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Posts by speedytop

    Ich möchte hier einen Beleg einstellen, der meinem Vater bei der Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft im Oktober 1945 mitgegeben wurde.
    Er hatte zwar nicht vor, Landarbeit zu verrichten, aber das war damals eine übliche Formulierung, um Kriegsgefangene frühzeitig entlassen zu können.


    Den Beleg finde ich durchaus lesenswert.


    Uwe

    Das andere Dokument von 1853 ist durchaus interessanter, denn hierbei handelt es sich um den Chef der 4. Compagnie des 6. Bataillons, den Hauptmann Pedro Gabe.


    Durch das Kriegs-Gericht wird erkannt, daß nach Anhörung des Hauptmanns, des Auditeurs Adjunkt und der Verteidigung sowie einschließlich des Erkenntnisses des Chefs des Bürger-Miltärs, Herrn Oberst Nicol, der Angeklagte "wegen disziplinarwidrigen Benehmens gegen seinen Vorgesetzten, jedoch unter Berücksichtigung der vorgekommenen Umstände, mit einem sofort zu ertheilenden Verweis und vier mal ein und zwanzig Stunden Arrest - in einer Haft zu büßen - zu bestrafen sei."


    Interessant ist, daß der Chef des Bürger-Militärs, Oberst Nicol, auch 12 Jahre später noch der Chef ist, siehe meinen Beitrag vom 27.08.2007.


    Uwe

    Hier ist ja richtig viel los!


    Aber nachdem ich zwei neue Belege des Hamburger Bürger-Militärs erhalten habe, möchte ich die auch vorstellen.


    Im ersten Dokument von 1848 geht es um zwei Gardisten von der 7. Compagnie des 1. Bataillons, die bei der Rückkehr vom Heiligen-Geist-Felde, wohl nach einer kleinen Feier dort, "unziemlichste" Reden gegen ihre Vorgesetzten, namentlich gegen den Oberlieutenant Wulff geführt haben. Außerdem haben sie sich in Uniform, "wenngleich außer dem Dienst", in Beleidigungen und Drohungen gegen den Herrn Hauptmann Benecke und den Sergeanten Leh ergangen.
    Zugute gehalten wird ihnen, daß sie geständig sind und zugeben, am gedachten Tage stark betrunken gewesen zu sein.


    Der Gardist J.C. Voigt wird mit einer Arreststrafe von "10 Mal 24 Stunden" und der Gardist H.W. Haack zu einer Arretstrafe von"6 Mal 24 Stunden" belegt.
    Beglaubigt (In fidem) wird das Ganze vom zuständigen Auditeur Adjunkt (Gehilfe des richterlichen Militärjustizbeamten).

    Hallo Armin,


    ich musste mich nach Erhalt der Urkunde selbst erst einmal informieren. Die Bezeichnung gibt es auch noch als "Oberleutnant zur See der Reserve der Matrosenartillerie"


    Die Marineartillerie gliedert sich in die Schiffsartillerie und die Küstenartillerie. In der Küstenartillerie gab es damals Matrosenartillerie-Abteilungen. Die Mannschaften der Matrosenartillerieabteilungen waren Männer aus der nichtseemännischen Bevölkerung und blieben an Land.


    Uwe

    Gefreiter Berthold Schüttler


    Königlich Preußisches 2. Bataillon Brieg, 4. Niederschlesisches Landwehrregiment No. 51
    3. December 1870
    Dem Gefreiten Berthold Schüttler wird mit Bezug auf die Kriegsministerielle Verfügung vom 23/27 November 1870 /: K.M. No. 50211 A I a :/ militärischerseits ein Urlaub nach Rußland auf ein Jahr und genau bis zum Vierten December Achtzehn Hundert ein und siebenzig bewilligt.
    Brieg, den 3. December 1870
    Der Oberstlieutenant z.D. und Bezirks-Commandeur.


    Königlich Preußisches Reserve-Landwehr-Bataillon Breslau No. 38
    Dem Gefreiten Berthold Schüttler wird unter den untenstehenden Bedingungen ein fernerer zweijähriger Urlaub nach Rußland und zwar bis genau 20ten Dezember 1800 drei und Siebenzig … bewilligt.
    ...
    Breslau, den 20. December 1971
    Der Oberstlieutenant und Bezirks-Kommandeur.


