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Angepinnt Die Schlacht von Berlin 75 Jahre später

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    • Die Schlacht von Berlin 75 Jahre später

      Guten Morgen Freunde

      Am 16. April 2020 wird es 75 Jahre her sein, dass die russische Endoffensive an der Oder mit dem Ziel der Einnahme Berlins begann. Am 2. Mai 1945 war die Schlacht um Berlin beendet.

      Ich hielt es für eine gute Idee, diese 17 Tage mit Originaldokumenten, Zeitungen, Flugblättern usw. zu illustrieren.
      Alles, was ich zeige, stammt aus meiner persönlichen Sammlung.

      Die wenigen Fotos, die gezeigt werden, stammen natürlich aus der Zeit vor oder nach der Schlacht.

      Es ist nicht meine Absicht, die vollständige taktische Geschichte der Schlacht zu beschreiben. Ich möchte einfach jeden Tag ein oder mehrere 75 Jahre alte Papierobjekte verwenden, um ein wenig von der Atmosphäre jener dramatischen Tage wieder aufleben zu lassen.

      Die Rote Armee begann die Offensive an der Oder und erreichte Berlin erst am 20./21. April 1945. Mein Schwerpunkt in diesem Thread liegt während des gesamten Zeitraums auf Berlin.

      Meine Absicht ist es, ab dem 16. April 2020 täglich eine Post mit einem oder mehreren Objekte zu versenden, die mit demselben Datum vor 75 Jahren zusammenhängen.

      Bleiben Sie gesund!

      Peter


      Die erste Erwähnung der bevorstehenden Schlacht von Berlin. Russisches Flugblatt vom 17. Februar 1945
      Dateien
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      Ich suche immer originales (1944/45) "Berliner Volkssturm" und "Schlacht um Berlin" Papier:
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    • Montag, 16. April 1945

      Die Berliner wachen nach einer kurzen Nacht auf, in der der 375. Luftalarm des Krieges sie zwang, in die Luftschutzkeller zu gehen. 200 Flugzeuge bombardierten die Hauptstadt in 3 Wellen.

      Dieser Tag würde eine neue Phase des Krieges einleiten.

      Am 15. April 1945 verkündete der Bericht des OKW:
      ".... Heeresgruppe Weichsel: Am 14.4. nur kleine Einbrüche, dabei wurden 98 Panzer von 220 Panzern abgeschossen. Am heutigen Tage hat der Gegner wider Erwarten die Angriffe noch nicht fortgesetzt ...“

      Das war nur die sprichwörtliche Stille vor dem Sturm. Am 16. April 1945 bricht die russische Berlin-Offensive los. Um 4 Uhr morgens eröffnet die Artillerie ein vernichtendes Feuer auf die deutschen Stellungen auf der Westseite der Oder.
      Seit der Ankunft der Russen an der Oder Ende Januar 1945 hatte das deutsche Oberkommando 10 Wochen lang alles Mögliche getan, um eine möglichst solide Front zur Bewältigung dieses zu erwartenden Angriffs zu bilden.
      Aufgrund von Informationen, die durch Patrouillen, Verhöre von Kriegsgefangenen und Luftaufklärung gesammelt wurden, wurde dieser Angriff erwartet, und Hitler beschloss, eine letzte persönliche Botschaft an die Truppen an der Ostfront zu senden, um seine Soldaten zu motivieren …

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      In den Wochen vor dem russischen Angriff wurden alle noch auffindbare deutschen Kräfte zusammengezogen, um die Verluste in den Frontdivisionen auszugleichen oder neue und Alarmeinheiten zu bilden. Am 15. Januar 1945 wurde eben den NSDAP-Gauen befohlen, Volkssturm Bataillone z.b.V. auf zu stellen, die an den Landesgrenzen eingesetzt werden konnten.

      Im Februar 1945 wurde der 41-jährige Berliner Volkssturmmann Kurt Dankworth im VS-Bataillon 3/609 einberufen und an die Oder geschickt. Kurt Dankworth wurde am 22. Februar durch Artillerie verwundet und in das Lazarett von Wünsdorf verlegt.

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      An diesem 16. April 1945, als in der Ferne die ohrenbetäubende russische Artillerie zu hören war, wurde er mit den Worten "Kampffähig zur Truppe" aus dem Lazarett entlassen.

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      Ist er zu seiner Einheit an der Front zurückgekehrt ... oder reiste er nach Berlin ab, wo seine Frau Lucy in der Guineastraße Nr. 35 auf ihn wartete ...?


      Der Berliner Volkssturm war seit November 1944 aktiviert. Die schnell verfügbaren Aufgebot-I Einheiten waren schon gebildet worden, aber die meisten von ihnen verfügten über keine oder nur unzureichende persönliche Bewaffnung, geschweige denn über schwere Waffen oder Ausrüstung. Das Ausbildungsniveau war oft beklagenswert und viele versuchten, die wöchentlichen Trainingsstunden an Sonntagen zu entlaufen …

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    • An diesem 16. April beschließt der 15-jährige Werner Rohrer, der mit seiner Mutter in der Gerichtstraße 12/13 wohnt , sich beim Volkssturm zu melden. Die Ortsgruppe Wedding registriert den Jungen, der 2 Tage später 16 Jahre alt wird, als „Volkssturmmann“.


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      Am Abend wurde es allen Berlinern klar, was tatsächlich geschah, vor allem nach dem Erscheinen von "Der Angriff Nachtausgabe", die den Bericht des OKW vom 16. April druckte ...

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      Peter
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    • Dienstag, 17. April 1945

      Nach einer weiteren Nacht in den Luftschutzkellern wegen der Luftalarme 376, 377 und 378 warten Berlin und seine Bewohner auf das, was unweigerlich kommen wird.

      Der Bericht des OKW

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      Die wenigen Zeitungen, die in der Stadt noch erscheinen, setzen ihre Propaganda-Rolle fort.
      Diese Zeitungen bringen Artikel, die die Deutschen im Allgemeinen und die Berliner im Besonderen motivieren sollen, das Vertrauen in den Führer aufrechtzuerhalten und die Kriegsanstrengungen weiter zu unterstützen..
      Hitlers gestriger Aufruf an die Soldaten der Ostfront erscheint heute auf den Titelseiten …

      „die Deutsche Allgemeine Zeitung“.


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    • Am Abend läuft„der Angriff Nachtausgabe“ aus den Pressen. Auch hier wird die Propagandasprache nicht gemieden.

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      Die Schlacht an der Oder kommt nicht zum Stillstand, die Sowjets bombardieren weiterhin die deutschen Stellungen und die Nachschublinien mit Artillerie- und Luftangriffe. Russische Infanterie und Panzer versuchen, die Linien von Gräben und Geschützstellungen zu durchbrechen.

      Die Berliner Familien, von denen der (Groß)Vater, Bruder oder Sohn als Volkssturmmann an der Oder eingesetzt ist, befürchten das Schlimmste...
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    • Mittwoch, 18. April 1945

      Der Bericht des OKW

      Bericht OKW 18 April - Angriff Nachtausgabe - 2-min.jpeg


      Berlin hält den Atem an, vorerst sprechen die Zeitungen nur von Erfolgen an der 80 Kilometer entfernten Ostfront…

      „die Deutsche Allgemeine Zeitung“.

