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Keine Verleihung von Kriegsauszeichnungen an vermisste, kriegsgefangene und internierte Wehrmachtsangehörige - sog. "Schurkenverfügung"

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    • Keine Verleihung von Kriegsauszeichnungen an vermisste, kriegsgefangene und internierte Wehrmachtsangehörige - sog. "Schurkenverfügung"

      Hallo zuzsammen,

      dank eines guten Freundes konnte ich dieses kleine 3er-Set eines Angehörigen der 5. Jäger-Division (württembergische Einheit) in meine Sammlung aufnehmen.

      Zugegeben ist der Zustand nicht mehr sonderlich und die Verleihung eines Infanterie-Sturmabzeichen in silber ist auch kein Highlight aus ordenskundlicher Sicht, aber ....

      Ja nun kommt das aber:

      zum persönlichen Hintergrund des Edmund Heilmann kann ich leider nichts sagen, außer den ersichtlichen Tatsachen, dass er 1944 Angehöriger der 12. Kompanie des Jäger-Regiments 56 war, welches der 5. Jäger-Division unterstand.
      Ich vermute, dass Heilmann, Jahrgang 1910, erst seit kurzem Angehöriger der Einheit war. Laut der Aufstellung seiner Sturmtage für das Infanterie-Sturmabzeichen absolvierte er die erforderlichen 3 Tage vom 11.08.1944 - 14.08.1944 !

      Die 5. Jäger-Division war fast überwiegend an der Ostfront und ab Sommer 1944 im Raum Witebsk, Narwa, Kowel und Tarnopol eingesetzt. Dort erlitt die Division teilweise schwerste Verluste.

      Bei diesen Kämpfen wurde der Obergefreite Edmund Heilmann seit 04.09.1944 bei Turzyn am Bug vermisst.

      Soweit stellt dies noch keine Besonderheit dar, weil das außer Heilmann mit Sicherheit noch tausende andere Soldaten in diesem Zeitraum betraf.

      Für die nachgewiesenen Sturmtage wurde ihm vom Regimentskommandeur, Oberstleutnant Ott, das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber am 8.10.1944 verliehen.

      Üblicherweise wäre nun das Besitzzeugnis + eventuell ein Infanterie-Sturmabzeichen als Erinnerung an die Familie des Heilmann übersandt worden, aber nicht so in diesem Fall, denn zwischenzeitlich gab es einen entsprechenden Erlass, welcher in den Allgemeinen
      Heeresmitteilungen von 1944 unter der Ziffer 572 veröffentlicht wurde.
      Dieser regelte die Verleihung von Kriegsauszeichnungen an Soldaten, welche in Kriegsgefangenschaft kamen, interniert oder vermisst wurden. Im Soldatenjargon als "Schurkenerlass" bezeichnet.

      Hier der wichtige Auszug aus den Allgm. Heeresmitteilungen des OKH vom 21.10.1944, Seite 314:

      "Ziffer 572 Verleihung von Kriegsauszeichnungen an vermisste, kriegsgefangene und internierte Wehrmachtsangehörige.

      Der Führer hat entschieden, dass an vermisste, kriegsgefangene und internierte Wehrmachtsangehörige Kriegsauszeichnungen nicht mehr verliehen werden dürfen. Dabei spielt die Tatsache, dass ein Verschulden an der Gefangennahme bzw. Internierung nicht vorliegt, keine Rolle.


      Die Vorschläge sind zu den Personalakten zu nehmen und nach Kriegsende zu entscheiden, nachdem festgestellt ist, ob die betreffenden Wehrmachtsangehörigen ihre Schuldigkeit getan haben. …


      Die Übersendung verliehener Auszeichnungen an die Angehörigen der Vermissten, Kriegsgefangenen bzw. Internierten ist nicht gestattet.

      Dieser Verfügung entgegenstehende Befehle und Anordnungen werden hiermit aufgehoben.


      Führerhauptquartier, den 27.9.1944


      Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Keitel."


      Das Besitzzeugnis, sowie der entsprechende Antrag wurden deshalb von der 12./Jäg.Rgt, 56 an den Chef der Heeresrüstung übersandt, damit von dort nach Kriegsende entschieden werden, ob die Familie Heilmann die Auszeichnung des Vermissten bekommt oder nicht !