    Königlich Preußisches Reserve-Landwehr-Bataillon Breslau No. 38
    Dem Gefreiten Berthold Schüttler wird ein fernerer Urlaub nach Rußland und zwar bis zum 29. Dezember 1870 und Fünf unter den untenstehenden Bedingungen hierdurch bewilligt.
    Breslau, den 29. Dezember 1873
    Der Oberstlieutenant und Bezirks-Kommandeur


    Weiteres Dokument ohne Bild:
    Königlich preußisches Reserve Landwehr Regiment No. 38 (Breslau) II. Bataillon
    Antrag auf Übertritt in den Landsturm, unter anderem unter Vorlage der Papiere für Auslands-Urlaub bis zum Jahr 1878 (oben die Bewilligungen bis 1875).
    Antrag bewilligt mit Hinweis darauf, dass weitere Bewilligungen zum Aufenthalt im Ausland nicht mehr erforderlich sind, da zum Landsturm übergeführt.
    Hinweis: Einen Anspruch auf die Landwehr Dienstauszeichnung haben Sie bestimmungsmäßig nicht.
    Anschrift: Herrn M. Helferich-Sadet Charkow zur Übergabe an Herrn Gutsbesitzer Berthold Schüttler.


    Uwe

    Ich habe kurz das Forum nach "Sterbebildern" durchforstet. Anscheinend gibt es hier so etwas nur von Deutschen und auch nur von Soldaten?
    Daher erlaube ich mir mal, 2 belgische Todesanzeigen zu zeigen:


    Eine dieser Karten berichtet gleich von 3 Belgiern, die als "politische Gefangene für Belgien im Frühjahr 1945 in Deutschland starben".


    Die andere Karte gilt einem 21jährigen Belgier, der"elendig ums Leben gekommen ist in Mannheim (Deutschland) am 21. Januar 1945". (Im Mannheimer Stadtteil Sandhofen gab es jeweils ein KZ-Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof [es war ein Hungerlager] und des KZ Hintert).



    Uwe

    Aus einem kleinen Konvolut möchte ich eine Urkunde vorstellen, die die Problematik deutscher "Staaten" nach dem 1. Weltkrieg zeigt.


    Das Königreich Bayern endete am 7. November 1918, als von Kurt Eisner der "Freistaat Bayern" ausgerufen wurde. In diesem Zusammenhang wird auch vom "Freien Volksstaat Bayern" gesprochen, Briefmarken mit dem Bildnis des letzten bayerischen Königs Ludwigs III. wurden mit dem Aufdruck "Volksstaat " versehen. Im Staatsgrundgesetz von Anfang 1919 (Bayern ist eine Republik) steht als erster Satz: Bayern ist Mitglied der Vereinigten Staaten Deutschlands (Deutsches Reich).


    Sozialistische Gruppen (Arbeiter- und Soldatenräte) riefen 1919 die "Münchner Räterepublik" (Bayerische Räterepublik) aus; das wurde nach wenigen Wochen beendet. Es gab dann kurz auch noch eine 2. Räterepublik (Kommunistische Räterepublik), die aber schnell wieder verging.


    Mit der Bamberger Verfassung vom 14. August 1919 endete auch formell das Königreich Bayern. Diese Verfassung bezeichnet Bayern als „Freistaat und Mitglied des Deutschen Reiches“.


    Die unterschiedlichen Bezeichnungen dieser Zeit werden auf der Urkunde sichtbar. Als "Mitglied des Deutschen Reiches" ist auf der Urkunde ganz oben diese Bezeichnung angebracht "Deutsches Reich". Übergangsweise lautet die weitere Bezeichung Volksstaat Bayern", die von der Bezeichnung "Freistaat Bayern" abgelöst wird.
    Nach meinem Kenntnisstand wird der Oberbegriff "Deutsches Reich" in Bayern nicht mehr lange weiterverwendet (aber ich kann mich auch täuschen).