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      „ der Angriff-Nachtausgabe“


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      Die Schlacht an der Oder entwickelt sich unverkennbar zu einem Höhepunkt.
      Heute gelingt es den Russen an mehreren Stellen, die deutschen Linien zu durchbrechen.
      Gegenmaßnahmen der Heeresgruppe Weichsel und der 9. Armee können vorerst den großen Durchbruch verhindern.
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    • Donnerstag 19. April 1945

      Der Bericht des OKW

      Bericht OKW - 19 April - Der Angriff Nachtausgabe - 2-min.jpeg

      Auch an diesem Tag setzen die Zeitungen ihren bombastischen Sprachgebrauch fort, in dem der aufmerksame Leser zwischen den Zeilen lesen kann, dass die Lage an der Ostfront viel weniger rosig ist, als man annehmen könnte.

      „die Deutsche Allgemeine Zeitung“

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      Und das Berliner Leben geht weiter …

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      "Der Angriff-Nachtausgabe"

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      Was der Leser in den Zeitungen nicht findet, ist die dringende Bitte der Heeresgruppe Weichsel um Verstärkung. Schließlich sind alle verfügbaren Truppen eingesetzt worden, und selbst das reicht nicht aus, um die rote Flut aufzuhalten.
      Mobile Berliner Flakkampftrupps und Volkssturmeinheiten werden der Heeresgruppe Weichsel, insbesondere der 9. Armee zugesagt. Tatsächlich verlassen heute einige Volkssturmbataillone die Stadt, um auf dem Weg zu ihren geordneten Aufstellungsorten mit den vorrückenden russischen Panzerkolonnen zu kollidieren ...

      Heute bricht die Oderfront, der russische Vormarsch nach Berlin ist nicht aufzuhalten.

      Morgen, am 20. April 1945, wird Berlin eine psychische Schockwelle erleben...


      Dieser 19. April ist auch der Vorabend von Adolf Hitlers Geburtstag.

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      Die Radioansprache Goebbels, die die Berliner am Abend hören, kann auch heute noch angehört werden.
      Folgen Sie dem Link oder kopieren Sie ihn in Ihren Browser.


      https://archive.org/details/19450419JosephGoebbelsRundfunkanspracheAmVorabendDes56.GeburtstagsAdolfHitlers29m18s
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    • Freitag 20. April 1945 – Geburtstag des Führers

      Der Bericht des OKW

      „… Zwischen den Sudeten und dem Oderbruch tobt die Schlacht gegen den russischen Massenansturm mit äußerster Erbitterung. Westlich der Lausitzer Neiße griff der Feind mit zahlreichen Schützendivisionen und acht Panzerkorps an. Im Einbruchsraum Görlitz – Bautzen – Weißwasser warfen unsere Verbände nach Westen vorgedrungene Kräfte der Russen zurück. Während heftige Angriffe beiderseits Spremberg unter hohen Verlusten für den Gegner abgewehrt wurden, konnten die Sowjets durch eine Frontlücke südlich Cottbus weiter nach Norden vorstoßen und in Calau eindringen.
      In der Schlacht vor Berlin errangen unsere tapferen Divisionen beiderseits Frankfurt einen vollen Abwehrerfolg und stellten im Gegenangriff die alte Hauptkampflinie wieder her. Bei Müncheberg und Wriezen hat sich die Lage verschärft. Trotz zäher Gegenwehr gelang es starken feindlichen Panzerkräften, aus dem Raum Müncheberg weiter nach Südwesten und Süden bin in den Raum von Tempelberg und Buchholz vorzustoßen. Gegenangriffe sind angesetzt. Bei Wriezen warfen die Sowjets neu herangeführte Verbände in den Kampf. Im Raum von Tempelbergund Prötzel wird erbittert gekämpft. Nach unvollständigen Meldungen wurden in der Schlacht vor Berlin gestern erneut 226 Panzer vernichtet….“

      „die Deutsche Allgemeine Zeitung“

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      Am 19. Februar 1945 erließ der Reichsverteidigungskommissar für den Reichsverteidigungsbezirk Berlin, Reichsminister und Gauleiter von Berlin, Dr. Joseph Goebbels, einen Befehl über das Verhalten nach Auslösungdes Signals Feindalarm…. für den Fall das feindliche Luftlandetruppen abgesetzt werden oder Feindpanzer sich überraschend nähern. Es besteht aus einem 3-Minuten langen ununterbrochenen Heulton.
      Heute um 15.00 Uhr werden die Berliner durch minutenlange Sirenengeheul erschreckt. Das Auftauchen russischer Panzer auf der äußeren Verteidigungslinie in Mahlsdorf führt zur Aktivierung des "Panzer-Alarms".

      Der Berliner Volkssturm und alle verfügbaren Truppen in Berlin wurden an diesem Tag unter dem Stichwort Clausewitz vollständig mobilisiert. Aufgebot-II Volkssturm Männer sollten sich sofort in ihren geplanten Bataillonen formieren.

      Es ist daher bemerkenswert, dass selbst an diesem Tag, als die Russen nur einen Steinwurf weit weg sind , es einigen gelingt , aus dem Volkssturm entlassen zu werden.
      Max Haberlach, ein Volkssturmmann aus der 1. Kompanie des Köpenicker VS-Bataillon 3/19, erhält dieses Dokument.

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      Haberlach kann von Glück sprechen, das Bataillon 3/19 ist im Südosten Berlins im Einsatz und wird in den nächsten Tagen schwere blutige Verluste verzeichnen.


      Ab morgen, dem 21. April, wird der Kampf um die Hauptstadt richtig losgehen.
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    • Samstag 21. April 1945

      In der Nacht vom 20. auf den 21. April wurde der letzte Luftangriff auf Berlin von den Westalliierten durchgeführt: 65 britische Moskitos warfen 75 Tonnen Sprengstoff über der Stadt ab.

      Der Bericht des OKW

      “… Im Raum östlich Berlin, wird in der Linie Fürstenwalde–Strausberg–Bernau erbittert gekämpft. Angriffe gegen diese Orte brachen verlustreich für den Feind zusammen. …“

      Morgen Meldung Verteidigungsbereich Berlin

      „… ruhiger Verlauf der Nacht. Auf dem Ostteil des Verteidigungsbereich Berlin leichtes Artillerie Störungsfeuer. Feind erreichte südlich Bernau Reichsstraße 2 und fühlte gegen Zepernick vor. Mit Stützpunkt Werneuchen keine Verbindung. Erkannte Panzeransammlungen: Bei Blumberg –Elisenau 10 Panzer, westlich Löhme (4 Km westlich Werneuchen) 50 Panzer.
      Auf nordöstlicher Vorstädte seit 6.10 Uhr erstmalig Feuer schwerer Feindartillerie. 3 Feindpanzer handstreichartig mit eigener Schadpanzer Kolonne in Mahlsdorf eingedrungen. 2 abgeschossen einer entkommen. Eigener Gegenangriff auf Bernau noch nicht wirksam geworden. …“

      Schlagzeilen und Artikel aus der DAZ

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      Tagesmeldung Verteidigungsbereich Berlin

