pensionierung dort.


    ENDE

    Hallo Korrianke,


    ja - das wäre der einfachste Weg, bringt aber nach meiner langjährigen Erfahrung kaum Erfolg. Eine Mehrzahl der Nachlässe ist in alle Winde zerstreut und in einer Vielzahl von Händen. Es gibt viele Foren im Netz und dort gerade zum richtigen Zeitpunkt das Gesuchte zu finden ist sehr schwierig. Hier in "unserem" Forum steht oft der Soldat und sein Leben oder sein Schicksal im Vordergrund und so ist das Interesse am komplettieren eines Dokumentennachlasses groß. Es gibt aber viele Sammler, welche "nur" bestimmte Dinge sammeln. Der Eine nur Urkunden EKII, ein anderer nur Urkunden Sturmabzeichen, ein anderer nur Orden...... Hier ist das Interesse am komplettieren eines Nachlasses dann vielleicht dann doch nicht so ausgeprägt.


    Aber ich will nicht verschweigen, dass es immer wieder Sammlerkollegen und Zufälle sind, welche hier einem dann doch sehr weiterhelfen können. So hat mir ein Sammlerkollege aus England vor zwei Jahren, den Restnachlasse eines Offiziers für einen fairen Preis verkauft, als ich Ihm erklärt hatte, welche Dinge ich von dem Soldaten schon hatte und was mein Forschungsschwerpunkt ist.


    Beste Grüße und viel Glück

    Bolgorby

    Hallo Armin,


    vielen Dank für die schöne Vorstellung des Wehrpasses und der Geschichte dieses Soldaten. Das mit den Urkunden ist eine verflixte Sache - auch mir fehlen immer wieder einmal Urkunden zu den Wehrpässen, aber es grenzt an einen wahnsinnigen Zufall diese zu finden. Die Urkundensammler scheinen auf diesen zu sitzen ...... <>.< Im MFF wurde einmal eine Rubrik eingerichtet um Urkunden zu finden, jedoch hat sich das auch nicht bewährt. Wenn hier einer mal eine zündende Idee hätte dieses Problem anzugehen.....


    Beste Grüße

    Bolgorby

    Im Juni 1941 beginnt auch für meinen Großvater der Feldzug gegen Russland. Hier kämpft er bis vor die Tore Moskaus mit seiner 6. Batterie / Artillerie-Regiment 5, der 5. Infanterie-Division. Vor Jahresende ist die Division so geschwächt, dass Sie zur Auffrischung nach Frankreich transportiert werden muss. In Frankreich beginnt die Umgliederung in eine leichte Infanterie-Division. Statt der 3 Infanterie-Regimenter, hat die Division in Zukunft nur 2 Regimenter. Auch im Artillerie-Regiment gibt es Veränderungen - zwei Abteilungen des Artillerie-Regiments werden mit dem zerlegbaren Gebirgsgeschütz 36 ausgerüstet, welche auf Mulis transportiert werden können. Die 6. Batterie wird aufgelöst, da der Transport auf Mulis einen größeren Personaleinsatz mit sich bringt. Karl Böhler wechselt hier nun zur 4. Batterie und vermutlich wird er auch zu diesem Zeitpunkt zum Tragtier-Führer ausgebildet. Ende 1941, Anfang 1942 kommen dann beunruhigende Nachrichten aus dem Norden der Ostfront. Zu dieser Zeit liegt mein Großvater mit der Krankheit 25 im Kriegslazarett Moulins, während die Division an den russischen Ilmensee transportiert wird. Hier im Anhang noch die mir vorliegende Tabelle der Krankheiten (keine Garantie für Vollständigkeit).


    Beste Grüße und einen guten Rutsch ins kommende Jahr

    Bolgorby