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Willy Borgartz - ein tapferer Sanitäter der 17.Infanteriedivision

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    • Willy Borgartz - ein tapferer Sanitäter der 17.Infanteriedivision

      Willy Borgartz wurde am 2.November 1915 in Krefeld geboren. Leider ist mir über seine Kindheit/Jugend/Ausbildung nichts weiteres bekannt.

      Unmittelbar nach seinem 22.Geburtstag wird er zur Wehrmacht einberufen und kommt zur Heeres-Sanitäts-Staffel nach Coburg.
      Dort absolviert er als Sanitätsgefreiter vom 4.November 1937 bis August 1939 erfolgreich seine fast 2jährige Dienstpflicht,
      worüber ihm eine Urkunde ausgestellt wurde.
      Die Unterschrift stammt von einem mir leider unbekannten Oberstabsarzt.
      Der Stempel lautet: „Sanitätsstaffel Coburg – Standortarzt“

      Zu Erkennungsszwecken habe ich die Signatur nochmals vergrößert,
      vielleicht kann hier jemand helfen.
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      Urkunden/Besitzzeugnisse/Dokumente/Fotos: - zur rumänischen Erinnerungsmedaille "Kreuzzug gegen den Kommunismus" - zum Transportgeschwader 5 (vormals KG zbV 323 bzw. N) - zur Messerschmitt
      Me 321/323 „Gigant“ - zu den Messerschmittwerken Regensburg-Obertraubling u. Leipheim - zum Artillerieregiment 155 - zur schweren Panzerjägerabteilung 560 Nashorn(Hornisse)/Jagdpanther

       

    • Höchstwahrscheinlich ist Willy Borgartz im August 1939 gar nicht erst nach Hause gekommen sondern erhielt gleich im Anschluß
      an seine Wehrdienstzeit den Einberufungsbefehl zur kämpfenden Truppe, und zwar zur 7.Kompanie des Infanterieregimentes 95,
      welches hauptsächlich in Coburg aufgestellt wurde und der 17.Infanteriedivision unterstand.

      Die 17. war eine Division der 1.Aufstellungswelle und kämpfte vom 1.September 1939 an im Polenfeldzug.
      Die Division marschiert von Oels über die Grenze und kämpfte sich über Boleslawez, Sieradz, Pabianice nach Lodz.
      Die letzten Tage des Polenfeldzuges stand die Division in der Schlacht an der Bzura.
      Bereits im Oktober 1939 wurde die Division an die Westgrenze in die Eifel und den Hunsrück verlegt.

      Hier erhielt Willy B. am 9.November 1939 das Eiserne Kreuz 2.Klasse verliehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit für eine Tapferkeits-
      tat beim Einsatz in Polen.
      Die Urkunde trägt die Unterschrift vom Generalmajor und Kommandeur der 17.Division Herbert Loch, dem späteren Träger des
      Ritterkreuzes und Deutschen Kreuzes in Gold.

      > Nachtrag: EK2-Urkunde und Foto von GM Loch weiter unten <
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    • Jetzt vergehen für Willy Borgartz fast 3,5 Jahre bei der Truppe, über die mir keine Informationen vorliegen.
      Er ist jetzt in der Stabskompanie des mittlerweile umbenannten Grenadierregiments 95.
      Die Division kämpft in dieser Zeit im Frankreich- und Rußlandfeldzug.

      Dazu das LdW :
      „Ab dem 10. Mai 1940 nahm die Division am Frankreichfeldzug teil. Dem XII. Armeekorps unterstellt, marschierte die Division durch Luxemburg und hatte bei Longwy ihre Feuertaufe. Während der zweiten Feldzugphase, der "Schlacht um Frankreich" zog die Division über Rethel zwischen Maas und Marne in Richtung Bar-le-Duc. Am 18. Juni stürmte die Division Chaumont und marschierte durch Burgund bis zur Demarkationslinie. Anschließend verblieb die Division als Besatzungstruppe in Frankreich. Im Mai 1941 wurde die Division nach Polen verlegt, um ab dem 22. Juni 1941 am Rußlandfeldzug teilzunehmen. Die Division stieß nördlich an Brest-Litowsk vorbei und nahm an der Kesselschlacht im Bialystock teil. Anschließend marschierte die Division zur Beressina und in den Raum, um im August und September 1941 an der Schlacht um Tschernigow teilzunehmen. Aus dem Raum Brjansk stieß die Division Richtung Moskau über Kaluga nach Serpuchow vor. Die anschließenden schweren Rückzugskämpfe brachten die Division unter schweren Verlusten nach Malojaroslawez und Juchnow. Hier blieb die Division bis Mai 1942 in schweren Abwehrkämpfen in Stellung. Im Juni 1942 verlegte die Division zur Wiederaufstellung in die Bretagne. Im März 1943 kehrte die Division dann an die Ostfront zurück und kam an den Mius nördlich von Taganrog.“

      Dort wird der Sanitätsunteroffizier Willy Borgartz am 12.April 1943 rückwirkend zum 1.des Monats zum
      Sanitätsfeldwebel befördert.
      Die Bestallungsurkunde wurde vom Regimentskommandeur Oberstleutnant Richard Baur unterzeichnet.