      „… Im Osten wurde Erkner nach hartnäckiger Verteidigung vom Feind genommen. Feindspitze Ostrand Müggelsee, nördlich Straße Müncheberg – Berlin erfolgte nach Bereitstellung bei Alt-Landsberg, Blumberg und südlich Bernau Feindangriff mit starker Panzer- und Luftwaffenunterstützung. Die Volkssturm Bataillone, die in die äußere Sperrlinie vorgeworfen waren, sind mit schwachen Restteilen in die Sicherheitsbesatzung der HKL aufgenommen. Am Spätnachmittag erfolgten geschlossenen Feindangriffe auf die HKL der Abschnitte A und B. Störungsfeuer schwerer Artillerie und Schlachtfliegereinsatz hinderten eigene Bewegung und Rückführung der Zivilbevölkerung. Feind mit Panzerkeilen stieß in die nördliche Sperrzone bis über Reichsstraße 109 vor. 48 Panzerabschüsse…“



      Im "Grundsätzlichen Befehl für die Vorbereitungen zur Verteidigung der Reichshauptstadt vom 9. März 1945" wurde die Reichshauptstadt, „Verteidigungsbereich Berlin“, in 9 taktische Sektoren aufgeteilt. Diese Kampfabschnitten sind mit einem Buchstaben gekennzeichnet. „A – H“ sind die Sektoren, die den gesamten Berliner Stadtrand abdecken, und "Z" ist die zentrale Zone um das Regierungsviertel. Jeder Kampfabschnitt steht unter dem Kommando eines Abschnittskommandanten, der wiederum dem Kommandanten Verteidigungsbereich Berlin unterstellt ist.

      Im Osten Berlins starten die Russen in den Kampfabschnitten "A" und "B" den ersten Großangriff auf die Stadt selbst, im Abschnitt "B" rücken sie über Friedrichshagen in Richtung Köpenick vor. Sie werden nur 4 km westlich von Köpenick angehalten.

      In Abschnitt "B" wird Arthur Hallmann Zeuge der Ereignisse. Der 51-jährige Architekt lebt mit seiner Familie in Mügelheim. Am 1. März 1945 wurde er Zugführer in der Kompanie Meiyer, der 3. Kompanie des Köpenicker Volkssturms Bataillon 3/919.

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      Nördlich von Hallmann sieht der Volkssturmmann Ernst Schley von der Kompanie "Radecke" des Lichtenberger Volkssturmbataillons 3/917 (erst war er beim Volkssturm Bataillon 3/909) wie diesen russischen Angriff unweit seiner Wohnung gestoppt wird.

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      Rundfunk Bericht
      http://www.rias1.de/sound4/timeline_nachrichten/1945_deutsche_propagandasender/1945-04-21-dld-teltow_lichterfelde


      auch Goebbels gibt erneut eine Radioansprache
      https://archive.org/details/19450421JosephGoebbelsLetzteRedeAufrufAnDieBerlinerBevoelkerungZumKampf2m43s
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    • Sonntag 22. April 1945

      Der Bericht des OKW

      „…Südlich Cottbus ziehen die Bolschewisten weitere Kräfte zur Nahrung ihrer Angriffe gegen den Raum südlich Berlin nach und erreichen mit ihren Angriffsspitzen die Linie Treuenbrietzen – Zossen – südlich Königswusterhausen. In Cottbus und Fürstenwalde sind Straßenkämpfe im Gange.
      Östlich und nördlich Berlin schob sich der Feind in schweren Kämpfen bis an die äußere Verteidigungszone der Reichshauptstadt heran. In der Linie Lichtenberg – Niederschönhausen – Frohnau wird erbittert gekämpft…“

      Tagesmeldung Heeresgruppe Weichsel

      „ … Gegen den Verteidigungsbereich Berlin drang der Feind am heutigen Tage weiter gegen den inneren Verteidigungsring im Osten, Nordosten, Norden und Süden der Reichshauptstadt vor.
      Von Osten konnte der Feind nach harten Häuser- und Straßenkämpfen in Köpenick eindringen. Im Gegenangriff wurde der Bahnhof wieder genommen. Von Nordosten sind feindliche Panzerspitzen in Friedrichsfelde eingebrochen. Von Weißensee nach Süden und Südwesten angreifender Feind hat nordwestlich Lichtenberg einen Einbruch in den inneren Verteidigungsring Berlins erzwungen.
      Feind steht mit Spitzen nördlich Spandau in Hennigsdorf, Hohen Neuendorf und Birkenwerder und greift weiter nach Süden und Südwesten an, vermutlich mit der Absicht, die Reichshauptstadt von Westen her abzuschließen….“


      Heute erscheint zum ersten Mal „Der Panzerbär“, Kampfblatt für die Verteidiger Gross-Berlins.


      An diesem Tag beschließt Hitler endgültig in Berlin zu bleiben. Diese Nachricht löst große Beunruhigung bei vielen hochrangigen Beamten aus, die sich heute noch in Berlin aufhalten und hoffen, im Gefolge Hitlers die dem Untergang geweihte Stadt bald verlassen zu können, bevor es zu spät ist.
      Bis zu diesem Tag war es die Absicht, dass Hitler Berlin verlassen würde, um die Schlacht vom Süden Deutschlands aus fortzusetzen. Um seine Ankunft in Süddeutschland vorzubereiten, sind bereits einige prominente Persönlichkeiten und Mitarbeiter aus der Stadt geflogen, dabei auch sechs der 8 offiziellen Stenographen.

      Gestern, vor Sonnenaufgang, flogen diese Stenographen nach München. An Bord befanden sich auch viele Tausende von Dokumenten, die täglichen Lagebesprechungen, die von ihnen notiert wurden. Im Berchtesgadener Gebiet wurden sie schließlich einige Tage vor der Ankunft der Amerikaner verbrannt.
      Heute reisen die letzten beiden Stenographen mit den Lagebesprechungen vom 21. und 22. April aus Berlin ab.

      Ironischerweise arbeiten dieselben 8 Stenographen nächsten Monat fleißig für die Amerikaner, um die (nur) 50 nicht vollständig verbrannten Fragmente zu rekonstruieren, die in dem Ascheberg gefunden wurden.

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      Hier die Stenographen Herrgesell und Buchholz in Berchtesgaden im Mai/Juni 1945. Herrgesell (links auf dem Bild) ist einer der letzten beiden Stenographen, die an diesem 22. April das brennende Berlin verlassen. Das oben gezeigte Dokument ist ein von diesen 2 Herren rekonstruiertes Lagebesprechungsfragment.

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      Während des Zweiten Weltkriegs war die Schweiz eine neutrale Nation. In Deutschland lebten und arbeiteten in 1945 mehrere Tausend Schweizer. Unter diesen Schweizern nahmen die Unruhen ab 1944 im Verhältnis zum Vorrücken der Roten Armee nach Deutschland zu. Sie fürchteten, von den Russen als Deutsche angesehen zu werden, mit allen möglichen schlimmen Folgen…

      In dem Versuch, eine Lösung anzubieten, stellte die Schweizerische Botschaft den Schweizer Untertanen in Deutschland ab 1944 sogenannte Schutzbriefe zur Verfügung.

      So stoßen die heute vorrückenden russischen Truppen in Berlin hier und da auf Häuser wo dieses Dokument plakatiert ist.
      Ob diese Schutzbriefe für die oft ungebildeten russischen Soldaten viel bedeuten … .