    Staataangehörigkeit Bayern F.jpg


    Uwe

    Hallo,


    diese beiden Urkunden begeistern mich beim Ansehen immer wieder. Erst verbietet man einem PG das Tragen der Uniform und jegliche Betätigung innerhalb der Partei, und nach über 2 Jahren wirft man ihm vor, keine Versammlungen mehr besucht zu haben. Mit Unterschrift des selben Organisationsleiters.


    NSDAP-Mitteilungen K.jpg


    Uwe

    Und was helfen neue Geldscheine mit einem Wert von 50 Milliarden Mark, wenn man ein paar Tage später 600 Milliarden Mark als Bezugspreis für 7 Tage Tageszeitung bezahlen muss (Bote an der Inde in Eschweiler, vorne in einen Buchdeckel eingeklebt)!
    Vermutlich wurde der Betrag kurz vor der Auslieferung der Zeitung, womöglich am 15. November 1923 kassiert.


    Direkt anschließend, am 15. November 1923, endete die Inflation mit Einführung der Rentenmark.


    Inflation 1923 Quittung 600 Milliarden K.jpg


    Uwe

    Ich bin der Meinung, dass man diese sprunghaften Veränderungen des Geldes auch an Beispielen illustrieren sollte.
    Hier ein Beleg von Urkundenheften für das Sportabzeichen Ende 1922/Anfang 1923.
    Im Heft vom Juli 1922 waren bereits deutlich erhöhte Preise für den Erwerb des Urkundenheftes vorgesehen, vorher 5 Mark (1920) bzw. 15 Mark (1921). Vor der Ausgabe der Hefte wurde der Preis auf 30 Mark erhöht, dann mit 300 Mark überstempelt und dieser Stempel noch mit 1.000 Mark überstempelt.


    DRA 1922_1923 K.jpg

    Sammler mit Fachwissen DDR werden gleich anmerken, dass es Urkunden zum Ehrentitel "Kollektiv der sozialistischen Arbeit" in unglaublich großer Anzahl gibt. Das ist korrekt, ich habe selber über 100 Urkunden davon in meiner Sammlung.
    Trotzdem möchte ich hier 2 Urkunden einstellen.


    Bei der Verleihung dieses Ehrentitels gabt es eine Kollektiv-Urkunde und für jedes Kollektiv-Mitglied eine Urkunde mit Medaille sowie eine Prämie. Die Einzelurkunden für ein Kollektiv sind entsprechend seltener und sie wurden nach der Wende 1989 leicht entsorgt, da ohne namentliche Zuordnung.


    Die hier vorgestellten Urkunden gehören zu dem Kollektiv "Abteilung für Anästhesie und Intensivpflegestation" der "Militärmedizinischen Akademie in Bad Saarow" (MMA).
    Chef (Rektor) dieser Akademie war der Generalleutnant OMR Prof. Dr. med. sc. Dr. h.c. Hans-Rudolf Gestewitz. (OMR = Obermedizinalrat)
    Das Kollektiv erhielt diese Auszeichnung 1978, 1979 und 1980, der Titel wurde demnach nach Erstverleihung 1978 zweimal verteidigt. Die Unterschriften des GL Gestewitz sind alle original handschriftlich.


    Die Kollektivurkunde hat zusammengeklappt die Größe DIN A4, die Einzelurkund(n) die Größe DIN A5. Zu jeder Urkunde gehört normalerweise eine Mappe, hier nicht abgebildet.
    Neben der Urkunde des Hauptmann Bigus befindet sich noch eine weitere Einzelurkunde dieses Kollektivs in meiner Sammlung, für eine Frau Blomel. Nach einer Internet-Recherche konnte ich die beiden Kollektiv-Mitglieder als Angehörige der Klinik Anasthesiologie und Intensivtherapie in der MMA entdecken, den Oberstleutnant Dr. med. Gerd Bigus als Leiter des Fachbereichs Dialyse und den Leutnant Edelburg Blomel als Leitende Schwester..


    Anzumerken ist noch, dass die als Vorläufer bis 1961 verliehenen Ehrentitel "Brigade der sozialistischen Arbeit" und "Gemeinschaft der sozialistischen Arbeit" erheblich seltener sind, insbesonder die Einzelurkunde für eine Brigade und eine Gemeinschaft.
    Aber auch solche Urkunden befinden sich in meiner Sammlung.


