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Die K.u.K. Formationen im Osmanischen Reich

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    • Die K.u.K. Formationen im Osmanischen Reich

      Hallo!

      Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen ,eine (fast) vergessene Episode der österreichischen Militärgeschichte zu beleuchten.
      Ist es im Allgemeinen bekannt ,dass im ersten Weltkrieg das Osmanische Reich ,als Bündnispartner Deutschlands und Österreich-Ungarns ,militärische Unterstützung durch das Deutsche Reich erfuhr (der Goeben und Breslau Einzatz ,die Jildirim und Pascha Formationen ),blieb das Engagement Österreich Ungarns in diesem Teil der Welt doch eher unbekannt.
      Zwar hatte die K.u.K. Monarchie nicht die selben Ambitionen im Vorderen Orient wie das Deutsche Reich, doch sie war ihrer Rolle als Bündnispartner durchaus bewusst und versuchte einen militärischen Beitrag zu leisten.
      Dass man Diesen zu Anfang mit etwas "Bauchschmerzen" betrachtete zeigt die Aussage Kaiser Franz Josephs ,als er den Verlegungsbefehl der Gebirgshaubitzendivision mit den Worten:
      "Na,ich glaub doch ,die sehn wir nimmer"
      unterzeichnete.
      Im Gegensatz zum Deutschen Reich ,welches Infanterieeinheiten und sogar Fliegerabteilungen in der Türkei unterhielt ,beschränkten sich die österreich-ungarischen Kampfverbände auf Artillerieeinheiten.
      Dafür unterhielt die K.u.K. Monarchie eine Vielzahl an "Untersützungseiheiten" wie z.B. Kraftwagenkolonnen,Etappenposten ,Sanitätseinrichtungen und Depots.
      Eine genaue Liste der Einheiten findet sich hier:
      austro-hungarian-army.co.uk/ottoman.htm
      Stellvertretend für die vielen K.u.K. Soldaten ,welche im Vorderen Orient ihren Dienst versahen ,will ich hier ein paar Dokumente vorstellen ,die das Schicksal und den Einsatz von zwei K.u.K. Verbänden widerspiegeln
      Wenn sich jemand tiefergehend mit dieser Materie befassen ,oder auch nur sein Wissen zur K.u.K. Militärgeschichte vertiefen möchte ,sei dieses Buch genannt:
      "Der K.u.K Wüstenkrieg" von Peter Jung,Verlag Styria 1992.
      ISBN:3222121494

      Die ersten vier Bilder sind aus dem Papiernachlass eines Artilleristen der "K.u.K. 24cm Mörserbatterie Nr.9".
      Schon Ende 1915 in March gesetzt ,nahm diese Batterie noch an der Galipollischlacht (Dardanellen) teil und machte sich seit dem 27.11.1915 bei den Britten "unangenehm Bemerkbar".
      Danach wurde zie im Jahr 1916 an der Balkanfront eingesetzt .
      Ab Anfang 1917 stand die Batterie wieder ununterbrochen bis Kriegende auf dem Territorium des Osmanischen Reichs und wurde zum Küstenschutz eingesetzt .Zuerst an den Dardanellen ,später in Palästina(Am Karmelberg bei Haifa).Nachdem sie währen der Jordanschlachten ihre letzten Geschütze verloren hatte ,zog sie sich mitte August 1918 aus den Kämpfen zurück.
      Interessant ist zu sehen ,dass diesem Soldaten ,obwohl es sich um einen Unteroffiziersdienstgrad handelt ,das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen wurde ,ein Umstand ,den es so nicht geben sollte ,da eine Verleihung an Mannschaften eigentlich "tabu" war.
      Das fünfte und letzte Bild zeigt die Legitimation eines Artilleristen der "1.Batterie der Gebirgskanonenabteilung in der Türkei".
      Auf dieser Legitimation wurden gleich drei Auszeichnungen vermerkt :
      Die bronzene Tapferkeitsmedaille (OB) ,das Eiserne Verdienstkreuz und der Eiserne Halbmond (ottomanische Kriegsmedaille).
      Das Schicksal dieser Einheit ist besonders tragisch ,da die 1.Batterie als einzige der Abteilung noch zum Kampfeinsatz kam.
      Im allgemeinen Untergangsstrudel des Osmanischen Reiches erreichte die Batterie erst am 15.9.1918 ihren Einsatzraum bei El Hod im Ostjordanland.
      Die folgenden Tage wurde sie zur Deckung des allgemeinen Rückzuges auf Damaskus eingesetzt.
      Da die Abteilung ständig am Ende der Kolonnen kämpfte ,war sie den Angriffen aufständiger Beduinen ausgeliefert und musste sich ,um nicht abgeschnitten zu werden nach Homs (weit hinter Damaskus)zurückziehen.
      Als sie dort ankam ,hatte sie 400km in 13 Tagen zu Fuss durch die Wüste zurückgelegt.Die Verluste in dieser Zeit nur dieser einen Batterie betrug 125 Mann !