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    • Montag 23. April 1945

      Erklärung des Gauleiters und Reichsverteidigungskommissars Dr. Goebbels

      „… Der Führer hat den Befehl über alle zur Verteidigung Berlins angetretenen Kräfte übernommen. Der Führer weilt in der Reichshauptstadt. Diese Tatsache gibt dem Ringen um Berlin das Gepräge eines Kampfes von europäischer Bedeutung. Alle Verteidiger der Reichshauptstadt sind jetzt nur noch von dem Willen beseelt, den bolschewistischen Todfeind, wo er immer auftaucht, vernichtend zu schlagen.
      In die Verteidigungsfront hat sich neben Wehrmacht und Volkssturm die Zivilbevölkerung eingereiht. Männer, Frauen und Jugend geben der kämpfenden Front Hilfe und Unterstützung, wo sie nur können. In den bedrohten Bezirken der Reichshauptstadt hat die Partei eine neue Feuerprobe bestanden. Amtsträger und Parteigenossen haben mit Panzerfaust, Maschinenpistolen und Karabinern an Straßenkreuzungen Aufstellung genommen, um den Feind bei seinem Erscheinen sofort zu bekämpfen. Weder schwere Verluste noch stärkster Materialeinsatz der Bolschewisten haben die Männer der Partei zu erschüttern vermocht. Zusammen mit den Kameraden der Wehrmacht und des Volkssturms haben sie sich in schwierigster Lage gewappnet gezeigt…“

      Tagesmeldung Heeresgruppe Weichsel (Artillerie und Propaganda Anlagen)

      „… Eine im Raum Schloßplatz Pankow erkennte Feindbatterie wurde im beobachteten Feuer niedergekämpft. Aufklärungen weiterer feindlicher Artillerie erfolgte nicht. Feindansammlungen in der Landsberger Allee und Frankfurter Allee und an den Bahnhöfen gleichen Namens mit sehr guter Wirkung in zusammengefassten Feuerschlägen beobachtet bekämpft. Regimentstarke Bereitstellung in Reinickendorf an der Reinickenbrücke wurde zerschlagen.
      Übersetzversuche über die Spree bei Köpenick durch Artilleriefeuer vereitelt.

      Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ist zur Festung eingerichtet. Die Gefolgschaft ist in ein Volkssturm Bataillon zusammengefasst. Bataillons Führer ist Staatssekretär Dr. Naumann. Auch die weiblichen Gefolgsschaftsmitglieder sind mit der Panzerfaust ausgebildet. Tagsüber Dienst im Bunker des Ministeriums, nachts Bereitschafts- und Volkssturmdienst zur Verteidigung.

      Es ist den Sowjets gelungen in weite Bezirke im Norden und Osten der Reichshauptstadt einzudringen und in das Stadtinnere vorzudringen. Dies verdanken die Bolschewisten vor allem der Tatsache, dass sie Truppen in deutschen uniformen der Seydlitz-Bewegung verwenden.

      In der nördlichen Teilen der Reichshauptstadt sind erbitterte Kämpfe mit den Bolschewisten im Gange. Besonders umkämpft sind die Stadtteile Friedrichshain, die Gegend um den Gesundbrunnen und am Schlesischen Bahnhof.

      Die auf Befehl des Führers zum Kampf gegen den Bolschewismus von der West-Front abgerufene Elbe-Armee löste sich ohne Behinderung durch die Amerikaner aus ihren bisherigen Stellungen. Die von der Elbe her angreifende Armee hat Treuenbrietzen zurückgenommen und Beelitz erreicht. Die Sowjets, die auf Lichterfelde und Lankwitz drückten, haben unter dem Eindruck dieser Operationen ihre vorgeprellten Spitzen ohne Gefechtsberührung zurückgenommen….“

      Der Bericht des OKW

      „ … Die Schlacht um die Reichshauptstadt ist in voller Heftigkeit entbrannt. Südlich der Stadt fingen unsere Truppen starke Panzerkräfte der Bolschewisten an der Linie Beelitz – Trebbin – Teltow – Dahlewitz auf. Der verlorengegangene Bahnhof Köpenick wurde im Gegenstoß wieder genommen. Ein Feindeinbruch entlang der Prenzlauer Allee wurde abgeriegelt. Nördlich der Stadt drangen sowjetische Angriffsspitzen bis zur Havel vor, die sie vergeblich zu überschreiten suchten...“

      Abgesehen von den kleinen Erfolgen, die in dem Bericht des OKW erwähnt werden, ist für das deutsche Oberkommando klar, was kommen wird: die unwiderrufliche Einschließung und Untergang Berlins. Um dieser großen Bedrohung zu begegnen, wird Hitler eine mögliche Lösung präsentiert .Die 12. Armee von General der Panzertruppe Wenck, die gegenüber den amerikanischen Truppen an der Elbe liegt, wird befohlen, umzudrehen und nach Berlin vor zu stoßen, um sich der 9. Armee anzuschließen, um die bedrohliche Umzingelung Berlins zu durchbrechen und dann die russischen Einheiten im Südwesten der Stadt zu vernichten.

      General der Panzertruppe Walther Wenck (°1900)

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      Dies soll in Synergie mit einem Angriff der Truppen des SS-Obergruppenführers Steiner von Oraniënburg aus in Richtung Süden geschehen.





      In Berlin enthebt Hitler den Kommandeur des Verteidigungsbereichs Berlin, den 53-jährigen Generalleutnant Hellmuth Reymann, seines Kommandos. Oberst Kaether übernimmt das Kommando. Einige Quellen zitieren dafür den 22. April, Reymann selbst behauptet, es sei am 23. April geschehen.

      Reymann fährt anschließend nach Potsdam um dort die Heeresgruppe Spree zu befehligen...


      Generalleutnant Hellmuth Reymann

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      Die Kämpfe im Osten und Nordosten Berlins verschärfen sich. Praktisch überall werden die Verteidiger zurückgedrängt oder aufgerieben.Ein unbekannter Luftwaffe Soldat schreibt auf die Rückseiten einiger Bilder "Berlin, 23. April, der Tag meiner Kriegsgefangenschaft".


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      Die Berliner Tagespresse stellte unter dem Zwang der Umstände ihre Aktivitäten ein. Die Bevölkerung wird durch Flugblätter, aber auch durch die Radioberichten des Propagandaministeriums weiter informiert.

      http://www.rias1.de/sound4/timeline_nachrichten/1945/1945-04-xx-tagesfrontbericht-mariendorf,weissensee_







      Ich suche immer originales (1944/45) "Berliner Volkssturm" und "Schlacht um Berlin" Papier:
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    • Dienstag 24. April 1945

      Der Bericht des OKW

      “… In der Schlacht um die Reichshauptstadt stießen die Bolschewisten trotz erbitterten Widerstandes unserer Truppen und Volkssturmeinheiten bis in die Räume südöstlich Brandenburg, südlich Potsdam, nördlich Königswusterhausen und in die Randgebiete der östlichen und westlichen Stadteile vor …“

      Tagesmeldung der Heeresgruppe Weichsel – Anlage des Stabsoffiziers für Artillerie

      „ … An der gesamten Berliner Abwehrfront starker Feinddruck. In einzelnen hat Feind folgende Linie erreicht:
      • Abschnitt A: Friedrichshain, Alte Landsberger Allee.
      • Abschnitt B: Frankfurter Allee bis zur Petersburger Strasse, Küstriner Platz, Schlesischer Bahnhof
      • Abschnitt C: Treptower Park, Landwehr-Kanal, Wiener Brücke
      • Abschnitt D: Übersetzversuch an der Wiener Brücke in Lankwitz abgewiesen, Siemensstrasse und Sundgauer Strasse
      • Abschnitt E: Südlich Kl. Machnow ohne Veränderung, Schönwalde.
      • Abschnitt F: Jungfernheide, Hohenzollern-Kanal.
      • Abschnitt G: An der See-Strasse, Oskar- Platz, Pankow
      • Abschnitt H: Lage unklar
      Feindliche Artillerietätigkeit im ganzen Abschnitt sehr stark. …“



      Gestern erhielt die 12.Armee den Befehl, die Stellungen an der Elbe zu verlassen und nach Osten zu marschieren, um die Russen anzugreifen.
      Für die Moral der Truppen von General Wenck wird ein Flugblatt gedruckt, das heute nicht nur unter den Truppen, sondern auch unter der Bevölkerung Berlins verteilt wird.