    Uwe

    Danke für die freundlichen Kommentare, wobei ich eingestehe, dass ich das mit der abgesetzten Pfalz (Exklave) vor diesem Ausweis ebenfalls nicht wußte.


    Aber dafür sind ja Dokumente da, zum Nachforschen. Und nicht nur zum Erwerben und Abheften.


    Uwe

    Nur ein kleines Dokument, zusammengeklappt 84mm x 101mm, aber erstaunlich viel Information, wenn man ein wenig an Geschichte interessiert ist.


    Mir fiel an der Ausweiskarte auf:
    - Rammelsbach in Bayern; Wiki sagt Rheinland-Pfalz, weit entfernt von Bayern
    - (französisch) besetzte Gebiete noch 1928?


    Das ist ein sehr umfangreiches Thema, ich versuche es kurz zu machen.
    Zugehörigkeit Rammelsbach:
    1798 - 1814 französisches Saardepartement,
    1814 - 1816 Österreich,
    1816 - 1918 Königreich Bayern,
    1918 - nach Kriegsende 1945 Bayern, zwischendurch bis 1930 französich besetzt,
    1945 - 1946/47 französisch besetzt,
    1947 - heute Rheinland-Pfalz


    Zur Verdeutlichung der damaligen abgesetzten Lage der Pfalz ein Bild aus Wikipedia.


    Theobald Ausweis F.jpgKönigreich Bayern (Wikipedia).jpg


    Uwe

    Hier möchte ich einen "Meisterbrief" aus dem Jahr 1856 vorstellen, aus Eggenfelden in Niederbayern.


    Der 25jährige Schlossergeselle Michael Mayer aus Mayerhofen, kgl. Landgerichts Hemau, unterzieht sich der vorschriftsmäßigen Gewerbs-Prüfung. Er hat die Prüfung (praktisch gut und theoretisch gut) "in der Art bestanden, dass er zum selbstständigen Betriebe dieses Gewerbes in Städten III. Klasse, dann in Märkten und Landgemeinden vollkommen tüchtig und meisterhaft befunden wurde."


    Mayer Meisterbrief 1856 K.jpg


    Das galt nur für Kleinstädte und Dörfer, für größere Städte der Klassen I und II galt es nicht.
    Hemau/Mayerhofen gehörte damals zu Niederbayern.


    Uwe

    Rein zufällig habe ich gerade ein weiteres Post-Konvolut erstanden, das gut hier hinein passt.


    Den Anfang macht eine Urkunde aus dem Dritten Reich, noch mit Kopf "Im Namen des Reichs". Ein Supernumerar ist ein überzähliger Beamtenanwärter.


    Bachner Postsupernumerar K.jpg


    Zwei Jahre später folgt eine Urkunde mit dem Kopf "Im Name des Führers und Reichskanzlers".


    Bachner ausserplanmässiger Postinspektor K.jpg


    Hier kann man zeitlich die erste Urkunde aus Beitrag 1 einfügen.


    Nun heißt es schlicht "Im Namen der Deutschen Post".


    Bachner Postinspektor auf Lebenszeit K.jpg


    Letztendlich heißt es dann "Im Namen der Bundesrepublik Deutschland".


    Bachner Beamter auf Lebenszeit K.jpg


    Es gibt weitere Urkunden über die Dienstränge Oberpostinspektor, Postamtmann, Postoberamtmann und die Versetzung in den Ruhestand als Postamtsrat. Dazwischen liegen noch die Urkunden über 25 und 40 Dienstjahre.


    Uwe

    Mich hat der Text in einem Gestellungsbefehl aus dem Jahr 1917 fasziniert, ein wenig persönliches Schicksal drum herum schadet aber auch nicht.


