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Oberleutnant Lw.-Feld-Division 1

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    • Oberleutnant Lw.-Feld-Division 1

      Hallo Zusammen,

      in den kommenden Tagen möchte ich Euch gerne hier einen sehr schönen und interessanten Nachlass eines späteren Hauptmannes vorstellen.

      In diesem Nachlass befindet sich auch dieses Dokument, über welches ich nicht so ganz schlau werde und bitte Eure Unterstützung benötige.

      Ausgestellt durch das AOK 6, Abt. 2a am 23.06.1945, also schon deutlich nach der bedingungslosen Kapitulation.

      Hier wird in einem Schreiben an das "Lager Krantz" (Unterlager Luftwaffe) mitgeteilt, dass der Oberleutnant mit Wirkung und RDA vom 01.05.1945 zum Hauptmann befördert wurde.

      Unterschrieben wurde das Dokument vom General der Infanterie Albrecht Schubert, der sich seit April '45 in der Führerreserve befand und einem unbekannten Oberst i.G.

      Nun meine Frage: Hat jemand von Euch eine Idee, was es mit dem Lager Krantz auf sich hat? Ist dass ein Kriegsgefangenenlager?

      Wie kann es sein, dass Schubert so spät nach der Kapitulation noch als aktiver General, in diesem Fall sogar mit der Führung beauftragter Oberbefehlshaber des AOK 6, Beförderungen ausgesprochen und unterschrieben hat? War der nicht selbst in Gefangenschaft?

      Ich finde leider keine Informationen im Internet über ein Lager Krantz und auch nicht, was mit Schubert nach der Kapitulation passiert ist.

      Vielleicht habt ihr ja eine Idee und könnt mir auf die Sprünge helfen.

      Der Rest des Nachlasses folgt......

      Freue mich von Euch zu hören und sende die besten Grüße

      Dave
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    • Kriegsgefangenlager? - Ich denke ja.

      Die Beförderung wurde auch nicht ausgesprochen, sondern bestätigt.
      Mit "RDA" (Rangdienstalter) hätte die Beförderung also prinzipiell bereits zum 1.Mai 1945 erfolgen können.

      Offensichtlich ist dieses aber aufgrund der äußeren Umstände nicht erfolgt, oder nicht direkt beweisbar (Dokument). Den Soldaten ist schon damals schnell klar geworden, daß es auch um finanzielle Ansprüche nach dem Krieg bzw. Entlassung aus der Gefangenschaft geht und diese logischerweise (auch) direkt vom letzten bestätigten Dienstgrad abhängt. Da wurde eine solche Bestätigung schnell sehr wichtig.

      Gruß, Barmbeker
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    • Hallo Barmbeker,

      vielen Dank für Deinen Beitrag.

      Was mich trotzdem wundert ist die Tatsache, dass dieses Schreiben von einem militärischen Großverband (AOK 6) über einen Monat nach der bedingungslosen Kapitulation ausgestellt worden ist. Wurden nach der Kapitulation nicht sämtliche deutschen militärischen Einheiten aufgelöst? Was spielt hier Albrecht Schubert für eine Rolle? Ich kann nirgens etwas im Internet im Zusammenhang mit Schubert und dem AOK 6 finden.

      Beste Grüße sendet Dir

      Dave
    • Hallo Zusammen,

      nun möchte ich Euch gerne einmal Stück für Stück den gesamten Nachlass des späteren Hauptmannes Heinz W. vorstellen.

      Hier in Stichpunkten einige Eckdaten aus seinem Lebenslauf:

      - geboren am 24.07.1918 in Dessau.
      - wohnhaft in Hannover
      - Er besuchte unter anderem die Staatliche Bildungsanstalt Alumat Potsdam im Jahre 1931, siehe Schülerausweis

      - Am 01.01.1933 trat er in die HJ ein.

      - Im Alter von 15 Jahren (1933) konnte er noch kein HJ-Leistungsabzeichen in Eisen ablegen, da es zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht gestiftet wurde, siehe Vermerk im Leistungsbuch

      - Im Alter von 16 Jahren legte er die Prüfung für das HJ-Leistungsabzeichen in Bronze erfolgreich ab.
      --> Am 20.12.1934 wurde ihm daraufhin das HJ-Leistungsabzeichen in Bronze mit der Nr. 32 verliehen, sehr niedrige frühe Nummer!!

      - Im Alter von 17 Jahren legte der die Prüfung für das HJ-Leistungsabzeichen in Silber erfolgreich ab.
      --> Am 18.09.1935 wurde ihm daraufhin das HJ-Leistungsabzeichen in Silbermit der Nr. 1808 verliehen, ebenfalls niedrige frühe Nummer!!

      - Befördert wurde er innerhalb der HJ:
      am 12.07.34 zum Kameradschaftsführer in der Gefolgschaft 3 (Hannover-Linden) im Unterbann I/273,
      am 22.08.35 zum Scharführer im Bann 74 Hannover-Nord.