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      Bis zum 29./30. April 1945 bietet die "Armee Wenck" den Verteidigern der Hauptstadt enorme Hoffnung auf Rettung und verstärkt ihren Widerstand.


      Schon ab März 1945, durch die immer heftigeren Bombardierungen dazu gezwungen, beherbergt der Luftschütz-Bunker unter der Präsidialkanzlei (dem östlichen Teil der Reichskanzlei) einen Teil der Verwaltungsdienste der Reichskanzlei.

      Präsidialkanzlei.jpeg



      NSKK-Brigadeführer Albrecht, verantwortlich für den Innendienst, schreibt heute in diesem „Adjutanten-Bunker“ den folgenden Befehl für das Sicherheitspersonal.

      „… Aufgrund der Präsenz der Russen in den Außenbezirken Berlins besteht ein großes Risiko, dass Spione und Seydtlitz-Agenten versuchen können, in die Reichskanzlei einzudringen. Eine Verschärfung der Zugangskontrollen ist notwendig…“

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      An diesem Tag wird auch General der Artillerie Helmut Weidling zum Kampfkommandanten des Verteidigungsbereichs Berlin ernannt.


      Werner Rohrer, der Junge, der sich am 16. April als Volkssturmmann meldete, fällt an diesem 24. April 1945, 6 Tage nach seinem 16. Geburtstag …
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    • Mittwoch 25. April 1945

      Der Bericht des OKW

      “… In der Schlacht um Berlin wird um jeden Fußbreit Bodens gerungen. Im Süden drangen die Sowjets bis in die Linie Neubabelsberg-Zehlendorf-Neukölln vor. Im östlichen und nördlichen Stadtgebiet dauern die heftige Straßenkämpfe an…“


      An diesem Tag ist Berlin definitiv vollständig von den Russen umzingelt.

      Weidling befehlt seinen untergeordneten Einheiten: die 9. Fallschirmjäger-Division, die 18. PzGren-Division, die 20. PzGren-Division, die 11. SS-PzGren-Div Nordland und die PzDiv Müncheberg, die Rundumverteidigung zu übernehmen. Als Weidlings Truppen das Kommando übernehmen wollen, kommt es im Sektor „A“, in dem Oberstleutnant Erich Bärenfänger (°1915) das Kommando hat, zu einem Konflikt mit Generalmajor Mummert der PzDiv Müncheberg der diesen Abschnitt übernehmen soll.

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      Nach einer Intervention Goebbels' wird Bärenfänger heute befördert zum Generalmajor, wobei er den Rang eines Oberst überspringt und so Befehlshaber in seinem Abschnitt bleibt und auch noch den Abschnitt „B“ dazubekommt. Generalmajor Mummert übernimmt Abschnitt „D“.


      Nach wie vor nutzen die Russen Flugblätter, um ihre Gegner dazu zu bewegen, die Waffen niederzulegen.

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      Beide Parteien sind am fünften Tag der Kämpfe in der Stadt völlig erschöpft. Im Gegensatz zu den Deutschen können die Russen jedoch ihre Fronteinheiten durch neue Truppen ablösen lassen. Die abgelösten Truppen haben dann die Möglichkeit, sich in der relativ sicheren hinteren Zone auszuruhen. Viele nutzen die Gelegenheit, Briefe an die Heimatfront zu schreiben. Diese Briefe zeugen vom Stolz dieser Soldaten, dass sie in Berlin sind.

      Nikolay Petrovich BESPALOV (°1911, wohnhaft in ODESSA) ist Feldwebel und Gruppenführer im Schützenregiment 1042 der 295 Infanterie Division.
      Höchstwahrscheinlich schreibt Sgt BESPALOV diese Postkarte am Abend des 24. April oder heute in RUMMELSBURG

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      „… Lieber Freund! Ich habe alle deine Briefe erhalten und bin sehr froh damit und ich danke dir. Die einzigen Briefe, die ich erhalten habe, sind deine. Ich gratuliere Ihnen und Ihren Verwandten mit dem 1. Mai - Tag. Ich schreibe diese Postkarte in einem Keller in Berlin, also haben wir sie genommen, Sie können uns gratulieren. Außerdem wurde ich mit dem "Red Star Order" ausgezeichnet. Genug, ich werde später mehr schreiben. Ich umarme jeden und schüttele die Hände und wünsche dir alles Gute mit deinen Prüfungen. - Nikolay. …“


      Dr. Goebbels hält noch eine weitere Radioansprache.

      https://archive.org/details/19450425DeutscherRundfunkJosephGoebbelsDamitIstBerlinZurFrontstadtGeworden53s
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    • Donnerstag 26. April 1945


      Der Bericht des OKW

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      Einer der Protagonisten bei der Verteidigung Berlins ist die Turm-flak Abteilung 123. Die drei Flaktürme „Friedrichshain“, „Humboldthain“ und „Zoo“ haben als Hauptbewaffnung je 4 X 12,8 Cm Flakzwillinge 40 Geschütze. Horizontal gedreht, bekämpfen sie russische Bodentruppen. Weitere Bewaffnung besteht aus 3,7-cm-Flakkanonen und Flak 20 mm-Kanonen.
      Jeder der 3 Flaktürme wird von seinem Leit-Turm kontrolliert. Dieser Turm befindet sich einige hundert Meter vom eigentlichen Flakturm entfernt. Jeder Leit-Turm ist mit Geschützen kleineren Kalibers bewaffnet.

      Im Flakturm von Friedrichshain liegt die 1. Kompanie die bereits ab 21. April auf Bodenziele feuert.
      Vorgestern wurde der Flakturm zum ersten Mal von der russischen Infanterie angegriffen.
      Einer der Soldaten in diesem Turm ist der fast 17-jährige Kanonier Gerhard Friedrich.

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      Als geborener Berliner wohnt er mit seiner Mutter in der Mariannenstraße Nr. 20, nur wenige Kilometer vom Flakturm entfernt. Heute sind er und seine Freunde bereits eine Woche lang in dem riesigen Bunkergebäude eingesperrt. Vom Turm aus haben sie einen hervorragenden Blick über die brennende Stadt

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      Friedrich ist im Januar 1945 an der Flak 43 Zwilling, einer 3,7-cm-Schnellfeuerwaffe, ausgebildet. Während die rote Flut rund um den Turm weiter in Richtung Zentrum Berlins vorrückt, beteiligt sich der Flakturm weiterhin ungestört an den Kämpfen und dies, während viele hundert Zivilisten in den unteren Bereichen Zuflucht gesucht haben.