    Andreas Kohl aus Aachen meldet sich im April 1916 zur Landsturmrolle an, zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre und 3 Monate alt. Er ist Nadler, so wie sein Vater: Nadler


    Kohl Landsturmrolle Anmeldung K.jpg


    Mit Datum 1. April 1917 erhält er einen Gestellungsbefehl. Auch wenn es sich offensichtlich nicht um einen Aprilscherz handelt, könnten Teile des Textes doch darauf hinweisen:


    Kohl Gestellungsbefehl 01 K.jpg


    Transkription:
    Gestellungsbefehl
    Sie haben sich am 18.April 1917 pünktlich 8 Uhr vormittags, im Gesellschaftshause, Pontstraße 56 hier, gehörig gereinigt und in reiner Wäsche persönlich zur Aushebung einzufinden. Dieser Schein ist mitzubringen.
    Aachen, den 1. April 1917
    Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Aushebungsbezirkes Aachen Stadt.


    Was soll man nur davon halten: "... gehörig gereinigt und in reiner Wäsche..."


    Am 18.4.1917 wird er sofort nach der Aushebung mit einem Urlaubspass nach Aachen beurlaubt:



    Am 18.6.17 tritt er seinen Dienst beim I. Ers.Batl. I.R. 25 als Musketier an, danach verschiedene Truppenteile, z.B. Infanterieregiment 609. Erst am 28. III. 1918 kommt er in Cambrai zur Truppe, Res.Inf.Regt. 29.
    Nach verschiedenen Einsätzen in z.B. Cambrai, Villers au Flos, Wasnes au Bac und Grevillers wird er am 31.V. 1918 bei Hebuterne offensichtlich schwer verwundet. Er kommt wenige Tage später in das Barackenlazarett Tempelhofer Feld bis zum 3.1.1919. Am 6.1.1919 kommt er in das Reserve-Lazarett nach Aachen.


    Erst am 18.Juni 1919 wird er aus dem Heeresdient, Res. Lazarett III Aachen, entlassen, "... ohne Entlassungspapiere infolge Demobilmachung ..."


    Kohl Entlassung K.jpg


    Er hat sich später eine Anstecknadel machen lassen, nur mit "Hindenburgkreuz" und Verwundetenabzeichen in Schwarz. Noch viel später war er im Katholischen Arbeiterverein und im Sozialverband VdK .


    Uwe

    Die beiden Ernennungsurkunden zeigen eine typische Nachkriegsanpassung.


    Da die Bundesrepublik 1946 noch nicht existiert, bleibt oben freier Platz; da stand vorher "Im Namen des Führers und Reichskanzlers ernenne ich ...".
    Ein Dokument aus "Trizonesien", britische Zone, hier noch als Reichspostdirektion:


    Vollandt Postinspektor außerplanmäßig k.jpg


    1950 heißt es dann "Im Namen der Bundesrepublik Deutschland". Anstelle der Reichspostdirektion ist es nun die Operpostdirektion, wie schon vor 1934:


    Vollandt Postinspektor k.jpg


    Uwe

    Als interessante Ergänzung habe ich noch ein weiteres Mitgliedsbuch der DSF erwerben können, eine Ausgabe für Groß-Berlin.


    Groß-Berlin war seit 1920 eine Bezeichnung für die zu diesem Zeitpunkt existierenden Stadt- und Einheitsgemeinden (bis heute nahezu unverändert).
    Diese Bezeichnung stand auch im Grundgesetz von 1949. Damit war eigentlich West- und Ost-Berlin zusammen gemeint, es bezog sich aber real nur auf West-Berlin.
    In Ost-Berlin gab es den "Magistrat von Groß-Berlin", aber das bezog sich ausschließlich auf Ost-Berlin.


    DSF Mitgliedsbücher.jpg


    Der Besitzer des Mitgliedsbuches war ein fleißiger Zahler von Sonderbeiträgen.


    DSF Mitgliedsbuch 1949 Sonderbeiträge M.jpg


    Uwe

    Mal wieder etwas aus der Reihe, aber sicherlich nicht uninteressant: The US Presidential Sports Award.


    So wie es als Preuße möglich war, das bayerische Sportleistungsabzeichen (SLA) zu erwerben, war es auch möglich, als Deutscher die amerikanische Auszeichnung Presidential Sports Award zu erwerben.