      Leider oder bzw. Gott sei Dank erbrachte die online-Recherche bei der Kriegsgräberfürsorge kein Ergebnis, so dass man hoffen kann, dass die Familie anstelle des ISA's den Ehemann, Vater oder Sohn wieder bekam.

      Habe ich so noch nie gesehen.


      Grüße Walle
      Dateien
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    • Servus Walle,

      da gebe ich dem Eddy Recht - absolut interessante Geschichte. Wieder eine Wissenslücke geschlossen,
      vielen Dank dafür.

      Wünsche Dir einen erholsamen Sonntag - Armin.
       
      Nicht verfügbar Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

       

    • Hi Walle,

      sehr interessante Tatsache die Du uns hier präsentieren konntest. danke dafür **

      Sammlergruss
      Olli
      :!: Gesucht werden aktuell: Urkundengruppe mit Kubanschild!
      Achtung! Aus pers. Gründen dringend immer gesucht Dokumente, Wehrpässe, Soldbücher der 10.SS Panz. Div."Frundsberg" / 3. Inf. Div. (mot.) sowie 8.Panz. Div.! Freue mich auf PNs von euch dazu :!:

      Gruss
      Olli
    • Hatte ich bisher auch noch nie gesehen bzw. Information zu dieser vorgehensweise !
      Ob dies alle Truppenteile betroffen hat...ich denke da an posthume Verleihungen bei der Kriegsmarine.
      Hier wurden bei Versenkungen selten alle Seemänner geborgen. (gerade in den letzten Kriegsjahren/Monaten)

      Gruß Myrca
       
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    • Hi zusammen,

      danke für euer Interesse an dieser mit Sicherheit nicht so bekannten Praxis im Bereich des Auszeichnungswesens.

      @olli,

      ich denke, er hat die Auszeichnung selbst gar nicht bekommen.

      Antrag und Verleihung erfolgten zwar am 5.10 bzw. 8.10.1944, aber mit dem o.a. Erlass vom 27.9.1944 war die Aushändigung der Auszeichnung und des BZ an die Familie nicht mehr gestattet.

      @Myrca

      ich vermute, dass man bei Verlust eines Bootes automatisch davon ausging, dass es keine Überlebenden gegeben hat. Posthum Verleihungen waren ja nicht von der Regelung betroffen, sondern nur die Verleihung an Soldaten, die vermisst und/oder evtl. in Kriegsgefangenschaft geraten waren, oder noch schlimmer aus damaliger Sicht, die sich haben internieren lassen.



      Grüße Walle
      Nicht verfügbar
    • Hallo Walle,

      sehe ich genauso wie Du.
      Der Antrag wurde von der Einheit Anfang Oktober gestellt und vom Rgts-Kommandeur auch bestätigt (verliehen).
      obwohl er schon als vermisst galt.
      Dann kam, sicher auf dem Dienstweg, ergo zeitversetzt der neue Erlass.
      Die Urkunde und das Sturmabzeichen lagen zu diesem Zeitpunkt noch bei der Kompanie, vielleicht in der Hoffnung,
      das H. doch wieder auftaucht.
      Mitte Dezember schickt die Kompanie dann Beides zur eigenen Entlastung an das Allgemeine Heeresamt, Abt. III, scheinbar für
      Deutsche in alliierter Kriegsgefangenen zuständig.

      Sehr interessant der Vorgang.

      Gruss, anhaltiner.
       
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    • "....ich vermute, dass man bei Verlust eines Bootes automatisch davon
      ausging, dass es keine Überlebenden gegeben hat. Posthum Verleihungen
      waren ja nicht von der Regelung betroffen.................."

      Stimmt auch wieder.. bei einem Verlust eines ganzes Bootes bei Feindkontakt bzw. Mine/Torpedo dürfte sich diese Regelung erübrigt haben.
      Anderster bestimmt bei "Selbstversenkung" und danach internierung der Überlebenden.
      Sehr interessantes Thema auf jeden Fall !

      Gruß Myrca
       
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