      In den bereits besetzten Bezirken Berlins installieren die Russen so schnell wie möglich eine neue Sozialstruktur, die für die Ausführung der Befehle des russischen Stadtkommandanten zuständig ist, insbesondere im Bereich der Neuordnung der lebensnotwendigen Versorgung.
      Noch während die Schlacht in der Innenstadt tobt, wird dieses Flugblatt in den besetzten Vierteln verteilt.

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      Auch auf deutscher Seite leistet die Propaganda weiterhin ihre Arbeit. Artikel aus dem Panzerbär:

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    • Freitag 27. April 1945

      Der Bericht des OKW

      „… Im Mittelpunkt der Kämpfe stand auch gestern die Schlacht im Raum Berlin. Schulter an Schulter mit allen waffenfähigen Männern führten unsere Truppen einen heldischen Kampf gegen den bolschewistischen Massenansturm, verteidigten jedes Haus und warfen den feind durch Gegenangriffe aus dem inneren Verteidigungsring der Stadt wieder zurück …“

      Fernschreiben Keitels an Heeresgruppe Weichsel

      „… Die Schlacht um Berlin hat ihren Höhepunkt erreicht. Nur wenn es rasch gelingt, 9. Und 12. Armee zu vereinigen und sofort nach Norden vorzustürmen, und wenn das verstärkte Korps Steiner auf Tegel vorstürmt, kann die Schlacht um Berlin noch gerettet werden.
      Der Führer in Berlin erwartet, das die Armeen ihre Pflicht tun.
      Die Geschichte und das deutsche Volk werden jeden verachten, der in dieser Lage nicht das letzte einsetzt, um die Lage und den Führer zu retten…“


      Der Panzerbär, der heute verteilt wird, tut alles, um die Bevölkerung und die Kämpfer mit Artikeln über heroische Aktionen und andererseits mit Artikeln, die Angst vor den Russen schüren, für den Kampf zu motivieren.

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      Die beschriebenen heroischen Handlungen ignorieren die mit ihnen verbundenen Opfer. Was nicht im Panzerbär steht, ist z.B. das Schicksal von HJ Erwin Daniel.
      Der 17-jährige HJ Erwin Daniel, aus der Region München, ist ein Mitglied der Panzernahkampfbrigade HJ.
      In der 2. Aprilhälfte 1945 wird diese Brigade im hinteren Bereich der 9. Armee an der Oder eingesetzt mit der Aufgabe, eventuell durchgebrochene Panzer anzugreifen.
      Wegen der russischen Offensive vom 16. April wird die Brigade nach Westen, Richtung Berlin, gedrängt. Ein Teil der Brigade landet in Berlin und wird von den verschiedenen HJ-Bataillonen in Charlottenburg-Spandau aufgenommen.

      An diesem 27. April dringt eine russische Panzerkolonne aus dem Norden in die Heerstraße ein. Die Hitlerjungen, darunter Erwin Daniel, werden erfolgreich gegen diese Bedrohung eingesetzt ... aber zu welchem Preis?

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    • Solange die Kämpfe andauern, werfen die Russen immer wieder Flugblätter über die Berliner Verteidiger.
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    • Samstag 28. April 1945

      Der Bericht des OKW

      “… In dem heroischen Kampf der Stadt Berlin kommt noch einmal vor aller Welt der Schicksalskampf des Deutschen Volkes gegen den Bolschewismus zum Ausdruck. Während in einem in der neuen Geschichte einmaligen, grandiosen Ringen die Hauptstadt verteidigt wird, haben unsere Truppen an der Elbe den Amerikanern den Rücken gekehrt, um von außen her im Angriff die Verteidiger von Berlin zu entlasten.
      In den inneren Verteidigungsring ist der Feind von Norden her in Charlottenburg und von Süden her über das Tempelhofer Feld eingebrochen. Am Halleschen Tor, am Schlesischen Bahnhof und am Alexanderplatz hat der Kampf um den Stadtkern begonnen. Die Ost-West Achse liegt unter schweren Feuer. Fliegende Verbände unterstützten die Kämpfe unter aufopferndem Einsatz der Besatzungen. Trotz stärkster Jagd- und Flakabwehr wurden bei Tag und Nacht Eingreifreserven gelandet und Munition abgeworfen. …“

      Aus der Lageorientierung der 12. Armee

      „… In Berlin setzte der Feind seine konzentrischen Angriffe planmäßig fort, nördlich der Heerstraße ging Charlottenburg verloren, Kämpfe am Halleschen Tor und Belle-Alliance- Platz…“


      Diese Art von Meldungen erscheint nicht nur in der Panzerbär, man verbreitet sie auch unter den Truppen und der Bevölkerung mit schnell vervielfachten "Kurznachrichten". Heute wird dieses Exemplar verteilt.

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      Natürlich bleiben auch die Russen in diesem Papier-Krieg aktiv, wie dieses Flugblatt zeigt.

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      Radiobeitrag des Journalisten und Radiokommentators Hans Fritsche, einer der wichtigsten Mitarbeiter des Ministeriums für Propaganda und Volksaufklärung.

      http://www.rias1.de/sound4/timeline_nachrichten/1945/1945-04-28-berlin-hans_fritzsche_im_keller_des_funkhauses
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    • Sonntag 29. April 1945

      Der Bericht des OKW

      “… Tag und Nacht tobte der fanatische Häuserkampf um den Stadtkern von Berlin. Die tapfere Besatzung verteidigte sich in schweren Ringen gegen die unaufhörlich angreifenden bolschewistischen Massen. Trotzdem konnte ein weiteres Vordringen des Feindes in einzelnen Stadtteilen nicht verhindert werden. Längs der Potsdamer Straße und am Belle-Alliance-Platz sind heftige Straßenkämpfe im Gange. Von Plötzensee aus zwängte sich der Gegner bis zur Spree durch.
      Südlich Berlin führten die Sowjets neue Verbände gegen unsere im Angriff befindlichen Divisionen heran, mit denen wechselvolle Kämpfe im Gange sind. Beelitz wurde genommen und östlich Werder die Verbindung mit den Verteidigungsbereich von Potsdam hergestellt…“


      Heute ist der letzte Tag, an dem die Armee Wenck noch eine bedeutende Rolle für die Verteidiger der Reichshauptstadt spielt.

      Der Kampf um die Hauptstadt wird natürlich in den unbesetzten Gebieten des Reiches genau verfolgt. Die geschriebene Presse ist völlig abhängig von den Berichten, die über NSDAP-Kanäle Berlin verlassen.