    Zur Zeit als ich die Auszeichnung in fünf verschiedenen Disziplinen erworben habe, hatte ich sehr guten Kontakt zu einem amerikanischen Verbindungsoffizier. Wenn wir uns unterhalten haben, musste er Deutsch und ich musste Englisch sprechen.


    Diese Form der Auszeichnung existierte von 1972 bis 2010/2012. Es wurden zig verschiedene Möglichkeiten angeboten, die Auszeichnung zu erwerben, beginnend bei Aerobic Dance bis Weight Training.


    Meine 5 Auszeichnungen im Zeitraum 1991 bis 1995 waren für Running, Jogging, Bicycling, Cross Training und Sports/Fitness, dabei FS-Unterschriften von Bush und Clinton.


    Während man das Deutsche Sportabzeichen, rein theoretisch, an einem Tag machen kann, musste man bei der amerikanischen Auszeichung Ausdauer mitbringen. In einem Zeitraum von 4 Monaten waren kontinuierlich die entsprechenden Leistungen zu erbringen, je nach Disziplin mindestens 40 bis maximal 50 mal.
    Für die Zahlung von 6,- $ erhielt man eine Urkunde, ein Anschreiben, einen Mitgliedsausweis und ein gesticktes Stoffabzeichen. Die Miniatur-Anstecker für alle 5 Disziplinen habe ich mir erst vor kurzem über ebay gekauft.


    PSA Anschreiben.jpgPSA Running 1991 k.jpgPSA Running 1991 Member.jpgPSA Running 1991 Patch k.jpgPSA Running 1991 Pin k.jpgPSA Running Bedingungen.jpg



    Uwe

    Hallo,


    zu der Zeit, als das Camp Vogelsang noch Truppenübungsplatz unter belgischer Leitung war, weilte ich zweimal dienstlich auf der Burganlage. Das eine Mal waren dort zur gleichen Zeit franko-kanadische Truppenteile zu einer Übung. Die Feldjacke eines Hauptmanns dieser Truppe in meiner Sammlung erinnert mich immer wieder daran ;hump; .


    Die jetzige Örtlichkeit Vogelsang IP (Internationaler Platz) wird in den letzten Jahren von vielen Menschen besucht, auch ich war dort wieder vor kurzem, zusammen mit Freunden. Die Teilnahme an einer Führung war dabei sehr interessant.


    Aber auch vor 1939 gab es dort Führungen, das wird durch einen Tagesausweis für die Burg Vogelsang belegt. Besucher waren am 15.7.1936 gleich 240 Personen aus dem Regierungspräsidium Aachen.


    Tagesausweis Ordensburg Vogelsang.jpg


    Uwe

    Heute stelle ich hier Urkunden vor, die über Jahrzehnte weitgehend unverändert geblieben sind, obwohl sie den Zeitraum von 1938 bis 1964 umfassen. Es wird sie sicherlich auch schon früher und womöglich auch noch später gegeben haben.


    Der Karton-Umschlag ist geschlossen etwas über DIN A6, das eingelegte Blatt aus festem Papier ist aufgeschlagen etwas über DIN A5.
    Die Vorderseite des Umschlags weist in der Regel eine geprägte Abbildung auf. Bei den Urkunden bis 1944/45 ist das meistens die Abbildung des Abzeichens des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen (NSRL), es gibt aber z.B. auch Urkunden der DAF mit dem entsprechenden Emblem.
    Bei den Nachkriegsurkunden überwiegt die Abbildung eines eichenlaubbekränzten Sportler-Kopfes, bei der Urkunde von 1947 ist z.B. nur der Schriftzug Barmer Waldfest eingeprägt.


    Sporturkunden 02.jpg


    Die Urkunden sind gekennzeichnet durch ein am Stiel eingesteckten und mit einem Band verknüpften Eichenblatt (Bronze, Silber oder Gold), die Schnur wird unten links mit einem Papier-Siegel gehalten, siehe Abbildungen.
    Normalerweise gilt das goldenen Blatt für den Sieger, das silberne Blatt für den Zweiten und das bronzene Blatt für den 3. Platz und weitere Platzierungen.


    Sporturkunden 04.jpgSporturkunden 06.jpgSporturkunden 08.jpg


    Uwe