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Legitimationen zur Beurkundung von K.u.K. Auszeichnungen

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    • Legitimationen zur Beurkundung von K.u.K. Auszeichnungen

      Hallo!
      Hier mal eine kurze Einführung in die Beurkundungspraxis im 1.Weltkrieg.
      Ich werde in diesem Beitrag nur die Praxis der Legitimationen an den K.u.K. Mannschaftsstand beleuchten.
      Die Auszeichnungen , welche im 1.Weltkrieg an Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade verliehen wurden, waren in der Regel:
      Die Tapferkeitsmedaillen ,das Karl Truppenkreuz ,Das Eiserne Verdienstkreuz mit und ohne Krone , die Verwundetenmedaille und das Goldene und Silberne Verdienstkeuz jeweils mit und ohne Krone.

      Sagen wir heute im Scherz "in der K.u.K. Armee beginnt man erst als Offizier ein Mensch zu sein", war das damals teilweise tödlicher Ernst und spiegelte sich im Umgang mit den Mannschaften wider. So schrieb ein Offizier in seinem Bericht über einen Fliegerangriff auf seine Kolonne vom 23.9.1918 wörtlich:"...angegriffen und verloren dabei,nebst einigen Mannschaftspersonen, sämmtliche Kochkisten und Wasserfässer ...".
      Durch dieses Selbsverständnis erfuhr die Beurkundung einer K.u.K. Mannschaftsauszeichnung nicht die selbe würdige Form ,wie wir sie von
      anderen Ländern kennen.Man musste Nachweisen ,dass der Beliehene die Auszeichnung zu Recht trug ,wie war wiederum zweitrangig.
      Zu Beginn des 1. Wks begann man "Legitimationszettelchen" als Verleihungsbestätigung auszustellen.
      Diese Legitimationen sollten zusammen mit dem Legitimationsblatt in der Legitimationskapsel aufbewahrt werden.
      Legitimationsblatt und Legitimationskapsel in der K.u.K. Armee
      Die Legitimationen waren kleine Zettel , manchmal Vordrucke , aber oft auch handschriftlich , auf welchen Name und Dienstgrad des Beliehenen , die verliehene Auszeichnung , die Tagesbefehlnummer und die Unterschrift des beglaubigenden Offiziers zu finden waren (Bild1,2).
      Manchmal benutze man für die Bezeichnung der Auszeichnung die Abkürzungen aus dem Militärchematismus, z.B O2= Kleine Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse ,OB= Bronzene Tapferkeitsmedeille , Strich durch den Kreis(O)=Wiederholungsverleihung (Wiederholungsspange)(Bild3).
      Diese Zettelchen wurden unter keinerlei "dekorativen" Aspekt gefertigt , wie z.B. die EKII Urkunden im deutschen Heer.
      Selbst Träger der Goldenen Tapferkeitsmedaille erhielten ein solches Zettelchen.
      Vergleicht man das verhältnismäßig seltene Auftreten von Auszeichnungslegitimationen im Gegensatz zur Größe des K.u.K. Heeres , stellt man eine Diskrepanz fest.
      (Ein Vergleich in die Bucht per Stand Heute genüg:Urkunden nur zum EKII 100-150 , Legitimationen zu K.u.K. Auszeichnungen 0).
      Dies läßßt nur einen Schluß zu:
      In der Regel erfolgte der Eintrag einer Auszeichnung nur im Personalakt , das Ausstellen von Legitimationen wurde nicht immer praktiziert.
      Sogar die Beliehenen selber maßen dem Zettelchen keine große Bedeutung bei ,die Auszeichnungen wurden ja in der Dienstzeitbestätigung vermerkt.
      Hinzu kommt , daß diese kleinen Zettelchen mit den Jahren schlicht und einfach verschütt gegangen sind.

      Mit Verlauf des Krieges gingen einige Einheiten dazu über ,größerformatige Legitimationen auszustellen ,um den Charakter einer "Auszeichnungsurkunde" zu unterstreichen (Bild 4).
      Eine richtige "Urkunde" , wie man sie von deutschen Einheiten kennt ,blieb jedoch eine extremste Seltenheit.

      Da manche Legitimationen nur mit Bleistift ausgefüllt wurden , kamen einige Spitzklicker auf die Idee ,Legitimationen zu "befördern" um z.B. aus einer Bronzenen eine Goldene Tapferkeitsmedaille zu machen.
      Zum Glück kann man auf den ersten Blick sehen , ob eine Legitimation zur GTM "befummelt" wurde.

      Offiziere ,welche ein Karl Truppenkreuz oder eine Verwundetenmedaille verliehen bekamen , wurden übrigens ebenfalls mit einer Legitimation beehrt.

      Ich hoffe ich habe euch einen kleinen Einblick in dieses Thema geben können und ich wünsche , daß man diesen kleinen Zettelchen die Bedeutung und Würdigung zukommen läßt , die ihnen gebührt:
      Es sind "VERLEIHUNGSURKUNDEN" !!!!
      Viele Grüße , Werner
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