      Wie zum Beispiel die Oldenburgische Staatszeitung zeigt, herrscht nach wie vor der Propaganda.
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    • Montag 30. April 1945

      Der Bericht des OKW

      “… Das heroische Ringen um das Zentrum der Reichshauptstadt hält mit unverminderter Heftigkeit an. In Erbitterten Häuser- und Straßenkämpfen halten Truppen aller Wehrmachtteile, Hitler-Jugend und Volkssturm den Stadtkern, leuchtendes Sinnbild deutschen Heldentums. Am Anhalter Bahnhof, entlang der Potsdamer Straße und in Schöneberg eingebrochener Feind wurde von den tapferen Verteidigern zum stehen gebracht.
      Fliegende Verbände warfen unter aufopferungsvollem Einsatz den Besatzungen erneut Munition über der Reichshauptstadt ab.
      Südlich der Stadt stehen unsere zum Entsatz herangeführten Verbände im Kampf mit starken bolschewistischen Verbänden, die unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen wurden …“


      Durch das Scheitern der 12. Armee ist Berlin endgültig auf sich allein gestellt. Der Sturz der Hauptstadt, egal wie heftig der Kampf noch sein mag, ist unvermeidlich. Die Verteidiger von Potsdam und Teile des 9. Armee können sich der 12. Armee anschließen. In den nächsten Tagen kämpfen sich diese Einheiten zurück an die Elbe, und ergeben sich dort den Amerikanern.
      Durch den ständigen Strom katastrophaler Meldungen ist die Stimmung in den Bunkern unter der Reichskanzlei unter Null gesunken. Alle Hoffnung ist verloren.

      Die Reichskanzlei liegt in der Mitte des Regierungsviertels. Die Keller sind seit Tagen mit Zivilisten, Soldaten und Verwundeten gefüllt. Das improvisierte Notkrankenhaus ist überlastet.

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      Der zentrale Sektor, Kampfabschnitt "Z", wird von Brigadeführer und Generalmajor der Waffen- SS Wilhelm Mohnke aus den Kellern der Reichskanzlei geführt. Er kommandiert einen Mischmasch aus SS, Volkssturm und sogar ein Marinekommando.

      Brigadeführer und general Major der W-SS Mohnke.jpg



      Unterhalb der Präsidialkanzlei liegt der Adjutantenbunker, dieser Teil der Reichskanzlei ist von den übrigen Kellerräumen getrennt. SS-Wachen des Begleitkommandos und Agenten des Reichssicherheitsdienstes sind für die Kontrolle und den Zugang zu diesem Teil des Kellerkomplexes zuständig, denn von hier aus gibt es einen Zugang zum Führerbunker…

      Wie an jedem anderen Tag führt SS - Hauptsturmführer und Kriminalkommissar Johan Bergmüller, Stellvertreter von SS-Obersturmbannführer Peter Högl, seine Runden, um die Wachposten des Reichssicherheitsdienstes zu überprüfen.

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      So kommt er auch in den Führerbunker, wo das Team von Kriminalsekretär Johann Hofbeck installiert ist. Hofbeck besetzt mit seinen 9 RSD-Agenten zwei kleine Räume im Führerbunker. Diese Gruppe ist für die Sicherheit der Eingänge dieses unterirdischen Komplexes verantwortlich.

      Sie bewachen rund um die Uhr den Notausgang des Führerbunkers, der in den Garten der Reichskanzlei führt. Es sind immer mindestens zwei Männer auf Posten, einer im Ausgang selbst und einer im runden Lüftungsturm. Die anderen sind auf Patrouille oder ruhen sich aus.

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      An diesem Tag, kurz nach ihrer Heirat, begehen Adolf Hitler und Eva Braun Selbstmord.

      Heute Nachmittag wird ein Teil des Hofbeck-Teams (Hofbeck selbst und die Kriminalassistenten Karnau und Mannsfeld) Zeuge der Verbrennung der Leichen von AH und EB.


      Draußen nähert sich der Lärm von Explosionen und Maschinengewehrsalven immer mehr dem Regierungsviertel...
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    • Dienstag 1. Mai 1945

      Der Bericht des OKW

      „…Im Stadtkern von Berlin verteidigte sich die tapfere Besatzung, um unseren Führer geschart, auf engstem Raum gegen die bolschewistische Übermacht. Unter schwerstem feindlichen Artilleriefeuer und rollenden Luftangriffen dauert das heroische Ringen an…“


      General der Artillerie Weidling, Kampfkommandant des Verteidigungsbereich Berlin beschreibt die Situation:

      “ … In der zweiten hälfte des 1. Mai hatte sich die Lage außerordentlich verschärft. Die Verteidiger von Berlin waren auf einen sehr kleinen Raum zusammengedrängt worden. In Händen der Russen waren: der Bahnhof Zoologischer Garten, die Ost-West-Achse bis zum Brandenburger Tor, die Weidendammbrücke, der Spittelmarkt, die Leipziger Straße, der Potsdamer Platz, die Potsdamer Brücke und die Bendlerbrücke? Die 18. Panz.Gren.Div., deren Hauptkräfte noch in Wilmersdorf standen, und einige Verbände südlich des Reichssportfeldes waren in den schweren Kämpfen zerschlagen worden. An einen erfolgreichen Durchbruch war nicht mehr zu denken. Bedauerlicherweise meldeten sich die Funkstellen der einzelnen Abschnitte nicht mehr. Es bestand allein nur noch Fernsprechverbindung mit einem der Bunker der Flakartillerie am Zoologischen Garten, vor dem bereits 10-15 russische Panzer standen …”


      An diesem Tag begehen Goebbels und seine Frau Selbstmord.


      Nach reiflicher Überlegung fasst Weidling gegen 21 Uhr den Entschluss morgen, dem 2. Mai, die Schlacht zu beenden. Er gibt den Verteidigern die Freiheit, zu versuchen, aus Berlin zu fliehen, bevor die Kapitulation in Kraft tritt.
      In einem Funkspruch an die Russen bittet er darum, die Kapitulationsverhandlungen am 2. Mai um 12.50 Uhr aufzunehmen.


      An diesem letzten vollen Kampftag in der Reichshauptstadt, in der Behrenstraße, wird der Volkssturmmann Josef Vombach von der 1. Kompanie des Volkssturmbataillons 3/550 durch ein Splitter an der rechten Körperseite schwer verletzt. Seine Verletzung ist so groß, dass er nicht transportiert werden kann.

      Vombach - Verwundeten Zettel.jpg


      Daher kann er an keinem der verschiedenen Ausbruchsversuche in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 1945 teilnehmen.
      An den Ausbruchsversuchen sind beteiligt u.a:

      Generalmajor Erich Bärenfänger, Abschnittkommandant von „A“ und „B“. Zusammen mit seiner Frau und seinem Schwager befindet er sich in einer Kolonne, die einen Ausbruch nach Norden versucht. Dieser Versuch scheitert.
      Am Ende begehen er, seine Frau und sein Schwager Selbstmord.
      Da seine Leiche nie gefunden wurde, wird er in den folgenden Jahren beim Roten Kreuz als vermisst gemeldet.

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      Brigadeführer und Generalmajor der W-SS Wilhelm Mohnke, Abschnittskommandant des zentralen Sektors "Z", leitet einen Ausbruchsversuch einer Gruppe, der mehrere prominente Persönlichkeiten und Mitarbeiter der Reichskanzlei angehören. Auch dieser Fluchtversuch geht schief.
      Wilhelm Mohnke wird von den Russen gefangen genommen und nach Russland gebracht, wo er bis Oktober 1955 inhaftiert bleibt. Einen Großteil dieser Zeit verbringt er in Einselhaft

      Am 8. Januar 1956, wenige Monate nach seiner Entlassung, schreibt er diesen Brief.

      Brief Mohnke 1956.jpg




      Heute ist die folgende Radioansprache von Großadmiral Dönitz zu hören

      http://www.rias1.de/sound4/timeline_nachrichten/1945/19450501_grossdeutscher_rundfunk_karl_doenitz_rede_an_deutsches_volk

      Diese Rede wird auch über dieses Flugblatt verbreitet.