      Zu Baur hab ich bisher folgende Daten zusammentragen können:

      * 09.03.1890 Straßburg/Elsass
      + 01.01.1965 Straßburg/Elsass

      verh. mit Natalie Bose (*22.05.1895 Saargemünd)

      Beförderungen:
      20.11.1909 Leutnant
      18.09.1915 Oberleutnant
      1920 Hauptmann a.D.

      01.10.34 Hauptmann (Inf.Reg.62)
      01.11.43 Oberst
      März 1943 bis Oktober 1944 Kommandeur des GrenRgt 95

      Leider fehlt mir ein Foto von ihm, vielleicht kann mir jemand aushelfen.
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    • Bei den Kämpfen am Mius wird Willy Borgartz dann am 24.Juni 1943 verletzt.
      Dafür wird Ihm am 12.Juli 1943 das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen.
      Die Verletzung scheint nicht so schwerwiegend gewesen zu sein denn B. verblieb
      augenscheinlich bei der Truppe an der Front.
      Das Besitzzeugnis wurde nämlich vom Führer des I./Gren.Rgt. 95 Hauptmann
      August Günthör unterschrieben.
      Dieser bekam in gleicher Funktion am 5.Dezember 1943 noch das Deutsche Kreuz
      in Gold verliehen.

      Auch von ihm besitze ich weder kein Foto noch weiterführende Angaben
      und bitte wiederum um Mithilfe.
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    • Zum Abschluß noch die erfreuliche Nachricht, das Willy Borgartz den Krieg überlebt hat.
      Der Volksbund führt Ihn weder als gefallen noch als vermisst.

      Außerdem ist auf der Rückseite der Beförderungsurkunde ein Stempelaufdruck vorhanden
      als Nachweis für einen gestellten Antrag vom 14.April 1954 auf Leistungen nach dem KgfEG,
      gestellt bei der Heimkehrerbetreuungsstelle Krefeld.

      Der tapfere Sanitäter ist also - wenn wahrscheinlich auch erst lange Zeit nach Kriegsende - heimgekehrt.
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    • So, das ist meine erste Vorstellung eines Urkunden-Nachlasses hier in Eurer Runde.
      Ich hoffe ich konnte Euch etwas unterhalten und bin für Anregungen und Kritik offen
      sowie für eventuelle Ergänzungen dankbar.

      Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich Euch ab und an noch an einigen Dingen aus
      meiner Sammlung teilhaben lassen - nur soviel sei verraten "Deutsches Afrika-Korps"
      & "Transportflieger", die beiden Themen sind hier ja noch nicht übermäßig vertreten.

      Ich fahr jetzt erstmal ein paar Tage in den Urlaub und wünsche Euch einen ruhigen
      Jahresausklang.

      M.
       
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    • Guten Morgen anhaltiner,

      vielen Dank für die erste Vorstellung eines Nachlasses aus Deiner Sammlung.

      Besonders gefällt mir die sehr frühe EK2-Verleihung. Vermutlich hat Borgartz Verwundete Kameraden aus feindlichem Feuer gerettet oder eine andere besonders große Tat verbracht, denn die EK´s waren insbesondere 1939 noch sehr rar gesät.

      Deine Präsentation ist sehr gelugen und macht Freude auf mehr!

      Schön zu wissen, dass der Soldat den Krieg überlebt hat.

      Kleine Anmerkung zu dem 2. Foto von Loch: Ich bin der Meinung, dass es nicht Loch sondern den RKT Generalleunant Hugo Höfl zeigt.

      Noch einen schönen Sonntag,
      Gruß
      Bastel
      Nicht verfügbar
    • Danke für Deinen Kommentar.
      Ja, die frühen EK-Urkunden interessieren mich auch besonders.


      Zu meinem 2.Beitrag oben:

      Original von Bastel
      ...
      Kleine Anmerkung zu dem 2. Foto von Loch: Ich bin der Meinung, dass es nicht Loch sondern den RKT Generalleunant Hugo Höfl zeigt.
      ...


      Da hast Du recht, hatte Ihn unter falschem Namen auf der Festplatte.

      Hier nochmal die EK2-Urkunde und das richtige Foto von Herbert Loch.
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