      Ich hoffe ich konnte ein wenig Interesse für diesen Nebenkriegsschauplatz wecken .
      Viele Grüße ,Werner
      Dateien
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    • RE: Die K.u.K. Formationen im Osmanischen Reich

      Original von beef_supreme
      Interessant ist zu sehen ,dass diesem Soldaten ,obwohl es sich um einen Unteroffiziersdienstgrad handelt ,das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen wurde ,ein Umstand ,den es so nicht geben sollte ,da eine Verleihung an Mannschaften eigentlich "tabu" war.


      Hallo Werner,

      ein sehr schöner und interessanter Nachlass, danke fürs zeigen.

      Bzgl. des EK´s hier noch ein interessanter Beitrag im SDA-Forum von einem öster. Sammlerkollegen:

      "...das EK wurde bis auf wirklich wenige ausnahmen NICHT an österr. UO oder mannschaften verliehen. Sogar das Fliegerass Julius Arigi (32 Abschüsse) hat als kuk Offiziersstellvertreter nur die Kriegerverdienstmedaille bekommen.

      Die Kriegerverdienstmedaille ist NICHT die Vorstufe zum EK für österr. Soldaten.

      die österreicher die sie bekamen, waren zumeist schon mehrfach mit einer öü TM ausgezeichnet und verdiente soldaten. (Anmerkung von mir: würde auch im Falle Petric zutreffen oder nicht?) Die wirklich wenigen Ausnahmen finden sich bei Einheiten, die direkt deutschen Kommando unterstellt waren.

      1916/17 gab es sogar den sogenannten Fall Fallenbacher. Ein österr. Offiziersstellvertreter der unter deutschen Kommando stehend das EK2 verliehen bekam. 2 Wochen später, nachdem man darufkam hoppala, der ist ja kein offizier, musste er das EK wieder hergeben. Es gibt zwei Artikel von jörg Steiner zu fallenbacher und der kriegerverdienstmedaille an Verbündete."

      Ein weiterer Sammlerkollege fügte noch folgende Information hinzu:

      "Steiner gibt in einem seiner Artikel eine Verleihungsanzahl von 7123 Kriegerverdienstmedaillien, 7478 EK 2 und 341 EK 1 an Österreicher an..."

      Die Beiträge stammten aus dem folgenden Link und sind unter den Beiträgen: Nr. 5 und 8 zu finden.

      h1797427.stratoserver.net/publ…-unterschied-kvm-und-mez/

      Beitrag 1 (sprich vom öster. Sammlerkollegen) erklärt dann wie außergewöhnlich die Verleihung eines EK an einen öster. Soldaten ist.

      Unter Beitrag 2 würde mich persönlich interessieren, da die Verleihungszahl des EK´s im Vgl. zur KVM etwas höher liegt, wie viele von den 7478 Beliehenen des EK 2 Offiziere waren. Nach Beitrag 1 müsste ja dann der Großteil der EK 2 Beliehenen Offiziere gewesen sein.