      „ … Der Führer ist in der Reichskanzlei gefallen …“ , das symbolische Ende der Schlacht um Berlin.


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      Morgen wird dieser ungleiche Kampf endlich zu einem Ende kommen...
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    • Mittwoch 2. Mai 1945 (und Donnerstag 3. Mai)

      Der Bericht des OKW

      “… An der Spitze der heldenmütigen Verteidiger der Reichshauptstadt ist der Führer gefallen. Von dem Willen beseelt, sein Volk und Europa vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu erretten, hat er sein Leben geopfert. Dieses Vorbild, getreu bis zum Tod, ist für alle Soldaten verpflichtend. Die Reste der tapferen Besatzung von Berlin kämpfen im Regierungsviertel, in einzelne Kampfgruppen aufgespalten, erbittert weiter …“


      Die Schlacht ist vorbei ... um 18 Uhr ergeben sich Weidling und sein Stab, der Rest der Garnison folgt schnell. Überall sieht man gemischte Gruppen von Wehrmachtssoldaten und Volkssturmmänner, die zu Sammelplätzen gehen.

      Dieses Bild wird an der Oberbaumbrücke aufgenommen.

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      Die letzten Bastionen, die sich ergeben, sind die Flaktürme von Zoo und Humboldthain. Dieses Bild zeigt die obere Flak Stellung des Flakturms Zoo, wie sie die Russen vorfinden; in der Ferne seht man den Reichstag.

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      Und auf dem reichstag … das Symbol des russischen Sieges, die Rote Fahne.

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      Die Russen versammeln viele Zehntausende von Kriegsgefangenen. Lange Kolonien mit Soldaten von Heer, Luftwaffe, Marine, Waffen-SS, Volkssturm und sogar Hitlerjugend verlassen heute und morgen Berlin und marschieren in den Osten, in eine unbekannte Zukunft.

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      Die BBC sendet diese Nachricht über die Kapitulation der Reichshauptstadt.

      http://www.rias1.de/sound4/timeline_nachrichten/1945_alliierte_sender/1945-05-01-bbc-n-kapitulation_von_berlin
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    • Donnerstag 3. Mai 1945

      Der Bericht des OKW

      „…In der Reichshauptstadt setzen Reste der tapferen Besatzung in einzelnen Häuserblocks und in Regierungsviertel ihren heroischen Widerstand gegen die Bolschewisten immer noch fort …“


      Nach guter Tradition verteilen die Russen wieder einige Flugblätter an die Bevölkerung.

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      Freitag 4. Mai 1945

      Der Bericht des OKW

      „… Der Kampf um die Reichshauptstadt ist beendet. In einem einmaligen, heroischen Ringen haben Truppen aller Wehrmachtteile und Volkssturmeinheiten, ihrem Fahneneid getreu, bis zum letzten Atemzug Widerstand geleistet und ein Beispiel besten deutschen Soldatentums gegeben. …“


      In 4 Tagen, am 8. Mai 1945, unterzeichnet Deutschland die bedingungslose Kapitulation …




      Nachtrag


      Dies ist mein letzter täglicher Beitrag für diesen Thread. In dieser Corona-Zeit, in der ich gezwungen bin, von zu Hause aus zu arbeiten, hat dieses „Projekt“ mir 3 Wochen Abwechslung geboten. Als zusätzlicher Vorteil ist meine Papiersammlung noch einmal entstaubt worden. ^^

      Diese Objekte hätten sicher auch einen Platz hier in diesem Thread verdient. Leider waren/sind einige noch per Post unterwegs.
      Ich werde sie sicher in der 2045 Thread "Vor 100 Jahren begann die Schlacht um Berlin..." verwenden ;)


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      Bleiben Sie gesund und passen Sie aufeinander auf!

      Peter


      Dieser Kompilationsfilm mit russischem Filmmaterial, ob teilweise nachgestellt oder nicht, gibt einen guten Eindruck davon, wie in Berlin die Kampfhandlungen zwischen dem 21. April und dem 2. Mai verliefen.

      https://www.youtube.com/watch?v=mJBLlBvI3bw
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    • Guten Morgen Peter,
      meinen allerherzlichsten Dank für dieses spannende und aus deiner Sammlung unterstütze Thema zum Endkampf um Berlin.
      Da ich ürsprünglich aus Berlin komme kenne ich sehr viele dieser Orte die du in den einzelnen Stationen aufgezählt hast zB Humbolthain (Teile des Bunkers stehen ja noch in Original Höhe). **
      Vielen Dank für deinen Fleiß und deine Ausdauer!!!!
      ;rexc; ;rexc; ;rexc;
      Gruß Olli
       
      Nicht verfügbar

      Suche:
      Urkunden der Sturmgeschütze und Panzereinheiten. Ausserdem Dokumente von Einheiten die 45 im Kampfraum Berlin und Oder kämpften, egal welcher Zustand!

       

    • Guten Abend Peter,

      tolle Präsentation und sehr ausführlich dokumentiert.

      Gratuliere Dir zu dieser Arbeit, und ich hoffe wir alle hier erleben den 2045-Tread (ich für meinen Teil mit meiner Frau in Namibia).

      Es grüßt Dich - Armin.
       
      Nicht verfügbar Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Konvolute folgender Einheiten: 1. 7. Inf.-Div.: Inf.-Rgt. 19, 61 und 62, Div.-Einheiten 7, 2. gute Portraitaufnahmen der Dt. Polizei bis 1945. SAMMLUNG AUSGELAGERT!!!

       

    • Auch ich möchte mich bei Dir für die sehr interessante chronologische Aufarbeitung der letzten Kriegstage in Berlin anhand Deiner Dokumentensammlung bedanken.

      Ich freu mich auf die Fortführung in Deinem anderen Beitrag.

      Gruss, anhaltiner.
       
      Nicht verfügbar

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      Urkunden/Besitzzeugnisse/Dokumente/Fotos: - zur rumänischen Erinnerungsmedaille "Kreuzzug gegen den Kommunismus" - zum Transportgeschwader 5 (vormals KG zbV 323 bzw. N) - zur Messerschmitt
      Me 321/323 „Gigant“ - zu den Messerschmittwerken Regensburg-Obertraubling u. Leipheim - zum Artillerieregiment 155 - zur schweren Panzerjägerabteilung 560 Nashorn(Hornisse)/Jagdpanther

       

    • Neu

      Guten Abend

      Ein kleiner Nachtrag …

      "... Am 2.5. 5Uhr waren General Weidling und die Generale a.D. Weytasch und Schmidt-Dankwarth, die in den letzten Tagen zu uns gestoßen waren, von Russen abgeholt und in das Hauptquartier Tschuikows gebracht worden. Von 6 Uhr an quollen aus allen Häusern, Kellern und Unterschlupfen die Menschen heraus …"

      Quelle: Mein Berliner Tagebuch 1945, Oberst i.G. Hans Refior

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      "... photographed on May 2-nd at 6 p.m. …"

      Dieses Radiofoto, von sehr schlechter Qualität, muss eines der ersten Bilder sein, das der Welt die deutsche Kapitulation in Berlin zeigte.

      Grüße

      Peter
      Ich suche immer originales (1944/45) "Berliner Volkssturm" und "Schlacht um Berlin" Papier:
      Flugblätter, Zeitungen, Soldbücher, Bilder ...
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