      - Er besuchte diverse Veranstaltungen und nahm an Lagern teil.
      Unter anderem nahm er beim Reichsparteitag in Nürnberg im Jahr 1933 und 1935 teil.

      - Außerdem ist W. seit dem 28.04.35 Mitglied im Deutschen-Luftsport-Verband (DLV) der Ortsgruppe Hannover (Landesgruppe 9 Niedersachsen)

      - Er legte am 04.12.1938 die A-Prüfung ab und am 05.04.1939 die B-Prüfung.

      - An der Reichs-Segelflugschule Wasserkuppe nahm der damals 20jährige in der Zeit vom 05.06.-26.06.39 an einem Segelfluglehrgang teil.
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    • Hallo,

      Schubert wurde nach der Kapitulation und Gefangennahme im Lager Mauerkirchen mit der
      Führung der dort, in verschiedenen umliegenden Lagern befindlichen Truppen der 6. Armee beauftragt ( Von wem ? - Dönitz ??? ) -

      Hier lief zunächst der normale Bürobetrieb weiter - Schubert verlieh u.a. ( Trotz Dönitzerlass - Auszeichnungsstop ! ) an meherer Angehörige der Wehrmacht u.a. 5 Soldaten der 1. Gebirgsdivision im Juni 1945 das Ritterkreuz und sprach auch weiter die turnusmäßigen Beföderungen aus - Letztlich genau wie die verliehenen Ritterkreuze rechtsunwirksam - Die in den Lagern beliehenen Ritterkreuzträger gelten heute in der Fachliteratur nicht mehr als RK-Träger.

      Gruß
      Suche: Urkunden und Besitzzeugnisse von Infanterie/Grenadier-Regiment 388 - Grenadier-Brigade 388, weiter Infanterie/Grenadier-Regiment 106, sowie 214. Infanteriedivision.
    • Original von Barmbeker

      Die Beförderung wurde auch nicht ausgesprochen, sondern bestätigt.
      Mit "RDA" (Rangdienstalter) hätte die Beförderung also prinzipiell bereits zum 1.Mai 1945 erfolgen können.


      Hi Barmbeker,

      hier möchte ich mal widersprechen. Das Rangdienstalter hat letztendlich nur Auswirkung auf die Möglichkeit der nächsten Beförderung bzw. welcher Offizier mit gleichem Dienstgrad dienstälter ist.
      Es gibt genug Beisspiele, wo Soldaten auf Grund von Tapferkeitstaten, die keine Auszeichnung zur Folge hatte, entweder zum nächsten Dienstgrad befördert oder im Rangdienstalter verbessert wurden.

      Das Schreiben hier ist eine, wie Gebirgsgrenadier bereits ausgeführt hat, durch Schubert ausgesprochene rechtsunwirksame Beförderung, in der Datum der Beförderung und das RDA auf den 1.5.1945 zurückdatiert wurden.

      Grüße Walle
      Nicht verfügbar
    • und nun zur militärischen Laufbahn von W.

      - gemustert mit "tauglich 1" als Freiwilliger am 20.08.36 im Wehrbezirkskommando Hannover 1
      - Eingestellt am 20.10.36 bei der 5. Kompanie des Infanterie-Regiments 71 in Erfurt
      - Vereidigt wurde W. am 30.10.36
      - ab dem 16.04.37 tat er Dienst bei der Fliegergruppe in Eschwege
      - ab dem 01.07.37 bei der Fliegerhorstkompanie in Eschwege
      - ab dem 10.03.38 war er beim Wehrbezirkskommando Limburg/Lahn
      - ab dem 25.04.40 bei der Luftwaffen-Baukompanie 34/XII
      - ab dem 04.05.40 bei dem Luftwaffen-Bauregiment 3./XII
      - ab dem 06.09.40 bei der leichten Reserve-Flakabteilung 752
      - ab dem 29.09.40 in der 1. Batterie bei der leichten Flakabteilung 752´
      - ab dem 29.09.42 in der 8. Kompanie des 2. Jägerbataillons der Luftwaffen-Felddivision
      - ab dem 21.10.42 in der 2. Kompanie der Artillerie-Abteilung der 1. Luftwaffen-Felddivision
      - ab dem 23.02.43 in der 3. Kompanie des Artillerie-Regiments 1 (L)
      - ab dem 01.04.44 in der 1. Batterie der leichten Flakabteilung 777(v)
      - ab dem 22.08.44 in der 4. Batterie der leichten Flakabteilung 754(v)
      - ab dem 01.11.44 in der 2. Batterie der leichten Flakabteilung 777(v)
      - ab dem 29.01.45 in der 1. Batterie der leichten Flakabteilung 754(v)

      Befördert wurde er:

      - am 01.10.37 zum Gefreiten
      - am 01.08.38 zum Unteroffiziers-Anwärter
      - am 01.10.38 zum Unteroffizier
      - am 01.06.40 zum Feldwebel
      - am 01.04.41 wurde W. zum Kriegs-Offiziers-Anwärter ernannt
      - am 01.12.41 zum Leutnant
      - am 01.04.43 zum Oberleutnant
      - am 01.06.44 wurde er von der Dienstaltersliste C in die A2 mit einem Rangdienstalter vom 01.12.41 übernommen
      - am 23.06.45 wurde er in der Gefangenschaft durch den General der Infanterie, Albrecht Schubert, rückwirkend zum 01.05.45 zum Hauptmann befördert. Diese Beförderungen wurden spatter als rechtsunwirksam abgetan. Im Wehrpaß wurde die Beförderung durch einen unbekannten Oberst bescheinigt, zusätzlich auch mit einem Schreiben vom AOK6, welcher von General Schubert unterschrieben wurde.

      W. hat sich folgende Auszeichnungen verdient:

      - am 02.03.43 wurde ihm das EK2 vom Divisionskommandeur der 1. Luftwaffen-Felddivision und Ritterkreuzträger Oberst Gustav Wilke, verliehen.
      W. befand sich zu diesem Zeitpunkt in der 2. Kompanie der Art.Abt. von der 1. Luftwafffen-Felddivision.

      - am 17.02.44 wurde ihm das EK1 durch den Kommandeur der 28. Jäger-Division verliehen, siehe Wehrpaß.

      - am 27.03.1944 wurde ihm das Sturmabzeichen durch den Kommandeur des Artillerie-Regiments 1 (L) und Träger des Deutschen Kreuzes in Gold, Josef Hagel, verliehen.

      Er hat noch diverse andere Sportehrenzeichen und Ausbildungen abgeschlossen, die alle samt im Wehrpaß eingetragen sind.


      Besonders interessant finde ich den Vermerk im Wehrpaß auf Seite 26:
      Hier steht: "Gesperrt für die Luftwaffe!" und wurde vom Adjutanten des Art. Rgt. der Luftwaffen-Felddivision dort eingetragen.

      Aber auch die Auflistung der Sturm- und Nahkampftage auf Seite 33, welche ihm vom Kommandeur der 28. Jäger-Division anerkannt wurden, sind interessant.

      Den Rest könnt ihr Euch gerne in den einzelnen Fotos anschauen.

      Vielleicht kann jemand noch die ein oder andere Unterschrift aus dem Wehrpaß identifizieren.

      Würde mich sehr über Eure Hilfe und Beiträge freuen.

      Vielen Dank und beste Grüße sendet Euch

      Dave
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    • Hallo Dave,

      kann leider zu dem Thema "Fotos zu diesem Nachlass" nichts beitragen. (Mir wurde er nicht angeboten).

      Aber ich finde, dass Du eine sehr interessante Vorstellung dargeboten hast. Mir gefallen diese Dokumente schon ausgesprochen gut, wenn ich auch nicht der Luftwaffen-Fachmann bin.

      Danke für diese Vorstellung.

      Es grüßt Dich - Armin.
       
      Nicht verfügbar Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

       

    • Das Schreiben hier ist eine, wie Gebirgsgrenadier bereits ausgeführt hat, durch Schubert ausgesprochene rechtsunwirksame Beförderung, in der Datum der Beförderung und das RDA auf den 1.5.1945 zurückdatiert wurden.


      Hallo Walle,
      ich lasse mir gerne widersprechen, sonst gibt es keine interessanten Diskussionen :)

      Aufgrund Deines Beitrages habe ich mich einmal etwas ausführlicher mit dem "Rangdienstalter" und was dieses bedeutet beschäftigt. Tatsächlich konnte es zurück- und vordatiert werden. Zurück wäre positiv zu bewerten, da die Zeitspanne bis zur nächsten Beförderung anhand des Dienstalters damit verkürzt wird. Vordatiert wäre damit eine Art Bestrafung. Beförderungen müssen daher nicht mit dem Datum des RDA übereinstimmen.

      Für mich ist der entscheidende Passus aber "[...]mit Wirkung und RDA[...]".
      Insgesamt ist die Beförderung, aus genannten Gründen, zwar rechtsunwirksam, aber für mich nicht zurückdatiert worden und deshalb bin ich der Meinung, das die Beförderung bereits am 1.5.1945 (neuer Beginn der Dienstalterszählung) gleich mit dem Beförderungsdatum gesetzt wurde.
      Also: Keine Rückdatierung, sondern eine nachträgliche Bestätigung einer Beförderung, die bereits 1.5.1945 hätte erfolgen können, aber nicht ist.

      Ich gebe zu, das klingt alles etwas bürokratisch, ist aber momentan meine Auslegung.

      Vielleicht liege ich falsch und jemand kann das noch besser erklären?!

      Gruß, Barmbeker
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