      Viele Grüße

      Karsten
      Suche alles aus den deutschen Kolonien :D
    • Hallo Karsten.
      Die Zahl von 7478 EKII Verleihungen , welche Peter Steiner in seinem Buch "Heldenwerk 1914-18" angibt , bezieht er nur auf Verleihungen an Offiziere.
      Bis heute konnte ich nur 4 "zweifelsfreie" EkII Verleihungen an K.u.K. Unteroffiziere und Mannschaften herausfinden.
      Es wird sicherlich noch eine Handvoll mehr gegeben haben ,aber für eine solche Verleihung mussten die Hintergrundvorraussetzungen stimmen.
      Eine Verleihung in Palästina wäre eine solche.
      Viele Grüße , Werner
    • Original von beef_supreme
      Die Zahl von 7478 EKII Verleihungen , welche Peter Steiner in seinem Buch "Heldenwerk 1914-18" angibt , bezieht er nur auf Verleihungen an Offiziere.


      Ich finde es überaus außergewöhnlich, daß genauso viele KuK Offiziere wie KuK Mannschaften und Unteroffiziere vom Kaiserreich ausgezeichnet wurden. Normalerweise dienen ja mehr Soldaten und Uffze in einem Heer und erfahrungsgemäß erfolgen sonst auch immer mehr Verleihungen an Uffze und Soldaten wie an Offiziere.

      Nur mal so als Bsp:

      Für den Herero-und Hottentotten-Aufstand erfolgten an Mannschaften und Uffze:

      3959 Verleihungen (MEZ 1, MEZ 2, Kreuz des AEZ, AEZ und RM)

      an Offiziere hingegen:

      685 Verleihungen (PLM, RAO, KO und RM)

      Nun für den Boxeraufstand:

      an Mannschaften und Uffze:

      860 Verleihungen (MVK, MEZ 1, MEZ 2, Kreuz des AEZ, AEZ, RM und die Rot-Kreuz-Medaille 2. und 3. Klasse)

      an Offiziere:

      483 Verleihungen (PLM, RAO, KO und RM)


      Zu diesen Zahlen wurden jedoch keine Mehrfach-Verleihungen an eine Person berücksichtigt und außerdem erhielten Offiziere in erster Linie ihrem Rang entsprechend einen Orden (soll heißen: ein Lt./Oblt. erhielt den KO4x und ein Hptm den RAO4x), während alle Mannschaften und Uffze erstmal das MEZ 2 erhielten und erst bei wiederholter Tapferkeit das MEZ 1 (nur in wenigen Fällen erfolgte eine Direkt-Verleihung des MEZ 1). Dies erklärt auch die Seltenheit des MEZ 1 (und steht daher in den meisten Fällen (mit Ausnahme Chinas) für eine Verleihung an eine Person, welcher schon zuvor das MEZ 2 verliehen bekommen hat). In der obigen Auflistung wurden fürstliche und ausländische Auszeichnungen auch nicht berücksichtigt.

      Daher meine Frage, ist die Verleihungszahl für KuK-Offiziere nicht zu hoch oder die Verleihungszahl für KuK- Mannschaften und -Unteroffiziere nicht zu niedrig??


      Viele Grüße

      Karsten
      Suche alles aus den deutschen Kolonien :D
    • Original von Leutwein


      Daher meine Frage, ist die Verleihungszahl für KuK-Offiziere nicht zu hoch oder die Verleihungszahl für KuK- Mannschaften und -Unteroffiziere nicht zu niedrig??


      Viele Grüße

      Karsten


      Hallo Karsten !
      Ja klar . Das Verhältnis von EKII Verleihungen an Offiziere zu KVM an Unteroffiziere und Mannschaften ist im totalen Ungleichgewicht.
      Es gab 20x mehr Mannschaften als Offiziere in der K.u.K. Armee.
      Obwohl das EKII schon selten an K.u.K. Offiziere verliehen wurde , ist die Beleihung mit einer KVM für einen Mannschaftsdienstgrad schon das non plus ultra gewesen.
      Die "Wertigkeit" war viel höher als die eines EKII .
      Das sieht man schon daran , daß ein großer Teil der KVMs an Träger der Goldenen Tapferkeitsmedaille geningen.
      Viele Grüße , Werner
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